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Glockengeläut Kirche St. Eusebius

Bild: srf
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DMZ - GESELLSCHAFT / LEBEN ¦

#mittellaendische ¦

 

Für einige Grenchnerinnen und Grenchner scheinen die Glockenklänge der St. Eusebius Kirche eher eine Gehörbelastung und nervliche Zerreissprobe darzustellen, als eine Informationsverkündung.

Das Glockengeläut ist das Läuten von Glocken zu bestimmten Anlässen in einer bestimmten Form. Kirchenglocken werden nach einer Läuteordnung geläutet. Man unterscheidet kirchliches sowie weltliches Geläut. Beim Läuten schwingen Glocke und Klöppel als Pendel; ist die Glocke starr befestigt und der Klöppel wird mit einem Seil bewegt, spricht man eher von Glockenschlagen. Soweit zur Theorie und Praxis beim Glockenläuten.

Die Einführung der Glocken ins Christentum soll im 4. und 5. Jahrhundert stattgefunden haben. Sie wurde hierbei vermutlich von den Bischöfen Severus von Neapel, Paulinus von Nola und dem Kirchenvater Hieronymus im Gottesdienst eingeführt. Das Läuten als Ruf zum Gottesdienst wurde aber erst im Laufe des 5. und 6. Jahrhunderts bekannt und fand im 8. Jahrhundert durch irische Wandermönche eine weitreichendere Verbreitung. Spätestens seit Papst Stephan IV. im 8. Jahrhundert sind sie im kirchlichen Bereich fest verankert. Soweit zum Ursprung.

 

Nachdem mehrere Anfragen bei uns eingingen, dass wir doch einmal darüber etwas schreiben sollten, nahmen wir uns dem Thema umgehend an. Die Mittelländische (ehem. GZ Grenchner Zeitung) hat das Röm.-kath. Pfarramt angefragt und wollte wissen, wann und wie lange jeweils zu welchem Anlass die Glocken geläutet werden. Denn nach Beschreibungen von diversen Grenchnerinnen und Grenchnern komme es ihnen vor, als ob teilweise fast stundenlang Geläute zu hören sei. Dies sei dann wiederum sehr belastend. Das Sekretariat hat dieser Zeitung prompt, bereitwillig und detailliert erklärt, wie es sich beim Glockengeläute konkret verhält. Und siehe da! Weit gefehlt, so schlimm wie es uns geschildert wurde, ist es bei Weitem nicht.

 

So sieht es konkret aus:

Bei Todesfällen

Endläuten alle Konfessionen (Todesfälle Frauen) - 2 x 1 Minute

Endläuten alle Konfessionen (Todesfälle Männer) - 3 x 1 Minute

vor röm.-kath. Abdankungen - 12 Minuten

 

vor Gottesdiensten

Dienstag, Donnerstag, Freitag 9 Uhr - 8 Minuten

Mittwoch 18:30 Uhr (Sommer 19 Uhr) - 8 Minuten

Samstag 17:30 Uhr - 12 Minuten

Sonntag 10 Uhr - 12 Minuten

 

Diverses

Morgen - Montag-Freitag 6 Uhr (ausser Feiertage) - 4 Minuten

Mittag - 12 Uhr (ausser Sonntag) - 4 Minuten

Abend - 19 Uhr (Montag-Sonntag) - 4 Minuten

 

für Feiertage gelten etwas andere Zeiten.

 

Erneut dürfen wir also feststellen, dass die persönliche Wahrnehmungen und Einschätzungen nicht immer genau der Realität entsprechen.

 

Wer nicht genug von Glockenläuten hat, kann sich hier die Glocken jederzeit anhören.

Glockengeläut der Kirche St. Eusebius in Grenchen