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Über tausend Personen demonstrieren in Bern – Widerstand gegen 5G

DMZ - Patricia Jungo ¦

 

Am Freitagabend haben über tausend Menschen in Bern an einer Demonstration gegen den neuen Mobilfunkstandard 5G demonstriert. Sie fürchten sich vor möglichen negativen gesundheitlichen Folgen und lehnen höhere Grenzwerte ab. Organisiert wurde die Kundgebung vom Bügerkomitee „Stopp 5G“, das einen Ausbaustopp von 5G in der Schweiz verlangt, bis eine genügenden Anzahl unabhängiger wissenschaftlicher Studien vorliegt. Ebenso wird gefordert, dass die geltenden Strahlenschutz-Grenzwerte nicht erhöht werden. Für sie ist es erwiesen, dass Hochfrequenzstrahlung dem biologischen Leben schadet und auch Krankheiten begünstigt und sie warnen vor unumkehrbaren Auswirkungen für Mensch und Ökosysteme. Befürworter der Technologie sehen hingegen keine wissenschaftlichen Beweise, die Strahlung als ein Problem darstellen. Für sie reichen die Grenzwerte in der Schweiz, die für sie auf einem guten Niveau sind.

Redner betonten in Bern, dass man sich nicht darauf verlassen könne, dass die Politik uns schützen werde. Daher müsse man mit Klagen sicherstellen, dass der Staat seiner Vorsorgepflicht nachkomme. Die Bundesverfassung sei dem Schutz der körperlichen Integrität verpflichtet. Auf dem gut gefüllten Waisenhausplatz hatten sich am Abend geschätzt über tausend Menschen aller Altersstufen versammelt, um an der ersten Kundgebung dieser Art in der Schweiz teilzunehmen. Die Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequezen brachte dem Bund im Februar rund 380 Millionen Franken ein. In verschiedenen Kantonen erfolgten schon Bestrebungen für ein G5-Moratorium, doch der Bund beharrt auf seiner alleinigen Rechtssetzungskompetenz in dieser Frage und betont, es gebe für kantonale oder kommunale Regelungen keinen Raum. In den Kantonen Genf, Jura und Waadt wurde ein Moratorium für 5G-Antennen verhängt oder geprüft. Entsprechende Vorstösse sind in Bern, St. Gallen und Schwyz traktandiert. Auch Gemeinden wehren sich gegen 5G-Antennen.