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Die Gerüchte in der 5G-Debatte

DMZ - Technik / Digital ¦

 

In der andauernden Diskussion um 5G gibt es viele Behauptungen und Gerüchte. Halbwahrheiten machen die Runde, von selbsternannten Experten, denn urplötzlich sind alle Experten in diesem Bereich. Doch welche Aussagen sind wahr und welche falsch? 

 

Die Behauptung, dass elektromagnetische Strahlung Krankheiten auslöst ist nicht neu.

Eine letztmals im 2018 durchgeführte Studie des Schweizerischen Tropeninstituts mit 700 Jugendlichen ergab, dass hochfrequente elektromagnetische Felder tatsächlich die Gedächtnisleistung beeinträchtigen können. Ebenfalls ist bekannt, dass Teilchen durch elektromagnetische Schwingungen in Bewegung geraten. Die dadurch erzeugte Reibungswärme im Körper ist aber laut Untersuchungen minimal.

 

Zwar haben Labortiere, die über längere Zeit einer hochdosierten Strahlung ausgesetzt waren, überdurchschnittlich häufig Krebs entwickelt. Das Resultat lässt sich aber nicht auf den Menschen übertragen, auch weil die Strahlung weit stärker war als beim Mobilfunk. Ausserdem dringt hochfrequente Strahlung, wie jene von 5G, nicht in tiefe Körperschichten ein. Man müsste also eher Auswirkungen auf die Haut untersuchen.

 

Die Geschichte über die toten Vögel im Huygenspark in Den Haag geistert immer noch durch die Medien. Mittlerweile wurde von lokalen Behörden widerlegt, dass an dem Tag in der Gegend 5G-Versuche stattgefunden haben. Wie meist bei solchen brisanten Themen machen vor allem Fake-News die Runde. Den Post mit dieser Geschichte werden wir wohl noch in 10 Jahren wieder lesen können, wie zB. der mit den Wölfen, den von den Sozialschmarotzern...

Ausserdem wurden über mehrere Tage verteilt tote Stare gefunden. Sie sind also nicht «plötzlich vom Himmel» gefallen. Andere Berichte über auffälliges Verhalten von Tieren im Umfeld von 5G-Tests stellten sich als Behauptungen von Leuten heraus, die sich gar nicht vor Ort befanden.

 

Interessengruppen aus Politik und Wirtschaft sagen, dass die Schweiz ohne einen 5G-Ausbau wirtschaftlich ins Abseits gerät. Über Glasfaser können heute zum Teil ähnliche Resultate erzielt werden. Allerdings ist der Ausbau des Glasfasernetzes viel teurer.