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Netflix-Konto – vom Teilen mit Freunden..

DMZ - KULTUR - Patricia Jungo ¦

#mittellaendische ¦

 

 

Das Konto von Freunden für Streaming-Dienste zu benutzen, ist ein kostensparender Trick, der aber nicht ohne Tücken ist. Obwohl die Nutzungsbedingungen beim Videoportal Netflix und auch beim Musik-Streaming-Dienst Spotify eindeutig festlegen, dass die Dienste ausschliesslich mit Personen des eigenen Haushalts geteilt werden dürfen und weder Weitergabe des Passworts noch Benutzung des Benutzernamens und Passwortes durch eine andere Person erlaubt ist, gibt es bei (wohl häufigen) Verstössen kaum Konsequenzen. Meist lassen die Anbieter diese gewähren, obschon sie über die Daten und technischen Möglichkeiten verfügen, um die Passwort-Teiler zu entlarven. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Verwarnung, zur Kündigung des Abonnements aber kaum. Vom CEO von Netflix, Read Hastings, waren sogar schon positive Äusserungen zum Passwort-Teilen zu vernehmen. So könne dies zu neuen Kunden führen und die Bekanntheit des Dienstes begünstigen. In der Tat ist es so, dass beim Teilen mit Freunden das eigene Seh- und Hörverhalten öffentlich gemacht wird und algorithmisch kuratierte Empfehlungen, die eigentlich nur auf einen Benutzer abgestimmt sind, durcheinander geraten. Zu bedenken gibt es noch andere Punkte: Wenn man ein Basis-Konto mit Freunden teilt, muss man sich bewusst sein, dass mit dem Konto nicht mehrere Leute gleichzeitig Videos schauen oder Musik hören können. Wer gerade Nutzer ist, blockiert jeweils alle anderen und sein eigener Stream kennt vor jeder Neuanmeldung Unterbrüche. Bei teureren Abo-Varianten von Netflix und Spotify können mehrere Geräte gleichzeitig den Dienst nutzen. Es ist anzunehmen, dass den Anbietern sehr wohl bewusst ist, dass solche Konten vielfach auch ausserhalb des eigenen Haushalts geteilt werden, sie aber das Geld, das sie beim Passwort-Teilen verlieren, durch die höheren Abo-Kosten wieder hereinholen. Die wichtigste Sicherheitsregel muss trotz allem immer wieder beachtet werden: Ein Passwort, das auch für andere Dienste und Konten benutzt wird, soll niemals mit Dritten geteilt werden.