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Sehr aktive Ziegenzucht in der Schweiz «Ziege ist nicht gleich Ziege»

DMZ - KULTUR - Silvia Kölbener-Fasel ¦

#mittellaendische ¦

 

 

Mit ihren zahlreichen Bergkantonen ist die Schweiz prädestiniert für eine rege Ziegenzucht. Seit jeher hat dieses Tier für uns Schweizer eine wichtige ökologische, kulturelle und auch touristische Bedeutung. So gehört die Ziege heute je länger je mehr zu den wirtschaftlich interessanten Nutztieren. Gemäss der allgemeinen Information des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes seien Ziegen ausgezeichnete Raufutterverwerter und trügen so aktiv zur grünlandbasierten Milch- und Fleischproduktion bei. Sie fühlen sich in Berggebieten ebenso zuhause wie im Flachland.

 

Im Jahr 2018 waren beim Ziegenzüchterverband offiziell 2’510 Ziegenzüchter mit einem gemeinsamen Gesamt-Herdebestand von 28'870 Tieren registriert. Elf Ziegenrassen sind von diesem Verband anerkannt und bei acht davon handelt es sich um ursprüngliche Schweizer Rassen. Äusserst beliebt sind die Toggenburger Ziege, die gämsfarbige Gebirgsziege und die Saanenziege. Es wird darauf geachtet, gesunde und robuste Tiere zu züchten, die für den Tierhalter eine angemessene Fruchtbarkeit, während mehreren Jahren konstante Milchleistung und eine hochwertige Fleischqualität gewährleistet. Lebhaftigkeit und eine natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten sprechen für eine robuste Gesundheit.

 

Ziegen bringen ihre Jungen von Natur aus im Frühling zur Welt. Die Tragzeit beträgt durchschnittlich 150 Tage. Ziegenmilch und die vielseitigen Milch- und Käseerzeugnisse liegen heute voll im Trend. Auch die Nachfrage nach Ziegenfleisch ist hierzulande vor allem zur Oster- und Pfingstzeit sehr gross. Besonders beliebt sind auch Produkte von Herbst- oder Weideziegen, die den Sommer auf saftigen Alpwiesen verbringen.

 

Gitzifleisch enthält viel wertvolles Eiweiss und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wenig Fett und Cholesterin. Zudem ist das Fleisch – vorausgesetzt es wird schonend zubereitet - äusserst kalorienarm und geschmackvoll. Wohl ein weiteres Argument dafür, dass gerade in der heute sehr umstrittenen Fleischproduktion die Konsumentennachfrage steigt.

 

Hier eines meiner Lieblingsrezepte mit Ziegenkäse für eine einfache und unkomplizierte Mahlzeit: Bereiten Sie pro Person eine Portion marktfrischen Blattsalat (Bsp. Mischsalat, Nüssler, Rauke, etwas Kresse) und raffeln Sie 100 Gramm Knollensellerie an einer groben Gemüseraffel. Richten Sie die beiden Salate auf einen Teller an und schmecken Sie sie mit Salz, wenig Pfeffer, weissem Kräuteressig und einem geschmacksneutralen Öl ab. Zum Garnieren eignen sich 2 bis 3 Baumnüsse und einige Birnenschnitze sehr gut. Grillieren Sie pro Person ca. 60 Gramm milden, nicht zu reifen Ziegenkäse je nach Konsistenz ungefähr 4 bis 6 Minuten und geniessen Sie ihn mit den Salaten und zu gutem, dunklem Bauernbrot. Sellerie lässt sich selbstverständlich auch durch viele andere Rohkostsalate wie Karotten, Kabis, Randen usw. ersetzen.