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Döschwos sind in Tafers willkommen

DMZ - KULTUR - Marco Perroulaz ¦

#mittellaendische ¦

 

Es ist wohl in erster Linie Freundschaft und die Leichtigkeit des Seins, was die Liebhaber der nostalgisch anmutenden, französischen Kleinwagens dazu treibt, sich heute noch mit dem hierzulande liebevoll Döschwo genannten Fahrzeug zu beschäftigen. Übers Pfingstwochenende treffen sich die Enten der Schweiz und ihre Freunde aus dem umliegenden Ausland in Tafers/Lamprat im Kanton Freiburg.

Leichtigkeit des Seins bezieht sich sowohl auf die entschleunigte Lebensweise der Fahrzeughalter als auch auf die Technik der Fahrzeuge selbst. Zwar bietet das vierplätzige Fahrzeug nicht viel mehr als einen motorisierten Regenschirm auf Rädern. Doch der hat es in sich! Nebst perfekter Ersatzteilversorgung und simpler, auch durch Laien reparierbarer Technik ist es auch die Sicherheit des Autos, das reden lässt. Der bestbekannte Auto-Journalist Robert Braunschweig (Automobil Revue) schrieb darüber in der Blütezeit dieses Minimal-Autos: «Der 2CV ist ein absolut sicheres Auto. Er ist einfach noch nicht da, wenn der Unfall geschieht.»

Das diesjährige traditionelle Pfingsttreffen in Tafers/Lamprat ist nach Cormoen (1999) und Schwarzsee (2009) das dritte nationale Döschwotreffen in Deutschfreiburg, direkt am Röstigraben.

Hier werden sich von Freitag bis Montag mehrere hundert Döschisten treffen, um sich der 'etwas anderen Lebensweise' hinzugeben. Das bedeutet drei Nächte Camping,

Picknick und Lagerfeuer. Und das halten die Meisten Döschisten bei jedem Wetter durch, denn dort trifft man sich mit Gleichgesinnten, die über die Jahre zu Freunden wurden, zum gemütlichen Beisammensein. Dort kann man

fachsimpeln, neue Freundschaften schliessen, die Zeit und das besondere Ambiente geniessen.

Ein fünfzehnköpfiges OK hat mit zahlreichen Helferinnen und Helfern unter Führung von Jacques Folly vom 2CV Club «…deuchmilleneuf» ein weiteres Treffen am Röstigraben organisiert. Ehrenhafter Gastgeber ist die Gemeinde Tafers und dort ganz besonders der Tafersner Landwirt und Rapsölhersteller Beat «Bäzu» Gauch (TerraLamprat GmbH). Er, der seine Rapsöle standesgemäss mit einem «Döschwo Kombi» in gelb/schwarzer Unternehmensfarbe zum Markt fährt.

Der Citroën 2CV wurde zwischen Sommer 1949 und Mitte 1990 gebaut. Insgesamt verliessen 3'868'631 viertürige Limousinen und 1'246'335 Lieferwagen (Kastenente) die Werkshallen in Frankreich und Portugal. Der Döschwo wurde im Oktober 1948 am Automobilsalon von Paris erstmals präsentiert und bereits ab 1950 durch Karl Schori in der Schweiz prominent gemacht und vertrieben. Er fährt heute noch eine bordeaux-schwarz farbige Charleston-Ente, die letzte, die damals in die Schweiz importiert werden konnte.

Wer heute noch einen Döschwo besitzt, weiss es zu schätzen, pflegt und unterhält sie wie seinen grössten Schatz. Ein Döschwo vermittelt nicht nur dieses besondere Lebensgefühl, sondern erfreut sich eines zunehmendem Wertes. So gesehen rechtnet sich mittelfristig jeder darin investierte Franken und das dürfte so manche Ehefrau beruhigen.