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Unglaublich, wer sich heute so alles Künstler nennt

DMZ - KULTUR ¦ 

#mittellaendische ¦

 

Jeder scheint sich schon als Künstler zu sehen, der nach Feierabend von seinem überbezahlten, guten Job nebenbei noch etwas auf Rockstar, Rapper, Maler, Schauspieler oder Ähnliches macht. Ich wiederhole gerne das Zitat „Nicht jeder Mist ist Kunst“ und möchte damit nicht mehr oder weniger aussagen, als dass in erster Linie das Publikum und der Erfolg eine Künstlerin, einen Künstler ausmachen. Fast täglich liest man in Zeitungen von Krethi und Plethi oder hört diese im Regionalradio sprechen. Sie schaffen es dabei tatsächlich, sich innerhalb von 3 Minuten 10 Mal als Künstler zu bezeichnen. Natürlich ist dies Selbstüberschätzung und nicht Strategie, denn spricht man in Ruhe mit all diesen Stars, stellt man fest, dass sie durchaus davon überzeugt sind Künstler zu sein; auch wenn sie bis Dato weder Erfolg hatten noch Einnahmen generieren konnten oder ihre Kunst aus Sicht von Fachleuten gar als solche wahrgenommen worden wäre.

 

Welche Werke und Künstler am Kunstmarkt begehrt sind, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht immer sind allein künstlerische Qualitäten ausschlaggebend. Die mediale Darstellung des Künstlers und seiner Kunst können die Wertschätzung stark beeinflussen. Sehr erstaunlich ist dabei, dass man diesen selbsternannten Künstlern jeweils sogar eine Plattform bietet, um sich als solche zu outen oder zu positionieren. Hier steht bei der jeweiligen Redaktion sicher auch, - und vor allem vor - das Element „Fremdschämen bei der Leser- Hörerschaft auslösen“ im Vordergrund. Dies ist in den letzten Jahren ein sehr beliebtes und bewährtes Mittel in den Kreisen der Realitypropaganda. Abmalen oder Nachzeichnen, Covern, Nachspielen und Nachsingen kann auch nicht jede und jeder. Das kann eine hübsche Übung sein, aber eben - Kunst ist das nicht. Zu einem richtigen Künstler gehört, dass ihm etwas einfällt – etwas, das vor ihm noch keiner so gedacht oder gemacht hat zum Beispiel. Wer sich durch diese paar Lettern nun betroffen fühlt, bestätigt die Richtigkeit meiner Ausführungen genau so wie diejenigen, die sich bei meinem Schreiben nicht angesprochen fühlen. Im Übrigen ist es auch nicht die Höhe der Subventionen, die einen Künstler definieren, sondern sie bestätigen dadurch lediglich, dass hinter der Entscheidung diese Kunst zu unterstützen, meist ein Gremium steht, das von Kunst genauso viel versteht wie dieser vermeintliche und honorierte Künstler. Ich möchte damit einfach einmal wieder anregen, dass man mit öffentlichen Geldern vorsichtig und vor allem gerecht haushalten sollte und muss!