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Die Achtsamkeit – Nur ein Modewort oder doch eine wichtige Grundlage?

DMZ - GESELLSCHAFT / LEBEN ¦

Véronique Margot ¦

#mittellaendische ¦

 

Achtsamkeit. Vielleicht ist Dir das Wort noch fremd, vielleicht aber siehst Du es öfters in Zeitschriften, Ratgebern und fast schon als angesagter Hype. Gerade in unserer leistungsorientierter Gesellschaft ist sie ein wichtiger Bestandteil und kann deinen ganzen Alltag positiv beeinflussen. Doch was ist Achtsamkeit und was bewirkt sie?

 

Ist es vielleicht doch mehr, als sich nach einem gestressten Arbeitsalltag 20 Minuten auf das Meditationskissen zu setzen und zu versuchen an nichts zu denken?

 

Von aussen sieht es doch ganz nett aus, wenn man im Schneidersitz mit den neusten Yoga Klamotten sitzt, die Augen schliesst und in diesem Moment verweilt. Und bitte nicht falsch verstehen. Daran ist auch absolut nichts auszusetzen.

 

Die Achtsamkeit aber ist noch viel mehr und viel grösser. Immer und überall einsetzbar. Sie ist eine Art innere Haltung, die für deinen Ausgleich sorgt, dich stärkt, deine innere Freude und Dankbarkeit wachsen lässt, Dich wieder mit deiner inneren Stimme verbindet, Dich auf das Wesentliche besinnt, dich erfahren lässt, wer du bist und was du wirklich willst. Sie lässt Dich das JETZT wieder voll und ganz erfahren und auskosten.

 

Dieses im JETZT leben ist für ein gesundes Immunsystem sehr wichtig, doch bei den meisten Menschen komplett vergessen gegangen in einem Alltag, in dem es meistens darum geht zu funktionieren, zu erledigen, sich anzupassen und für andere da zu sein. Die meisten Menschen leben seit Jahren in einer Art «Autopilot» Modus und bekommen das Jetzt nur noch so nebenbei mit. Meistens mit den Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit und genau das ist der Grund, dass es zurzeit so viele Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen gibt.

 

Diese Achtsamkeit wieder in Dein Leben einzuladen, ist ein Prozess. Du kannst es vergleichen mit einem Konditionstraining. Du kannst nicht von heute auf morgen einen Marathon laufen, wenn du vorher nichts dergleichen gemacht hast. Aber du kannst BEGINNEN zu trainieren, dranbleiben und immer besser darin werden. Wohlwollend Dir selbst gegenüber, dass es seine Zeit braucht, um dahin zu kommen, du es dir aber Wert bist diesen Weg zu trainieren.

 

Die Achtsamkeit wieder zu lernen ist so so einfach, dass es schon wieder schwierig ist.

 

Ein kleines Beispiel:

Nimm dir die nächsten 2 Minuten vor einfach nur deinen Atem wahrzunehmen. Sonst nichts. Es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis die ersten Gedanken dazwischenfunken, oder? Und es ist auch völlig ok, aber siehst du, wie schwierig etwas eigentlich so Einfaches sein kann?

 

Oder ein anderes Beispiel:

Bitte notiere auf ein Blatt alle Gedanken, die Du gestern gehabt hast. Alles, was Dir gestern durch den Kopf gegangen ist. Auch das ist schwierig, oder?

 

Wir haben im Durchschnitt bis zu 60 000 Gedanken pro Tag und jeder Gedanke macht etwas mit uns. Speichert Glaubenssätze in unserem Unterbewusstsein, was wiederum unser ganzes Leben positiv oder eben auch negativ beeinflusst. Wäre es da nicht sinnvoll, zu wählen, was man für Gedanken haben möchte? Dazu müssen wir zuerst überhaupt wahrnehmen, was wir denken und das geschieht, wenn wir die Achtsamkeit üben.

 

Unsere 5 Sinne spielen hierbei eine zentrale Rolle.

  • Sehen
  • Hören
  • Riechen
  • Fühlen
  • Schmecken

Versuche diese 5 Sinne wieder vermehrt im Alltag zu integrieren, nimm deine Gedanken bewusst wahr und staune, welche Wirkung das haben kann.

 

Somit wird nicht nur das Sitzen auf deinem Kissen, sondern dein ganzer Alltag in dieser inneren Haltung zur Meditation. Der Stress wird weniger, da du somit in deiner Mitte gestärkt bist und dich nicht so schnell aus dem Gleichgewicht locken lässt.

 

 

Die Achtsamkeit. Immer dabei. Überall einsetzbar.