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Privat- und Sportfliegerei entbehren jeglicher Berechtigung

Foto: Kantonspolizei Wallis
Foto: Kantonspolizei Wallis

DMZ - SPORT ¦

#mittellaendische ¦

 

Nebst der Tatsache, dass die Privat- und Sportfliegerei ohne jeden Nutzen ist und somit auch zu den erklärt sinnfreien Tätigkeiten gehören (um nicht zu sagen aus rein egoistischen Gründen ausgeübten), leidet Fauna und Flora in betroffenen Regionen und die Lebensqualität wird massiv beeinträchtigt.

 

Damit werden letztlich auch Steuererträge gefährdet und dies ist für die betroffenen Regionen ökonomisch und ökologisch untragbar. Erschwerend kommt hinzu, dass Geschäfts- und Privatfliegerei an sich ein defizitäres Geschäft darstellen und wirtschaftlich nur einigermassen über die Runden kommen. Auch dieses (gern bemühte) Argument greift also nicht, dass die Fliegerei finanziell etwas bringt. Auffallend ist zudem, wie viele Flugplätze sich mitten in Naturschutzgebieten befinden, wo man gebüsst wird, wenn man Fauna und Flora stört, die Fliegerei aber geduldet ist. Paradox ist nur der Vorname.

 

Bis zu jährlich 70'000 Starts und Landungen

Es sind auf all diesen Flugplätzen auch sehr viele Flüge, die verzeichnet werden. Bis zu 70'000 im Jahr ist eine stolze Anzahl an erlaubten Egoflights. Angesichts des hohen CO2-Gehalts in unserer Atemluft und des Problems der Klimaerwärmung ist es doch eher grotesk, dass der Bund ausgerechnet die Privatfliegerei fördert. Das heisst, dass einigen privilegierten Menschen gestattet wird, eine grosse Mehrheit der Bevölkerung, Naturschutzgebiete und die Erholungszonen zusätzlich mit Lärm und Schadstoffausstoss zu belasten. Die langen Betriebszeiten sowie die Wochenendflüge beeinträchtigen die Erholungszeiten und -zonen massiv.

 

Schwache Motoren und überforderte Privatpiloten sorgen für Unfälle

Ausserdem ist die Sportfliegerei gefährlich: Jedes Jahr hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) 30 – 80 Unfälle mit Kleinflugzeugen verzeichnet. Dabei gab es auch viele Tote. Laut Bazl ist die Mehrzahl der Unfälle auf Kontrollverluste und Motorenprobleme sowie Überrollen der Start- oder Landebahn zurückzuführen. Olav Brunner, selbst langjähriger Linien- und Militärpilot, weiss, dass mehrere Faktoren verantwortlich für die doch recht hohe Zahl von Unfällen mit Kleinflugzeugen sind. So seien die Flugzeuge mit einem Motor sehr schwach, und der Pilot sei für alles allein verantwortlich.

 

In einem früheren TA-Bericht warnen die Unfallexperten vor einem immer wieder festgestellten psychologischen Phänomen: Ein an sich nebensächliches Problem kann den Kleinflugzeugpiloten so sehr ablenken, dass er alles andere vergisst. Wenn man sich die Menschen in den betroffenen Regionen nun vorstellt, über deren Köpfe jährlich zusätzlich 70'000 Flugzeuge kreisen, könnte einem Angst und Bange werden.

 

Für den Einsatz von Rasenmähern gibt es massive Beschränkungen – für Fluglärm scheinen die sonst besorgniserregenden Störfaktoren nicht zu gelten. Was soll man davon halten?!