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AKW Mühleberg - Bald ist ‚Ende Feuer‘

Bildquelle: Kernkraftwerk Mühleberg © BKW
Bildquelle: Kernkraftwerk Mühleberg © BKW

 

DMZ - HISTORISCHES ¦ Marco Perroulaz ¦

KOMMENTAR

 

In genau 100 Tagen, am 20. Dezember 2019 um 12.30 Uhr, stoppt die BKW (Bernische Kraftwerke) den Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Mühleberg. Nach 47 Jahren ist das Feuer im Ofen endgültig aus. Damit leistet die BKW Pionierarbeit und legt als erstes Unternehmen in der Schweiz einen Leistungsreaktor still. Anschliessend wird das AKW zurückgebaut. Für die BKW ist diese Stilllegung das grösste Projekt seit dem Bau des Werkes vor rund fünfzig Jahren. Und sie ist in jeder Hinsicht gut auf das riesige Vorhaben vorbereitet.

 

Aktuell ist die Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg, gemäss einer Medieninfo auf Kurs. Mit der Stilllegungsverfügung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK hat die BKW im Juni 2018 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ein weiterer folgte im März 2019 mit der Konzeptfreigabe für die Etablierung des technischen Nachbetriebs durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI. Damit wurden die Arbeiten für die erste Zeit nach der Abschaltung freigegeben. Diese können somit unmittelbar nach der Einstellung des Leistungsbetriebs beginnen.

 

Die BKW wird die Stilllegung hauptsächlich mit eigenen Mitarbeitenden durchführen und daher auf wertvolles Fachwissen zurückgreifen können. Ausserdem ist die Finanzierung sichergestellt. Die BKW kommt für die Kosten der Stilllegung (rund 950 Millionen Franken) und der Entsorgung der Abfälle (1.3 Milliarden Franken) vollumfänglich auf. Der Rückbau wird noch fünfzehn Jahre dauern. Erst 2030 ist das Gelände frei von radioaktivem Ma­terial. Nach eingehender Prüfung des gesamten Areals hinsichtlich radiologischer Gefahrenquellen geben es die Behörden für eine neue Nutzung frei. Abhängig davon, ob das Areal künftig industriell oder naturnah genutzt wird, werden nicht mehr benötigte Gebäude schliesslich bis 2034 abgebrochen. Übrig bleiben dann am Ende nur knapp zwei Prozent radioaktive Abfälle, die speziell entsorgt, sprich im zentralen Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen ‚zwischengelagert’ werden müssen. Gemessen an der Gesamtmenge sind dies allerdings rund 4000 Tonnen Material - rund 170 Wagenladungen eines 5-Achs-Kippers. Aus den Augen aus dem Sinn?

 

Die Vorgänge respektive Abläufe und weitere anschauliche Infos finden sich unter www.bkw.ch/stilllegung

 

Im Gegensatz zu anderen AKWs, allein in der Schweiz, wurde Mühleberg, abgesehen von Rückständen bis in den Bielersee, klaglos betrieben und war wohl einigermassen sicher. Während seiner Betriebszeit hat das AKW Mühleberg über 120 Milliarden Kilowattstunden produziert, was den heutigen Konsum einer Stadt wie Bern für mehr als hundert Jahre decken würde, schreibt die BKW. Derweil wird das 50-jährige, älteste AKW der Welt, Beznau 1, aus unterschiedlichen Gründen immer und immer wieder ausgeschaltet und bekommt doch stets erneut die Betriebsbewilligung. Jeder Lastwagen wäre in vergleichbar drastisch besserem Zustand längst aus dem Verkehr gezogen worden. Völlig zu recht!

 

»Bundesrat und Parlament ignorieren die Gefahr, die täglich von diesem Uralt-Reaktor ausgeht und gewichten die Interessen der AKW-Betreiber noch immer höher als den Schutz der Bevölkerung.«, sagt nicht nur Nationalrätin Irène Kälin (Quelle: grüne.ch)

Die Frage ist, ob die Schweiz auch bezüglich Beznau 1 ein gesichertes Ende erleben darf und ob die für die Stilllegung benötigten finanziellen Mittel bereitgestellt sind oder ob die Kosten nach den eingestrichenen Gewinnen einfach der öffentlichen Hand angelastet werden. Sozusagen frei nach dem Motto »Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen«.

 

 

Quelle: BKW Medieninformation und Webseite ‚Stillegung‘


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