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Pensionskassen müssen Schluss machen mit falschen Anreizen

DMZ - SOZIALES - Patricia Jungo ¦

 

In der Altersvorsorge soll weniger Geld auf dem Buckel der Versicherten verschwendet werden. So will es der Bundesrat. Pro Jahr verlieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mindestens 300 Millionen Franken durch Provisionen an Versicherungsbroker, welche mit ihrem Vorsorgegeld gezahlt werden.

 

Broker kassieren solche Provisionen dann, wenn sie Arbeitsgeber mit ihren Angestellten an eine Pensionskasse oder Vorsorgestiftung vermitteln. Auf die Frage des SP-Nationalrats Mathias Reynard, wie der Bundesrat dazu stehe, lautete dessen Antwort, solche Provisionen würden nicht im Interesse der Angestellten sein, da dieses Geld dann den Versicherten im Alter fehle. Es werden durch diese Provisionen auch falsche Anreize gesetzt und die Broker empfehlen den Arbeitgebern natürlich die für sie am lukrativsten Pensionskassen. Welche jedoch für eine Firma und die Versicherten die besten wären, kümmert sie weniger.

 

Nun soll vom Bundesrat ein Verbot von derartigen Provisionen überprüft werden. Dieser Entscheid wird laut Urban Hodel, Geschäftsleiter beim PK-Netz der 2. Säule, sehr begrüsst. Er sagt, momentan würden die Interessen der Versicherten durch diese intransparenten Zahlungen nicht genügend wahrgenommen. Das Vorhaben des Bundesrates heisst auch der Pensionskassenverband Asip gut und schlägt vor, Broker für ihren effektiven Aufwand zu entschädigen; dies auf Honorarbasis. Seit vielen Jahren kommt es punkto Provisionen in der 2. Säule immer wieder zu Kritik. Zurzeit steht eine Stellungnahme seitens Versicherungsbroker Siba noch aus.

 

 

Quelle: admin.ch