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Fanatismus bei Fans - viele negative Konsequenzen drohen

DMZ - SPORT - David Aebischer ¦

KOMMENTAR

 

Die Bezeichnung "Fan" ist abgeleitet vom Wort "fanatisch". Das kennen die meisten Menschen. Der Fan im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch Intoleranz gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet. Dies macht es schwer über „sein“ Hauptthema überhaupt eine vernünftige Diskussion führen zu können.

 

Der Fanatiker will auch meistens andere von seinen Ansichten überzeugen

Dieses missionarische Eifern lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt der Fan sein Objekt der Begierde, seinen Club, gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen Argumentation nicht mal mehr zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken vollends abhanden gekommen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche weder erkannt, noch anerkannt. Es liegt auch in der Natur der Sache, dass nicht jeder, der sich besonders für eine Sache interessiert, sich auch als Fanatiker im üblichen Sinn sieht oder fühlt. Die Bezeichnung alleine ist also etwas irreführend. Nicht zuletzt deswegen ist der Fan ein beliebtes Objekt in der wissenschaftlichen Forschung.

 

Ein Fan hat eine soziale Beziehung zu seinem Fanobjekt

Bezeichnenderweise ist das meistens eine Person oder Personengruppe, der er selbst nicht angehört. Ein einfaches Beispiel ist, wie oben bereits gezeichnet, der Fussballfan. Er geht gerne in Stadien, studiert Tabellen und interessiert sich für die Startaufstellung beim nächsten Heimspiel und ist meist auch sehr viel schlauer, als der jeweilige Trainer seiner Mannschaft. Mitspielen kann der Fan aber nicht, das heisst, die Personengruppe ist ihm in einer direkten Beziehung kaum zugänglich, er ist also weitestgehend ausgeschlossen.

 

Vielfach kann beobachtet werden, dass der Fan Abstriche im Job und im Privatleben macht. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fussball schnell zur Sucht werden. Extreme Fans sind wie gesagt die Ausnahme, aber es gibt sie dennoch.

 

Was zunächst wie die lächerliche Übersteigerung eines Hobbys klingt, ist in den Augen des bekannten Pädagogen Fedor Weiser ein ernstzunehmendes Problem, der die Fussballsucht als eine von vielen nicht stofflichen Süchten bezeichnet.

 

Viele negative Konsequenzen drohen

Für die meisten Fans ist ihre Leidenschaft oder ihr Idol nicht Lebensinhalt, sagt wiederum Dr. Mike Schäfer, aber es gäbe auch Fälle, in denen die Liebe zum Fanobjekt so stark ausgeprägt ist, dass viele negative Konsequenzen drohen. Extreme Fans konzentrieren sich vielfach nur noch auf das Fanobjekt. Dabei werden Freunde und Familie vernachlässigt bis sogar Beziehungen zu Bruch gehen können. Dies meistens aus dem Grund, weil das Gegenüber das Fanobjekt kritisiert oder die Leidenschaft nicht teilt. Diese Menschen werden dann ausgeschlossen, der Anfang vom Ende. Im vielen Fällen haben diese Menschen nur noch Fans als Freunde. Wer in seinem Bekanntenkreis also Fans hat, die Schreine bauen für deren Club, keine Zeit mehr haben für andere Beschäftigungen, immer wieder nur von diesem Thema sprechen oder andere Eigenheiten zeigen, sollte versuchen ein ernstes Gespräch zu führen, bevor es zu spät ist und die Beziehung zerbricht. 

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