· 

Zu viel Fernsehen mit zunehmendem Alter negativ !

DMZ - GESUNDHEIT / WISSEN ¦

Patricia Jungo ¦

#mittellaendische ¦

 

Eine britische Langzeitstudie bringt an den Tag, dass ein zu hoher Fernsehkonsum bei über 50-jährigen negative Folgen für das verbale Gedächtnis hat; sie haben mehr Mühe bei der Verarbeitung sprachlicher Informationen. Demnach ist stundenlanges Glotzen nicht nur für Kinder abzuraten. Auch Erwachsene, insbesondere ältere Menschen scheinen damit ihrer Gedächtnisleistung zu schaden. Die Auswirkungen des Fernsehkonsums auf das Gehirn von über 50-jährigen wurden während sechs Jahren von Forschern des University College London untersucht. Daraus schliessen sie nun, dass es bei einem Fernsehkonsum von über 3,5 Stunden täglich zu einem Abbau beim Sprachgedächtnis kommen kann. Von den fast 3600 Probanden, die bei Beginn der Studie mindestens 50 Jahre alt waren, war etwa ein Drittel noch arbeitstätig (voll oder Teilzeit). Die Auswertung zeigte klar einen Unterschied zwischen den Teilnehmern, die täglich mehr als 3,5 Stunden vor dem Fernseher sassen und den anderen, die weniger Zeit davor verbrachten. Wer weniger lange vor dem Fernseher verweilte, hatte ein besseres verbales Gedächtnis. So war auch der Gedächtnisabbau umso grösser, je mehr Zeit die Menschen vor dem Fernseher verbrachten. Teilnehmer mit hohem Konsum konnten sich beispielsweise Wörter deutlich schlechter einprägen. Die Forscher erläuterten weiter, andere Einflussfaktoren wie etwa Gesundheitszustand, Geschlecht, Alter oder Bewegungsmangel seien aus den Ergebnissen herausgerechnet worden. Berücksichtige man diese Faktoren, liessen sich nur 44 bis 55 Prozent der Störung der Gedächtnisleistung erklären. Es müsse aber den Gründen für den beobachteten Abbau des Sprachgedächtnisses durch hohen Fernsehkonsum klar weiter nachgegangen werden. Auch die Frage, ob die Stärke der Auswirkung der konsumierten Inhalte von ihrer Art abhängig sei, ist noch offen. Zusammenhänge zwischen Vielfernsehen und Demenzrisiko sind ebenfalls noch nicht ausreichend erforscht, um Aussagen darüber machen zu können. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0