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Die Mediengestützte "Entertainerin" Helene Fischer sorgt einmal mehr für viel Tralala

Bildquelle: Südkurier
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DMZ - "KULTUR"

KOMMENTAR 

 

Auch in diesem Jahr hat sie nichts ausgelassen. 180 Minuten Friede, Freude, Tralala - heile Welt und Friedhof der Peinlichkeiten. Davon liest man in den Medien allerdings nichts. Wie die einer goldenen Kuh werden Fischers laufenden Darbietungen hochgelobt. Deutschlands Vorzeige-Entertainerin Helene Fischer zündet pünktlich zur Weihnachtszeit ihr traditionelles Gute-Laune-TV-Feuerwerk, dass einem Angst un Bang werden musste.

 

Der Medientrash findet also auch 2019 den Weg in die TV-Wohnstuben: der mittlerweile schon fast traditionelle Jahresendgruss von Deutschlands Dauergrinserin (tut das nicht auch weh?) Helene Fischer.

In der Düsseldorfer Messehalle schwebt die mutige Helene bereits auf einer Schaukel sitzend von der Hallendecke herab. Die kommenden 180 Minuten wird getanzt, gelacht, geliebt und sich gefreut. Und weil das die gute Helene mit ihrem dünnen Stimmchen nicht alles ganz alleine schafft, hat sie sich, wie auch schon in den acht Jahren zuvor, viele kleine und grosse Helfer, Begleiter und Weggefährten ins Boot geholt, die aus dem kunterbunten übelanmutenden Freudentaumel etwas wie eine Show kreieren.

 

Und wieder duelliert sich die Gastgeberin mit einer Könnerin ihres Fachs - und verliert, wie immer.  Ja, im musikalischen Infight mit Freya Ridings zieht Helene definitiv den Kürzeren. Nur dem Publikum scheint dies nie aufzufallen, dass von all den Freudenbarden auf der Bühne ausgerechnet die Helene diejenige ist, die keine Stimme hat. Dafür kann sie lächeln, und das immerzu. Zehn Minuten später sitzt der Stachel der Erkenntnis aber nur noch halb so tief. Der Grund: der Auftritt von "Volks-Rock-'n'-Roller" Andreas Gabalier, dem Lederhosen-Kasperl mit Stadion-Abo zieht die Ohjeohje-Karawane weiter, dass es nur noch so Kotztüten regnet.

 

 

Spätestens als sich Helene Fischer und Roland Kaiser an die Fersen von Lady Gaga und Bradley Cooper heften ("Shallow") schreitet das Elend unaufhaltsam weiter und Andreas Gabalier ruiniert in gekonnter Manier "You Shook Me All Night Long" von AC/DC. Auch zum Papst oder zur Kaiserin hat sich die gute alte Fischer dann noch gekrönt. Welches von beidem war nicht ganz ersichtlich, aber ja auch egal. Hauptsache geschmacklos.

Mit Recht fragt man sich da, wie lange dieser fahle Atem noch reicht, um durch die Nacht zu sausen.


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