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Clubs belasten die Arbeitslosenkasse - Sponsoren und Fans sollten sich umgehend distanzieren

Hakan Yakin (links) wird vom RAV bezahlt. Bildquelle: FC Schaffhausen
Hakan Yakin (links) wird vom RAV bezahlt. Bildquelle: FC Schaffhausen

DMZ - SOZIALES ¦

 

Wie Blick in der heutigen Ausgabe aufdeckt, werden die Steuerzahler von Clubs beschissen und ausgenommen. Auch Schaffhausens Assistenz -Trainer Hakan Yakin (42) sei offiziell für einen Mini-Lohn angestellt. Den Grossteil seines Gehalts bezahlt die Arbeitslosenkasse. Eine Frechheit und Katastrophe gleichermassen. Dass nicht alles sauber läuft im Sport, wissen wir. Aber das ist neu. Stadien, Clubs und Spieler werden letztlich bereits von der Allgemeinheit finanziert und trotzdem scheuen sie sich nicht, sich ehrlos und inakzeptabel zu verhalten.

 

 

 

Blick schreibt: "Es ist ein Trick, der in der Challenge League seit Jahren gang und gäbe ist. Der RAV-Trick! Er ist rechtlich legal und funktioniert so: Ein Klub engagiert einen Spieler, meldet ihn offiziell als Teilzeit-Profi an und bezahlt ihm einen viel kleineren Lohn, als er zuletzt bei einem Super-League-Verein bezogen hat. Dann erfolgt der Gang aufs RAV (Regionales Arbeitsvermittlungs-zentrum) – weil der Spieler durch die Teilzeitarbeit noch immer als teilweise arbeitslos gilt, bezahlt ihm die Arbeitslosenkasse die Differenz zu seinen Bezügen, die durch den vorherigen, oft viel höheren Lohn üppig sind.

Der FCS stellt nun auch seine Assistenz-Trainer auf diese Weise an. So war es bei Ex-Schalke-Star Djordjevic, dessen Vertrag im November nicht verlängert wurde. So ist es bei Hakan Yakin. BLICK liegt der Arbeitsvertrag des ehemaligen Nati-Stars vor. Im Einjahresvertrag, gültig für die laufende Saison als Co-Trainer seines Bruders Murat, steht, dass Hakan nur in einem 70-Prozent-Pensum angestellt ist.

Der vereinbarte Monats-Bruttolohn: 2000 Franken. Ein Mini-Salär für den früheren Spielmacher, der in Basel, Paris, Stuttgart und Katar jahrelang sechs- bis siebenstellig verdiente."

 

Wer bereits einmal arbeitslos war, weiss wie schwer es ist, mit all den geltenden Auflagen, überhaupt angemessen bezahlt zu werden. Da erstaunt es, dass ein Millionärsclub und Millionärsspieler ernsthaft berücksichtigt werden. Aber dass die Schweiz in Belangen Sozialpolitik eine Bananenrepublik ist wissen praktisch alle, nur Ewiggestrige wollen das System noch mehr zurückstützen.

 

Dass ein Spieler, ein Club - ein Verein solche Schweinereien veranstaltet ist inakzeptabel.

In seinem Wohnkanton Zürich würde Yakin gemäss Berechnungen von Blick somit monatlich mindestens 8645 Franken von der Arbeitslosenkasse ausgezahlt.

 

Dass das RAV dies ohneweiteres mitmacht ist ebenso beschämend wie untragbar. Bei "Normalos" werden Kürzungen vorgenommen, Rappen gespaltet, Leistungen nicht voll bezahlt, u.v.m. Kaum ist jemand Prominent, muss dieser nicht einmal mehr Bewerbungen schreiben. Das System hinkt, wie immer, und alle schauen untätig zu. Auf diese Weise wird man weiterhin Kürzungen in der Sozialsystem durchbringen, weil die Ausgaben vermeintlich zu hoch sind. Auf der Strecke bleiben wie immer echte Bedürftige und Bezugsberechtigte.

 

 

Quellen: SDOL ¦ Blick


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