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In der jetzigen Situation an eine SWISS-Rettung zu denken ist untragbar

DMZ - WIRTSCHAFT ¦

 

Wegen der Corona-Krise sind weltweit die Airlines in Not, viele bauen auf Staatshilfe. Auch die Lufthansa-Tochergesellschaft Swiss hofft auf Hilfe vom Staat. Eine Stützung durch Steuergelder der Eidgenossenschaft wird diskutiert. Obwohl die SWISS eine deutsche Firma ist, wird ernsthaft darüber diskutiert - dies in der momentanen Situation - in der alles andere Priorität haben sollte.

 

In der Zeit zwischen dem Swissair-Grounding am 2. Oktober 2001 und dem Start der Swiss am 1. März 2002 wurde die Swissair vom Schweizer Staat mit den notwendigen liquiden Mitteln unterstützt, um den Flugbetrieb aufrechterhalten zu können und die Gründung der Swiss zu ermöglichen. Entwicklung und Einführung der Marke «Swiss» wurden dabei vom Unternehmen von Tyler Brûlé durchgeführt. 

 

Für 2003 wies Swiss einen Verlust von 687 Millionen Schweizer Franken (Vorjahr 980 Millionen) bei einem Umsatz von 4,126 Milliarden (Vorjahr 4,395 Milliarden) Franken aus. Für 2004 hatte Swiss ursprünglich ein ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert, kündigte aber im Juni 2004 einen erneuten Jahresverlust an, der mit hohen Treibstoffkosten begründet wurde.

 

Die Führungsetagen von Swiss und Lufthansa führten währenddessen monatelang geheime Verhandlungen über eine Übernahme. Am 22. März 2005 einigte sich der Lufthansa-Konzern mit den Swiss-Grossaktionären, zu denen insbesondere Credit Suisse, UBS, die Eidgenossenschaft und der Kanton Zürich gehörten. Vereinbart wurden im Ergebnis für einen Kaufpreis von 310 Millionen Euro eine schrittweise Übernahme der Swiss durch den Lufthansa-Konzern, der Fortbestand der Marke Swiss und der Erhalt des Drehkreuzes Zürich neben den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt am Main und München. 

 

Am 18. März 2020 hat Swiss-Chef Thomas Klühr gegenüber dem SonntagsBlick dem Bundesrat indirekt klar gemacht, dass ohne finanzielle Hilfe des Schweizer Staates ein Grounding nicht ausgeschlossen werden könnte. Daraufhin hagelte es viel Kritik, vor allem weil die Schweiz schon beim Swissair-Grounding mehrere Milliarden Franken locker gemacht hat. Die Gegner sagen ebenso, dass die Swiss eine Tochterfirma der Lufthansa Group sei und gar keine "Swissness" mehr besitzt.

 

 

Quellen: Handelsblatt ¦ Swiss ¦ Lufthansa


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