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Sternschnuppen - Geschenk des Himmels

DMZ – NATUR/KULTUR ¦ Patricia Jungo ¦

 

Wer hat nicht schon in einer warmen Augustnacht sehnsüchtig und gebannt zum Himmel geblickt, um ja nicht eine der versprochenen Sternschnuppen und den kurzen Moment des Wünschens zu verpassen. Was im August die Perseiden können, zaubern im April die Lyriden. Dieser Meteorstrom tritt jeden Frühling auf und ist nach dem Sternbild der Leier (lateinisch Lyra) benannt. Auf die Nacht vom 21. zum 22. April dürfen sich also alle Sternschnuppenliebhaber besonders freuen. Da Neumond ist, werden auch schwächere Sternschnuppen ersichtlich sein. Wenn die kleinen Staubteilchen von grösseren Himmelskörpern auf dem Weg zur Erde sind, verglühen sie. Wir nehmen dies als wunderschönes Leuchten wahr.

 

Aberglaube oder doch mehr?

Seit sehr langer Zeit hält sich der traditionelle Glaube, dass Wünsche, die man während des Betrachtens einer Sternschnuppe dem Himmel übergibt, auch in Erfüllung gehen. Da der Anblick der Sternschnuppe nur Bruchteile von Sekunden dauert, muss das Wünschen im Eiltempo vor sich gehen. Handelt es sich dabei um reinen Aberglauben oder ist es mehr? Eine Bedingung zur Wunscherfüllung soll auch sein, dass der Wunsch niemandem verraten werden darf. Der Ursprung des Aberglaubens ist unbekannt. Schon in alten Zeiten sah der Mensch die Verbindung vieler Ereignisse auf der Erde mit den Sternen und allen sichtbaren und hörbaren Himmelserscheinungen. Waren die Götter nicht zufrieden, gab es Gewitter und Donner. Kometen waren Symbole für besondere Ereignisse. Wenn zahlreiche Sternschnuppen den dunklen Himmel mit Leuchten segneten, hatte man keine Zweifel an einer Botschaft der himmlischen Herrscher. Fast immer brachte man Sternschnuppen mit etwas Gutem in Zusammenhang und war sich sicher, dass die Götter einen ganz still bei sich gedachten Wunsch beim Anblick einer Sternschnuppe auch erfüllen würden. Der leuchtende Himmelsstaub auf der Erde galt für viele Menschen auch als klares Zeichen, dass Sternschnuppen nur ein Geschenk der Götter sein konnten. Tatsache ist jedoch, dass es sich als gar nicht einfach gestaltet, im winzigen Augenblick, in dem das Auge die Sternschnuppe verfolgen kann, auch noch innerlich den Wunsch zu formulieren. Meist sind ja diese Wünsche auch bereits bestehend und die Menschen tun alles, um sie rasch in Erfüllung gehen zu lassen, dies möglicherweise auch ohne die Sternschnuppe. Die vielleicht berechtigten Zweifel an diesem uralten Glauben vermögen jedoch den Zauber der Sternschnuppen keinesfalls zu brechen.

 

Sternschnuppen und ihre kulturellen Symboliken

In einigen Kulturen waren Sternschnuppen jedoch auch Anlass zur Besorgnis. Die Christen des mittleren Ostens sahen die Sternschnuppen vor Jahrhunderten als ein Zeichen des Kampfes zwischen den himmlischen Engeln und den teuflischen Dämonen. Später im Mittelalter galten die Sternschnuppen als göttliche Mahnung für die Menschen. Die Mongolen waren überzeugt, dass es sich um Unglücksboten handeln musste, da sie die Seelen von Verstorbenen verkörperten. Andere Kulturen glaubten, böse Geister würden Fackeln durch die Luft tragen, um die Menschen, die in der Dunkelheit noch im Freien waren, in ihre Häuser zu treiben. In der Geschichte gibt es aber vorwiegend positive Deutungen betreffend die Sternschnuppen.

 

Das Licht der Sternschnuppen kann Hoffnung bringen

Auch abgesehen von jeglicher Symbolik sind Sternschnuppen ein grossartiges Naturereignis. Die Magie, die davon ausgeht, überträgt sich auch auf die Menschen. Dieses überwältigende Schauspiel zu betrachten, beschert ein Gefühl von tiefer Freiheit und der Schein eines Sternschnuppen-Schauers schenkt ein wenig Hoffnung. Für einen sanften Flügelschlag der Zeit sind Probleme auf einmal verschwindend klein. Was für ein Geschenk des Himmels für uns alle, dass in der kommenden Woche der Sternschnuppen-Schauer auch für uns leuchten will. Bestimmt sind bei vielen Menschen die Wünsche schon bereit, auch wenn es ganz wenig von den „Regeln“ abweicht. Die Sternschnuppen sollen der Welt einfach viel Licht und Hoffnung bringen..

 

 

Quellen: Patricia Jungo/questico.de


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