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Im Kanton Genf leiden die „Sans-Papiers“ ganz besonders unter der Coronakrise

DMZ – SOZIALES ¦ Patricia Jungo ¦

 

Unter die vielen ernüchternden und traurigen Nachrichten der letzten Wochen mischen sich zurzeit auch Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, die in Genf stundenlang für ein Essenspaket Schlange stehen. Gemäss einer Studie ist nun klar geworden, dass diese Menschen Sans-Papiers sind und keine Krankenversicherung haben.

 

Der Kanton Genf ist nun aufgefordert über Massnahmen gegen die Armut und zum Schutz der Menschen zu befinden. Die Genfer Regierung will mit ihren neuen Massnahmen dem Hunger und der Ausbreitung des Coronavirus den Kampf ansagen. Der Regierungsrat hat eine zusätzliche Million Franken gesprochen, um gegen den Hunger zu kämpfen. Mit diesem Geld werden regelmässig Essenspakete an Bedürftige verteilt. Was den Kampf gegen das Coronavirus betrifft, will der Kanton dafür sorgen, dass alle in Genf lebenden Menschen einen Arzt aufsuchen können, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Die Studie von „Ärzte ohne Grenzen“ und dem Genfer Universitätsspital zeigte auf, dass 60 Prozent der Befragten, welche für Essenssäcke Schlange standen, keine Krankenversicherung haben. Etwa die Hälfte der 500 Befragten gaen im Rahmen der Studie an, keinen legalen Aufenthaltsstatus in Genf zu besitzen. Neun von zehn der befragten Sans-Papiers sagten, sie hätten keine Krankenversicherung. Die Gefahr besteht, dass wegen der fehlenden Krankenversicherung oder der Angst, die Identität preisgeben zu müssen, auf Arztbesuche verzichtet wird, was so auch die Verbreitung des Virus begünstigen könnte.

 

Zudem ist Genf der vom Coronavirus am stärksten betroffene Kanton (im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl) mit mehr als einem positiv getesteten Fall pro Einwohner. Zurzeit steht noch nicht fest, welche zusätzlichen Massnahmen vom Kanton konkret vorgesehen sind. Die SP forderte am Montagabend im Kantonsparlament in einer dringlichen Motion eine entsprechende Informationskampagne. Diese soll den Hinweis darauf geben, dass Unversicherte sich anonym und kostenlos untersuchen lassen können. Ebenso wird verlangt, dass allen Versicherten mit Prämienverbilligung Selbstbehalt und Franchise-Anteil erlassen werden, falls sie sich auf das Coronavirus testen lassen wollen. Über diese Motion wird das Kantonsparlament am Dienstag befinden.

 

 

Quelle: srf news±


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