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Covid-19 - Die Schweiz braucht immer einen Heiligen

Daniel Koch (Bildquelle: SRF)
Daniel Koch (Bildquelle: SRF)

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦

 

Auch in einer Pandemie wurde wie selbstverständlich ein Heiliger gefunden - in der Person von Daniel Koch. Und wie es mit Heiligen nun mal so ist, wird auch bei Fehlern nicht kritisiert und grosszügig darüber hinweggesehen. Bei Wilhelm Tell wurde sogar akzeptiert, dass es diesen Herrn gar nie gegeben hat. Hauptsache, man hat eine Ikone, die man bis ins Unermessliche glorifizieren kann. Bei Daniel Koch hingegen handelt es sich um eine echte Person, wohlgemerkt einer verdienten Persönlichkeit. Dass auch er mehrmals geirrt hat in der aktuellen Krise oder auch falsche (zu jenen Zeitpunkten) Angaben gemacht hat, bleibt unkommentiert. Lieber zeigen ihn die Medien beim Baden oder Coiffeur. Im Zusammenhang mit dem Tragen von Schutzmasken machte er vielleicht sogar "falsche" Aussagen, weil es die „Schweiz“ verpasst hat Reserven zu lagern.

 

Verdiente Persönlichkeit ohne Wenn und Aber!

Daniel Koch studierte an der Universität Bern Medizin und arbeitete einige Jahre als Assistenzarzt. Von 1988 bis 2002 war er für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes tätig, zuerst als medizinischer Koordinator in Krisengebieten, unter anderem während des Bürgerkriegs in Sierra Leone, in Uganda, Südafrika und Peru. Ab 1997 arbeitete er als medizinischer Mitarbeiter am Hauptsitz des IKRK in Genf, wo er für die medizinischen Programme in Afrika zuständig war. 1996/97 ergänzte Koch seine Ausbildung mit einem Nachdiplomstudium an der Johns Hopkins Universität in Baltimore USA, das er mit einem Master in Öffentlicher Gesundheit (MPH) abschloss. Seit 2002 war er für das BAG in unterschiedlichen Ressorts tätig. Er war Mitglied der Taskforce gegen die SARS-Pandemie 2002/2003 und die Vogelgrippe H5N1. Bis 2006 leitete er die Sektion «Impfungen». Von 2006 bis 2008 leitete er die Sektion «Pandemievorbereitung».

Schweizweite Bekanntheit erlangte Daniel Koch im Frühjahr 2020 während der weltweiten COVID-19-Pandemie durch seine mediale Präsenz in den Schweizer Medien als Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim BAG. Nun in seiner Pension, wird er regelrecht als Nationalheld gefeiert. Uns liegt nichts daran jemanden zu verunglimpfen, aber als Medienschaffende sind wir auch hier den Fakten verpflichtet. Es muss erlaubt sein auch Fehler solcher Ikonen zu erwähnen.

 

„Diese Pandemie war angekündigt“

Dies bemerkte unter anderem und vor allem auch Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt mit seinem, weltweit wohl meistgelesenen Manuskript zu der Corona-Pandemie „COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen“.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt stellt in seinem Manuskript fest und beweist gleichzeitig, dass diese Pandemie angekündigt war und dass die „Schweiz“ nicht einmal minimal auf diese vorbereitet war, sowie keine Vorkehrungen getroffen hat, als COVID-19 in China ausgebrochen ist. Er zeigt die vielen Pannen der „Schweiz“, des BAG und Daniel Koch & seinen Mannen (denn Frauen hatten keinen Zugang) klar und übersichtlich auf. Insbesondere der Punkt der Masken lässt heute erneut aufhorchen. Dass nach wie vor keine Kritik laut wird in den Medien, ist wohl dem obenstehenden Umstand geschuldet, dass Ikonen und Heilige nicht kritisiert werden. Anders ist es wohl kaum zu erklären, nicht nach der nun doch eindeutigen Situation. Dazu später.

 

„Hat man wissen können, dass eine COVID-19-Pandemie über die Welt ziehen wird?

JA, SIE WAR ANGEKÜNDIGT UND DIE DATEN LAGEN BIS MÄRZ 2019 VOR.“ (Originalauszug aus dem Manuskript „COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen“)

 

„Im Prinzip waren das 8 KONKRETE, DEUTLICHE WARNUNGEN INNERHALB VON 17 JAHREN, dass so etwas kommen wird. UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH! Im Dezember 2019, 9 Monate nach Peng Zhou's Warnung. Und die Chinesen informieren die WHO, nachdem sie 27 Patienten mit atypischer Pneumonie ohne Todesfall gesehen haben. Noch am 31. Dezember beginnt die Reaktionskette von Taiwan, die aus insgesamt 124 Massnahmen bestand – alles bis zum 03. März 2020 publiziert. Und nein, es wurde nicht auf Taiwanesisch-Chinesisch in einer asiatischen medizinischen Zeitschrift publiziert, sondern unter Mitarbeit der University of California im „Journal of American Medical Association“.

 

Das Einzige was man tun musste: ab dem 31. Dezember 2019 „bat + coronavirus“ in «PubMed», der U.S. National Library of Medicine, eingeben und alle Daten lagen vor. Und man musste nur die Publikationen bis Ende Februar 2020 verfolgen, um zu wissen, 1) was auf uns zukommt und 2) was zu tun ist.

 

Uzbekistan hat im Dezember ihre 82 Studenten aus Wuhan zurückbeordert und alle in Quarantäne gesteckt. Am 10. März habe ich von Uzbekistan aus, weil ich nach meiner Meinung gefragt worden war, die Schweiz gewarnt: Parlamentarier, Bundesrat, BAG, Medien. 

Und was hat die Schweiz seit der Meldung Chinas an die WHO am 31. Dezember 2019 gemacht? Unsere Landesregierung, unser BAG, unsere Experten, unsere Pandemiekommission? Es sieht so aus, dass sie nichts mitbekommen haben. Natürlich, die Situation ist heikel. Sollte man die Bevölkerung informieren? Panik säen? Wie vorgehen? Was man wenigstens hätte tun können: die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten der chinesischen und amerikanisch-chinesischen Wissenschaftler studieren, die in den besten amerikanischen und englischen medizinischen Zeitschriften publiziert worden sind.

 

Man hätte wenigstens – und das wäre ohne Information an die Bevölkerung, ohne Panik zu säen, machbar gewesen – das notwendige medizinische Material auffüllen können. Dass die Schweiz mit ihrem 85-Milliarden-schweren Gesundheitswesen, in welchem eine durchschnittliche 4-köpfige Mittelstandsfamilie die Krankenkassen-Prämien nicht mehr bezahlen kann, nach 14 Tagen lauem Gegenwind an der Wand steht, über zu wenig Masken, zu wenig Desinfektionsmittel und zu wenig medizinischem Material verfügt, ist eine Schande. Was hat die Pandemie-Kommission gemacht? Wenn das keine PUK braucht. Aber keine, die nur mit Politkern besetzt ist.

 

Und so hat sich das behördliche Versagen bis heute fortgesetzt. Keine der von Singapur, Taiwan, Hongkong oder China erfolgreich eingesetzten Massnahmen wurden angewendet. Keine Grenzschliessung, keine Grenzkontrollen, jeder konnte und kann immer noch problemlos in die Schweiz immigrieren, ohne überhaupt kontrolliert zu werden (habe ich am 15. März selber so erfahren).

Es waren die Österreicher, welche die Grenze zur CH geschlossen haben und es war die italienische Regierung, welche Ende März endlich die SBB gestoppt hat und so weiter und so fort. Und noch heute gibt es keine Quarantäne für Personen, die in die Schweiz einreisen. 

Wurde die Forschungsgruppe von Antonio Lanzavecchia in Bellinzona konsultiert? Antonio Lanzavecchia, der an den oben erwähnten Forschungsarbeiten zu den synthetisch hergestellten Corona-Viren als Co-Autor beteiligt war? Wie kann es sein, dass Hr. Lanzavecchia am 20. März in einem kleinen Tessiner TV-Sender sagt, dass dieses Virus extrem ansteckend und extrem resistent sei – das BAG am 22. März, 2 Tage später also, von einem «Silberstreifen am Horizont» schreibt?

Wie kann es sein, dass eine gemischt amerikanische-chinesische Autorenschaft am 06. März im «Science» publiziert, dass nur eine kombinierte Grenzschliessung und eine lokale Ausgangssperre effektiv sind, dann aber die Verbreitung des Virus um 90% einzudämmen vermögen – das BAG und Bundesrat aber mitteilen, dass Grenzschliessungen nichts bringen, «weil sich die meisten sowieso zu Hause anstecken» würden.

 

Das Maskentragen wurde für nicht notwendig befunden – aber nicht, weil dessen Effektivität nicht bewiesen wäre. Nein, weil man schlicht nicht genügend Masken zur Verfügung stellen konnte. Man müsste lachen, wenn es nicht so tragisch wäre: Statt die eigenen Versäumnisse einzugestehen und sie immediat zu korrigieren, hat man lieber den Deutschen Botschafter einbestellt. Was hat man ihm gesagt? Dass das 85-Milliarden-schwere Schweizer Gesundheitswesen keine Masken hat, um seine Bürger, Pflegende und Ärzte zu schützen?

 

Die Serie von peinlichen Pannen lässt erweitern: Hände-Desinfektion! Empfohlen, da wirksam und schon zu Zeiten der Spanischen Grippe empfohlen. Haben wir von unseren Entscheidungsträgern je gehört, welche Desinfektionsmittel denn wirksam sind und welche nicht? Haben wir nicht; obwohl am 06. Februar 2020 ein Summary von 22 Arbeiten im «Journal of Hospital Infection» publiziert worden ist, welches schon damals berichtete, dass Corona-Viren bis zu 9 Tage auf Metall, Plastik und Glas überleben können und welche drei Desinfektionsmittel das Virus innert 1(!) Minute killen und welche nicht. Natürlich konnte man das richtige Desinfektionsmittel nicht konkret empfehlen: Der Bürger hätte dann gemerkt, dass gar nicht genug davon vorhanden ist, weil das Pandemie-Lager, welches Ethanol (62%iges bis 71%iges Ethanol killt Corona-Viren innerhalb einer Minute) bereithalten sollte, 2018 aufgelöst worden war.

 

Als die Schwierigkeiten der Pandemie auch für das BAG offensichtlich wurden, liess man verlauten, dass Patienten, welche auf die Intensivstation müssten, sowieso schlechte Chancen hätten. Dies im klaren Widerspruch zu 4 bis dahin publizierten wissenschaftlichen Arbeiten, welche übereinstimmend berichten, dass 38% bis 95% aller Patienten, die auf die Intensivstation mussten, nach Hause entlassen werden konnten.

 

Ich will hier keine weiteren Punkte erwähnen. Klar sind zwei Dinge: Die Pandemie wurde seit 2003 mindestens 8x angekündigt. Und nachdem ihr Ausbruch am 31. Dezember 2019 der WHO gemeldet worden war, hätte man 2 Monate Zeit gehabt, die richtigen Daten zu studieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Taiwan zum Beispiel, dessen 124 Massnahmen früh publiziert worden sind, hat am wenigsten Infizierte und Todesfälle und hat keinen «Lock-down» der Wirtschaft durchführen müssen.

Die Massnahmen der asiatischen Länder wurden aus politischen und diffusen Gründen als für uns nicht machbar qualifiziert. Einer davon: das Tracking Infizierter. Angeblich unmöglich und das in einer Gesellschaft, die ihre privaten Daten ohne Probleme an iCloud’s und Facebook auslagert. Tracking? Wenn ich jeweils in Tashkent, Peking oder Yangon aus dem Flugzeug steige, dauert es 10 Sekunden und Swisscom heisst mich im jeweiligen Land willkommen. Tracking? Nein, gibt es bei uns nicht.

 

Hätte man sich besser orientiert, hätte man gesehen, dass gewisse Länder ohne rigide Massnahmen ausgekommen sind. In der Schweiz hat man allenfalls semi-rigide oder gar keine Massnahmen ergriffen, sondern hat die Bevölkerung im eigentlichen Sinne durchseuchen lassen. Rigidere Massnahmen wurden zu spät ergriffen. Hätte man reagiert, hätte man vielleicht keine solchen Massnahmen ergreifen müssen – und könnte sich die aktuellen Diskussionen um einen «Ausstieg» ersparen. Von den ökonomischen Folgen will ich gar nicht reden.“

 

Nun die 180 Grad Wende der WHO und des BAG - Empfehlung zum Tragen von Schutzmasken

Die Weltgesundheitsorganisation ändert ihre Haltung zum Tragen von Schutzmasken erst am 6.6.2020 - „zufälligerweise“ zu dem Zeitpunkt, indem klar ist, dass nun genügend und in Überfluss Masken vorhanden sind. Denn diese Masken haben an allen Enden und Ecken gefehlt in der Anfangsphase der Pandemie bis heute. Es wurde massiv „nachgerüstet“ und manschwimmt nun regelrecht in den Masken. Und ab jetzt wird nun also empfohlen Masken zu tragen und die Wirksamkeit wird als gegeben betrachtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ändert also überraschend die Richtlinien, unkommentiert, ohne Klärung und Entschuldigung. Man muss es einfach hinnehmen, dass einem monatelang erklärt wird, dass Masken nichts bringen und ab jetzt doch elementar sind. Auch das BAG zieht „stumm“ mit und sieht es nicht als notwendig, sich hier zu erklären und zu entschuldigen. Welcher Schaden durch all diese Fehler entstanden ist, werden wir kaum je im Detail erfahren. Allerdings weiss man nun mit Gewissheit, dass ein Schaden entstanden ist an Mensch und Leben.

 

„Überall dort , wo es zu Übertragungen in der Öffentlichkeit kommen kann, raten wir Menschen über 60 Jahren oder Menschen mit Vorerkrankungen zudem, eine medizinische Maske zu tragen“, erläutert WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus.

 

Im öffentlichen Nahverkehr, Geschäften sowie weiteren geschlossenen, stark besuchten Orten rät die Organisation ohnehin dazu, einen Mundschutz überzuziehen. Mittlerweile erscheinen ihr einfache Masken, die häufig selbst genäht sind, aber nicht mehr für jeden sicher genug. Angehörige von Risikogruppen sollten sich mit tatsächlichem Atemschutz absichern. Die Masken sollten mindestens dreilagig sein, die Lagen aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

 

„Das ist für jedes Land die beste Verteidigung gegen Covid-19“, verspricht der WHO-Chef!

Erstaunlich wie nun das Gegenteil gepredigt wird. Hauptsache, der Mensch weiss spätestens jetzt verlässlich und endgültig auch aus BAG und WHO Kreisen bestätigt, dass die Masken ein Schutz darstellen. Welche Konsequenzen die Prediger für ihre Fehler zu tragen haben, falls überhaupt, ist nicht an uns zu entscheiden oder zu fordern.

 

Massive Kritik an WHO

Inmitten der globalen Gesundheitskrise, die durch das Corona-Virus verschärft wurde, sieht sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), massiven Vorwürfen des Fehlverhaltens und der Parteilichkeit ausgesetzt. Verbunden mit der offen ausgesprochenen Drohung des Mittelentzugs.

Doch für den Grossteil der Experten steht fest, dass gerade jetzt Solidarität, Multilateralismus und eine wissenschaftlich fundierte Gesundheitspolitik auf globaler Ebene wichtig ist. Deshalb sei es der richtige Moment, sich hinter die WHO zu stellen. 

 

 

 

Quellen: 


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Kommentare: 1
  • #1

    Anonym Leider (Dienstag, 09 Juni 2020 21:44)

    Da ich selber auch im BAG arbeite, muss ich mich bedeckt halten. Der Artikel trifft es (leider) sehr gut. Wir wussten beim BAG schon lange Bescheid. Leider wurden alle Warnungen ignoriert. Verantwortung dafür mussten nur die Toten übernehmen.