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Literatur Festival "Die Rahmenhandlung - Interview mit Christine Schwitter von Judith Barbara Shoukier

Christine Schwitter-Müller (copyright Christine Schwitter-Müller )
Christine Schwitter-Müller (copyright Christine Schwitter-Müller )

DMZ – KULTUR - Rahmenhandlung ¦

 

Ein wundervolles Projekt von Alon Renner, seines Zeichens Musik-Manager.

Er lädt in sein Haus ein für eine Lesung der ganz besonderen Art. Ein Literatur Festival mit 16 Lesenden, namhaften Autorinnen und Autoren und spannende Menschen die lesen. In den Schlafzimmern, in der Bibliothek und in der Wohnstube. Vom 27.08 – 30.08.20 findet das Festival "DIE RAHMENHANDLUNG

- AUSGEWÄHLTE HAUSGESCHICHTEN" in Zürich Wiedikon statt.

Wir publizieren eine spannende Interview-Serie - Wir haben die 16 Lesenden gebeten sich gegenseitig zu interviewen.

 

Interview mit Christine Schwitter

14.08.2020 per Skype

Judith Barbara Shoukier

 

Christine Schwitter-Müller und ich sind lesende Autorinnen am Literatur Festival «Die Rahmenhandlung» vom 27.-30.08.2020 von Alon Renner in Zürich. Wir haben uns noch nie gesehen. Umso neugieriger bin ich, wer sie ist, diese Bernerin mit einem Flair für Reden und Schreiben.

 

Christine Schwitter-Müller, wer bist Du?

Nun, ich bin Christine Schwitter-Müller, 41 Jahre alt. Ich wohne in Ostermundigen mit Mann und «Büssi» und einem grossen Garten. Ursprünglich bin ich Drogistin, ich habe aber in meinem Berufsleben schon Vieles ausprobiert. Nach einer beruflichen Phase in einem Hotel folgte ein Abstecher in ein Reisebüro, anschliessend arbeitete ich lange beim Bundesamt für Gesundheit BAG und wirke inzwischen seit einem knappen Jahr im Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA als Assistentin. Daneben reise ich gern, lese viel, rede oft und mag das Schreiben sehr. Das bin ich.

 

Was schreibst Du?

Ich schreibe ein Reiseblog. Darin berichte ich über Reisen, die ich oft gemeinsam mit meinem Mann unternehme, ab und zu aber auch mal im Alleingang oder mit Freunden. Dadurch, dass ich sehr authentisch berichte, hat es einen Tagebuchcharakter. Ich zeige individuelle Einblicke auf das, was ich beim Reisen erlebe, auf die Erkenntnisse, die sich mir auftun. Es ist in diesem Sinne kein klassisches literarisches Werk, sondern ein persönlicher Beitrag für ein breiteres Publikum, mit Freude aufbereitet.

 

Schreiben gehört seit Kindertagen zu mir. Es war immer schon einfach da. Gedichte und Kurz- bis Kürzestgeschichten fallen mir zu, sie «passieren» sozusagen einfach, und dann formuliere ich sie aus. Tagebücher faszinieren mich ebenso, also schreibe ich auch welche. Irgendwann habe ich gemeinsam mit zwei Freundinnen eine Ausstellung organisiert. Mein Beitrag bestand aus solch zugefallenen Kurzgeschichten, die ich extra dafür verfasst hatte. Eine meiner Freundinnen hat ihre Malerei beigesteuert und die dritte im Bund ihre Fotografien. Das war bisher mein grösster öffentlicher Auftritt als Schreiberin. Danach kommt gleich das Literatur Festival «Die Rahmenhandlung». Ein steiler Sprung.

 

Seit einiger Zeit leben wir ja in einer Art «Corona-Welt», die wir alle so noch nicht erfahren haben. Wie erlebst Du diese Zeit? Was macht das mit Dir?

Für mich persönlich verläuft diese Zeit tatsächlich sehr positiv. Als Assistentin hörte man bisher immer, Homeoffice sei nicht machbar, weil man nur direkt vor Ort kleinere Feuer löschen kann und all diese Aufgaben aus Distanz überhaupt nicht zu erfüllen sind. Nun hat die Corona-Zeit aber gezeigt, dass Homeoffice auch für eine Assistentin wunderbar machbar ist. Mir hat diese Erfahrung wirklich sehr gutgetan, das muss ich schon sagen. Ich war insgesamt deutlich entspannter, ruhiger, und ich befinde mich natürlich in der privilegierten Lage, dass meine Arbeitsstelle relativ sicher ist. Ich musste keine Angst um meinen Job haben oder um meine Zukunft. Weil mein Arbeitsweg entfallen ist, habe ich zudem viel Zeit gespart. Das Homeoffice ermöglichte es mir, kreativere Pausen zu machen als sonst. So konnte ich mich die ganze Zeit über sehr gut selber beschäftigen. So gesehen habe ich diese Zeit auf eine bestimmte Art fast ein wenig genossen.

 

Inzwischen arbeite ich in einer Art Mischform: ein Teil im Homeoffice, ein Teil zu Hause. Es ist schön, meine Arbeitskollegen und -kolleginnen wieder zu sehen. Wir haben erreicht, dass wir auch in Zukunft einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten dürfen. Das gefällt mir wirklich gut, denn beide Arbeitsorte haben ihre Vor- und Nachteile. Und so habe ich die Corona-Zeit alles in allem mehrheitlich positiv erlebt.

 

Mit Blick auf das Literatur Festival interessiert mich natürlich, wie Du zu Deiner Rahmenhandlung gekommen bist.

Alon Renner kenne ich bisher noch nicht. Der Kontakt kam über meine Schwester, Barbara Schwitter, zustande. Sie ist Mitinhaberin der Künstleragentur «Moonstrucks Artist Services GmbH» und arbeitet unter anderem für bekannte Schweizer Grössen wie «Züri West» und «DJ Zsuzsu». Sie ist auf mich zugekommen, denn in unserer Familie bin ich der Schreiberling. Und so kommt es, dass wir den Beitrag als Schwestern schreiben und auch die Lesung gemeinsam halten werden. Wir sind beide sehr gut im Reden, auch im viel Reden, immer schon, das ist typisch für unsere kreative, wortreiche und wortgewandte Familie, aber niederschreiben ist von jeher meine Aufgabe. So ergänzen wir uns und so kam unser Beitrag für das Literatur Festival «Die Rahmenhandlung» zustande.

 

Was werden wir von Euch beiden an der Lesung hören können?

Meine Schwester und ich haben naturgemäss eine sehr lange gemeinsame Geschichte. Das passt zur thematischen Ausrichtung des Literatur Festivals «ausgewählte Hausgeschichten». Es lag daher nahe, einen Dialog unter Schwestern zu verfassen. Es wird um Anekdoten unseres bisherigen gemeinsamen Lebens als Schwestern gehen. Wie wir aufwuchsen, uns stritten, versöhnten, zusammen die Welt entdeckten und zu den Persönlichkeiten wurden, die wir heute sind. Eine anregende und spannende Reise.

 

Wer ist rund um Euren Auftritt auch noch zu hören?

Ausser Dir, die ich jetzt gerade kennen gelernt habe, ist niemand dabei, dem ich persönlich schon begegnet bin. Simone Meier interessiert mich, denn ihre Texte kenne ich teilweise von «Watson», für die sie schreibt. Ich bin gespannt auf all die unterschiedlichen neuen Bekanntschaften und freue mich natürlich speziell darauf, in diesem unbekannten Rahmen meine Schwester wieder einmal zu sehen.

 

Für mich ist dieser Anlass ein kreatives Abenteuer, und ich werde mich gern überraschen lassen, was dabei auf uns zukommt.

 

Zum Interview mit Judith Barbara Shoukier von Christine Schwitter-Müller


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