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Literatur Festival "Die Rahmenhandlung - Interview mit Romana Ganzoni von Barbara Schwitter

Romana Ganzoni (Foto: Anna Positanoll)
Romana Ganzoni (Foto: Anna Positanoll)

DMZ – KULTUR - Rahmenhandlung ¦

 

Ein wundervolles Projekt von Alon Renner, seines Zeichens Musik-Manager.

Er lädt in sein Haus ein für eine Lesung der ganz besonderen Art. Ein Literatur Festival mit 16 Lesenden, namhaften Autorinnen und Autoren und spannende Menschen die lesen. In den Schlafzimmern, in der Bibliothek und in der Wohnstube. Vom 27.08 – 30.08.20 findet das Festival "DIE RAHMENHANDLUNG

- AUSGEWÄHLTE HAUSGESCHICHTEN" in Zürich Wiedikon statt.

Wir publizieren eine spannende Interview-Serie - Wir haben die 16 Lesenden gebeten sich gegenseitig zu interviewen.

 

Interview mit Romana Ganzoni

Von Barbara Schwitter

 

Romana Ganzoni ist Autorin, Ehefrau, Mutter, Katzen- und Hundebesitzerin, weltgewandte Engadinerin und unkonventionelle und kritische Beobachterin. Sie ist gesegnet mit einem fröhlichen Gemüt, lösungsorientiert, kommunikativ, zeitweilen in sich gekehrt und handkehrum extrovertiert.

Romana Ganzoni wird am Literaturfestival „Die Rahmenhandlung“ vorlesen und ist der Verfasserin dieses Interviews zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nur von Wikipedia, Facebook und als Stimme vom Telefon bekannt.

 

Liebe Romana - Du hast im Oktober 2019 dein neustes Buch “Tod in Genua” herausgebracht. Es handelt von einem Paar, das zu einer Beerdigung nach Genua fährt. Ein ganzes Buch, 178 Seiten, und der Inhalt bezieht sich auf einen einzigen Tag, den 5. September 2018. Ist das (zeitlich gesehen) nicht ein sehr enges Korsett, in welches Du Dich da eingeschnürt hast?

Das übergeordnete Thema des Buches ist das Ewige im Vergänglichen, das Ephemere, also das Flüchtige, das bleibt. Ephemer heisst im Griechischen „an einem Tag“. Deshalb lasse ich Nina, eine Opernsängerin aus Zürich, in Genua eine barocke Geschichte erzählen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ein Tag, stellvertretend für Anfang und Ende, für ein ganzes Leben. Das Motto, das dem Text vorangestellt ist, intoniert diesen Sound. Er stammt vom grossen Genueser Cantautore Fabrizio de André und lautet: E come tutte le più belle cose, vivesti solo un giorno, come le rose. Wie alle schönsten Dinge, lebtest auch du nur einen Tag, wie die Rosen.

 

„Tod in Genua“ ist im Oktober letzten Jahres erschienen. Ich vermute, dass du dieses Jahr viele Termine für Lesungen gehabt hättest. Wegen Corona musstest Du wohl auch viele Termine verschieben und absagen. Wie ging’s Dir dabei und was hat der Lockdown mit Dir gemacht?

Ein Dutzend Lesungen wurden verschoben oder gestrichen, zwei Institutionen konnten nicht bezahlen. Das war frustrierend. Die Existenzprobleme von Kollegen und Kolleginnen haben mir zu schaffen gemacht. Die Isolation der Alten. Dass die Schulen geschlossen wurden. Homeschooling kann niemals realen Unterricht ersetzen. Wie Polizisten und Polizistinnen aus dem Boden schossen, wow! Das Verhalten vieler Menschen. Ihre Aggressivität nach anfänglicher Solidarität. Interessant. Erschreckend. Wollte ich das so genau wissen? Nein, danke. Für meine Arbeit war das alles schlecht. Die Qualität meiner Ideen liess nach, gleichzeitig hatte ich mehr zu tun. Ich war deprimiert. Bin es noch immer. Aber ich lache mehr als im April oder im Mai. Der Sommer hilft, das Schwimmen im See, die Menschen, wenn sie selbstvergessen ein Glacé schlecken.

 

Was nimmst Du Positives aus der Zeit mit? Gibt’s allenfalls sogar etwas, dass Du vermissen wirst?

Es gibt nichts Positives für mich. Ich werde diese Scheiss-Zeit bestimmt nicht vermissen.

 

Wie bist du zum Literaturfestival „Die Rahmenhandlung“, welche vom 27. bis 30. August in Zürich stattfindet, gekommen?

Meine liebe Freundin, die wundervolle Autorin Seraina Kobler, hat mich empfohlen.

 

Kannst Du die Geschichte, die Du lesen wirst, in einem Satz umschreiben?

Ich werde mehrere grauenhafte Geschichten lesen. Eine schlimmer als die andere. Und etwas zum Lachen, als Entschuldigung.

 

Worauf freust Du Dich besonders?

Auf Dich.

 

Ich danke Dir ganz herzlich für die Zeit, die Du mir für das Führen dieses Interviews zur Verfügung gestellt hast und freue mich nun noch mehr auf unsere Erstbegegnung anlässlich des Startschusses am Literaturfestival „Die Rahmenhandlung“!!

 

 

Zum Interview mit Barbara Schwitter von Romana Ganzoni


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