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Wieso Katzen so oft weglaufen

DMZ - TIERWELT ¦ 

 

Manch einen erstaunt oder nervt es sogar, dass im Internet und somit in den Sozialen Medien laufend weggelaufene Katzen gepostet werden. Es scheint, als gäbe es nichts Dringlicheres, als die Auseinander-setzung mit dem Thema: Meine Katze ist weg.

Haben die Halterinnen und Halter ihre Haustiere nicht im Griff?

 

In der Schweiz verschwinden laut der Datenbank ANIS jährlich rund 7000 Katzen. Dank Glück, Chip und aufmerksamen Menschen kehren einige von ihnen heil nach Hause zurück. Warum aber laufen Katzen überhaupt weg?

 

Katzen legen z.B. unglaubliche Strecken zurück, um wieder in ihr altes gewohntes Zuhause zurückzukehren, sollte man umgezogen sein. Häufige Gründe für das Weglaufen nach einem Umzug sind, dass die Katze am neuen Ort zu wenig lange drin behalten oder zu wenig sorgfältig an die neue Umgebung gewöhnt wird. Katzen müssen sich im Quartier zuerst zurechtfinden und Plätze kennen, wo sie sich verstecken können. Sonst rennen sie bei der erstbesten Gefahr panisch davon und finden dann vielleicht nicht mehr nach Hause.

Auch die Hormone sind immer wieder daran schuld, dass Katzen – in diesem Fall insbesondere Kater – weglaufen. Kleine Kater sollten deshalb bereits zeitig kastriert werden.

 

Beängstigende Hunde in der Nachbarschaft, ein neuer menschlicher oder tierischer Mitbewohner, zu wenig Aufmerksamkeit, Revierprobleme oder Lärm (etwa durch einen Umbau) sind weitere Gründe, dass eine Katze das Weite sucht – und nicht mehr heimkommt. So unterschiedlich die Ursachen auch sind, der Effekt ist derselbe: Untröstliche Besitzer, die sich den Kopf darüber zerbrechen, wo sich ihr Liebling wohl gerade aufhält. 

 

Abwandern

Katzen können auch abwandern. Dies kann geschehen, wenn das aktuelle Zuhause ihnen offenbar nicht (mehr) entspricht. Es geschieht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern zeichnet sich über Wochen und Monate ab. Als Erstes stellt sich also die Frage, wann die Bindung ans Heim und an den Menschen sich verschlechterte. Hat sich z. B. etwas im Zuhause verändert, womit sich die Katze schwertut? Die sensiblen Tiere reagieren oft empfindlich auf neue Lebenssituationen und versuchen naturgemäss, sich Dingen zu entziehen, die ihnen nicht passen.

 

Dazu gehören: ein neuer Partner des Menschen, der Katzen nicht mag oder durch den sich das Tier zurückgesetzt fühlt; ein Baby, das durch sein Schreien und die geforderte Aufmerksamkeit die lärmempfindliche Katze vergrault und ihre Eifersucht weckt; ein plötzlich zum Haushalt gehörender Hund (wenn die Katze als Jungtier in der Prägephase nicht auf Hunde sozialisiert wurde und deshalb Angst vor ihm hat) oder eine neu dazukommende Katze, mit der sie sich nicht versteht. Das sind sehr oft klare Auslöser, die das Abwandern für eine Katze zum Thema machen.

 

Schwieriger wird es, wenn das eigene Daheim dem Tier nicht (mehr) gefällt, weil die Bindung zum Menschen nicht stark genug ist. Oft handelt es sich dabei um Katzen, die in der Prägephase zu wenig Kontakt mit Menschen hatten oder mit ihnen früh schlechte Erfahrungen machten. Solche Tiere sind deshalb häufig auch nach Jahren nicht anhänglich, lassen sich ungern streicheln, suchen kaum Kontakt und kommen vor allem wegen des Futters nach Hause. Manchmal investiert aber auch der Mensch selbst nicht genug in die Beziehung zu seiner Freilaufkatze, weil er der Meinung ist, dass sie sich ja selbst beschäftigen könne.

 

Wenn die Katze nicht nach Hause findet

Trotz des guten Orientierungssinns finden Katzen leider nicht immer den Weg zurück nach Hause. Es besteht immer die Gefahr, dass eine Katze während ihres Streifzuges verletzt oder versehentlich irgendwo eingesperrt wird.

Ausgebüxte Stubenkatzen haben es besonders schwer, da sie nicht mal die Umgebung direkt am Haus kennen und die ungewohnte Situation ihnen Stress bereitet.

 

Sollte die Katze verschwunden sein, ist es immer wichtig, erstmal Ruhe zu bewahren! Bevor man die Umgebung draussen auf den Kopf stellt, beginnt man erstmal damit das Haus innen abzusuchen. Selbst in Räumen die man bereits abgesucht hatte gibt es meistens immer noch ein Versteck, in die eine Katze hineingekrochen sein könnte. Sie finden in den winzigsten Löchern Platz und stehlen sich unbemerkt an einem vorbei. Beliebt sind oft Verstecke unter Möbeln, in Schränken oder sogar hinter dem Schrank einer Einbauküche! 

 

Ist die Katze dort nicht zu finden, kann die Suche auf den Aussenbereich ausgedehnen:

  • die Umgebung im Umkreis von maximal 500 Metern absuchen (meist laufen Katzen nicht sofort weit weg)
  • Garagen und Gartenhütten kontrollieren (auch die der Nachbarn), denn nicht selten werden Katzen versehentlich eingesperrt
  • Bäume absuchen; viele Katzen klettern in Panik hinauf, kommen aber nicht von alleine wieder herunter
  • mit der Futterschaleklappern, rufen sie ihre Katze und machen sie vertraute Geräusche, die die Katze wiedererkennt
  • auch nachts suchen, wenn mehr Ruhe herrscht und ihre Rufe besser zu hören sind
  • verängstigte Katzen miauen oft nicht um auf sich aufmerksam zu machen, sondern sitzen still in ihrem Versteck; daher auch sehr kleine Schlupflöcher absuchen
  • ist die Katze kurz nach einem Umzug entlaufen, hilft es, zum alten Wohnsitz zu fahren und dort die Gegend abzusuchen, wenn dieser weniger als 5 km entfernt liegt (viele Katzen zieht es in ihr altes Revier, wenn sie das neue Zuhause noch nicht akzeptiert haben)
  • in den umliegenden Tierheimen nachfragen, ob ihre Katze dort abgegeben wurde; auch beim örtlichen Tierarzt werden hin und wieder entlaufene Tiere kurzzeitig aufgenommen
  • bleibt die eigene Suche erfolglos, kann das Aufhängen von Suchzetteln (Steckbriefe) helfen und Posts im Internet. Hierbei gilt die wichtige Regel, dass wenn die Katze gefunden ist, den Post wieder zu löschen, da sich dieser sonst noch x Jahre im Internet verbreitet.

 

Quellen: tierwelt ¦ smtz.ch

 


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