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Das Corona Tagebuch von Dr. med. Eugen Häni

Dr. med. Eugen Häni
Dr. med. Eugen Häni

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ Dr. Eugen Häni ¦

GASTKOMMENTAR

 

Eugen Häni, geboren 7.6.1949, aufgewachsen in Basel. Verheiratet ist seit 33 Jahren in Biel/Bienne als Hausarzt tätig. In Tagebuchform lässt er uns an seinen Gedanken teilhaben...

 

„Ich schreibe, weil ich wichtige Erfahrungen gerne mit anderen teile."

 

11.10.20

Heute ist Sonntag, also gibt es heute keine Zahlen über die positiven Corona Tests in der Schweiz. Seit 2 Wochen wird darauf verzichtet, am Wochenende Zahlen bekannt zu geben, da dann weniger getestet wird und die Zahlen deswegen immer tief waren. Das sei für den Überblick schädlich. Jetzt kommen morgen die Zahlen von 3 Tagen und es wird eine Horrorzahl geben. Das soll dann übersichtlicher sein.

 

12.10.20

Sie kam, die Horrorzahl. Mehr als 4000 neue Covid-19 positive Menschen in der Schweiz innerhalb von 3 Tagen. Die Schweiz und auch ich persönlich sind wieder so weit wie im Frühjahr. Als Risikoperson muss man sich jeden Gang ausser Haus zweimal überlegen: Wie gefährlich ist es dort, wo du hin willst?

 

13.10.20

Die Hinweise im Kanton Bern auf die Orte, wo die neu positiv getesteten Leute herkommen, sagen meines Erachtens doch einiges aus. In der Stadt Bern und Umgebung sind es um die 50, praktisch sicher Folge von Clubbesuchen. Denn in Bern wurden 3 Clubs geschlossen. Die 10 aus den Vallons im Berner Jura könnten auf Familienfestivitäten zurückzuführen sein. Warum gibt man das eigentlich nicht an, so man es denn weiss? Wäre doch eine wesentliche Info zur Prävention.

 

13.10.20

Die Firmen beginnen wieder mit Homeoffice. Ich als 71-jähriger Arzt, der noch ein Altersheim betreut, wieder mit Home Praxis, d.h. es wird sehr viel am Telefon besprochen und beraten.

 

14.10.20

Ja, ich bin wieder im Corona-Modus: Tag für Tag. Tag für Tag beobachten und zuhören. Tag für Tag überlegen, Tag für Tag entscheiden. Privat und beruflich als noch stundenweise tätiger Heimarzt in einem Pflegeheim.

 

15.10.20

Die kleinen Freuden sind jetzt ganz wichtig. Kürzlich las ich, dass viele Leute sich jetzt intensiv um ein verschönertes Heim kümmern; wir zum Beispiel um Erneuerung des Blumenschmucks in der Wohnung, in den Blumentrögen am Fenster und auf dem Balkon. Auch etwas Gutes zu essen, ist wichtig, nicht teuer, aber sorgfältig ausgewählt.

 

16.10.20

Der Benediktiner Martin Werlen, Probst von St Gerold in Vorarlberg, einem Kloster, das zum Kloster Einsiedeln gehört, sieht auch Lichtblicke in der Coronakrise, so zum Beispiel das Wachsen der Kreativität. In der Kirche seien neue Formen des Gottesdienstes gefunden worden. Auf Twitter präsentieren viele Leute wunderschöne Fotografien und meine Frau und ich stellen Bilder und Texte, die wir früher gemacht haben, zu neuen kleinen Werken zusammen.

 

17.10.20

Unsere Welt war nie ganz gross. Und jetzt ist sie noch kleiner geworden. Keine Einladungen, keine Restaurantbesuche. Aber meine Frau über Facebook und ich über Twitter, halten den Kontakt zur Gesellschaft, ja, wir pflegen sogar ganz wichtige Kontakte.

 

18.10.20

Das normalste Leben in unserem Haushalt führt unsere kleine französische Bulldogge. Und sie ist verantwortlich für eine kleine Restnormalität im Leben von meiner Frau und mir. Es sind die täglichen Spaziergänge in der Ebene von Hagneck, die uns für eine Weile den alltäglichen Stress durch Corona vergessen machen.

 

19.10.20

Wir müssen aber in unserem Haushalt noch besser aufpassen, dass niemand mit Covid in Kontakt kommt, da es jedes Mal drei treffen würde, meine Frau, mich und den Hund. Die strenge Quarantäneregel, dass man nicht einmal den Hund versäubern darf im Quartier, scheint mir realitätsfremd. Ich kenne Leute in Nordrhein-Westfalen in Quarantäne, die haben ausdrücklich die Bewilligung, einen Spaziergang zu machen.

 

20.10.20

14 Tage lang hatte die junge deutsche Bekannte Fieber bei COVID. Nicht als Praktikantin in einem Spital, sondern an einem Kurs eben für diese Praktikantinnen wurde sie infiziert. Zu Hause war sie auf unseren Rat hin vorsichtig, aber trotz negativen Tests noch im Kurs. Sie steckte dann aber ihre Mutter an, glücklicherweise nicht ihren Bruder mit einem Tumorleiden. Sie war jetzt 14 Tage hospitalisiert, die Mutter ist es auch. Soeben lese ich, dass der Kanton Aargau Schullager verbietet und staune, dass dem Übertragungsort Schule und Fortbildungskurse nicht mehr Beachtung geschenkt wird.

 

21.10.20

Vor 2 Tagen erklärten der Berner Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Schnegg, dass jetzt dringend die ganze Gesellschaft entschleunigt werden müsse, damit auch die rasante Ausbreitung des Coronavirus entschleunigt werden könne, d.h. vorderhand Vermeidung aller nicht unbedingt nötigen Handlungen und Kontakte. Damit schafft jetzt ein Virus, was die vielen esoterischen Bemühungen in den letzten Jahren nicht geschafft haben: Entschleunigung.

 

22.10.20

Ein Twitterer meint, positiv bei all den Gesichtsmasken sei auch, dass man die schönen Augen der Menschen noch sehe. Ich möchte beifügen: Man sieht sich wieder in die Augen.

 

23.10.20

Die Leute stecken sich zu einem grossen Teil bei der Arbeit an, aber nicht beim Arbeiten, sondern in der Pause. Damit ist aber noch nicht gesagt, wo sich die Leute angesteckt haben, die das Virus in die Znünipause bringen.

 

23.10.20

Erschütterndes Dokument für Unverstand und mangelnde Solidarität in Coronazeiten in der Rundschau am Schweizer Fernsehen. Da wurde gezeigt, wie die ältere Generation, die doch geschützt werden soll, ohne Masken im Autocar fährt, jodelt, jasst ohne jegliche Distanzregel («mir wänd eifach jasse») oder die Jüngeren im Schwingkeller Corona herausfordern.

 

23.10.20

Ein Mitglied der wissenschaftlichen Coronataskforce in der Schweiz sagt an heutiger Pressekonferenz, dass die bisherigen Massnahmen mit Sicherheit nicht ausreichen, um die Explosion der Epidemie zu vermeiden. Sagt aber mit keinem Satz, welche Massnahmen aus wissenschaftlicher Sicht heute oder morgen angekündigt werden sollten, damit sie am Montag umgesetzt werden könnten. Denn jeder Tag früher zählt, das hören wir seit Tagen.

 

24.10.20

Die Floristin am Fernsehen erklärt, dass ihre Geschäfte ganz gut laufen, da die Leute, die jetzt wieder vermehrt zu Hause sind, ihre Wohnungen, Fenstersimse und Balkone mit Blumen schmücken. Und dieses „mehr Natur“ geht noch weiter: Die Leute ernten auch Samen und ziehen selbst Pflanzen nach, so auch meine Frau. Die Übergangskredite, die den Floristen gewährt wurden, sind übrigens nur zum kleinen Teil in Anspruch genommen worden.

 

25.10.2020

Corona surfing, ein Begriff den ich heute gelesen habe. Nach Jassturnieren ohne jede Hygiene und Abstandsregeln, nach Carfahrten, Jodelproben und Schwingtrainings ohne Masken wird seit gestern in der Presse über eine ganz dreiste Methode des Corona surfing berichtet: Das Shoppen im Tivoli Einkaufscenter mit einer Jubiläums Lotterie, die Leute aufeinander wie Sardinen in der Dose: Leute, so könnt ihr nichts gewinnen, höchstens verlieren.

 

26.10.20

Warum spricht eigentlich niemand in der Schweiz über die Schule als Covid Verbreiter? Fragte ich gestern über Twitter. Mir ist aufgefallen, dass bei uns sehr wenig über die Schule als Übertragungsort diskutiert wurde, obschon aus verschiedenen Ländern Berichte über Corona Ausbrüche an Bildungsinstituten berichtet wurde und wir auch in unserer Stadt ein solches Ereignis hatten. Heute morgen ging es dann so richtig los. Viele besorgte Pädagogen meldeten sich mit ihren Sorgen und Ängsten, sowohl als Lehrer als auch als Eltern. Mit der Angst, dass von der Schule her das Virus in die Familie kommen und sich dort ausbreiten könnte, zum Beispiel. Und dann titelte unsere Boulevardzeitung Blick prominent: Der Schweiz könnten dann nebst den Pflegekräften auch die Lehrer ausgehen, von denen sich viele in Quarantäne befinden. Ich denke, wenn wir die Kontakte im öffentlichen Raum ausdünnen wollen, dann müssen wir auch die Schulen und Hochschulen ins Visier nehmen.

 

27.10.20

Unsäglich. Da geht doch eine Gruppe während 7 Tagen auf eine Flussschifffahrt und am Schluss sind 60 von 90 mit Corona infiziert.

 

28.10.20 morgens

Gestern kamen in der Presse eher deprimierende Meldungen. Nebst der hochinfektiösen Flussfahrt wurde ein Hotspot in einer Kita mit infizierten Angestellten und Kindern gemeldet. In unserer Stadt musste die ganze Mannschaft des Profieishockey Clubs in Quarantäne, in der Schweiz notabene der dritte Club. Auch in unserer Stadt mussten 200 Schüler der Mittelstufe in Quarantäne. Und ich frage mich, was da alles für Schutzkonzepte versagt haben.

 

29.10.20

Die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid nehmen zu, die Intensivstationen der Schweiz füllen sich im Zusammenhang mit Covid. Und die Corona Skeptiker und Verniedlicher werden zunehmend kleinlauter. Auf der anderen Seite sind heute im Kanton Bern weniger neue Ansteckungen als noch gestern gemeldet worden. Der Kanton Bern hat ja morgen vor einer Woche Grossveranstaltungen wieder verboten und Barbetriebe und Clubs geschlossen. Es könnte also sein, dass hier eine Abflachung der Kurve beginnt. Gespannt warten wir auf die Zahlen von morgen.

 

30.10.20

Heute gab viel zu reden, dass 2 Kantone in der Schweiz Covid positives Gesundheitspersonal weiter arbeiten lassen will, wenn die Betroffenen keine Symptome zeigen. Gleichzeitig sollen in unserem Kanton Leute in Quarantäne, ihre Hunde nicht rasch versäubern dürfen. Das erste muss gestoppt werden –Menschenschutz, das zweite muss geändert werden –Tierschutz.

 

31.10.20

Aerosol, der Begriff der Stunde. Epidemiologen und Physiker beschäftigen sich mit den Mikropartikeln, die in der Ausatmungsluft entstehen, ein Gemisch aus Gasen und Viruspartikeln, die dann von den andern eingeatmet werden. Masken schützen auch vor diesen Partikeln, ich meine nicht die Halloween Masken. Ich bin überzeugt, dass Aerosole eine Rolle spielen bei der Verbreitung von Covid.

 

1.November - Allerheiligen

In den ersten Spitälern der Schweiz werden die Pflegekapazitäten für Covidpatienten knapp. Gleichzeitig wird aus einem Kanton, der bis jetzt relativ wenig Patienten hatte, dem Kanton Baselland, gemeldet, dass in der Berufsfachschule für Gesundheit sieben Klassen mitsamt den Lehrpersonen in Quarantäne seien, weil mehrere Schülerinnen positiv getestet wurden. Es werden auch viele positiv Getestete aus Pflegeheimen gemeldet, mit grosser Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den positiven Pflege-Schülern. Diese Schüler haben wahrscheinlich alte Leute angesteckt. Dazu können sie nicht weiter in der Pflege eingesetzt werden, so werden die Engpässe natürlich auch nicht kleiner. Und zu Hause gehen da ja auch noch einige in Quarantäne. Im Kanton Baselland sind übrigens 65 Schulen von Massnahmen gegen die Pandemie betroffen. 1028 Schülerinnen und 139 Lehrpersonen. Da soll noch jemand sagen, Schulen spielen in der Pandemie keine Rolle.

 

2.11.20 Allerseelen

Die Diskussion zum Thema Triage wird zu pauschal geführt. In 37 Jahren als Heimarzt musste die Frage, ob jemand auf die Intensivpflegestation gebracht werden soll, einige Male diskutiert werden. In diesen Fällen spielt der explizite Wille eines Patienten in einer Patientenverfügung oder der mutmassliche Wille des Patienten die entscheidende Rolle. Zurzeit muss sich jeder Patient, der noch in der Lage ist, dazu äussern bei Heimeintritt: Wollen sie im Notfall reanimiert werden, wollen sie hospitalisiert werden? Dieser Wunsch des Patienten wird regelmässig wieder protokolliert. So gab es in der ganzen Zeit nie eine unklare Entscheidung. Und bei Zweifel wird der Patient den Spitalärzten zugewiesen für deren Meinung. Während der ersten Coronawelle musste diese Zweitmeinung nur wenige Male angerufen werden, eigentlich immer für die Diagnose Covid. Im einzigen positiven Fall war keine Intensivbehandlung nötig und auch keine anderen Patienten waren betroffen. Patienten, die nicht ins Spital wollen, werden im Heim nach den Regeln und der Kunst der palliativen Medizin betreut. Das setzt aber voraus, dass Bund und Kantone die Heime nicht als «quantite negligeable» betrachten und diese mit jeglichem Material, inklusive leichten Beatmungsgeräten versorgen.

 

3.11.20

Sehr positives Erlebnis gestern:

Der Spezialarzt für Allergien, der meine Frau beraten sollte, begriff, dass wir wegen der aktuellen Covidsituation nicht in die Praxis kommen wollten für eine längere Besprechung, also fand die Consultation per Telefon statt. Alle Fragen konnten per Telefon besprochen werden. Klar hatten wir den Vorteil, dass wir per Mail das Rendez-vous direkt mit dem Doktor abmachen konnten. Diesen Vorteil hat nicht jede ältere Person. Aber durch diese Ausdünnung der direkten Kontakte ist in den Praxen mit weniger Dichte zu rechnen. Die Methode ist übrigens auch für viele psychologische und psychiatrische Konsultationen geeignet. 

 

4.11.20

Hilferuf eines Chefarztes des Kantonsspitals Fribourg über die sozialen Medien: das Spital ist in den nächsten paar Tagen voll und würde dann Patienten nicht mehr so versorgen können, wie es nötig wäre. Er bittet um Mithilfe aller um die Neuansteckungen durch Covid zu vermindern. Gleichzeitig schlagen 40 Schweizer Ökonomen Alarm ,dass wenn nichts drastisch ändert bezüglich Massnahmen, die Wirtschaft noch grösseren Schaden nimmt als durch gezielte Lockdowns. Meiner Meinung nach könnten diese ja gezielt auf Sparten und Regionen erfolgen. Was sich mir persönlich noch immer nicht erschliesst, dass bezüglich Schulen keine andern Lösungen gesucht werden als die totale Öffnung. Macht man das wegen den Jungen oder ist es wieder zum Schutz der Wirtschaft, was ja eben nicht funktionieren wird wenn alles krank wird. Schulen spielen mit grosser Wahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle in der Übertragung von Covid. Ich persönlich sah immer auch einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den ansteigenden Zahlen und dem Beginn der Schule. Und ganz sicher ist, dass die Schüler mächtig Verkehr in den öffentlichen Raum bringen. Es müsste doch möglich sein alternative Modelle einzuführen. Erste Frage: welche Eltern können ihre Kinder währen 3 bis 4 Wochen selbst schulen in Zusammenarbeit mit einem Lehrer, der Aufgaben verteilt und die Schulung überwacht.

 

5.11.20

Die Schweiz kämpft immer noch mit steigenden Zahlen von Covid positiven Leuten. Vier Kantone haben beim Bund um Hilfe für die Spitäler durch Sanitätstruppen angefragt. Da mutet die Meldung in der Presse geradezu skurril an, dass sich in einem Lebensmittel verarbeitenden Betrieb gerade dutzendweise Mitarbeiter angesteckt haben und dass in diesem Betrieb anfänglich ungenügende Schutzmassnahmen getroffen wurden. Also kein Schutzkonzept praktiziert, wie es der Bund überall eigentlich gefordert hat. Nicht für nötig befunden oder durch niemanden kontrolliert. Das sind Fehler, die wir alle teuer bezahlen müssen. Also ihr Arbeitgeber, seid besorgt dafür, dass in euren Betrieben gute Schutzkonzepte installiert und auch kontrolliert werden. Der Bund schickt übrigens ab sofort bis zu 2500 Sanitätssoldaten in die Spitäler.

 

6.11.20

Es macht sich bei den Behörden Panik bemerkbar, Bundesrat Berset wirkt zunehmend gestresst. Es wäre jetzt wichtig, sich an das erfolgreiche Rezept zu erinnern, das im Frühjahr erfolgreich zur Verminderung der Covid-19 positiven Tests und zur Verminderung der Hospitalisationen und Todesfälle geführt hat. Natürlich soll man Modifikationen anbringen. Zum Beispiel sollen in Pflegeinstitutionen neue Besuchsregelungen angewendet werden, aber die weitgehende Öffnung im Sommer hat zu sehr vielen neuen Übertragungen geführt. In einem Heim, das ich sehr gut kenne, hat man wieder die Plexiglasscheibe hervorgeholt, die Besucher und Besuchte in der wieder eingerichteten Besucherecke auf die nötige Distanz hält, dazu tragen beide Masken. Bei den Besuchern wird eine Befragung über Fieber und Kontakte erhoben und dann noch Temperatur gemessen. Die komplett bettlägerigen Patienten können in ihren Einzelzimmern, die gut gelüftet werden Besucher empfangen, wieder beide Seiten mit Masken und mit 1,5 Meter Distanz und begrenzter Zeit. Mir unerfindlich ist, dass eines der Sicherheitskonzepte, die Schule betreffend, nicht wieder eingeführt wird, der Unterricht soweit als möglich im Fernunterricht und in Teilklassen. Wenn das Home Office weitgehend durchgehalten wird, sollte ja zu Hause auch Unterstützung da sein. Und die Lehrer sollten die Fortschritte der Homeschüler durchaus überwachen.

 

7.11.20

Gestern ist sie eingetroffen, die Musikdose mit den zwei Fasnachtsfiguren, die z Basel a mym Rhy spielt. Auf Twitter wurde ich auf wunderschöne Keramikarbeiten einer Baslerin aufmerksam gemacht, die wegen Ausfall der Herbstmesse und auch des Weihnachtsmarkts eine grosse Umsatzeinbusse erleiden wird. Ihre Freundin hat nun ihre Arbeiten bei Twitter gezeigt und ich habe die schöne Musikdose bestellt. Eine gute Sache, das Weihnachtsgeschäft der vielen Künstler und Kunsthandwerker so zu organisieren. Jetzt freue ich mich auf eine schöne kolorierte Zeichnung des berühmten Basler Stadtführers Grabmacherjoggi. Er kann zur Zeit keine Stadtführungen durchführen, Er verkauft jetzt seine Zeichnungen, die er täglich zu seinen stadthistorischen Notizen auf Twitter präsentiert.

 

8.11.20

Drei Begebenheiten haben mich in den letzten zwei Tagen besonders beschäftigt. Da war der Endspurt der Präsidentschaftswahlen in den USA, eigentlich ein Endmarathon, da die Endresultate erst 4 Tage nach dem Wahltag bekannt wurden. Die vielen zu zählenden Briefstimmen haben dazu geführt. Gewonnen hat dann der Kandidat, der sich nicht nur bezüglich Corona solidarisch gegenüber der Bevölkerung gezeigt hat, sondern als zuverlässiger Wert gilt in der Bekämpfung der grossen Ungleichheiten in der amerikanischen Gesellschaft. Dann beindruckt mich sehr, wie eine uns bekannte Familie in Norddeutschland sich gegen Corona stemmt. Die verwitwete Mutter wird auf der Intensivstation seit mehreren Wochen behandelt. Die Tochter, die in einem Einführungskurs als Assistenzpflegerin angesteckt wurde, wurde zuerst wegen anhaltenden Fiebers einige Wochen im Spital gepflegt. Jetzt muss sie sich zu Hause noch für ein paar Wochen erholen. Deren jüngerer Bruder, ein Risikopatient und die Freundin der Krankenpflegerin, die im gleichen Haushalt wohnt, sind ebenso lange zu Hause in Quarantäne. Dass meine Coronatagebuch für sie eine wichtige Verbindung nach aussen ist, ist für mich ein schönes Kompliment. Denn das dritte Phänom ,das mich beschäftigt, ist die psychische Belastung durch Corona, die ich in meinem persönlichen Umfeld feststellen kann. Die Leute sind sehr vorsichtig, aber die mangelnden sozialen Kontakte und die Ungewissheit über die Dauer der nötigen Schutzmassnahmen führen zunehmend zu Angststörungen und depressiven Symptomen.

 

9.11.20

Was kann man nun machen gegen diese psychischen Probleme durch eingeschränkten sozialen Kontakte. Nun man kann ganz alte Kommunikationskanäle reaktivieren: einen Brief schreiben oder einem Bekannten telefonieren. Die sozialen Medien sind für mich ein durchaus taugliches Mittel, um mit andern in Kontakt zu bleiben. Es können sich hier sogar wichtige neue Kontakte ergeben. Und Kreative Tätigkeiten scheinen mir ein sehr gutes Mittel gegen den Corona Blues zu sein: Basteln, Backen und Kochen, Texte schreiben .“Denn wir sollten in der grössten Betrübnis nicht übersehen, was uns Freuden bereiten kann“ schreibt Martin Werlen im heutigen Lichtblick aus St. Gerold

 

10.11.20

Ein Silberstreifen am Horizont könnte es sein, die Meldung, dass die Firmen Pfizer und Biontech einen Covidimpfstoff für die Zulassung angemeldet haben. Es sind aber nicht nur die Pharmaktien im Wert gestiegen, sondern auch jene der Tourismus und der Flugindustrie, wohl ein Zeichen, dass ein Teil der Menschheit nicht mit Silberstreifen zufrieden ist, sondern wieder vermehrt Kondensstreifen am Himmel sehen möchte, wie wenn es Covid nie gegeben hätte. Erinnern wir uns doch, welches zu Beginn der Hauptverbreitungsweg von Corona war. Sehen wir doch ,dass es jetzt im Geschäftsleben mit viel weniger Fliegen geht.. Und erinnern wir uns doch, dass die nächste Katastrophe durch den Klimawandel und der auch durch die Vielfliegerei verursacht werden könnte.

 

11.11.20 Martinstag

Der Bund und einzelne Kantone melden täglich Gesamtzahlen über positive Coronatests. Dies scheint mir völlig ungenügend als Information. Um Aufmerksamkeit und Selbstverantwortung zu fördern, sollte man auch Informationen zu Clusters haben, diese müssen ja nicht öffentlich und namentlich genannt werden. Dann sollten Branchen und Institutionen in denen Clusters auftreten konsiliarisch beraten werden. Mir fehlt auch die Diskussion über Methoden zur Reinigung der Raumluft von Viren, zBsp durch UV Licht. Von einem einzigen Wirt im Baselbiet habe ich bisher gehört, der in seinem Restaurant eine UV Luftreinigungsanlage eingebaut hat.

 

12.11.20

Gestern erschien auch in der Schweizer Boulevardpresse das Resultat einer Studie der berühmten Stanford Universität aus den USA. Auf Grund der Handy Daten von 98 Millionen Personen wurden die gefährlichsten Orte für eine Covid Infektion eruiert. Es sind Orte wo viele Leute sich lange in geschlossenen Räumen aufhalten. Zuerst genannt werden Restaurants, Cafes und Fitnessstudios. Aus unerfindlichen Gründen werden nicht genannt: Clubs, Schulen, gewisse Arbeitsplätze. Ist es, weil die amerikanischen Schüler keine Handys haben oder will man diese Gefahrenorte aus andern Gründen verheimlichen? Das BAG Schweiz nennt Inzidenzraten bei den 10 bis 19 Jährigen die gleich hoch sind wie bei den 60 Jährigen. Zwischen 20 und 29 sind sie am höchsten überhaupt.

 

13.11.20

In der Gratiszeitung 20 Minuten geben 94 Prozent der Mitarbeiter von verschiedenen Betrieben an, Angst vor der Rückkehr ins Büro zu haben, da dort erhöhte Ansteckungsgefahr für Covid bestehe. Es ist ganz klar, dass Home office , wo möglich, der beste Arbeitsplatz ist. Aber auch die Büroarbeitsplätze kann man sicherer machen. Basis ist das generelle Maskentragen. Aber auch bauliche Massnahmen sind möglich, zum Beispiel Verkleinerung der Räume. Bis heute wurden jedoch nur wenige Beispiele von Umbauten von Bürohäusern publik. Auffallend ist, dass wenig davon gesprochen wird, die Raumluft in Räumen, wo die Maske zum Essen und Trinken abgenommen wird, mit speziellen Lüftungen oder mit speziellen UV Licht-Anlagen zu reinigen.

 

14.11.20

In einer kleinen persönlichen Umfrage auf Twitter mit 72 Antworten gaben 2 Drittel der Teilnehmenden auf meiner Timeline an, dass sie mit bleibenden Veränderungen in unserer Gesellschaft auch nach Corona rechnen. Um so erstaunlicher ist die Unbeweglichkeit der verschiedensten Akteure im Alltag. Die Schule soll so durchgezogen werden wie immer, obschon auch da in einer kleinen Umfrage 2 Drittel bereit wären , die Kinder im Homeschooling zu unterrichten. Und die Post und die Grossverteiler beklagen sich, nicht genügend Personal für die Hauslieferung zu haben und gleichzeitig gibt es viele Arbeitslose und Kurzarbeitende.

 

15.11.20

Da wir wegen Corona nicht mehr so viel reisen sollen und können, empfiehlt der christkatholische Geistliche beim Wort zum Sonntag die Reise ins Innere , zu sich selbst, um die dortige Weite zu suchen. Die Kultur könne uns dabei behilflich sein, Musik ,Literatur, darstellende Kunst. In den sozialen Medien stelle ich diese Reisen ins Innere sehr wohl fest: Was da alles an wunderbaren Fotos und interessanten Zitaten präsentiert wird. Diese regen dann zur Lektüre von bekannten und unbekannten Büchern an und so weitet sich der Horizont ohne dass man Tausende Kilometer zurücklegt.

 

16.11.20

Jetzt in Coronazeiten hat der Begriff soziale Medien eine neue erweiterte Bedeutung bekommen. Mönch Martin Werlen schreibt in seinem neuen Buch „raus aus dem Schneckenhaus“ ,dass er auf Twitter realisiert hat, dass das kirchliche Leben nicht zum Erliegen gekommen ist, sondern in den sozialen Medien neue Kommunikationskanäle gefunden hat. Für mich persönlich ist Twitter der Ort ,wo ich zur Zeit sehr schöne neue Bekanntschaften machen kann und es ist eine erstklassige Informationsquelle. Heute erfahre ich zum Beispiel hochinteressantes zum Thema Lüften in Coronazeiten. Das gute alte Lüften der Räume ist wieder in Mode. Und dort, wo das nicht mehr möglich ist, weil man die Fenster nicht mehr öffnen kann, sind gute Lüftungssysteme notwendig. Denn gegen Aerosole nützt Abstand allein nichts, da brauchts auch Masken und limitierte Aufenthaltszeit in den Räumen. Das zeigen Berichte von der Universität Colorado. Um so erstaunlicher ist , dass nicht weiter über Virenfilter mit UV Bestrahlung für den Gebrauch in Restaurants und auch privat geforscht wird.

 

17.11.20

Die gestrige Pulssendung im Fernsehen zum Thema Covid war sehr informativ und wichtig. Sie zeigte einmal nicht nur die intensivmedizinischen Seiten der Behandlung, sondern auch die allgemeinmedizinischen. Sie zeigte, dass auch Hochbetagte zu Hause betreut werden können. Es war , trotz des Todesfalls eines Hochbetagten auf der normalen Covidstation, auch eine tröstliche Sendung, zeigte sie doch, dass es noch andere Behandlungsmethoden ausser der Intubation gibt, die für den Patienten hilfreich sind. Und ich fragte mich, ob zum Beispiel die Beatmungsgeräte ohne Intubation nicht auch für den einen oder andern Patienten in Pflegeheimen eine taugliche Methode wären.

 

18.11.20

Die Schulen fühlen sich im Moment auch etwas alleingelassen, wie die oberste Lehrerin der Schweiz im Fernsehen darlegt. Der Bund hat offensichtlich „ kä Luscht“ den Schulunterricht wieder zu modifizieren wie in der ersten Coronawelle, obwohl zum Beispiel Oesterreich dies macht. Und Kantone und Gemeinden wollen nicht dazu beitragen, die Viruslast in den Schulzimmern zu senken durch Einbau von potenten Lüftungsanlagen oder wenigstens mobilen Luftfiltern. Stosslüften soll genügen, tut es aber nicht, da nicht genügend oft möglich. Und so bleiben die Schüler und ihre Lehrer während 2 Stunden in der dicken und eventuell mit Viren belasteten Luft des Klassenzimmers sizten bis dann in der grossen Pause gelüftet wird. Danach müssen sie dann den Wintermantel anbehalten bis die Temperatur im Zimmer wieder steigt. Klar wurde während der Fernsehsendung, dass Luftfiltern nur ein Zusatzmittel ist und dass regelmässiges Lüften unerlässlich ist.

 

19.11.20

Die Bettenbelegung in den Schweizer Spitälern durch Covidpatienten sei bedrohlich, bedrohlich für das Funktionieren unseres Gesundheitssystems. Dabei wird immer über die Betten gesprochen, wie wenn diese die Patienten betreuen und pflegen würden. Das Personal ist chronisch überlastet und wird durch Erkrankte zunehmend ausgedünnt. Das sollten sich die Leute die schon wieder Lockerungen fordern einprägen: Man kann ein System auch bottom up- von unten nach oben lahmlegen, ohne Befehle und Steuerung von oben, nämlich wenn alle Mitarbeiter ausfallen. Das zu verhindern ist gemeint mit :wir müssen unser Gesundheitssystem unbedingt vor dem Zusammenbruch schützen. Und warum wartet man so lange bis man Sanitätssoldaten zur Verstärkung holt? Auch in Pflegeheimen könnten sie für Transportaufgaben, als Begleitpersonen anstelle des Personals, gute Dienste leisten und das Pflegepersonal könnte pflegen.

 

20.11.20

Wir sollen nicht nur auf die auch heute etwas gesunkene Zahl von Covidpositiven schauen, sondern auch auf die an Covid oder mit Covid Verstorbenen. Jeden Tag sterben um die 100 Menschen in der Schweiz im Zusammenhang mit dieser Krankheit. Das entspricht der Bevölkerung eines mittleren Schweizer Dorfes jede Woche. Diese Todesfälle repräsentieren die epidemiologische Situation in den letzten Wochen und zeigen ,wo es hingeht, wenn wir die Schutzmassnahmen nicht konsequent weiterführen. Und die Skeptiker sollen nicht mit den sinkenden Zahlen kommen, denn diese sind sicher Folge der getroffenen Massnahmen. Die Kantone mit den schärfsten Massnahmen haben die besten Resultate.

 

21.11.20

Immer wieder wird in der Presse und in den sozialen Medien postuliert, die Behörden und gewisse Fachleute würden Panik sähen bezüglich Covid. Ich bin der Meinung, dass da keine Panik gesät werden muss, da in der Bevölkerung schon genug Wissen über die Situation vorhanden ist.. In einer persönlichen kleinen Umfrage auf Twitter ,die von 41 Teilnehmern beantwortet wurde ,gaben 73 Prozent an, jemanden zu kennen der an Covid gelitten hat.,32 Prozent gaben an, ihr Bekannter hätte intensivpflege nötig gehabt und 58 Prozent gaben an, dass ihr bekannter eine Langzeitschaden wie Atemnot oder Geruchsverlust hat.

 

22.11.20

„Ehrfurcht vor dem Leben“, das war das grossen Anliegen von Albert Schweitzer. Und diesem Anliegen wurde gestern auf dem Bundeshausplatz mit einer gigantischen Lichtinstallation Nachdruck verliehen.3700 Kerzen, für jeden an Corona Verstorbenen in der Schweiz eine, wurden da angezündet. Es wird auf den einzigartigen Wert eines jeden Lebens aufmerksam gemacht, ein Wert, der gegen nichts aufgewogen werden kann. Und es wird appelliert, dass der Bund , der überall Schutzkonzepte gegen Corona verlangt, selbst ein Konzept präsentiert, wie er möglichst viele Menschenleben in dieser Pandemie retten will.

 

23.11.20

Heute werden in der Schweiz weniger Covid positive Tests gemeldet,in der Romandie und im Röschtigraben sogar deutlich weniger. In diesen Regionen bestehen härtere Regel wie Maskenpflicht im dichtbesiedelten Gebiet , geschlossene Restaurants ,oder beides. In den andern Gebieten gibt es weniger harte Vorschriften, dafür mehr positive Resultate. Es muss also schon etwas sein an diesen Vorschriften. Basel hat heute auch die Schliessung der Restaurants verfügt. Sollte sich auch hier eine Trendumkehr einstellen, dann wird der Beizen Lockdown für die ganze Schweiz kommen. Und dann werden diese Bilder hoffentlich verschwinden, wie ich gestern eins gesehen habe: Feier mit sicher mehreren Familien, in geschlossener Gesellschaft im Restaurant, mit Umarmen und Küssen, eben dem ganzen Programm.

 

24.11.20

In Frankreich gelang es die Covid positiv Getesteten auf einen Zehntel zu reduzieren , mit einem Lockdown mit geschlossenen Geschäften und Restaurants. sowie Ausgehverbot. In der Schweiz mit weniger strengen Regeln kämpfen wir um eine Halbierung der Zahlen alle 2 Wochen. Würde es sich hier um 2 Gruppen in einer medizinischen Studie handeln, würde diese Studie ziemlich sicher abgebrochen, da die 2. Gruppe in unvertretbarerweise benachteiligt ist. Denn bei diesem Kontaktunterbruch geht es darum, das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen .Und bei den Rechten geht es nicht nur darum, das Partyrecht der Jungen zu retten, sondern auch das Recht der Älteren in Pflegeheimen ,noch Besucher empfangen zu dürfen, was zur Zeit an vielen Orten nicht mehr gewährt werden kann, weil ganze Heime isoliert sind. Es sind zu viele Covid Positive, die es nicht wissen, unterwegs in der Schweiz, wie die Positivitätsrate zeigt.

 

25.11.20

Auffällige Nachricht: im Kanton Bern gibt es heute wieder mehr Covid positiv Gemeldete. Nun, nicht nur mir sind da Geschichten von Beizentourismus aus dem Kanton Neuchatel mit geschlossenen Restaurants in den Kanton Bern mit geöffneten zu Ohren gekommen. Deshalb scheint die Frage, ob auch im Kanton Bern die Restaurants geschlossen werden müssen ,nicht ganz abwegig. Andererseits werden in der ganzen Schweiz schon wieder Stimmen laut ,die Lockerungen fordern. Den Leuten ,die das wollen ,möchte ich mit einem Zitat antworten, das ich unter Google zum Thema: zweimal den gleichen Fehler gefunden habe: Ich mache nie denselben Fehler zweimal. Für gewöhnlich steigere ich seine Peinlichkeit, Tragweite und Dramatik beträchtlich.

 

26.11.20

In der zweiten Dezemberwoche wollen die Deutschen und die Amerikaner beginnen, gegen Corona zu impfen. Und darum sollten wir auch beginnen, uns Gedanken zu machen zu dieser Impfung. Hier geht es jetzt um Eigenverantwortung, weil jeder Einzelne sich Gedanken machen muss, wann und weshalb er sich impfen lassen soll. Der ältere Patient ,der einen chirurgischen Wahleingriff vor sich hat, oder der Altersheimpatient, der wieder Besuch von seinen Angehörigen haben möchte, sie müssen eigenständig entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen, auch wenn die letzte Langzeitwirkung des Impfstoffs noch nicht bekannt ist. Und sie müssen frei entscheiden können und bei voller Urteilsfähigkeit. Ich sehe also ein Impfpriorität bei den älteren Risikopatienten, die ein gewisses Langzeit-Risiko nehmen wollen, um die jetzige Lebensqualität deutlich zu verbessern. Dazu braucht es aber nicht Befehle durch Behörden, sondern Überzeugung durch ein ärztliches Gespräch.

 

27.11.20

Was wurde in den letzten Monaten nicht alles von Schutzkonzepten erklärt und geschrieben. Nun im Schweizer Profisport scheint niemand an diese Schutzkonzepte zu glauben oder sie durchzusetzten. Jede Woche ganze Mannschaften in Quarantäne. Zu denken geben aber auch die Massenausbrüche von Covid in Pflegeinstitutionen der ganzen Schweiz, beginnend im Tessin ,dann im Wallis , in Zürich , in der Innerschweiz, in Fribourg ,Genf und in Bern (Liste sicher unvollständig). Dies spricht nicht für die Konzepte ,die dort zur Anwendung kamen. Und ich denke, es sind nicht die einzelnen Heime, die da verantwortlich sind. Es wurde auf der Behördenebene zu wenig getan. Dort wusste man zuerst von gehäuften Covid positiven Testen in den gleichen Heimen und hat ganz offensichtlich nicht nachgebessert in allen Institutionen in den Kantonen. Jetzt durch die neuen Schnelltests motiviert macht sich der Kanton Basel Stadt daran, die Covid Prävention in den Heimen zu intensivieren, aber ich denke ,es braucht auch in der Heimorganisation Modifikationen.

 

28.11.20

Von einem Twitterfreund aus dem Schwarzbubenland darauf aufmerksam gemacht, sah ich vor 2 Tagen eine höchst bemerkenswerte Fernsehsendung auf Tele Basel. Ein sehr bekannter Basler Chirurge, schilderte in einem eindrücklichen Interview, wie er eine schwerere Form von Covid überlebte. Er erzählte von den Medikamenten die er erhielt, von seiner Verlegung auf die Intensivstation, als seine Sauerstoffsättigung immer schlechter wurde und seine Entscheidung, auf eine Intubation zu verzichten, um bei Bewusstsein zu bleiben , um mit den Angehörigen noch einige Dinge besprechen zu können. So wurde er mit einer Atemmaske und hohem Sauerstofffluss behandelt. Und es gelang. Dieses Interview war so viel informativer, hilf- und trostreicher als die vielen Sendungen mit den üblichen Bildern aus Intensivpflegestationen. Und dann der Appell des betroffenen Arztes an alle Skeptiker, aufzuhören mir der Verharmlosung dieser Erkrankung.

 

29.11.20

Sie sagte das sehr schön , die Pastoralassistentin in der Fernsehpredigt zum 1. Advent: Advent und Coronazeit haben sehr viel miteinander zu tun. Der Advent ist eine besinnliche Zeit. Die Coronazeit ist eine besinnliche Zeit. Da sollten wir eigentlich zur Besinnung kommen, und zu den Schlüssen, was wirklich wertvoll ist in unserem Leben.

 

30.11.20

Das Abwägen von Wirtschaft gegen Gesundheit ist aus juristischen und ethischen Gründen total abwegig. Die Schweizerische Bundesverfassung garantiert das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und sie verbietet Diskriminierung jeglicher Art, man darf auch nicht wegen des Alters oder wegen körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung diskriminiert werden werden. Da die Verfassung auch Bewegungsfreiheit garantiert, so lange sie nicht jemanden andern in Gefahr bringt, muss der Zielkonflikt Bewegungsfreiheit gegen Unversehrtheit gelöst werden. Wer sich persönlich frei bewegen will, muss sich gewisse Einschränkungen gefallen lassen , um nicht andere zu gefährden. Zum Beispiel Maskentragen und später vielleicht auch den Nachweis einer Impfung.

 

 


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