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Das Corona Tagebuch von Dr. med. Eugen Häni

Dr. med. Eugen Häni
Dr. med. Eugen Häni

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ Dr. Eugen Häni ¦

GASTKOMMENTAR

 

Eugen Häni, geboren 7.6.1949, aufgewachsen in Basel. Verheiratet ist seit 33 Jahren in Biel/Bienne als Hausarzt tätig. In Tagebuchform lässt er uns an seinen Gedanken teilhaben...

 

„Ich schreibe, weil ich wichtige Erfahrungen gerne mit anderen teile."

 

11.10.20

Heute ist Sonntag, also gibt es heute keine Zahlen über die positiven Corona Tests in der Schweiz. Seit 2 Wochen wird darauf verzichtet, am Wochenende Zahlen bekannt zu geben, da dann weniger getestet wird und die Zahlen deswegen immer tief waren. Das sei für den Überblick schädlich. Jetzt kommen morgen die Zahlen von 3 Tagen und es wird eine Horrorzahl geben. Das soll dann übersichtlicher sein.

 

12.10.20

Sie kam, die Horrorzahl. Mehr als 4000 neue Covid-19 positive Menschen in der Schweiz innerhalb von 3 Tagen. Die Schweiz und auch ich persönlich sind wieder so weit wie im Frühjahr. Als Risikoperson muss man sich jeden Gang ausser Haus zweimal überlegen: Wie gefährlich ist es dort, wo du hin willst?

 

13.10.20

Die Hinweise im Kanton Bern auf die Orte, wo die neu positiv getesteten Leute herkommen, sagen meines Erachtens doch einiges aus. In der Stadt Bern und Umgebung sind es um die 50, praktisch sicher Folge von Clubbesuchen. Denn in Bern wurden 3 Clubs geschlossen. Die 10 aus den Vallons im Berner Jura könnten auf Familienfestivitäten zurückzuführen sein. Warum gibt man das eigentlich nicht an, so man es denn weiss? Wäre doch eine wesentliche Info zur Prävention.

 

13.10.20

Die Firmen beginnen wieder mit Homeoffice. Ich als 71-jähriger Arzt, der noch ein Altersheim betreut, wieder mit Home Praxis, d.h. es wird sehr viel am Telefon besprochen und beraten.

 

14.10.20

Ja, ich bin wieder im Corona-Modus: Tag für Tag. Tag für Tag beobachten und zuhören. Tag für Tag überlegen, Tag für Tag entscheiden. Privat und beruflich als noch stundenweise tätiger Heimarzt in einem Pflegeheim.

 

15.10.20

Die kleinen Freuden sind jetzt ganz wichtig. Kürzlich las ich, dass viele Leute sich jetzt intensiv um ein verschönertes Heim kümmern; wir zum Beispiel um Erneuerung des Blumenschmucks in der Wohnung, in den Blumentrögen am Fenster und auf dem Balkon. Auch etwas Gutes zu essen, ist wichtig, nicht teuer, aber sorgfältig ausgewählt.

 

16.10.20

Der Benediktiner Martin Werlen, Probst von St Gerold in Vorarlberg, einem Kloster, das zum Kloster Einsiedeln gehört, sieht auch Lichtblicke in der Coronakrise, so zum Beispiel das Wachsen der Kreativität. In der Kirche seien neue Formen des Gottesdienstes gefunden worden. Auf Twitter präsentieren viele Leute wunderschöne Fotografien und meine Frau und ich stellen Bilder und Texte, die wir früher gemacht haben, zu neuen kleinen Werken zusammen.

 

17.10.20

Unsere Welt war nie ganz gross. Und jetzt ist sie noch kleiner geworden. Keine Einladungen, keine Restaurantbesuche. Aber meine Frau über Facebook und ich über Twitter, halten den Kontakt zur Gesellschaft, ja, wir pflegen sogar ganz wichtige Kontakte.

 

18.10.20

Das normalste Leben in unserem Haushalt führt unsere kleine französische Bulldogge. Und sie ist verantwortlich für eine kleine Restnormalität im Leben von meiner Frau und mir. Es sind die täglichen Spaziergänge in der Ebene von Hagneck, die uns für eine Weile den alltäglichen Stress durch Corona vergessen machen.

 

19.10.20

Wir müssen aber in unserem Haushalt noch besser aufpassen, dass niemand mit Covid in Kontakt kommt, da es jedes Mal drei treffen würde, meine Frau, mich und den Hund. Die strenge Quarantäneregel, dass man nicht einmal den Hund versäubern darf im Quartier, scheint mir realitätsfremd. Ich kenne Leute in Nordrhein-Westfalen in Quarantäne, die haben ausdrücklich die Bewilligung, einen Spaziergang zu machen.

 

20.10.20

14 Tage lang hatte die junge deutsche Bekannte Fieber bei COVID. Nicht als Praktikantin in einem Spital, sondern an einem Kurs eben für diese Praktikantinnen wurde sie infiziert. Zu Hause war sie auf unseren Rat hin vorsichtig, aber trotz negativen Tests noch im Kurs. Sie steckte dann aber ihre Mutter an, glücklicherweise nicht ihren Bruder mit einem Tumorleiden. Sie war jetzt 14 Tage hospitalisiert, die Mutter ist es auch. Soeben lese ich, dass der Kanton Aargau Schullager verbietet und staune, dass dem Übertragungsort Schule und Fortbildungskurse nicht mehr Beachtung geschenkt wird.

 

21.10.20

Vor 2 Tagen erklärten der Berner Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Schnegg, dass jetzt dringend die ganze Gesellschaft entschleunigt werden müsse, damit auch die rasante Ausbreitung des Coronavirus entschleunigt werden könne, d.h. vorderhand Vermeidung aller nicht unbedingt nötigen Handlungen und Kontakte. Damit schafft jetzt ein Virus, was die vielen esoterischen Bemühungen in den letzten Jahren nicht geschafft haben: Entschleunigung.

 

22.10.20

Ein Twitterer meint, positiv bei all den Gesichtsmasken sei auch, dass man die schönen Augen der Menschen noch sehe. Ich möchte beifügen: Man sieht sich wieder in die Augen.

 

23.10.20

Die Leute stecken sich zu einem grossen Teil bei der Arbeit an, aber nicht beim Arbeiten, sondern in der Pause. Damit ist aber noch nicht gesagt, wo sich die Leute angesteckt haben, die das Virus in die Znünipause bringen.

 

23.10.20

Erschütterndes Dokument für Unverstand und mangelnde Solidarität in Coronazeiten in der Rundschau am Schweizer Fernsehen. Da wurde gezeigt, wie die ältere Generation, die doch geschützt werden soll, ohne Masken im Autocar fährt, jodelt, jasst ohne jegliche Distanzregel («mir wänd eifach jasse») oder die Jüngeren im Schwingkeller Corona herausfordern.

 

23.10.20

Ein Mitglied der wissenschaftlichen Coronataskforce in der Schweiz sagt an heutiger Pressekonferenz, dass die bisherigen Massnahmen mit Sicherheit nicht ausreichen, um die Explosion der Epidemie zu vermeiden. Sagt aber mit keinem Satz, welche Massnahmen aus wissenschaftlicher Sicht heute oder morgen angekündigt werden sollten, damit sie am Montag umgesetzt werden könnten. Denn jeder Tag früher zählt, das hören wir seit Tagen.

 

24.10.20

Die Floristin am Fernsehen erklärt, dass ihre Geschäfte ganz gut laufen, da die Leute, die jetzt wieder vermehrt zu Hause sind, ihre Wohnungen, Fenstersimse und Balkone mit Blumen schmücken. Und dieses „mehr Natur“ geht noch weiter: Die Leute ernten auch Samen und ziehen selbst Pflanzen nach, so auch meine Frau. Die Übergangskredite, die den Floristen gewährt wurden, sind übrigens nur zum kleinen Teil in Anspruch genommen worden.

 

25.10.2020

Corona surfing, ein Begriff den ich heute gelesen habe. Nach Jassturnieren ohne jede Hygiene und Abstandsregeln, nach Carfahrten, Jodelproben und Schwingtrainings ohne Masken wird seit gestern in der Presse über eine ganz dreiste Methode des Corona surfing berichtet: Das Shoppen im Tivoli Einkaufscenter mit einer Jubiläums Lotterie, die Leute aufeinander wie Sardinen in der Dose: Leute, so könnt ihr nichts gewinnen, höchstens verlieren.

 

26.10.20

Warum spricht eigentlich niemand in der Schweiz über die Schule als Covid Verbreiter? Fragte ich gestern über Twitter. Mir ist aufgefallen, dass bei uns sehr wenig über die Schule als Übertragungsort diskutiert wurde, obschon aus verschiedenen Ländern Berichte über Corona Ausbrüche an Bildungsinstituten berichtet wurde und wir auch in unserer Stadt ein solches Ereignis hatten. Heute morgen ging es dann so richtig los. Viele besorgte Pädagogen meldeten sich mit ihren Sorgen und Ängsten, sowohl als Lehrer als auch als Eltern. Mit der Angst, dass von der Schule her das Virus in die Familie kommen und sich dort ausbreiten könnte, zum Beispiel. Und dann titelte unsere Boulevardzeitung Blick prominent: Der Schweiz könnten dann nebst den Pflegekräften auch die Lehrer ausgehen, von denen sich viele in Quarantäne befinden. Ich denke, wenn wir die Kontakte im öffentlichen Raum ausdünnen wollen, dann müssen wir auch die Schulen und Hochschulen ins Visier nehmen.

 

27.10.20

Unsäglich. Da geht doch eine Gruppe während 7 Tagen auf eine Flussschifffahrt und am Schluss sind 60 von 90 mit Corona infiziert.

 

28.10.20 morgens

Gestern kamen in der Presse eher deprimierende Meldungen. Nebst der hochinfektiösen Flussfahrt wurde ein Hotspot in einer Kita mit infizierten Angestellten und Kindern gemeldet. In unserer Stadt musste die ganze Mannschaft des Profieishockey Clubs in Quarantäne, in der Schweiz notabene der dritte Club. Auch in unserer Stadt mussten 200 Schüler der Mittelstufe in Quarantäne. Und ich frage mich, was da alles für Schutzkonzepte versagt haben.

 

29.10.20

Die Todesfälle im Zusammenhang mit Covid nehmen zu, die Intensivstationen der Schweiz füllen sich im Zusammenhang mit Covid. Und die Corona Skeptiker und Verniedlicher werden zunehmend kleinlauter. Auf der anderen Seite sind heute im Kanton Bern weniger neue Ansteckungen als noch gestern gemeldet worden. Der Kanton Bern hat ja morgen vor einer Woche Grossveranstaltungen wieder verboten und Barbetriebe und Clubs geschlossen. Es könnte also sein, dass hier eine Abflachung der Kurve beginnt. Gespannt warten wir auf die Zahlen von morgen.

 

30.10.20

Heute gab viel zu reden, dass 2 Kantone in der Schweiz Covid positives Gesundheitspersonal weiter arbeiten lassen will, wenn die Betroffenen keine Symptome zeigen. Gleichzeitig sollen in unserem Kanton Leute in Quarantäne, ihre Hunde nicht rasch versäubern dürfen. Das erste muss gestoppt werden –Menschenschutz, das zweite muss geändert werden –Tierschutz.

 

31.10.20

Aerosol, der Begriff der Stunde. Epidemiologen und Physiker beschäftigen sich mit den Mikropartikeln, die in der Ausatmungsluft entstehen, ein Gemisch aus Gasen und Viruspartikeln, die dann von den andern eingeatmet werden. Masken schützen auch vor diesen Partikeln, ich meine nicht die Halloween Masken. Ich bin überzeugt, dass Aerosole eine Rolle spielen bei der Verbreitung von Covid.

 

1.November - Allerheiligen

In den ersten Spitälern der Schweiz werden die Pflegekapazitäten für Covidpatienten knapp. Gleichzeitig wird aus einem Kanton, der bis jetzt relativ wenig Patienten hatte, dem Kanton Baselland, gemeldet, dass in der Berufsfachschule für Gesundheit sieben Klassen mitsamt den Lehrpersonen in Quarantäne seien, weil mehrere Schülerinnen positiv getestet wurden. Es werden auch viele positiv Getestete aus Pflegeheimen gemeldet, mit grosser Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den positiven Pflege-Schülern. Diese Schüler haben wahrscheinlich alte Leute angesteckt. Dazu können sie nicht weiter in der Pflege eingesetzt werden, so werden die Engpässe natürlich auch nicht kleiner. Und zu Hause gehen da ja auch noch einige in Quarantäne. Im Kanton Baselland sind übrigens 65 Schulen von Massnahmen gegen die Pandemie betroffen. 1028 Schülerinnen und 139 Lehrpersonen. Da soll noch jemand sagen, Schulen spielen in der Pandemie keine Rolle.

 

2.11.20 Allerseelen

Die Diskussion zum Thema Triage wird zu pauschal geführt. In 37 Jahren als Heimarzt musste die Frage, ob jemand auf die Intensivpflegestation gebracht werden soll, einige Male diskutiert werden. In diesen Fällen spielt der explizite Wille eines Patienten in einer Patientenverfügung oder der mutmassliche Wille des Patienten die entscheidende Rolle. Zurzeit muss sich jeder Patient, der noch in der Lage ist, dazu äussern bei Heimeintritt: Wollen sie im Notfall reanimiert werden, wollen sie hospitalisiert werden? Dieser Wunsch des Patienten wird regelmässig wieder protokolliert. So gab es in der ganzen Zeit nie eine unklare Entscheidung. Und bei Zweifel wird der Patient den Spitalärzten zugewiesen für deren Meinung. Während der ersten Coronawelle musste diese Zweitmeinung nur wenige Male angerufen werden, eigentlich immer für die Diagnose Covid. Im einzigen positiven Fall war keine Intensivbehandlung nötig und auch keine anderen Patienten waren betroffen. Patienten, die nicht ins Spital wollen, werden im Heim nach den Regeln und der Kunst der palliativen Medizin betreut. Das setzt aber voraus, dass Bund und Kantone die Heime nicht als «quantite negligeable» betrachten und diese mit jeglichem Material, inklusive leichten Beatmungsgeräten versorgen.

 

3.11.20

Sehr positives Erlebnis gestern:

Der Spezialarzt für Allergien, der meine Frau beraten sollte, begriff, dass wir wegen der aktuellen Covidsituation nicht in die Praxis kommen wollten für eine längere Besprechung, also fand die Consultation per Telefon statt. Alle Fragen konnten per Telefon besprochen werden. Klar hatten wir den Vorteil, dass wir per Mail das Rendez-vous direkt mit dem Doktor abmachen konnten. Diesen Vorteil hat nicht jede ältere Person. Aber durch diese Ausdünnung der direkten Kontakte ist in den Praxen mit weniger Dichte zu rechnen. Die Methode ist übrigens auch für viele psychologische und psychiatrische Konsultationen geeignet. 

 

4.11.20

Hilferuf eines Chefarztes des Kantonsspitals Fribourg über die sozialen Medien: das Spital ist in den nächsten paar Tagen voll und würde dann Patienten nicht mehr so versorgen können, wie es nötig wäre. Er bittet um Mithilfe aller um die Neuansteckungen durch Covid zu vermindern. Gleichzeitig schlagen 40 Schweizer Ökonomen Alarm ,dass wenn nichts drastisch ändert bezüglich Massnahmen, die Wirtschaft noch grösseren Schaden nimmt als durch gezielte Lockdowns. Meiner Meinung nach könnten diese ja gezielt auf Sparten und Regionen erfolgen. Was sich mir persönlich noch immer nicht erschliesst, dass bezüglich Schulen keine andern Lösungen gesucht werden als die totale Öffnung. Macht man das wegen den Jungen oder ist es wieder zum Schutz der Wirtschaft, was ja eben nicht funktionieren wird wenn alles krank wird. Schulen spielen mit grosser Wahrscheinlichkeit eine wichtige Rolle in der Übertragung von Covid. Ich persönlich sah immer auch einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den ansteigenden Zahlen und dem Beginn der Schule. Und ganz sicher ist, dass die Schüler mächtig Verkehr in den öffentlichen Raum bringen. Es müsste doch möglich sein alternative Modelle einzuführen. Erste Frage: welche Eltern können ihre Kinder währen 3 bis 4 Wochen selbst schulen in Zusammenarbeit mit einem Lehrer, der Aufgaben verteilt und die Schulung überwacht.

 

5.11.20

Die Schweiz kämpft immer noch mit steigenden Zahlen von Covid positiven Leuten. Vier Kantone haben beim Bund um Hilfe für die Spitäler durch Sanitätstruppen angefragt. Da mutet die Meldung in der Presse geradezu skurril an, dass sich in einem Lebensmittel verarbeitenden Betrieb gerade dutzendweise Mitarbeiter angesteckt haben und dass in diesem Betrieb anfänglich ungenügende Schutzmassnahmen getroffen wurden. Also kein Schutzkonzept praktiziert, wie es der Bund überall eigentlich gefordert hat. Nicht für nötig befunden oder durch niemanden kontrolliert. Das sind Fehler, die wir alle teuer bezahlen müssen. Also ihr Arbeitgeber, seid besorgt dafür, dass in euren Betrieben gute Schutzkonzepte installiert und auch kontrolliert werden. Der Bund schickt übrigens ab sofort bis zu 2500 Sanitätssoldaten in die Spitäler.

 

6.11.20

Es macht sich bei den Behörden Panik bemerkbar, Bundesrat Berset wirkt zunehmend gestresst. Es wäre jetzt wichtig, sich an das erfolgreiche Rezept zu erinnern, das im Frühjahr erfolgreich zur Verminderung der Covid-19 positiven Tests und zur Verminderung der Hospitalisationen und Todesfälle geführt hat. Natürlich soll man Modifikationen anbringen. Zum Beispiel sollen in Pflegeinstitutionen neue Besuchsregelungen angewendet werden, aber die weitgehende Öffnung im Sommer hat zu sehr vielen neuen Übertragungen geführt. In einem Heim, das ich sehr gut kenne, hat man wieder die Plexiglasscheibe hervorgeholt, die Besucher und Besuchte in der wieder eingerichteten Besucherecke auf die nötige Distanz hält, dazu tragen beide Masken. Bei den Besuchern wird eine Befragung über Fieber und Kontakte erhoben und dann noch Temperatur gemessen. Die komplett bettlägerigen Patienten können in ihren Einzelzimmern, die gut gelüftet werden Besucher empfangen, wieder beide Seiten mit Masken und mit 1,5 Meter Distanz und begrenzter Zeit. Mir unerfindlich ist, dass eines der Sicherheitskonzepte, die Schule betreffend, nicht wieder eingeführt wird, der Unterricht soweit als möglich im Fernunterricht und in Teilklassen. Wenn das Home Office weitgehend durchgehalten wird, sollte ja zu Hause auch Unterstützung da sein. Und die Lehrer sollten die Fortschritte der Homeschüler durchaus überwachen.

 

7.11.20

Gestern ist sie eingetroffen, die Musikdose mit den zwei Fasnachtsfiguren, die z Basel a mym Rhy spielt. Auf Twitter wurde ich auf wunderschöne Keramikarbeiten einer Baslerin aufmerksam gemacht, die wegen Ausfall der Herbstmesse und auch des Weihnachtsmarkts eine grosse Umsatzeinbusse erleiden wird. Ihre Freundin hat nun ihre Arbeiten bei Twitter gezeigt und ich habe die schöne Musikdose bestellt. Eine gute Sache, das Weihnachtsgeschäft der vielen Künstler und Kunsthandwerker so zu organisieren. Jetzt freue ich mich auf eine schöne kolorierte Zeichnung des berühmten Basler Stadtführers Grabmacherjoggi. Er kann zur Zeit keine Stadtführungen durchführen, Er verkauft jetzt seine Zeichnungen, die er täglich zu seinen stadthistorischen Notizen auf Twitter präsentiert.

 

8.11.20

Drei Begebenheiten haben mich in den letzten zwei Tagen besonders beschäftigt. Da war der Endspurt der Präsidentschaftswahlen in den USA, eigentlich ein Endmarathon, da die Endresultate erst 4 Tage nach dem Wahltag bekannt wurden. Die vielen zu zählenden Briefstimmen haben dazu geführt. Gewonnen hat dann der Kandidat, der sich nicht nur bezüglich Corona solidarisch gegenüber der Bevölkerung gezeigt hat, sondern als zuverlässiger Wert gilt in der Bekämpfung der grossen Ungleichheiten in der amerikanischen Gesellschaft. Dann beindruckt mich sehr, wie eine uns bekannte Familie in Norddeutschland sich gegen Corona stemmt. Die verwitwete Mutter wird auf der Intensivstation seit mehreren Wochen behandelt. Die Tochter, die in einem Einführungskurs als Assistenzpflegerin angesteckt wurde, wurde zuerst wegen anhaltenden Fiebers einige Wochen im Spital gepflegt. Jetzt muss sie sich zu Hause noch für ein paar Wochen erholen. Deren jüngerer Bruder, ein Risikopatient und die Freundin der Krankenpflegerin, die im gleichen Haushalt wohnt, sind ebenso lange zu Hause in Quarantäne. Dass meine Coronatagebuch für sie eine wichtige Verbindung nach aussen ist, ist für mich ein schönes Kompliment. Denn das dritte Phänom ,das mich beschäftigt, ist die psychische Belastung durch Corona, die ich in meinem persönlichen Umfeld feststellen kann. Die Leute sind sehr vorsichtig, aber die mangelnden sozialen Kontakte und die Ungewissheit über die Dauer der nötigen Schutzmassnahmen führen zunehmend zu Angststörungen und depressiven Symptomen.

 

9.11.20

Was kann man nun machen gegen diese psychischen Probleme durch eingeschränkten sozialen Kontakte. Nun man kann ganz alte Kommunikationskanäle reaktivieren: einen Brief schreiben oder einem Bekannten telefonieren. Die sozialen Medien sind für mich ein durchaus taugliches Mittel, um mit andern in Kontakt zu bleiben. Es können sich hier sogar wichtige neue Kontakte ergeben. Und Kreative Tätigkeiten scheinen mir ein sehr gutes Mittel gegen den Corona Blues zu sein: Basteln, Backen und Kochen, Texte schreiben .“Denn wir sollten in der grössten Betrübnis nicht übersehen, was uns Freuden bereiten kann“ schreibt Martin Werlen im heutigen Lichtblick aus St. Gerold

 

10.11.20

Ein Silberstreifen am Horizont könnte es sein, die Meldung, dass die Firmen Pfizer und Biontech einen Covidimpfstoff für die Zulassung angemeldet haben. Es sind aber nicht nur die Pharmaktien im Wert gestiegen, sondern auch jene der Tourismus und der Flugindustrie, wohl ein Zeichen, dass ein Teil der Menschheit nicht mit Silberstreifen zufrieden ist, sondern wieder vermehrt Kondensstreifen am Himmel sehen möchte, wie wenn es Covid nie gegeben hätte. Erinnern wir uns doch, welches zu Beginn der Hauptverbreitungsweg von Corona war. Sehen wir doch ,dass es jetzt im Geschäftsleben mit viel weniger Fliegen geht.. Und erinnern wir uns doch, dass die nächste Katastrophe durch den Klimawandel und der auch durch die Vielfliegerei verursacht werden könnte.

 

11.11.20 Martinstag

Der Bund und einzelne Kantone melden täglich Gesamtzahlen über positive Coronatests. Dies scheint mir völlig ungenügend als Information. Um Aufmerksamkeit und Selbstverantwortung zu fördern, sollte man auch Informationen zu Clusters haben, diese müssen ja nicht öffentlich und namentlich genannt werden. Dann sollten Branchen und Institutionen in denen Clusters auftreten konsiliarisch beraten werden. Mir fehlt auch die Diskussion über Methoden zur Reinigung der Raumluft von Viren, zBsp durch UV Licht. Von einem einzigen Wirt im Baselbiet habe ich bisher gehört, der in seinem Restaurant eine UV Luftreinigungsanlage eingebaut hat.

 

12.11.20

Gestern erschien auch in der Schweizer Boulevardpresse das Resultat einer Studie der berühmten Stanford Universität aus den USA. Auf Grund der Handy Daten von 98 Millionen Personen wurden die gefährlichsten Orte für eine Covid Infektion eruiert. Es sind Orte wo viele Leute sich lange in geschlossenen Räumen aufhalten. Zuerst genannt werden Restaurants, Cafes und Fitnessstudios. Aus unerfindlichen Gründen werden nicht genannt: Clubs, Schulen, gewisse Arbeitsplätze. Ist es, weil die amerikanischen Schüler keine Handys haben oder will man diese Gefahrenorte aus andern Gründen verheimlichen? Das BAG Schweiz nennt Inzidenzraten bei den 10 bis 19 Jährigen die gleich hoch sind wie bei den 60 Jährigen. Zwischen 20 und 29 sind sie am höchsten überhaupt.

 

13.11.20

In der Gratiszeitung 20 Minuten geben 94 Prozent der Mitarbeiter von verschiedenen Betrieben an, Angst vor der Rückkehr ins Büro zu haben, da dort erhöhte Ansteckungsgefahr für Covid bestehe. Es ist ganz klar, dass Home office , wo möglich, der beste Arbeitsplatz ist. Aber auch die Büroarbeitsplätze kann man sicherer machen. Basis ist das generelle Maskentragen. Aber auch bauliche Massnahmen sind möglich, zum Beispiel Verkleinerung der Räume. Bis heute wurden jedoch nur wenige Beispiele von Umbauten von Bürohäusern publik. Auffallend ist, dass wenig davon gesprochen wird, die Raumluft in Räumen, wo die Maske zum Essen und Trinken abgenommen wird, mit speziellen Lüftungen oder mit speziellen UV Licht-Anlagen zu reinigen.

 

14.11.20

In einer kleinen persönlichen Umfrage auf Twitter mit 72 Antworten gaben 2 Drittel der Teilnehmenden auf meiner Timeline an, dass sie mit bleibenden Veränderungen in unserer Gesellschaft auch nach Corona rechnen. Um so erstaunlicher ist die Unbeweglichkeit der verschiedensten Akteure im Alltag. Die Schule soll so durchgezogen werden wie immer, obschon auch da in einer kleinen Umfrage 2 Drittel bereit wären , die Kinder im Homeschooling zu unterrichten. Und die Post und die Grossverteiler beklagen sich, nicht genügend Personal für die Hauslieferung zu haben und gleichzeitig gibt es viele Arbeitslose und Kurzarbeitende.

 

15.11.20

Da wir wegen Corona nicht mehr so viel reisen sollen und können, empfiehlt der christkatholische Geistliche beim Wort zum Sonntag die Reise ins Innere , zu sich selbst, um die dortige Weite zu suchen. Die Kultur könne uns dabei behilflich sein, Musik ,Literatur, darstellende Kunst. In den sozialen Medien stelle ich diese Reisen ins Innere sehr wohl fest: Was da alles an wunderbaren Fotos und interessanten Zitaten präsentiert wird. Diese regen dann zur Lektüre von bekannten und unbekannten Büchern an und so weitet sich der Horizont ohne dass man Tausende Kilometer zurücklegt.

 

16.11.20

Jetzt in Coronazeiten hat der Begriff soziale Medien eine neue erweiterte Bedeutung bekommen. Mönch Martin Werlen schreibt in seinem neuen Buch „raus aus dem Schneckenhaus“ ,dass er auf Twitter realisiert hat, dass das kirchliche Leben nicht zum Erliegen gekommen ist, sondern in den sozialen Medien neue Kommunikationskanäle gefunden hat. Für mich persönlich ist Twitter der Ort ,wo ich zur Zeit sehr schöne neue Bekanntschaften machen kann und es ist eine erstklassige Informationsquelle. Heute erfahre ich zum Beispiel hochinteressantes zum Thema Lüften in Coronazeiten. Das gute alte Lüften der Räume ist wieder in Mode. Und dort, wo das nicht mehr möglich ist, weil man die Fenster nicht mehr öffnen kann, sind gute Lüftungssysteme notwendig. Denn gegen Aerosole nützt Abstand allein nichts, da brauchts auch Masken und limitierte Aufenthaltszeit in den Räumen. Das zeigen Berichte von der Universität Colorado. Um so erstaunlicher ist , dass nicht weiter über Virenfilter mit UV Bestrahlung für den Gebrauch in Restaurants und auch privat geforscht wird.

 

17.11.20

Die gestrige Pulssendung im Fernsehen zum Thema Covid war sehr informativ und wichtig. Sie zeigte einmal nicht nur die intensivmedizinischen Seiten der Behandlung, sondern auch die allgemeinmedizinischen. Sie zeigte, dass auch Hochbetagte zu Hause betreut werden können. Es war , trotz des Todesfalls eines Hochbetagten auf der normalen Covidstation, auch eine tröstliche Sendung, zeigte sie doch, dass es noch andere Behandlungsmethoden ausser der Intubation gibt, die für den Patienten hilfreich sind. Und ich fragte mich, ob zum Beispiel die Beatmungsgeräte ohne Intubation nicht auch für den einen oder andern Patienten in Pflegeheimen eine taugliche Methode wären.

 

18.11.20

Die Schulen fühlen sich im Moment auch etwas alleingelassen, wie die oberste Lehrerin der Schweiz im Fernsehen darlegt. Der Bund hat offensichtlich „ kä Luscht“ den Schulunterricht wieder zu modifizieren wie in der ersten Coronawelle, obwohl zum Beispiel Oesterreich dies macht. Und Kantone und Gemeinden wollen nicht dazu beitragen, die Viruslast in den Schulzimmern zu senken durch Einbau von potenten Lüftungsanlagen oder wenigstens mobilen Luftfiltern. Stosslüften soll genügen, tut es aber nicht, da nicht genügend oft möglich. Und so bleiben die Schüler und ihre Lehrer während 2 Stunden in der dicken und eventuell mit Viren belasteten Luft des Klassenzimmers sizten bis dann in der grossen Pause gelüftet wird. Danach müssen sie dann den Wintermantel anbehalten bis die Temperatur im Zimmer wieder steigt. Klar wurde während der Fernsehsendung, dass Luftfiltern nur ein Zusatzmittel ist und dass regelmässiges Lüften unerlässlich ist.

 

19.11.20

Die Bettenbelegung in den Schweizer Spitälern durch Covidpatienten sei bedrohlich, bedrohlich für das Funktionieren unseres Gesundheitssystems. Dabei wird immer über die Betten gesprochen, wie wenn diese die Patienten betreuen und pflegen würden. Das Personal ist chronisch überlastet und wird durch Erkrankte zunehmend ausgedünnt. Das sollten sich die Leute die schon wieder Lockerungen fordern einprägen: Man kann ein System auch bottom up- von unten nach oben lahmlegen, ohne Befehle und Steuerung von oben, nämlich wenn alle Mitarbeiter ausfallen. Das zu verhindern ist gemeint mit :wir müssen unser Gesundheitssystem unbedingt vor dem Zusammenbruch schützen. Und warum wartet man so lange bis man Sanitätssoldaten zur Verstärkung holt? Auch in Pflegeheimen könnten sie für Transportaufgaben, als Begleitpersonen anstelle des Personals, gute Dienste leisten und das Pflegepersonal könnte pflegen.

 

20.11.20

Wir sollen nicht nur auf die auch heute etwas gesunkene Zahl von Covidpositiven schauen, sondern auch auf die an Covid oder mit Covid Verstorbenen. Jeden Tag sterben um die 100 Menschen in der Schweiz im Zusammenhang mit dieser Krankheit. Das entspricht der Bevölkerung eines mittleren Schweizer Dorfes jede Woche. Diese Todesfälle repräsentieren die epidemiologische Situation in den letzten Wochen und zeigen ,wo es hingeht, wenn wir die Schutzmassnahmen nicht konsequent weiterführen. Und die Skeptiker sollen nicht mit den sinkenden Zahlen kommen, denn diese sind sicher Folge der getroffenen Massnahmen. Die Kantone mit den schärfsten Massnahmen haben die besten Resultate.

 

21.11.20

Immer wieder wird in der Presse und in den sozialen Medien postuliert, die Behörden und gewisse Fachleute würden Panik sähen bezüglich Covid. Ich bin der Meinung, dass da keine Panik gesät werden muss, da in der Bevölkerung schon genug Wissen über die Situation vorhanden ist.. In einer persönlichen kleinen Umfrage auf Twitter ,die von 41 Teilnehmern beantwortet wurde ,gaben 73 Prozent an, jemanden zu kennen der an Covid gelitten hat.,32 Prozent gaben an, ihr Bekannter hätte intensivpflege nötig gehabt und 58 Prozent gaben an, dass ihr bekannter eine Langzeitschaden wie Atemnot oder Geruchsverlust hat.

 

22.11.20

„Ehrfurcht vor dem Leben“, das war das grossen Anliegen von Albert Schweitzer. Und diesem Anliegen wurde gestern auf dem Bundeshausplatz mit einer gigantischen Lichtinstallation Nachdruck verliehen.3700 Kerzen, für jeden an Corona Verstorbenen in der Schweiz eine, wurden da angezündet. Es wird auf den einzigartigen Wert eines jeden Lebens aufmerksam gemacht, ein Wert, der gegen nichts aufgewogen werden kann. Und es wird appelliert, dass der Bund , der überall Schutzkonzepte gegen Corona verlangt, selbst ein Konzept präsentiert, wie er möglichst viele Menschenleben in dieser Pandemie retten will.

 

23.11.20

Heute werden in der Schweiz weniger Covid positive Tests gemeldet,in der Romandie und im Röschtigraben sogar deutlich weniger. In diesen Regionen bestehen härtere Regel wie Maskenpflicht im dichtbesiedelten Gebiet , geschlossene Restaurants ,oder beides. In den andern Gebieten gibt es weniger harte Vorschriften, dafür mehr positive Resultate. Es muss also schon etwas sein an diesen Vorschriften. Basel hat heute auch die Schliessung der Restaurants verfügt. Sollte sich auch hier eine Trendumkehr einstellen, dann wird der Beizen Lockdown für die ganze Schweiz kommen. Und dann werden diese Bilder hoffentlich verschwinden, wie ich gestern eins gesehen habe: Feier mit sicher mehreren Familien, in geschlossener Gesellschaft im Restaurant, mit Umarmen und Küssen, eben dem ganzen Programm.

 

24.11.20

In Frankreich gelang es die Covid positiv Getesteten auf einen Zehntel zu reduzieren , mit einem Lockdown mit geschlossenen Geschäften und Restaurants. sowie Ausgehverbot. In der Schweiz mit weniger strengen Regeln kämpfen wir um eine Halbierung der Zahlen alle 2 Wochen. Würde es sich hier um 2 Gruppen in einer medizinischen Studie handeln, würde diese Studie ziemlich sicher abgebrochen, da die 2. Gruppe in unvertretbarerweise benachteiligt ist. Denn bei diesem Kontaktunterbruch geht es darum, das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu schützen .Und bei den Rechten geht es nicht nur darum, das Partyrecht der Jungen zu retten, sondern auch das Recht der Älteren in Pflegeheimen ,noch Besucher empfangen zu dürfen, was zur Zeit an vielen Orten nicht mehr gewährt werden kann, weil ganze Heime isoliert sind. Es sind zu viele Covid Positive, die es nicht wissen, unterwegs in der Schweiz, wie die Positivitätsrate zeigt.

 

25.11.20

Auffällige Nachricht: im Kanton Bern gibt es heute wieder mehr Covid positiv Gemeldete. Nun, nicht nur mir sind da Geschichten von Beizentourismus aus dem Kanton Neuchatel mit geschlossenen Restaurants in den Kanton Bern mit geöffneten zu Ohren gekommen. Deshalb scheint die Frage, ob auch im Kanton Bern die Restaurants geschlossen werden müssen ,nicht ganz abwegig. Andererseits werden in der ganzen Schweiz schon wieder Stimmen laut ,die Lockerungen fordern. Den Leuten ,die das wollen ,möchte ich mit einem Zitat antworten, das ich unter Google zum Thema: zweimal den gleichen Fehler gefunden habe: Ich mache nie denselben Fehler zweimal. Für gewöhnlich steigere ich seine Peinlichkeit, Tragweite und Dramatik beträchtlich.

 

26.11.20

In der zweiten Dezemberwoche wollen die Deutschen und die Amerikaner beginnen, gegen Corona zu impfen. Und darum sollten wir auch beginnen, uns Gedanken zu machen zu dieser Impfung. Hier geht es jetzt um Eigenverantwortung, weil jeder Einzelne sich Gedanken machen muss, wann und weshalb er sich impfen lassen soll. Der ältere Patient ,der einen chirurgischen Wahleingriff vor sich hat, oder der Altersheimpatient, der wieder Besuch von seinen Angehörigen haben möchte, sie müssen eigenständig entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen, auch wenn die letzte Langzeitwirkung des Impfstoffs noch nicht bekannt ist. Und sie müssen frei entscheiden können und bei voller Urteilsfähigkeit. Ich sehe also ein Impfpriorität bei den älteren Risikopatienten, die ein gewisses Langzeit-Risiko nehmen wollen, um die jetzige Lebensqualität deutlich zu verbessern. Dazu braucht es aber nicht Befehle durch Behörden, sondern Überzeugung durch ein ärztliches Gespräch.

 

27.11.20

Was wurde in den letzten Monaten nicht alles von Schutzkonzepten erklärt und geschrieben. Nun im Schweizer Profisport scheint niemand an diese Schutzkonzepte zu glauben oder sie durchzusetzten. Jede Woche ganze Mannschaften in Quarantäne. Zu denken geben aber auch die Massenausbrüche von Covid in Pflegeinstitutionen der ganzen Schweiz, beginnend im Tessin ,dann im Wallis , in Zürich , in der Innerschweiz, in Fribourg ,Genf und in Bern (Liste sicher unvollständig). Dies spricht nicht für die Konzepte ,die dort zur Anwendung kamen. Und ich denke, es sind nicht die einzelnen Heime, die da verantwortlich sind. Es wurde auf der Behördenebene zu wenig getan. Dort wusste man zuerst von gehäuften Covid positiven Testen in den gleichen Heimen und hat ganz offensichtlich nicht nachgebessert in allen Institutionen in den Kantonen. Jetzt durch die neuen Schnelltests motiviert macht sich der Kanton Basel Stadt daran, die Covid Prävention in den Heimen zu intensivieren, aber ich denke ,es braucht auch in der Heimorganisation Modifikationen.

 

28.11.20

Von einem Twitterfreund aus dem Schwarzbubenland darauf aufmerksam gemacht, sah ich vor 2 Tagen eine höchst bemerkenswerte Fernsehsendung auf Tele Basel. Ein sehr bekannter Basler Chirurge, schilderte in einem eindrücklichen Interview, wie er eine schwerere Form von Covid überlebte. Er erzählte von den Medikamenten die er erhielt, von seiner Verlegung auf die Intensivstation, als seine Sauerstoffsättigung immer schlechter wurde und seine Entscheidung, auf eine Intubation zu verzichten, um bei Bewusstsein zu bleiben , um mit den Angehörigen noch einige Dinge besprechen zu können. So wurde er mit einer Atemmaske und hohem Sauerstofffluss behandelt. Und es gelang. Dieses Interview war so viel informativer, hilf- und trostreicher als die vielen Sendungen mit den üblichen Bildern aus Intensivpflegestationen. Und dann der Appell des betroffenen Arztes an alle Skeptiker, aufzuhören mir der Verharmlosung dieser Erkrankung.

 

29.11.20

Sie sagte das sehr schön , die Pastoralassistentin in der Fernsehpredigt zum 1. Advent: Advent und Coronazeit haben sehr viel miteinander zu tun. Der Advent ist eine besinnliche Zeit. Die Coronazeit ist eine besinnliche Zeit. Da sollten wir eigentlich zur Besinnung kommen, und zu den Schlüssen, was wirklich wertvoll ist in unserem Leben.

 

30.11.20

Das Abwägen von Wirtschaft gegen Gesundheit ist aus juristischen und ethischen Gründen total abwegig. Die Schweizerische Bundesverfassung garantiert das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und sie verbietet Diskriminierung jeglicher Art, man darf auch nicht wegen des Alters oder wegen körperlicher, geistiger oder psychischer Behinderung diskriminiert werden werden. Da die Verfassung auch Bewegungsfreiheit garantiert, so lange sie nicht jemanden andern in Gefahr bringt, muss der Zielkonflikt Bewegungsfreiheit gegen Unversehrtheit gelöst werden. Wer sich persönlich frei bewegen will, muss sich gewisse Einschränkungen gefallen lassen , um nicht andere zu gefährden. Zum Beispiel Maskentragen und später vielleicht auch den Nachweis einer Impfung.

 

 

1.12.20

Die Ethikerin Frau Ruth Baumann-Hölzle hat in der Sendung Arena am Schweizer Fernsehen sehr eindrücklich erklärt, dass für sie diese Coronakrise wie ein Vergrösserungsglas wirke, das das Verhalten und die die Probleme in unserer Gesellschaft deutlicher zeige. Ein Befund zeigt sich deutlich, die abnehmende Solidarität mit den grossen Verlierern im wirtschaftlichen Bereich. Der grosse Entrüstungssturm gegen den Vorschlag des ETH Ökonomen Sturm, eine vorübergehende Sondersteuer für die Gewinner in der Krise einzuführen, um die Benachteiligten besser unterstützen zu können war einer der ersten Belege für eine gewisse Entsolidarisierung. Dabei lag dieser Vorschlag genau auf der Linie der Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung, die sagt: die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen. Und grad jetzt läuft im Parlament die Diskussion, ob Mieter bei der Miete von Räumen ,die sie wegen Corona nicht nutzen können, entlastet werden sollen. In der grossen Kammer wurde dies abgelehnt. Nutzniesser wären: die grossen Immobilienbesitzer der Schweiz, denen dieses Land bald vollständig gehört und ihre Aktionäre. Verlierer: die Kleinen ,die Schwachen und der Mittelstand.

 

2.12.20

Wer dachte das mit „mir wänn eifach jasse“ sei der Höhepunkt des fahrlässigen Sauglattismus in Coronazeiten gewesen, wurde gestern und vorgestern eines Anderen, belehrt. Es geht noch schlimmer: Da wurden in beiden Ratssälen des Schweizer Parlaments frivole Gratulations-Partys gefeiert, mit viel Blasmusik am einen und Rudelbildung (Zitat Fernsehtagesschau) am andern Ort. Da passte wirklich kein Ballon mehr zwischen die Leute. Ja, wie soll man von den Indianern Disziplin verlangen, wenn sich die Häuptlinge so verhalten.

 

3.12.20

So deutlich wie vom Medizinhistoriker Condrau in der Fernsehsendung Club gesagt, habe ich das noch nie gehört: Eigenverantwortung ist kein taugliches Instrument um gegen Epidemien und Pandemien zu kämpfen. Da braucht es eindeutige, klare Richtlinien von oben, die dann auch durchgesetzt werden. In allen Ländern wo so vorgegangen wurde, konnte die Pandemie besser unter Kontrolle gebracht werden als bei uns. Die Schweiz habe die Strategie verfolgt, die Pandemie so zu kontrollieren, dass die Spitäler nicht überlastete werden, die erfolgreicheren Länder haben eine O Corona Strategie angestrebt. Die Schutzkonzepte, die in der Schweiz immer wieder beschworen werden, scheinen ja nicht über jeden Zweifel erhaben, sonst hätten wir ja nicht überall diese Massenausbrüche in den Institutionen. Und wenn wir meinen, auch bei Corona ein Spezialfall zu sein, dann werden wir sicher einer werden. Unsere Zahl der Verstorbenen spricht Bände.

 

4.12.20 Barbaratag

Es gibt auch immer wieder gute Meldungen in dieser Coronazeit. Vorgestern wurde gemeldet, dass in England der erste Coronaimpfstoff zugelassen wurde und dass in wenigen Tagen Impfbeginn ist. Oder dann die Anekdote, die gestern in den sozialen Medien kursierte. In einer Tessinerkirche soll die Statue des San Rocco, die seit 40 Jahren als gestohlen galt, wieder aufgetaucht sein. San Rocco, der Heilige Rochus von Montpellier, der Schutzheilige gegen Seuchen und Patron der erkrankten Haustiere. Am Ende des 13. Jahrhunderts lebend, aus reichem Haus stammend, verzichtete er auf Reichtum und setzte sich sein ganzes Leben für Pestkranke ein, auch auf seiner Pilgerreise nach Rom. Als er später selbst an Pest erkrankte, half ihm niemand, ausser ein Engel und ein Hund, der ihm so lange Brot brachte bis er wieder genesen war, so die Legende.

 

5.12.20

In der gestrigen Fernsehsendung Arena zum Thema Corona, war die einzige relevante und unwidersprochene Aussage: die Zahlen in der Schweiz müssen einfach runtergedrückt werden, sonst gibt es ein Desaster. Diese Aussage wurde wiederholt vom neuen SP Präsidenten Wermuth gemacht. Eine Antwort, wie das gemacht werden muss, erhielt er nicht. Denn es wurde nur über weitergehende Lockerungen der Massnahmen für den Wintertourismus gesprochen. Der Rest war Selbstbeweihräucherung bezüglich der hervorragenden Leistungen, die in der Schweiz vollbracht wurden.

 

6.12.20 Nikolaustag

Mich wundert immer wieder der Kommunikationsstil der Behörden in diesen Coronazeiten. Da werden laufend, ausser den nackten Zahlen, neue Verhaltensmassnahmen bekanntgegeben, ohne dass man die Grundlagen für diese Entscheidungen bekannt gibt. Für neue Massnahmen in Restaurants wird zum Beispiel nicht darauf hingewiesen, dass in den Kantonen, wo die Restaurants geschlossen wurden, die Zahlen der Covid pos. Tests sofort rasant zurückgingen. In meinem Beruf als Arzt bin ich gewohnt, dass man zuerst eine Beurteilung der Situation bekanntgibt, die dann die Grundlage für das weitere Vorgehen gibt. Wenn also der Bundesrat nicht mehr will, dass die Experten die Öffentlichkeit selbst informieren, dann muss er halt selbst die epidemiologischen Grundlagen erörtern, damit seine Entscheidungen nachvollzogen werden können. Heute ist Nikolaustag und da können wir nur hoffen, dass der Bundesrat etwas von Heiligen Nikolaus, dem Bischof von Myra, dem Schutzpatron der Kinder ,der Seefahrer und Kaufleute übernimmt, der der Legende nach in Hungerzeiten die Kaufleute dazu brachte, den Weizen unter die hungernden Leute zu verteilen, wobei sich der Weizen auf den Schiffen immer wieder auffüllte.

 

7.12.20

Zwei grosse Fragen beschäftigen mich seit einigen Tagen. Da steht die Impfkampagne gegen Corona bevor. Hier ist nun präzise und transparente Information gefordert, damit der Einzelne eigenverantwortlich entscheiden kann, für oder eventuell gegen eine Impfung. Die zweite Frage :warum wurde die Frage nach Luftreinigung beispielsweise In Schulen, Restaurants und in Institutionen, durch UV Licht oder durch Filterung , nicht weitergeführt, obschon in Schulen und Pflegeheimen immer wieder Massenausbrüche gemeldet werden. Also wenn in Allschwil/ Baselland die Primarschule geschlossen wird ,da vier Klassen in Quarantäne geschickt werden mussten oder wenn in verschiedenen Institutionen der Schweiz die Pflegenden dutzendweise in Isolation geschickt werden müssen ,dann spricht das nicht für ultimative Schutzkonzepte, und ist das auch eine Form von Lockdown. Hier ist mehr Kreativität und Veränderungswille gefragt. Also bitte: volle Transparenz und mehr Kreativität.

 

8.12.20

Heute Morgen wurde in Grossbritannien der erste Mensch mit einem in Westeuropa geprüften und zugelassenen Impfstoff gegen Corona geimpft, eine 90 jährige Frau. Sie liess sich impfen, weil sie wieder normalen Kontakt zur Familie haben will. Und ich bin zuversichtlich, dass ihr nun in ganz Europa zuerst die Ältesten folgen werden und sich impfen lassen und den Jungen zeigen werden was dieser Impfstoff kann und was er nicht kann, also die, die in letzter Zeit nicht so freundlich behandelt wurden, werden jetzt zu unseren Volkshelden. Gestern schon erfuhren wir Schweizer dass das WEF vorderhand bei uns weg ist. So spüren jetzt im Bündnerland und in der Innerschweiz viele, dass man bei solchen Coronazahlen nicht nur weiterhin Geschäfte machen, sondern auch Geschäfte verlieren kann, dass erhöhte Sicherheit auch ein wirtschaftlicher Standortvorteil sein kann.

 

9.12.20

Gestern wurden in der Schweiz die „ Worte des Jahres „ , für jeden Landesteil eines bekanntgegeben. Systemrelevant“ heisst es für die Deutsche Schweiz. Pikant, dass dieses Wort vor einigen Jahren noch das Unwort des Jahres war. Nun wenn wir, wie der Heilige Benedikt von Nursia sagt, in Menschen und nicht in Zahlen denken, so sind wir Gott oder wenn sie wollen, dem Universum sei Dank, alle systemrelevant, denn jeder gehört zu diesem System, jeder hat Einfluss auf dieses System. Auf dem zweiten und dritten Platz: in der Deutschschweiz waren „Maskensünder“ und „Stosslüften“. Das französische Wort „Coronagraben“, das italienische „Pandemia“, das romanische „mascrina“, die Maske.  

 

10.12.20

Immer noch aktuell oder immer aktueller:

Blibed Gottfrid Stutz deheime

Susch wärde mer alli chrank

Denn nütze keini Mittel meh

Keini Millione uf der Bank

(Corona Song auf YouTube)

 

11.12.20

Die Gefährdetsten zu schützten ist seit Beginn der Pandemie das Ziel. Zu diesen gehören bekanntlich die Leute über 75 und ganz besonders Leute in Pflegeinstitutionen. Ich hatte bisher den Eindruck, .dass sehr viel über diese Risikogruppe gesprochen wurde, dass aber nicht immer das Mögliche gemacht wurde, weil das nötige Material nicht vorhanden war, weil es zu teuer war, oder im ambulanten Bereich, weil zu wenig informiert oder instruiert wurde. Nun wurde ich von Twitterfreunden auf das Tübingermodell zum Schutz der Betagten aufmerksam gemacht: In Tübingen stecken sich fast keine Betagten über 75 mehr an. In den Pflegeinstitutionen und in den ambulanten Betreuungsdiensten wird das Personal regelmässig getestet, dazu auch die Besucher der Heime. An alle Betagten wurden vom Staat gratis FFP 2 Masken abgegeben.

 

12.12.20

Sie kennen die Fabel von La Fontaine: die Milchfrau und die Milchkanne. Eine Bauernmagd bringt eine Kanne Milch zum Markt. Auf dem Weg dorthin denkt sie darüber nach, was sie mit dem Erlös der verkauften Milch machen könne. Die Magd ist so in Gedanken versunken , dass sie die Steine auf dem Weg nicht sieht. Sie stolpert, die Milchkanne fällt hin und zerbricht. Mit Milchmädchenrechnung bezeichnen wir nach dieser Fabel eine Rechnung, bei der voreilige Annahmen gemacht werden ,die nicht zutreffen. Und ich denke bei uns machen einige auch eine solche Milchmädchenrechnung: Wir müssen die Wirtschaft laufen lassen. wir verlieren dabei die Coronazahlen und das Gesundheitswesen aus den Augen und des WEF ist weg.

 

13.12.20

An der frischen Luft spazieren gehen und Bücher lesen sind die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Coronazeiten. Für mich ist es das Lesen, da ich wegen eines Hüftleidens gehbehindert bin und meine Operation verschoben ist ,bis die Coronalage wieder unter Kontrolle ist. Nebst Büchern aus meiner eigenen Bibliothek waren es in den letzten Woche zwei Bücher von ganz wichtigen Seelsorgern, die mich in ihren Bann gezogen haben. Der Oberhirte der katholischen Kirche, Papst Franziskus hat soeben das Buch „Wage zu träumen, mit Zuversicht aus der Krise“ veröffentlicht. Und Mönch Martin, wie er sich bescheiden nennt, der ehemalige Abt des Klosters Einsiedel und jetzige Probst von St. Gerold in Vorarlberg, Martin Werlen, gab schon vor ein paar Monaten sein Buch „raus aus dem Schneckenhaus“ heraus. Beide Werke sind in der Coronazeit entstanden, beziehen sich aber viel breiter auf den Zustand unserer Welt und unsere zukünftigen Aufgaben. Beide Bücher sind grosse Tröster in dieser schwierigen Zeit.

 

14.12.20

„Als wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren haben, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“( Mark Twain).Nun wir verdoppeln bei Corona nicht nur die Anstrengungen, sondern bald wieder die Zahl der neu Angesteckten. Ich denke wir sollten wieder das Ziel ins Auge fassen und die Zahlen halbieren.

 

15.12.20

Seit Wochen werden nur die Zahlen der Angesteckten gemeldet und nicht, wo sie angesteckt wurden. Es kann nicht sein, dass das Contacttracing überall so schlecht funktioniert. Nun in den letzten Wochen, konnte sich jeder selbst ein Bild machen, wo die grösste Gefahr einer Ansteckung liegen könnte: In der Beiz. Denn als in der Romandie die Restaurants geschlossen wurden sanken die Zahlen rasant. Wieso Restaurants eine grosse Infektionsquelle sind, konnte man sehr gut selbst beobachten: Die vielgerühmten Schutzkonzepte wurden vielerorts einfach nicht eingehalten. Ist auch nicht verwunderlich, wenn die Wirte selbst für das Kontrollieren der Schutzkonzepte verantwortlich sind, denn sie werden nicht in jedem Fall ihre Gäste massregeln, sie haben-so mein Kollege –nur ein Restaurant, die Gäste haben mehrere. Zur Ehrrettung des Gastgewerbes: Ich habe auch ganz vorbildliche Betriebe gesehen: zum Beispiel Anfang August in Riehen Basel-Stadt im Restaurant Wiesengarten, im Garten, Tische mit mehreren Metern Abstand und Personal mit Masken.

 

16.12 .20

Lachen ist gesund, es entspannt und senkt den Blutdruck, das ist wissenschaftlich bewiesen. Deshalb hat die scherzhafte Serie: „der passende Coronafilm“ in dieser angespannten Zeit durchaus seine Berechtigung. Die Serie wurde von meinem Twitterfreund Urs angestossen und verbreitet sich jetzt viral. Mir sind da gerade mehrere Filmtitel eingefallen: „Die tollkühnen Männer und die steigenden Zahlen“, „Besser geht’s noch“, „Karin ist die allerbeste“, und ganz aktuell „High Noon“ und „Meuterei auf der Bounty“.

 

 

17.12.20

Dass alle Gastrobetriebe pleite gehen sollen, wenn man die Betriebe für 4 Wochen dicht macht, ist für mich nicht nachvollziehbar. Per e mail bieten verschiedene Anbieter komplette Menus mit Hauslieferung an, dies auch über die Festtage. Man könnte den Mitarbeitern ja anstelle des Weihnachtsessens einen Gastrogutschein schenken Man kann sicher auch jetzt als Wirt noch Geld verdienen, .aber es ist halt etwas aufwändiger. Es fehlt zum Teil auch an Phantasie, Kreativität, geistiger Beweglichkeit und Einsatzbereitschaft. Es gibt nicht einfach: Beizen offen ja oder nein, es gibt auch Gastronomie anders.

 

18.12.20

„Gib ihnen die Demut, zu sehen ,

dass wir nicht besser sind als die andern.

Gib ihnen den Mut , das zu tun was zu tun ist.

Und gib ihnen die Einsicht, dass jetzt

der Moment ist, zu handeln“

(nach Marc Aurel)

 

19.12.20

Das beste zuerst: Heute wurde in der Schweiz der Covid 19 Impfstoff von Pfizer Biontech in der Schweiz ganz regulär zugelassen, d.h. nicht mit einer Notzulassung wie in England und USA. Dann das eher Unerfreuliche: Die Statistik über die Orte, wo Covid in der Schweiz übertragen werden soll. Dieser Statistik scheint sogar der Bundesrat weniger zu trauen als dem was er in Natura beobachten kann. Er schliesst die Beizen, obschon dort „nur“ 2,8 Prozent der Ansteckungen stattfinden sollen. Was alle sahen: als in der Westschweiz die Beizen zu waren, gingen die Ansteckungen erheblich zurück. Mit den Schulen hat sich der Bundesrat wieder in die Ferien getrippelt. Die sind jetzt auch während 14 Tagen geschlossen. Aber wenn man die Studie der Harvard Universität vermittelt bekommt, die sagt , dass Schulschliessungen enorm wichtig sind in der Reduktion der Fallzahlen, dann sind die Behörden noch nicht aus der Pflicht entlassen. Denn funktionierende und auch sichere Schulen stehen nicht in der Eigenverantwortung der Bürger, sondern sind Staatssache.

 

20.12.20

Ich spür sie dieses Jahr wie eigentlich noch selten. Diese Stimmung des Sehnens nach Besserung der Situation.“ Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab, rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheissung gab. „Dieses Adventslied summt mir auch dieses Jahr immer wieder durch den Kopf, aber jetzt ganz besonders intensiv. Ich bin aber eiverstanden mit der Epidemiologin Eckerle, dass wer kann, dieses Jahr anders feiern sollte. Ich werde es telefonierender Weise oder über social media versuchen. Bei vielen Bewohnern einer Pflegeinstitution ist das nicht ganz einfach. Da wird wohl der eine oder andere im gegenseitigen Einverständnis zu seiner Familie feiern gehen wollen. Dass er aber nachher 10 Tage in Quarantäne gehen muss, ist für mich selbstredend, denn wir müssen alle über den eigenen Christbaum hinaussehen und an die andern denken. Die dürfen nicht angesteckt werden. Dass das geht, sehen wir bei den Leuten, die stationär im Spital waren, sie müssen alle im Pflegeheim in Quarantäne. Die bessere Variante ist wahrscheinlich die, dass auch die Betagten noch ein bisschen Geduld haben, sich impfen lassen und nachher wieder ganz frei sind.

 

21.12.20

Die , die immer sagen, man müsse die Meistgefährdeten schützen, möchte ich anfragen, wo waren dann diese Bemühungen bis jetzt. Zu Beginn konzentrierte man sich auf die Spitäler und dort auf die Intensivstationen, natürlich zurecht. Aber die Schutzkonzepte in den Pflegeheimen wurden zu Unrecht vernachlässigt. Wie sonst ist es möglich , dass in Pflegeheimen in letzter Zeit Massenausbrüche bei Bewohnern und Pflegepersonal festgestellt werden konnten. Hier dauerte es zum Teil sehr lange, bis Pflegende und Gepflegte beide eine Maske trugen, obschon die John Hopkins Universität schon lange im privaten Bereich Masken für beide propagierte. Und dann wird vergessen, dass die Mobilsten im Heim die jungen Pflegenden sind, Väter und Mütter von Kindern, die in die Kita oder in die Schule gehen, und dass mit grösster Wahrscheinlichkeit das Virus von aussen in die Pflegeinstitutionen kommt. Eine weitere Frage: warum wurde die Frage der Luftreinigung durch UV-Licht oder Filterung nicht weiter verfolgt, ein Konzept ,dass möglicherweise für Schule und Pflegeinstitution hätte hilfreich sein können.

 

22.12.20

Das Virus sei uns wieder einen Schritt voraus, meldete der hohe Beamte des BAG gestern. Er sprach dabei die neue Mutationsform von Covid 19 an , die in England und Südafrika gefunden wurde. Dies Form breite sich viel schneller aus als die herkömmliche. Nun, dass das Virus uns wieder überholt, wundert mich nicht, halten wir doch immer wieder inne und beobachten, während das Virus vorwärtsmacht. Hoffen wir dass die Impfung auch gegen die Variante hilft, denn wer in der Schweiz auch vorwärts macht , sind die Innerschweizer Kantone, die morgen mit der Impfung beginnen. Bereits geimpft ist der neue Amerikanische Präsident Joe Biden und in England 500 000 Einwohner.

 

23.12.20

Heute Morgen wurde in Luzern der erste Einwohner der Schweiz, eine 90 jährige Einwohnerin, gegen Covid 19 geimpft. Ich als Arzt beginne mit allen Bewohnern eines Pflegeheims die Frage zu erörtern, ob sie geimpft werden wollen oder nicht. Jetzt können die Betagten eigenverantwortlich bestimmen, wie sie einen Beitrag zur Entspannung der Situation leisten können, indem sie sich aktiv schützen und gleichzeitig wieder mehr sozialen Freiraum erlangen.

 

24.12.20

Die heutige Nacht wird für viele eine ganz stille Nacht, eine zu stille Nacht. Für die die krank in einem Zimmer zu Hause oder im Spital liegen. Für die die alleine zu Hause sind, weil sie keinen Besuch empfangen können , oder noch schlimmer, weil, sie jemanden Lieben verloren haben. Diese Leute sollten wir versuchen zu trösten, indem wir ihnen heute Abend telefonieren.

 

25.12.2o Weihnachten

Heut sprach der Papst seinen Segen urbi et orbi, den Segen für die ganze Welt. Zum zweiten Mal, seit Corona wütet. An Ostern konnte er dies noch auf dem leeren Petersplatz machen. Dieses Mal aus einem Innenraum des Vatikans, zusammen mit ein paar Dutzend auserlesenen Gästen. Er hielt sich an die Restriktionen, die allen Katholiken für ihre Gottesdienste auferlegt wurden. Er zeigte aber auch vorbildlich, dass man mit modernen Kommunikationsmitteln auch Verbundenheit erzielen kann. Ich auf jeden Fall fühlte mich. nur durch eine Fernsehkamera von ihm getrennt., noch nie so nah beim Papst wie heute. Ich hoffe, das ist Millionen Menschen auf der ganzen Welt so gegangen, die ihm noch nie die Hand schütteln durften

 

26.12.20 Stephanstag, zweiter Weihnachtstag

Nah ist

Und schwer zu fassen der Gott

Wo aber Gefahr ist

Wächst das Rettende auch

Friedrich Hölderlin

 

27.12.20

Forscher des Universitätsspitals Basel haben gefunden, dass die Gruppe der jüngeren Menschen mit hoher Mobilität, tiefem Einkommen und engem Wohnraum für eine grossen Teil der Übertragungen von Covid verantwortlich sind. Ich lese täglich von Massenausbrüchen in Pflegeinstitutionen und frage mich, ob zwischen diesen beiden Befunden nicht ein Zusammenhang besteht. Unsere Pflegenden in den Institutionen sind jung, haben Kinder ,keine Spitzenlöhne und leben nicht in geräumigen Villas. Mobil müssen sie auch sein, meistens mit dem Öv, um die Kinder in die Kita zu bringen, .bevor sie zur Arbeit im Pflegeheim erscheinen. Ich finde es sehr klug, dass im Kanton Basel die Pflegenden minutiös auf Covid getestet werden. Auch die Massnahmen in den Heimen , z Bsp. Maskentragen von Beiden bei der Pflege oder von Bewohnern bei engen Raumverhältnissen in den Gängen können noch verbessert werden. So können Massenausbrüche sicher reduziert werden.

 

28.12.20

Französische Forscher aus Nantes haben untersucht, wie hoch die Virenlast mit Covid in den verschiedenen Räumlichkeiten eines Spitals ist. Sie konnten Virenpartikel in Luftproben von Intensivstationen , Gängen und Toiletten nachweisen. Es stellt sich die Frage der Gefährlichkeit dieser Befunde für Patienten und Personal. Da frag ich mich, wieso in der Schweiz anlässlich der Massenausbrüche in Pflegeinstitutionen nicht solche Forschungen gemacht wurden, warum nicht auch in Schulen. Auch eine allfällige Luftreinigung mit Filter und UV Licht in diesen Institutionen hätte weiterverfolgt werden müssen. Schon vor Wochen wurde auf Twitter die Luftreinigung diskutiert.

 

29.12.20

Gestern begann in Basel die Impfung der Bevölkerung gegen Covid 19, in einem grossen Impfzentrum in der Messe Basel. Alle über 65 jährigen und alle jüngeren Risikopersonen können sich dort impfen lassen, mehrere Tausend pro Tag,. sofern genügend Impfstoff da ist. Ein älteres , sehr rüstiges Ehepaar, das bei den ersten Impflingen war, gab dem Fernsehen Auskunft. Sie: ich mache das für mich, damit ich nicht erkranke, für meine Familie, damit sie nicht immer Angst haben müssen, mich anzustecken und für die Gesellschaft, damit das Gesundheitswesen nicht zusammenbricht. Er: Es gibt viele Dinge, die ich wieder gerne machen würde, aber dazu muss sich ein grosser Teil der Bevölkerung impfen lassen. Nun, in Basel waren die ersten Impftermine sofort ausgebucht.

 

30.12.20

Heute auf Twitter einen sehr schönen Beitrag des Journalisten Pascal Ritter gelesen; Ballade von der Eigenverantwortung .Jeder sagt , wieso soll ich ,der andere muss ja auch nicht.. Und so macht bald niemand mehr etwas, ausser dem Virus.

 

31.12.20 Sylvester

Ganz gutes Interview mit Peter Bichsel, dem Doyen der Schweizer Schriftsteller, in der NZZ gelesen.“ Die Pandemie bedeutet auch Warten. Das hat sein Gutes. Das Warten macht die Zeit lang, und wenn die Zeit lang wird, lebt man länger.“ Das wünsche ich allen, die geduldig die Hygiene und Abstandsregeln einhalten, um sich und andere zu schützen. Dass sie länger leben und die lange Zeit nützen, etwas zu machen, das sie schon lange nicht mehr gemacht haben. Einem „alten“ Bekannten telefonieren oder ihm einen Brief schreiben. Das Büchergestell aufräumen und dort vorgefundene Titel wieder oder erstmals lesen. Alte Fotos ordnen und eventuell in einen Videoclip umwandeln. Einen Text schreiben. Allen Kranken und Einsamen wünsche ich, dass jemand an sie denkt und ihnen die lange Zeit etwas verkürzt. Allen einen geruhsamen Sylvester und dann einen geduldvollen Start ins neue Jahr.

 

1.1.21 Neujahr

Ein gutes neues Jahr - allen.

 

2.1.21

Die Coronazeit, und die Festzeit besonders, ist die Zeit, wo man sich Geschichten aus früheren Zeiten erzählt, denen die präsent sein können. Meine Frau erzählt mir ,wie sie als Zehnjährige mit der Familie aus dem Neuenburger Jura nach Basel zog und dort eingeschult wurde, ohne dass sie ein Wort Deutsch verstand oder sprechen konnte.3 Jahre später trat sie ins Progymnasium über und weitere 3 Jähre später ging sie ans Gymnasium in Basel. Sie wurde Lehrerin, eine komplett bilingue Lehrerin. Und heute zerbrechen wir uns den Kopf, ob wir weiter den Unterricht in Vollklassen durchdrücken wollen, obschon es augenfällig ist , dass Corona auch in Schulen verbreitet wird. Schulen im alten System weiterführen wegen des Rechts auf Bildung der Kinder. Niemand streitet diese Recht ab, aber bitte etwas mehr Kreativität. Unterricht in Teilklassen, Tagesunterricht für Kinder, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben.

 

3.1.2021

Wir haben nicht alles gut gemacht in der Bewältigung der Pandemie, sagt Bundespräsident Parmelin in einem grossen Interview heute. Und ich mache mir grosse Sorgen über diese mutierte Virusform, die zu einer erneuten Verschärfung der Situation führen könnte, sagt er auch. Also Herr Bundespräsident, setzten sie sich dafür ein ,dass nicht offensichtliche Fehler aus der ersten Welle wiederholt werden. Das zu lange Offenhalten der Grenzen für den Personenverkehr, insbesondere den touristischen, war ein solcher Fehler. Und die Skigebiete für ausländische Touristen offenzuhalten und ausländischen Familien bedingungslos die Reise in ihre Heimatländer zu erlauben, mit dem Risiko, dass diese Covid nachher verbreiten, speziell auch deren Kinder in der Schule , das wäre auch eine solche Wiederholung.

 

4.1.21

Die Furcht wächst überall, dass London ein zweites Bergamo geben könnte. Die Engländer sind also gefordert, Massnahmen zu ergreifen, die in Bergamo zu spät ergriffen wurden.

Zum Beispiel das Abriegeln der Stadt, oder Teilen davon, für den Personenverkehr. Und dann noch die gute Nachricht: In England beginnt man mit einem zweiten Impfstoff, dem eigenen von Astra Zeneca zu impfen. Sehr wichtig, da dieser Impfstoff etwas anders konzipiert ist. Also zusätzliche Erfahrungen bezüglich Verträglichkeit.

 

5.1.21

Am Wochenende im Schweizer Fernsehen einen sehenswerten Beitrag über die Biographie von Friedrich Dürrenmatt gesehen. In lauter filmischen Dokumenten wird in wohlwollender, humoristischer Manier von Dürrenmatt eine Stimmung hergestellt, die ganz grossen Bezug zu der jetzigen Situation in Covid Zeiten hat, obschon schon vor Jahren entstanden. “Wir bauen uns eine Welt von vorprogrammierten Katastrophen“. So Dürrenmatt. Die Katastrophen der Technik, der Ideologie, der Religion und die Kosmische Katastrophe zeigt uns Dürrenmatt an Hand es seiner eindrücklichen Bilder. “An welcher Krankheit leiden wir? Wir müssen es wagen, nicht nur an der Oberfläche zu bleiben, sondern unseren Fall, den Fall der Menschheit zu diagnostizieren. Dieser ungeheure Gegensatz zwischen dem, was wir wissen und dem was wir tun. Unser Wissen ist ungeheuer, aber wir sind eigentlich die geblieben, die wir waren.“

 

6.1.21 Heilige 3 Könige

Wir Schweizer waren in den letzten Wochen der Coronapandemie zu wenig observativ, zu wenig aktiv und zu wenig kreativ. Wie die vielgerühmten Schutzkonzepte kontrolliert wurden , in den Läden und in den Restaurants, das war einfach ungenügend. In den Schulen und Institutionen wurde wohl nach dem Motto , dass nicht sein kann, was nicht sein darf., einfach nicht getestet. In Institutionen wurde das Personal nicht mit FFP2 Masken ausgerüstet. Obschon schon vor Wochen angeregt wurde die Luftreinigung in Schulen, Institutionen oder Restaurants einfach nicht geprüft. Oder frei nach Dürrenmatt: Wir haben unser Wissen nicht erweitert, nicht nach besseren Schutzkonzepten gesucht sondern haben einfach immer das gleiche Lied gesungen.

Hoffentlich bringen die 3 Könige mit ihren Geschenken etwas mehr Beobachtung, Aktivität und Kreativität.

 

7.1.21

Bundestheater eine Tragikömdie

Von Eugen Häni

Die Lage ist ernst sagt der 1. Bundesrat

Die Lage ist ernst singen alle

Bleiben sie zu Hause sagt der 2. Bundesrat.

Bleiben sie zu Hause singen alle

Kä Luscht sagt der 3 Bundesrat

Aer het kä Luscht singen alle

Wir gehen den Schweizer Weg sagt der 2. Bundesrat

Wir gehen den Schweizer Weg singen alle

Alles fahrt Ski alles fahrt Ski sagt der 2. Bundesrat

Alles fahrt Ski alles fahr Ski singen alle

Die Zahlen müssen runter sagt der zweite Bundesrat

Wir gehen den Schweizerweg sagen alle

 

8.1.2021

Der Kanton Wallis ist bei mir heute wieder in den Schlagzeilen, diesmal für mich positiv. Dort wollen die Ärzte eine Covid Impfkampagne von unten nach oben durchführen ,statt von oben nach unten wie im Kanton Bern. Die Ärzte wollen in ihren Praxen die Risikopatienten impfen, da sie diese am besten kennen, und in der Reihenfolge in der sie das für nötig halten, möglicherweise mit schlankerer Administration und ohne Zusammenbruch des digitalen Anmeldenetzes. Dieses System ist übrigens nicht so weit entfernt von jenem des Kantons Zürich, wo die Ärzte je drei Risikopatienten melden konnten.

 

9.10.2021

Auch in Coronazeiten eine sehr bedenkenswerte Aussage von Henri Dunant, dem Gründer des Schweizerischen Roten Kreuzes und ersten Schweizer Friedensnobelpreisträger: „ Der Feind, unser wirklicher Feind, ist nicht unser Nachbar, das ist der Hunger, die Kälte, die Armut, die Ignoranz, die Routine, der Aberglaube, die Vorurteile.“

Henri Dunant

Danke einer Twitter Freundin für dieses Zitat.

 

10.1.21

Aus London erreichen uns Bilder von Staus von Ambulanzen vor den Spitälern, mit Covidpatienten und Patienten mit Beinbrüchen, die so stundenlang warten müssen. In China werden wieder Millionenstädte abgeriegelt wegen neuen Covidfällen. Aus Japan wird, allerdings bis jetzt nur ein Fall einer neuen Mutation gemeldet. Und was machen wir statt zu Hause bleiben, Riesenmassen von Leuten in der Einkaufszone von Basel und am Flughafen von Zürich. Und grünes Licht für ein internationales Skirennen, schon ohne Zuschauer aber mit Begleittross und Touristen am Ort. Das ist nicht Kommunikationsschwäche, das ist Verwirrung allenthalben.

 

11.1.21

Wer den Batzen und das Weggli will, riskiert, am Schluss beides zu verlieren. Die Lauberhornrennen wurden abgesagt, weil es zu viele positiv Getestete in Wengen gibt nicht Skiathleten, sondern Gäste und Einwohner.

 

12.1.21

In der Schweiz wird ein zweiter Impfstoff gegen Covid zugelassen, derjenige von Moderna. Die Schweiz trägt zur Produktion dieses Impfstoffes viel bei, steht doch eine der Produktionsanlagen im Wallis. Diese Fabrik wurde in wenigen Monaten hochgezogen, ganz sicher eine Meisterleistung. Jetzt dürfte dann auch die Impffrequenz in der Schweiz rasch steigen. Bis heute wurden in meinem Wohnkanton Bern 573 Dosen verimpft.

 

13.1.21

Bis heute Morgen 0800 h wurden im Kanton Bern weitere 745 Impfdosen appliziert ,dh. gesamt bis dahin 1318.

 

14.1.21

Ich frage mich in den letzten Tagen immer wieder, was die 3 Städte Bologna ,Madrid und London gemeinsames haben, das zu diesen Grossausbrüchen von Covid ebenda geführt hat. Nun es sind eben Städte, zwei sehr grosse, Bologna etwas kleiner als Zürich. Eine im Norden, 2 eher südlich. Eine , wo sich das soziale Leben viel mehr in den Häusern, zwei, wo sich das Leben hauptsächlich auf der Strasse abspielt .Allen Dreien gemeinsam: viele Transporte zwischen dem trauten Heim und der Arbeit, den Einkaufsstätten und Ausbildungsstätten. Der Bundesrat war gestern sicher gut beraten, ein Homeoffice Obligatorium einzuführen und einen Teil der Läden wieder zu schliessen .Jetzt wird es auch wieder übersichtlicher. Und wenn es jetzt nicht gelingt, die Zahlen zu drücken, dann sind's halt doch die Schulen.

 

15.1.21

Der Prophet Mohammed kommt in eine Stadt. Bald erklärt ihm ein Anhänger: Eine Stadt voll guter Menschen. Der Prophet gibt ihm recht. Ein anderer kommt und sagt: in dieser Stadt gibt es viele Taugenichtse. Der Prophet gibt auch ihm recht. Du kannst doch nicht beiden recht geben, sagt ein Begleiter. Der eine sieht nur das Gute ,der andere nur das Schlechte. Nichts Falsches sagen die beiden, aber Unvollständiges. Diese Geschichte kommt mir bei vielen Diskussionen über Covid in den Sinn.

 

16.1.21

Schaue persönlich die Diskussionssendung Arena im Schweizer Fernsehen meistens nicht direkt. Heute Morgen nun die gestrige Sendung angeschaut zum Thema Corona. Da ging es in den ersten 20 Minuten um solche Begriffspaare wie: Marathon- Skifahren, Planungssicherheit -unsere Vorstellung vom Virus, Unterwäsche nein- Erotikstudios ja. Diese Schlagworte werden sicher Kultstatus erreichen, wenn sie es nicht schon haben. Ich nehme sie auf jeden Fall auf in meine Serie: Das Wort des Coronajahres, die ich auf Twitter veröffentliche.

 

17.1.21

Letzte Woche zweiter Bericht über eine bottom –up Strategie bei der Coronaimpfung in der Schweiz. Im mittelländischen Oensingen im Kanton Solothurn hat eine Arztpraxis 50 Personen gegen Corona geimpft, inbegriffen das Praxispersonal. Geholfen hat dabei ein Sanitätssoldat der Schweizer Armee. Es ist zu hoffen, dass in der Schweiz bald flächendeckend auch so geimpft werden kann. Ist doch auch denkbar, dass solche eingespielte Teams auch in Pflegeheime geschickt werden können. Also Kantone , bildet im Schnellzugstempo solche Teams aus, halbtägiger bezahlter Kurs zur Ausbildung dürfte reichen.

 

18.1.21

Heute aus dem Tessin , dem Kanton Bern ,aus Baselland Meldungen, dass wegen Schülern, die mit einer Mutation des Covid Virus aus den Weihnachtsferien zurückgekehrt sind Hunderte von Schülern und Lehrpersonen in Quarantäne geschickt wurden. Nach Wengen sind jetzt auch in St Moritz die Schulen zu. In zwei Grand Hotels in St. Moritz alle Gäste und das ganze Personal in Quarantäne wegen des Auftretens von Virusmutationen. Die oberste Lehrerin der Schweiz fordert sofort bessere Schutzmassnahmen für die Lehrerinnen.

 

19.1.21

Heute 3 erfreuliche Meldungen. Ueber 100000 Leute sind in der Schweiz bis jetzt geimpft, gemäss Impfpriorisierung alles über 75 jährige. Der 7 Tagedurchschnitt der Neuinfektionen ist gegenüber der Vorwoche um 30 Prozent gefallen. Und in den Zürcher Spitälern sind 70 Prozent der Angestellten bereit, sich gegen Covid impfen zu lassen

 

20.1.21

Heute Morgen zuerst zwei ganz unerfreuliche Meldungen. Auf Twitter wird gemeldet dass der Kanton Bern die Informationsveranstaltung zum Covid-Impfprogramm abgeblasen habe, da er die nötigen Unterlagen nicht beisammen habe. Dann erhielt ich am Telefon vom Kantonsarztamt, die Auskunft, man könne mir nicht sagen, , wie die Impfungen mit den mobilen Equipen verlaufen. Diese Frage hat mich interessiert ,soll doch in 2 Tagen durch diese Equipe in unserem Pflegeheim das Personal und die Bewohner geimpft werden, also sehr viele ganz hochbetagte Leute. Mitte Morgen kamen dann die erfreulichen Meldungen. Ich habe einen Arzt im solothurnischen Oensingen, von dem in unseren Standesmeldungen berichtet wurde, angefragt wie viele Pat er bereit geimpft habe. Als Pilotpraxis im Kanton Solothurn in den letzten zwei Wochen um die 180 über 75 Jährige mit dem Modernaimpfstoff. Keinerlei Probleme bei diesen Impfungen. Auch von einer mobilen Impfequipe aus Basel erhielt ich eine Meldung, dass die Hochbetagten die Impfung sehr gut vertragen. Da frage ich nach ,welcher Impfstoff verwendet wurde.

 

21.1.21

In zwei Bereichen werden zur Zeit sehr viele positive Corona Tests gemeldet. In der Hotellerie und den Schulen. In der Hotellerie sehr viele Betroffene beim Personal. Da kommen mir die Ausbrüche in den Pflegeheimen in den Sinn, dort sind es auch immer wieder sehr viel positiv getestete beim Personal .Und wenn man nachfragt heisst es dort, am ehesten in den Pausen habe man sich angesteckt, da während der Pflege konsequent Masken getragen würden. Das wird beim Hotelpersonal auch so laufen. Und da würden dann die jetzigen Schutzkonzepte versagen. In den Schulen fällt auf, dass immer mehr Kinder positiv getestet werden. Lehrkräfte mit Risiken geraten zurecht in Panik. Das mindeste wäre jetzt die sofortige Impfung von Lehrkräften die das wünschen.

 

22.1.21

Wurde heute Morgen als Heimarzt zusammen mit den Bewohnern der Residenz und dem Personal gegen Covid geimpft. Es waren sehr viele Hochbetagte und Schwache, die geimpft wurden und es lief alles reibungslos ab.

 

23.1.21

Die Schweiz ist wieder auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt. . Selbst produzieren statt in China einkaufen. So wird im Wallis einer der Covidimpfstoffe hergestellt, bei Flawa stellen 3 Maschinen pro Woche fast eine Million PPF 2 Masken her. Zwei Maschinen stammen aus China, die dritte wurde in der Schweiz konstruiert. Für diese Maschine liegt schon eine weitere Bestellung aus dem Ausland vor. So geht Unabhängigkeit und nachhaltige Entwicklung unserer Exportwirtschaft.

 

24.1.21

Im Gesamthelvetischen Schutzkonzept scheint es zwei weitere Punkte zu geben, die noch nicht geklärt sind. Ein Schulmädchen in der Sendung Arena das Schweizer Fernsehens erklärte , dass auch Schülern der obligatorische Präsenzunterricht nicht nur Freude macht., da die Sorge, ihre Grosseltern, die im gleichen Haus wohnen, anzustecken eine Belastung ist. Und richtig wurde festgestellt, dass dieses Mädchen nicht aus bildungsfernen Verhältnissen stammen dürfte und wohl ein paar Wochen Heimunterricht verkraften würde. Noch unklarer ist die Situation bezüglich Einreiseverkehr in die Schweiz. Albert Rösti, der ehemalige SVP Präsident, den ich persönlich ziemlich vermisse, liegt meines Erachtens richtig ,wenn er rigorosere Massnahmen bez. Grenzkontrollen fordert. Einfach die Flughäfen zu kontrollieren, ist untauglich, die Leute reisen auch in internationalen Zügen und auf Autobahnen in die Schweiz ein und das Virus, spez. seine Mutationen kommen unbestreitbar aus dem Ausland zu uns. Die Grenzkontrollen müssen massiv verstärkt werden, sonst überholt uns das Virus wieder grausam Die Kontrolle der Grenzgänger kann durchaus den Arbeitgebern überlassen werden.

 

25.1.25

Jetzt sind sich doch alle Parteipräsidenten der Schweiz einig, dass wenn es ins Haus regnet, es sinnvoller ist, am Dach zu reparieren als unten das Wasser rauszuschöpfen. Sie fordern jetzt dringend Massnahmen an den Grenzen, um den Import von Coronaviren und all ihren Mutationen dort zu drosseln.

 

26.1.21

Im letzten Frühjahr hat der Bundesrat von einem Marathon gesprochen , der zu bewältigen sei, um das Coronavirus zu besiegen. Von einer Schlussstrecke mit Masken und durch eine höhlenähnlichen Tunnel mit verschiedenen Stolpersteinen war damals nicht die Rede. Davon spricht jetzt ein ausgezeichneter Artikel in die Republik. Das ist ein sehr hartes Rennen und es braucht jetzt viel Überzeugungsarbeit um gegen das Aufgeben von Manchen anzukämpfen, bis die Impferei greift.

 

27.1.

Jetzt werden Ranglisten über die schnellsten und langsamsten Impfer publiziert. Auch das Impfen ist ein Marathon und am Schluss zählt, wer am besten mit seinen Kräften, sprich Impfdosen umgeht. Ich erlebe hier im Kanton Bern, dass man sehr gezielt impft. Ausser in Zentren wird mobil in den Altersheimen geimpft, und zwar auch das Personal, das ja wohl am ehesten die Infektionen von zu Hause mitgebracht hat. Eine ganz kluge Politik, die Infektionskette nicht nur im Heim, sondern bereits ausserhalb zu unterbrechen. Aber diese Impferei mit mobilen Equipen ist logistisch sehr aufwändig, und wohl deshalb sind Thurgau und Bern nicht bei den schnellsten.

 

28.1.21

Meine erste kleine Twitterumfrage, wieviele Leute in der Schweiz schon 2 mal gegen Corona geimpft sind, ergab, dass in meiner Timeline 19 Personen 34 vollständig Geimpfte kennen. Das ist aus dieser Perspektive recht beachtlich. Meine Timeline reicht von Bern bis Graubünden. Die meisten Meldungen kamen diesmal sicher aus der Nordwestschweiz, dort wird ja schon seit Ende Dezember geimpft. Ich werde jetzt in regelmässigen Abständen wieder fragen.

 

29.1.21

Es wird also gegen Corona geimpft in der Schweiz, auch wenn es vielen viel zu langsam geht. Es ist aber wichtig ,darauf aufmerksam zu machen, dass auch nach der Impfung noch wenige Wochen Schutzmassnahmen einzuhalten sind, bis der vollständige Impfschutz da ist. Distanz halten, Hygienemassnahmen, Masken tragen .Dies gilt ganz besonders auch in den Institutionen. Nur so kann, auch in Anbetracht des Auftretens von mutierten Viren, eine Infektion noch nach der Impfung oder ein wieder exponentielles Ansteigen der Infektionszahlen vermieden werden. Es wird also noch immer viel Disziplin von allen gefordert. Umso befremdender ist es , dass die Landesregierung nicht Massnahmen ergreift, die nur sie ergreifen kann, Massnahmen an der Grenze, wie zum Beispiel Kontrolle und Testung des Reiseverkehrs. Das Wort „nicht möglich“ sollte tunlichst vermieden werden. Sonst machts dann das Virus möglich.

 

30.1.21

Nun werden von Arosa über das Züribiet bis nach Basel Hunderte von Schülern und Lehrern in Quarantäne geschickt. Jetzt testet man überall ganze Gemeinden durch, und in Arosa trennt man nun die Tourismusströme von den Einheimischen, um es hier nicht wieder zu einem Austausch von Viren kommen zu lassen. Ich denke nicht, dass das reichen wird, um neue Ausbrüche an Schulen zu verhindern. Es wäre sicher auch sinnvoll, in den Schulen die Schutzkonzepte, die ja die letzten Ausbrüche nicht verhindert haben, zu verbessern. Halbklassen ,Masken, Studieren ,ob zum Lüften hinzu Luftreinigung mit mobilen Geräten hilfreich ist. Mit Studieren meine ich wissenschaftlich erforschen. Dürfte doch nicht so schwer sein: es werden in gewissen Klassen solche Luftreinigungsgeräte zusätzlich installiert und dann schaut man ob es dort zu weniger Übertragungen kommt.

 

31.1.21

Gestern erste 7 tägige Umfrage abgeschlossen: Wieviele Leute kennst du, die zum. 2. Mal gegen Covid geimpft wurden.6 von 49 Beantwortenden in meiner Timeline kennen jemanden. .12 Prozent das ist keine schlechte Zahl, Es zeigt dass es in der Timeline einige Ältere hat. Habe die nächste Umfrage auf Twitter aufgeschaltet.

 

1.2.21

Eine weitere wichtige Umfrage in meiner Time Line auf Twitter .Kennen sie Leute die an Long covid Symptomen leiden: Bei 31 Antworten aus der Schweiz geben 12 an so einen Patienten zu kennen und 18 keinen solchen zu kennen. Das ist verhältnismässig eine enorme Zahl von Leuten die an Long covid Symptomen Leiden.

 

 

2.2.21

In den letzten Tagen wurden eine weitere hartnäckige Behauptungen in der Covid Diskussion durch wissenschaftliche Berichte korrigiert. Dass Kinder nicht so leicht übertragen wie Erwachsene und deshalb Schulen keine Coronatreiber sind, wurde in Genf widerlegt. Schulkinder sind gleich ansteckend wie die älteste Bevölkerungsgruppe. Empirisch war das schon lange klar. Und aus Israel zum Beispiel liegen schon lange entsprechende Untersuchungen vor. Nochmals erwähnt sei der Wunsch, dass in Schulen wirksame Schutzkonzepte angedacht werden.

 

3.2.21

Gestern kam nun bei den Behörden endlich die Einsicht, dass ein rigoroses Bekämpfen der Coronaansteckungen im Land nur dann funktioniert, wenn das stetige Wiederauffüllen des Landes mit auswärtigen Viren gestoppt wird. Es braucht jetzt auch auf der Strasse eine elektronische Anmeldung mittels eines Fragebogens, um in die Schweiz zu gelangen. Stichprobenartige Kontrollen sind vorgesehen. Damit sollen potentiell Ansteckende erfasst und den geeigneten Massnahmen zugeführt werden.

 

4.2.21

Interessantes Interview mit Frau Prof Bütler, Oekonomin an der Hochschule St Gallen in Sternstunde Philosophie gesehen:“ Es ist Aufgabe und Funktion eines Staates, Schäden bestmöglich auszugleichen, die andersweitig nicht versichert werden können.“(Aus dem Gedächtnis zitiert)

 

5.2.21

Wiederöffnen der Schweizer Wirtschaft nicht nach dem Prinzip Alles oder Nichts, sondern den Bedürfnissen entlang, das die gescheite und kreative Forderung der Unternehmerin und SP Nationalrätin Badran aus Zürich. Ein Müsterli , wie das gehen könnte wurde in Basel geliefert. Dort darf mit Sonderbewilligung eine Schnitzelbanksendung fürs Fernsehen aufgezeichnet werden. Sonderbewilligungen erteilen, wo das Sinn macht, wäre auch ein probates Mittel für die Wirtschaft. Bei den Floristen haben wir ja seit der ersten Welle gelernt und bei der zweiten gar nicht geschlossen. So könnte man Branche um Branche durchgehen und Bewilligungen erteilen, wo nicht ein riesiges Verkehrsaufkommen stattfindet und gute Schutzkonzepte bestehen, zum Beispiel telefonische Voranmeldung... 

 

 

6.2.21

Frau Prof. Bütler,Oekonomin und Schweizer Task force Mitglied,bekennt in einem bemerkenswerten Interview in Sternstunde Philosophie am Schweizer Fernsehen :Wir wissen es alle nicht, wie es weiter gehen wird mit der Coronakrise. Und da wirkt es etwas skurril wenn Frau Gössi am Parteitag der FDP lauthals fordert:Wir wollen Planungssicherheit.Hat mir das vorfasnächtliche Schnitzelbänggli entlockt.

Niemer weiss,

wo s gnau goht ane,

nur d FDP,

will sicher plane

 

7.2.21

Die Frage , ob nach Corona wieder alles wird wie früher, wird von meinen Twitterfreunden nicht mehr so eindeutig beantwortet wie noch vor zwei Monaten. Die damalige Meinung, es würde nicht mehr wie früher sein. Frau Frau Prof Bütler sieht bereits jetzt Neuorientierungen, eine zum Beispiel die Diversifizierung und Rückkehr der Lieferketten nach Europa..Mein Värsli dazu

Und unseri Lehr

Us däre Sach

Was wichtig isch

Das sälber mach

Also bei den FFP 2 Masken hat es funktioniert. Da ist die Schweiz jetzt ja Exporteur.

 

8.2.21

Heute auf Twitter gelesen: rechtzeitig zum Schulanfang sind nun in den Klassenräumen aller Schulen der Stadt die neuen Viren Luftreinigungsgeräte installiert. Ein Stück mehr an sicherer Schule. Und die Kindertagesstätten werden auch noch diese Woche fertig. Nun diese Meldung stammt nicht aus der Schweiz, sondern aus unserem Nachbarsland Oesterreich. Mir macht die Behäbigkeit und der mangelnde Innovationsgeist bezüglich Corona in der Schweiz zunehmend Sorgen.

 

9.2.21

Da berichten:da berichten Medizinhistoriker im Fachblatt Annals of Internal Medicine über Parallelen zwischen der Spanischen Grippe vor 100 Jahren und der jetztigen Covid Pandemie, wo in beiden Fällen zögerliches Handeln, zu frühe Lockerungen und ignorierte Einschränkungen zu fatalen zweiten Wellen geführt haben und da fordern in der Schweiz die rechten Parteien und der Gewerbeverband, dass jetzt wieder gelockert werden soll, obschon das mutierte Virus aus England für eine Verdoppelung der Infektionen pro Woche in seiner Linie sorgt. Das ist exponentielles Wachstum, jetzt noch unterhalb des Deckels der Gesamtzahl, die sinkt. Zu frühes Lockern wird zur Katastrophe führen.

 

10.2.21

Was jetzt Not tut ist gescheites Oeffnen. Im Letzten Sommer öffneten die Museen wieder mit Dosiersystem, sogar mit Anmeldesystem bei den Eintritten und mit Maskenpflicht. Ich erinnere mich auch an einen wunderschönen Tag im Tierpark Langen Erlen in Basel. Dort war ein Rundgang ohne Gegenverkehr ausgesteckt und was sich mir eingeprägt hat:auf dem Rundgang keine Maskenpflicht, auf der Toilette schon. Damals als noch sehr wenig von Aerosolen gesprochen wurde. Jetzt würde ich auch auf dem Rundgang Maskenpflicht fordern

 

11.2.21

In verschiedenen Medien erscheint die klare Darstellung des Tessiner Arzte Andreas Cerny über die Entstehung von Coronamutationen. Solche entstehen immer dort am häufigsten, wo sich viele Menschen mit dem Virus infizieren. Wenn wir als bei uns weniger Ansteckungen haben, aber Leute aus Ländern mit hoher Ansteckungszahl ohne rigorose Kontrolle in unser Land gelangen können, so werden wir einen ewigen Kampf mit Mutationen haben. Das Öffnen der Skigebiete für Auswärtige an den Festtagen war sicher ein Sündenfall der ganz grossen Sorte.

 

12.2.21

Ein Tabu ist ein ungeschriebenes Gesetz, das auf Grund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft verbietet oder gebietet, gewisse Dinge zu tun. .Ein Tabu ist unhinterfragt, strikt, bedingungslos (Wikipedia).Solche Tabus waren in dieser Coronazeit die Schule und die Übertragung von Corona durch Kinder. Das dürfte jetzt aber vorbei sein. Nachdem in den letzten Wochen in ganz Europa, speziell aber auch in der Schweiz flächendeckend ganze Schulklassen oder gar ganze Schulhäuser wegen Massenausbrüchen geschlossen werden mussten. Die Aussage eine Schulleiters, dass ein Kind, das eine mutierte Variante des Virus trägt ohne Schutzmassnahmen an einem Morgen die

ganze Klasse anstecken könne, spricht Bände. Und deshalb muss man jetzt machen, was man bei Tabuisierung nicht machen muss: Nachdenken und Lösungen finden.

 

13.2.21

Es wäre sicher der gröbste mögliche Fehler, jetzt wieder alle Restaurants zu öffnen. Es gäbe wieder mehr Kontaktmöglichkeiten und mehr Infektionen,, es bestünde das Risiko einer neuen Welle. Die Rechnung dafür würden die Wirte dann sicher mitbegleichen, denn eine erneute Unterstützung durch den Staat ist dann sicher ausgeschlossen und dann kommt nach der 3. Welle dann die 4., die Konkurswelle. Gezieltes Oeffnen von Restaurants, zum Beispiel für die Verpflegung der arbeitenden Bevölkerung ist durch Sonderbewilligungen möglich. Aber viele Wirte sollten einfach kreativer werden und mit Take away und Catering sich über die Durststrecke retten. Verschiedene Wirte zusammen könnten auch einen Lieferservice organisieren.

 

14.2.21

Eine Umfrage mit 315 Antworten auf meiner Timeline bei Twitter ergab auf die Frage, was zuerst wiedereröffnet werden sollte, die kleinen Ladengeschäfte oder die Restaurants, dass 77 Prozent für eine Eröffnung der kleinen Ladengeschäfte waren. Beim nochmaligen Nachfragen, ob mit den kleinen Geschäften nicht auch die Restaurants geöffnet werden sollen, ergab mit 54 Prozent einen abschlägigen Bescheid. Die interessanteste Abstimmung war aber die bei den Wirten; da sagten von 12 Wirten 83 Prozent nein zu einer Wiedereröffnung der Restaurants, da sie eine erneute Unterstützung bei einem neuen lockdown für unwahrscheinlich halten. Da spüren die Wirte sicher, dass bei einer Wiedereröffnung nicht wieder alle Gäste sofort zurückkehren. Sie spüren das ,was eine weitere Umfrage ergibt. Von 35 Antwortenden gaben 51 Prozent an ,nicht ohne Bedenken in ein wiedereröffnetes Restaurant zurückzukehren.

 

15.2.21

Nun geht sie wieder los die Diskussion um die Lockerung der Coronamassnahmen, da ja die Ansteckungszahlen so gesunken seien.Ja da sind wir wieder mitten im Präventionsparadox, der Situation, dass erfolgreiche Präventionsmassnahmen wegen ihrer guten Wirkung als nicht mehr nötig erachtet werden um die ursprüngliche Gefahr abzuwehren. Die Ansteckungen sind gesunken, weil wir Massnahmen ergriffen haben, da können wir doch nicht nachher daraus schliessen, dass die Massnahmen so gar nicht nötig waren. Was passiert wäre , wenn wir nichts gemacht hätten, weiss niemand und wird nie jemand wissen. Wenn wir aber lockern, .dann wissen wir nachher , was passiert. Möglicherweise ein nächster lockdown mit allen medizinischen und sozialen Konsequenzen.

 

16.2.21

Nach dem mantrartig vorgetragenen „Masken nützen nichts „ ist jetzt ein zweiter, bisher nicht hinterfragter Leitspruch klar wiederlegt „Kinder sind nicht ansteckend“. Neuerdings sind die Altersgruppen der 10 bis 19 jährigen und der 19 bis 29 jährigen. Die meistbetroffenen Altersgruppen.

 

17.2.21

Gegen das Narrativ, in den Restaurants käme es nicht häufig zu Infektionen kommen jetzt auch wissenschaftliche Gegenbelege. Die Technische Hochschule Berlin hat mit Modellen berechnet, dass es in Restaurants häufiger zu solchen kommt als in Einkaufsläden. Dem Supermarkt mit Maskenpflicht wird ein R Wert 1 zugerechnet dem Restaurant mit 50 prozentiger Belegung ist das Risiko bei 1,5 stündigem Aufenthalt doppelt so hoch wie im Laden.

 

18.2.21

Es ist etwas befremdend, wenn Wirtschafts- und Gewerbe Verbände die sofortige Lockerung der Massnahmen und die schnelle Rückkehr zur Normalität fordern. I einer kleinen Umfrage auf Twitter in meiner Timeline haben bei 28 Stimmenden 71 Prozent angegeben , sie hätten die Situation auf unserem Planeten bereits vor Corona als nicht normal empfunden. Wir müssten also einmal Normalität definieren, bevor wir dorthin zurückkehren können.

 

19.2.21

Heute erhielt ich die zweite Impfdosis gegen Corona. Ich wurde als Heimarzt zusammen mit allen Heimbewohnern und dem Personal geimpft, wie das im Kanton Bern gemacht wird.

 

20.2.21

Wie sich die deutsche Autoindustrie und die Schweizer Partei SVP die zukünftige Normalität vorstellen, war in der Presse zu lesen. Die deutsche Autoindustrie kann ihre Autos nicht mehr fertig zusammenbauen weil wichtige Teile aus Asien nicht geliefert werden .Sie möchte, dass die Lieferketten wieder verkürzt und wenn möglich nach Europa zurückgeholt werden. Die Schweizer SVP möchte, dass wichtige Grundsubstanzen in der Pharmaindustrie wieder in der Schweiz hergestellt werden. Dies ist die Normalität , die herrschte, bevor diese unsägliche Globalisierung begann, also nicht die „Normalität“ wie sie vor Corona bestand.

 

21.2.21

An diesem Tag vor einem Jahr traf sich unsere kleine Grossfamilie zum letzten Mal zu einem gemeinsamen Anlass, zum Geburtstagsfest meiner Schwägerin. Sie und ihr Ehemann kamen von einem Romaufenthalt zurück und beide husteten. Wir küssten uns nicht mehr, gaben uns die Hände nicht mehr und gingen mit einem ganz mulmigen Gefühl nach Hause.

 

22.2.21

Heute Morgen begann in Basel die Fasnacht mit dem Morgestraich. Weniger Leute, keine Pfyffer, keine Trommler, aber dafür ganz schöne Minizügli mit prächtigen Requisiten und ein Tram vollgefüllt mit Larven und Kostümen, das während den frühen Morgenstunden durch die Innerstadt kurvt und von Mählsuppe essenden pandemiekonformen Kleingruppen bestaunt wird.

 

23.2.21

So jetzt beginnt das Coronabuch wieder von vorne. Genau vor 1 Jahr war meine Frau zusammen mit ihrer Schwester und der Nichte und dem Neffen auf der Lenzerheide.Aus dem Engadin wurden die ersten Coronainfektionen gemeldet,-es waren vorwiegend Mailänder Familien betroffen. Voller Panik rief ich meine Frau an ,sie solle das Bündnerland verlassen, solange man dies noch dürfe .So setzte sich meine Frau ein Tag vorzeitig in den Zug und kam nach Hause.

 

24.2.21

Heute wird der Bundesrat über Lockerung der Massnahmen nach der 2. Welle diskutieren. Ein Teil der Freizeitindustrie macht Druck , die Restaurants und Fitnessclubs wieder sofort zu öffnen, obschon es ganz offensichtlich war ,dass die Schliessung der Freizeitbetriebe weltweit zum sofortigen Sinken der Ansteckungszahlen geführt hat. Auch die Jugend will wieder mehr Freiräume, einfühlbar. Aber niemand sagt, wie man die gewähren kann, ohne auch deren Umfeld der Gefahr von möglichen Ansteckungen auszusetzen. Also ich bin der Meinung Minischritte bis das Impfprogramm fortgeschritten ist.

 

25.2.21

Heute wurde am Schweizer Fernsehen berichtet, dass exakt vor einem Jahr in der Schweiz der erste Coronapatient in der Schweiz gemeldet wurde , ein Patient aus dem Kanton Tessin.

 

26.2.21

Heute mit einer 100 jährigen Patientin in der Altersresidenz am Telefon gesprochen. Sie leidet ungemein an fehlenden Kontakten zur „Aussenwelt“ und ich werde ihr ,noch mit den Vorsichtsmassnahmen von früher, einen Besuch abstatten, ich bin zwischenzeitlich 2 mal geimpft, meine Patientin 1 mal.

 

27.2.21

Das erste Mal in meiner 46 jährigen Arzttätigkeit kann ich unmittelbar miterleben ,wie ein neues Krankheitsbild: Long Covid beschrieben wird und als Arzt für Allgemeine und psychosoziale Medizin habe ich mir vorgenommen, mich noch ganz intensiv mit diesem Krankheitsbild auseinanderzusetzten, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, denn es wird ganz sicher zu ganz schwierigen Situationen kommen, wie zum Beispiel beim Schleudertrauma der Halswirbelsäule. Wir werden viele Patienten mit Beschwerden haben und die Versicherungen werden in vielen Fällen den Zusammenhang mit Covid verneinen.

 

28.2.21

Und sie bewegt sich doch, die Impfaktion gegen Covid in der Schweiz. Kein Tag ,an dem ich nicht von jemandem erfahre, dass er zum 2. Mal geimpft worden sei.

 

1.3.21

Ganz schlechtes Vorbild, so schlecht ,dass es geahndet werden muss. Wenn Parlamentarier sich weigern , getestet zu werden, bevor sie zur Session erscheinen. .Was macht man da?. Das gleiche wie mit Kindern die auf Geheiss ihrer Eltern nicht durch die Schule getestet werden dürfen: Ausschluss aus dem Betrieb, bis sie mit einem negativen Test kommen.

 

2.3.21

Eigentlich waren ja diese früheren Ereignisse: Jassturniere, Flusskreuzfahrten bezüglich Unvernunft und Unvorsichtigkeit nicht zu toppen. Aber es geht. Da kam in der Fernsehsendung Schweiz aktuell eine Reportage über die Öffnung von Restaurants für Arbeiter zur Mittagsverpflegung. Was da am Fernsehen demonstriert wurde als sogenanntes Schutzkonzept spottete jeder Beschreibung. Das gesamte Bedienungspersonal trug die Schutzmasken unter der Nase und bei laufender Kamera hielt ein Mann ohne jegliche Maske eine Ansprache an die Anwesenden, die beim Essen erlaubterweise keine Masken trugen, aber eindrucksmässig zu eng zusammensassen. So lässt sich Covid nicht eindämmen aber sicher verbreiten.

 

3.3.21

Wer jetzt täglich auf die Infektions und Hospitalisationszahlen,verursacht durch Covid schaut,sollte auch an ein anderes Phänomem, das sich im Hintergrund aufbaut, denken: long covid. Auch nach milden Infektionen leidet nach jetziger Erkenntnis etwa ein Viertel der Betroffenen an wochenlang anhaltenden Symptomen, die die Leute Invalidisieren: Rasche Erschöpfung, Mangel an Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen Gelenkschmerzen. Einige Spitäler in der Schweiz richten spezielle Sprechstunden und Rehabilitationszentren ein. Wie lange die long covid Beschwerden andauern können, kann im Moment noch nicht beurteilt werden.

 

4.3.21

Die Kantone Graubünden und Baselland waren die ersten, die systematisch auf Covid testeten, in Skistationen und in Pflegeinstitutionen. Letzt Woche nun hat der Kanton Zug alle Mittelschüler getestet. Dabei fanden sich wenige asymptomatische Leute, die Covid positiv waren. Ja diese wenigen, die man nicht entdeckt hätte, wären dann zum Ausgangspunkt grosser Ausbrüche geworden ,wenn bei einer Reproduktionszahl 1 jeder einen weiteren angesteckt hätte und die dann wieder einen weiteren, wenn es zur regelässigen Verdoppelung der Positiven, dh. zu exponentiellem Wachstum gekommen wäre

 

5.3.21

Heute vor 1 Jahr starb in Lausanne eine 73 jährige Pat an Covid. Sie war die erste Pat der Schweiz , die an dieser Krankheit starb. Bis heute sind jetzt über 9000 Menschen an Covid gestorben. Auf Initiative des Bundespräsidenten Parmelin gab es um 12 Uhr mittags schweizweit eine Schweigeminute und anschliessend wurden alle Kirchenglocken im Land geläutet, im Gedenken an die Verstorbenen , aber auch an alle andern , die durch Covid gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Schaden genommen haben.

 

6.3.21

Gestern wurden von Bundesrat Berset die neue Covid Strategie mit Impfen und Testen vorgestellt. Wobei zur Zeit wegen Impfstoffknappheit das ausgedehnte Testen im Vordergrund stehen dürfte. Damit werden Neuansteckungen nicht vollständig vermieden, aber Ansteckungsketten werden unterbrochen. Wieviel dies wert ist hat der Bundesrat demonstriert, indem er rasch eine Milliarde Franken für Testungen locker machte.


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