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Veras Gedanken im November

DMZ – Veras Gedanken ¦ Vera Kaa ¦

 

Eigentlich - wollte ich nur kurz mal abstauben, da im Sonnenlicht fliegende Staubpartikel nicht mehr zu ignorieren waren... bei der Seemannskiste mit allerlei Erinnerungen bin ich hängengeblieben...alte VHS Kassetten mit TV Aufzeichnungen, Interviews und zerrissene, verbleichte Fotos mussten dran glauben und da das ja alles Zeit zwischen der Zeit braucht, hatte ich genug um mir die letzten sechs Monate durch den Kopf gehen zu lassen.

 

Ja, einiges ist hängengeblieben und will und muss jetzt verabschiedet werden... denn diese momentane Zeit hat mir die Bedeutung von Bertold Brecht Liedern, von verhärteten Fronten, von Anschuldigungen, von unsäglichen Diskussionen... von tiefstem Menschsein in allen Facetten klarer als je zuvor gemacht....

 

Ich habe mich in all meinem Posts auf Facebook immer bemüht, andere Meinungen stehen zu lassen, habe mich bemüht fair und anständig zu artikulieren. Aber ganz ehrlich: zwischendurch war ich fassungslos, ob all den teilweise schon in Hass kippenden Kommentaren übers Maskentragen, Süssigkeitendiskussionen und Verleugnungen eines Virus.

 

Meine Bilanz daraus ist: Aufräumen, und rausräumen mit Kommentaren, die unter allen Umständen einfach nur noch beleidigend sind. Denn das Ziel in meinem Leben und durch diese Krise ist es, an Schwierigkeiten zu wachsen, mitfühlend und fair zu bleiben, das Herz immer ganz vorne in allen Entscheidungen als klare Instanz zu tragen, wie ein Schutzschild und ein Gradmesser. Ich bin überzeugt, das Empathie und die Liebe eine unserer besten Eigenschaften sind.

 

Viel, viel zuviel wurde vermischt in den letzten Monaten. Ungutes kam dabei heraus. Ich bin kein Schlafschaf, weil ich in öffentlichen, stark frequentierten Räumen eine Maske trage. Ich finde es geradezu lächerlich, dass das überhaupt so ein riesiges Thema geworden ist, wo wir doch ganz andere wirklich wichtige Sachen auf dem Tablett haben… Wie weiter mit unserer Wirtschaft, unserer Umwelt, unserer Kultur. Da müssen wir doch ansetzen, da müssen wir doch dranbleiben. Uns einsetzen, dass Bern uns hört. Denn das geht wirklich nicht an, dass bei allem Respekt für die Bundesräte, die eine wirklich schwierige Situation handhaben müssen, die Not der Menschen, die unverschuldet in diese Lage kamen, nicht einfach und klar begreifen. Da muss doch der finanzielle Schaden solange ausgeglichen werden, wie die Situation es erfordert. Es kann nicht sein, dass Familien, Berufszweige, die eh schon viel zuwenig verdienen, mit 80% Kurzarbeit ans totale finanzielle Limit kommen.

Da muss doch jetzt unser Fokus liegen, jetzt und solange, bis sich alles wieder beruhigt. Wir wollen doch irgendwann zurückschauen auf diese Zeit und sagen können: Es war schwierig, aber wir haben das gestemmt, alle... ja am liebsten wär mir zu sagen... alle zusammen.

Ich bin am Aufräumen, Wegwerfen von für mich belastendem unnützem Ballast, wo ganz klar nur noch destruktives Rechthaben im Spiel ist... ich will aber immer offen sein, für Neues. Kritisches Hinterfragen gehört für mich unbedingt dazu, aber immer gepaart mit Empathie und Anstand. Neue Hoffnung keimt auf in diesen Tagen in der ganzen Welt. Im Westen einiges neues.  

 

Vera Kaa, eine der vielseitigsten Sängerinnen der Schweiz, geboren in Luzern, seit 40 Jahren auf den Bühnen dieses Landes unterwegs...


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