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Verdrängt das Eiweisswunder Ackerbohne bald die Sojabohne?

DMZ – UMWELT/ERNAEHRUNG ¦ Patricia Jungo ¦

 

Die Sojabohne hatte auch schon einmal bessere Tage. Ihr zunehmend schlechter Ruf ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich auf ihrem Weg vom amerikanischen Kontinent nach Europa Transportwege und hoher CO2-Ausstoss summieren und die Pflanze häufig genetisch verändert ist. Dies verschafft nun der guten alten Ackerbohne wieder unverhofft einen Platz im Rampenlicht.

 

Die in vielen Regionen Europas heimische Ackerbohne ist äusserst proteinhaltig. Könnte sie sogar die ökologische Alternative zum Import-Soja werden? Für sie brauchen keine Regenwälder abgeholzt zu werden und sie wächst auch direkt nebenan. Die Saubohne, wie man sie auch nennt, ist in bestimmten Regionen, wie beispielsweise Spanien und Italien viel mehr als Viehfutter und sogar eine echte Delikatesse für bestimmte Gerichte. Die Landwirte gaben diese wertvolle Bohne um die Mitte des 20. Jahrhunderts auf, da Mais, Raps und Getreide mit höherem Verdienst lockten. Die Vorteile der Hülsenfrucht könnten nun eine Art Kehrtwende möglich machen: Für den Anbau von Hülsenfrüchten werden keine mineralischen Stickstoffdünger benötigt. Die Ackerbohne und auch ihre vielen Verwandten versorgen sich aus der Luft mit wertvollem Dünger. Auch mit dem Boden sind sie grosszügig; reichern sie ihn doch während ihres Wachstums mit zusätzlichem Stickstoff an, was natürlich den nachfolgenden Fruchtanbau sehr begünstigt. Ein weiterer Vorteil ist die fast zwei Monate lange Blütezeit der Ackerbohne, während der Bienen und Hummeln mit vitaminreicher Nahrung versorgt werden. Fachleute beschäftigen sich zurzeit mit dem Züchten neuer Sorten, die etwas mehr Ertrag abgeben sollen und auch robuster sind. Einige Tiere vertragen die Inhaltsstoffe Vicin und Convicin schlecht. Auch bei Menschen kann dies vorkommen. Deshalb sollen diese herausgezüchtet oder mindestens im Verarbeitungsprozess eliminiert werden.

 

Für Vegetarier haben dann die Ackerbohnen-Proteine auch nicht mehr die möglichen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder sogar Blutarmut. Wer weiss, vielleicht wird die Ackerbohne schon bald zum neuen ökologischen Renner. Ihr Potenzial ist jedenfalls unbestritten. 


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