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Illegale Aktionen schaden öffentlichem Ansehen der Branche

DMZ – WIRTSCHAFT / GESETZ ¦ Anton Aeberhard ¦

KOMMENTAR

 

Sie ist gerne in den Medien, egal womit. Bumann, der Restauranttester, Mini Beiz, dini Beiz, Blick, 20 Min. Egal bei welchem Thema und womit, "Hauptsache in den Medien", scheint die Devise zu lauten. Wohl auch deshalb ist Sie bei der illegalen Aktion #wirmachenauf auch an vorderster Front anzutreffen. Ein dankbares "Opfer" der Medien, um über diese Aktion zu berichten.

 

Einige Gewerbe- und Gastrobetriebe outen sich als Quer- und Leerdenker

Seit letzter Woche rief eine Gruppe länderübergreifend zu zivilem Ungehorsam auf. Die Initiative «Wir-machen-auf» agiert anonym. Kommuniziert wird via Webseite und Kurznachrichtendienst Telegram, wo und wie auch sonst. Letztlich ist das noch die einzige Möglichkeit Verschwörungstheorien und anderen Müll ungestraft zu platzieren, ohne dass etwas gelöscht wird. Die Idee zu «Wir-machen-auf» stammt von Querdenkern aus Deutschland. Es gibt mittlerweile Ableger in Polen, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

Unter dem Motto «Wir machen auf» stellen sich manche Gewerbetreibende gegen die Corona-Massnahmen. Heute wollten sie ihre Geschäfte und Restaurants trotz Verbots öffnen. Der Branchenverband Gastrosuisse distanzierte sich am Freitag von dem Vorhaben.

 

Gastrosuisse habe mit dieser Aktion nichts zu tun und wisse auch nicht, wer dahinter stecke, heisst es in einer Medienmitteilung. Solche Aktionen befürworte Gastrosuisse nicht. Für den Branchenverband sei klar, dass man sich an die von Bund und Kantonen verordneten Massnahmen halten solle. Einigen dieser Corona-Leerdenkern wurde in den Boulevard-Medien sogar eine Plattform geboten, sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Es ist schon jetzt festzuhalten, dass diese Fehlbaren dann auch entsprechend den Vorgaben bestraft werden, Lokale geschlossen werden. Eine Gesellschaft kann solche Betriebe, bzw. Leute nicht gewähren lassen. Ihre Absicht und Handeln ist unsozial, illegal und menschlich verwerflich. Zu einer Leitfigur dieser Bewegung stilisierte sich in den letzten Tagen in den Boulevardmedien Daniela Liebi. Eine alte Bekannte aus unzähligen Formaten, auch am TV.

 

Dreharbeiten mit Daniel Bumann (2009)

Zerrütteter Teamgeist, überfüllte Tiefkühltruhen und eine von Aussen kaum erkennbare Gaststätte. Der Spitzenkoch Daniel Bumann musste in vier Tagen herausfinden, wo genau im Restaurant Ziegelei in Steffisburg (BE) der Schuh drückt. Die Chefin Daniela Liebi selbst war von sich überzeugt und bezeichnete den Teamgeist in der Zieglei als sehr gut. Die Mitarbeiter hatten jedoch ein völlig anderes Bild. Sie beschrieben ihre Chefin als faul, launisch und unorganisiert. 

 

#wirmachenauf - Ultimatum von Polizei

Mehr als 300 Betriebe meldeten sich in der Schweiz, heute ihre Geschäfte zu öffnen. Nur wenige zogen es durch. Es gab auch Wirte, die von Anfang an kritisch waren. Daniela Liebi hat sich medial so unter Druck gesetzt, dass sie gar nicht mehr anders konnte als zu öffnen. Gemäss Meldung von 20Min ist erneut die Polizei beim Landgasthof Rothorn bei Daniela Liebi vorgefahren. Die Beamten fordern die Gastronomin zur Schliessung des Lokals auf: "Liebi dürfe noch bei den Gästen kassieren, müsse das Lokal dann jedoch schliessen. Sonst - so die Drohung - werden die Gäste von den Beamten hinausspediert. Neben einer Anzeige brummt ihr die Polizei auch Busse auf. Auch ein möglicher Patententzug steht offenbar im Raum. Um zu kontrollieren, dass tatsächlich alle Gäste das Restaurant verlassen, warten die Beamten vor dem Betrieb."

 

Trumpismus in Reinkultur

Schriftsteller und Redaktor dieser Zeitung, Peter Beutler, schreibt dazu: "Das geht einfach nicht. Das ist schlicht Terrorismus. Man könnte auch sagen: Trumpismus in Reinkultur. Wer sich staatlichen Massnahmen widersetzt, macht sich strafbar. Diese Wirt_innen müssen angezeigt werden, aber nicht nur. Auch diejenigen, die das in den sozialen Medien unterstützen, machen sich strafbar. Sie müssen nicht bei FB oder Twitter gemeldet werden, aber auf einem Polizeiposten angezeigt werden. Dann muss die Staatsanwaltschaft handeln und gegen diese Leute ein Strafverfahren eröffnen." 

 

Verschwörungstheoretiker #wirmachenauf

Wer bei dieser (zum Glück total gescheiterten) Aktion mitgemacht hat, wird sich als Verschwörungstheoretiker geoutet sehen. Denn ganz klar wird von der Aktion (siehe Website) mit den gängigen Fake-News gearbeitet. So schreibt die "Organisation (die sich auch noch zu verantworten haben wird) auf ihrer Website z.B.: "Für einen Virus, das nachweislich zu keiner Übersterblichkeit geführt hat und man sich testen lassen muss, um zu wissen ob man es hat. Um eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden? Spitalschliessung während einer Pandemie? Es gibt reichlich Daten und Fakten, die all das belegen!" Ganz klar Fake-News. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Der durch das Mitmachen bei dieser Aktion entstandene Schaden wird nicht nur bei Daniela Liebe gross ausgefallen sein. Und das ist auch gut so. Wer bei illegalen Aktionen mitmacht und sich von Leuten leiten lässt, die anonym operieren, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen. Da gilt es nur noch Konsequenzenwalten zu lassen, um die Gesellschaft vor solchen Machenschaften zu schützen.


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