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Covid-19 - Die "Experten", die bisher irrten, auf einen Blick

DMZ – BILDUNG ¦ Walter Fürst ¦

KOMMENTAR

 

Natürlich ist diese Auflistung von fehlbaren "Experten" nicht komplett, ein Grossteil solcher Experten hat sich ja bereits selber abgeschossen und spielt nicht einmal mehr als Fussnote eine Rolle. Natürlich irren auch Experten, aber bei diesen "Möchtegern-experten" ist es kein Irren, sondern keine Ahnung, aber eigene Meinung haben. Viele von diesen falschen "Experten", sind keine Viren-Experten, die von dem Wunsch angetrieben werden, die Bevölkerung offen und sachlich über das Virus zu informieren. Sondern es handelt sich um altbekannte Scharlatane, Geschäftemacher und Verschwörungstheoretiker, die ihre Phantastereien über Impfungen, „Alternativmedizin“ etc. an einem neuen Aufhänger hochziehen. Einer davon ist allerdings Virenexperte, was es noch schlimmer macht. Dr. med. Hendrik Streeck - er irrte sich bisher trotz Fachwissen immer und fällt nach wie vor mit Falschaussagen und Fehleinschätzungen auf.

 

Fakten

Weltweit haben sich rund 95.6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über zwei Millionen Menschen sind bisher im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

 

Selbsternannte Experten mit regelmässigen Auftritten ohne entsprechende Qualifikationen

Daniel Koch ist ein Schweizer Arzt und ehemaliger leitender Bundesangestellter. Er war von 2008 bis 2020 Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Viele Menschen vergöttern Koch, trotz katastrophaler Falschaussagen, immer noch. So leugnete er z.B. die Schutzwirkung von Masken und die Rolle der Kinder in der Verbreitung des Virus. Auch von Schweizer Virologen wurde Kochs Verhalten negativ aufgenommen, weil das BAG zu spät auf Warnungen reagiert habe und Koch auch lange nach Beginn des Lockdowns nicht bereit war, Expertenmeinungen einzuholen.

 

Prof. Dr. Pietro Vernazza und Beda Stadler

Beda Martin Stadler ist ein Schweizer Molekularbiologe sowie emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, Prof. Pietro Vernazza ist Chefarzt der Infektiologie und seit 1985 beim Kantonsspital St. Gallen tätig. Beide haben keine Ahnung von Virologie. Aber beide Absender machten und machen weiterhin auch Aussagen, die sich faktisch nicht stützen lassen: die pauschale Aussage von Beda Stadler zum Beispiel, es werde keine zweite Welle geben. Oder Vernazzas "Berechnung" der Letalität von Covid-19. Beide irrten sie im 2020 konsequent und verbreiteten Blödsinn. Beide publizieren sie nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften, wo sie jede Aussage und jede Herleitung mit exakten Quellenangaben belegen werden muss, und ihre Thesen der wissenschaftlichen Diskussion ausgesetzt wären. Sondern in Boulevardmedien, im Falle Stadlers gar in der Weltwoche, die aus Prinzip immer eine Gegenposition zur vorherrschenden Meinung vertritt. Für den streitbaren Immunologen Beda Stadler war die Corona-Krise bereits zweimal vorbei.

 

Eine Metastudie von Dr. John Ioannidis

Der umstrittene Epidemiologe von der Universität Stanford schrieb, die Sterblichkeit des Coronavirus sei tiefer als angenommen. Die Ergebnisse seiner Studie, bei der Antikörpertests bei 3300 Personen im US-Bundesstaat Kalifornien durchgeführt wurden, führten zu vielen Schlagzeilen wie “Coronavirus nicht gefährlicher als Grippe?”. Er irrte einmal mehr (oder trickst bewusst) und ist weit weg von der Wahrheit. Denn die Studie war erneut unsauber, aber bewies selbst dann, dass Covid-19 definitiv tödlicher ist als die Grippe. Ioannidis ist bekannt dafür Äpfel mit Birnen zu verglichen, etwas, das unter Experten und Statistikern regelmässig für Kopfschütteln sorgt.

 

Kaum fällt das Wort Wissenschaft..

Innerhalb der Wissenschaftsberichterstattung gibt es auch das so genannte Name- dropping: Werden bestimmte Personen, Institutionen oder Fachpublikationen genannt, gelten diese oft als intrinsisch glaubwürdig, was im Prinzip derselbe Fehlschluss ist wie das Ehrfurchts- und Autoritätsargument. Dadurch können leicht falsche Informationen aus der Wissenschaft in den Medien landen. Vermeintliche Experten, die aber in Realität weit weg sind, von ihrem Fachwissen.

 

Noch gefährlicher werden Verzerrungen, wenn falsche Autorität auf Interessenskonflikte trifft. Wissenschaftler können nicht nur akademisch unqualifiziert sein, bestimmte Themen zu kommentieren. Wenn sie nebenbei an Hokuspokus glauben, sollte das alle Alarmglocken schellen lassen.

 

Andreas Gassen, Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit fallen in Deutschland negativ auf

Ein Zusammenschluss von Ärzten und Wissenschaftlern hatte sich gegen bundesweite Einschränkungen des Alltagslebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Eine pauschale Lockdown-Regelung ist weder zielführend noch umsetzbar", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Doch viele Ärzte und medizinische Berufsverbände waren irritiert und verärgert über die Stellungnahme mit dem Titel "Gemeinsame Position von Ärzteschaft und Wissenschaft", die auf einer Pressekonferenz von KBV-Chef Andreas Gassen, Hendrik Streeck, Jonas Schmidt-Chanasit und dem stellvertretenden KBV-Vorsitzenden Stephan Hofmeister grossspurig vorgestellt wurde.

 

Covid-19 Laien

Drei Ärzte also, die in Sachen Covid-19 durchaus als Laien bezeichnet werden können, die sich den Medien stellen und meinen für alle Ärzte zu sprechen. Konkret: KBV Chef Herr Dr. Gassen, ein Orthopäde, Prof. Schmidt-Chanasit (bisher kein Fachbeitrag zu Covid-19) und Prof. Streeck (bisher 3 Fachbeiträge zu Covid-19). Ärzte distanzierten sich ebenso wie Ärzteverbände von dem Streeck-Gassen-Schmidt-Chanasit-Papier. 

  

Phänomen Streeck

Hendrik Streeck ist bereits des Öfteren negativ in Erscheinung getreten mit falschen Äusserungen und klaren Lügen. Auch das Portfolio an Papers in Fachjournalen von Streeck unterscheidet sich deutlich von denen anderer, "normaler". Offensichtlich ist es für Hendrik Streeck einfach nur wichtig, in der Öffentlichkeit zu stehen, egal womit. Es ist sehr gefährlich, zu glauben, man wisse viel obschon man es nicht tut, dabei aber laut herumzuschreien, dass alle glauben, na wenn er laut ist, wird es schon stimmen. Die Heinsberg-Studie von Streeck & Co. wurde vom Fachpublikum stark diskutiert, da die wissenschaftlichen Methoden nicht die besten waren. Und im Gegensatz zu allen anderen liess er sich, bzw. das ganze Vorhaben, von einer PR Agentur namens Storymachine unterstützen. Wie das Blog medwatch berichtet, ist einer der Mitbegründer der frühere Chefredakteur der BILD Zeitung Kai Diekmann. Selbiger war früher im kritischen Bildblog.de sehr oft Thema. Wenn man nach der PR Agentur im Netz sucht, taucht ausserdem der Name Philipp Jessen auf. Laut seinem derzeitigen Profil bei LinkedIn beschäftigt gewesen bei BILD, Bravo, Gala und Stern. Die SPD-Politikerin Sarah Philipp kritisierte diese Konstellation als „unlauteren Wettbewerbsvorteil“, weil Streeck den Auftrag an Mronz vergeben habe. Der Wissenschaftsjournalist Joachim Müller-Jung kommentierte, Streeck habe einer fachlich völlig unversierten Marketingagentur „Propaganda-Prokura“ gegeben. Der Deutsche Rat für Public Relations untersucht die Rolle der Agentur auf mögliche Verstösse gegen das Transparenzgebot.

 

Dagegen wurde bekannt, dass StoryMachine bei potentiellen Mitfinanzierern des Projekts damit warb, dass die Zielstellung der Studienbegleitung die Schaffung eines Narrativs zur Lockerung der Sanktionen sei. So erklärte u. a. Annette Leßmöllmann, es sei der Eindruck entstanden, die Ergebnisse seien schon vorher bekannt gewesen und es sei darauf hingearbeitet worden, um der Öffentlichkeit folgende Botschaft zu vermitteln: "Die Lockerung des Lockdowns ist eine gute Sache, und wir werden euch Fakten liefern". Das sei ein Versprechen, das "von der Wissenschaft eigentlich nicht gemacht werden" könne.

 

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Zur Kritik an der Begleitung der Studie durch StoryMachine sagte Streeck: „Die Unterstützung haben wir vom ersten Moment an klar und transparent deutlich gemacht. Im Sinne der maximalen Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit habe ich dieses Angebot gerne angenommen, und mit der Leitung des Universitätsklinikums abgestimmt.“

 

Drosten kritisiert Streeck auch in diesem Zusammenhang

Christian Drosten, Lehrstuhlinhaber und Institutsdirektor an der Charité in Berlin, kritisierte die Studie und die Empfehlungen Streecks damals. Falls ein ungeeigneter Antikörpertest verwendet worden sei, ergäbe sich technisch bedingt eine hohe Rate falsch-positiver Ergebnisse. Zudem könne er aus der gehaltenen Präsentation aufgrund der mangelnden Erklärungen nichts ableiten. Drosten sagte weiterhin, dass ein Wert von 0,37 % Sterblichkeit pro Infektionsfall ungefähr dem entspreche, wovon man bereits in Vorüberlegungen mit Politikern und Wissenschaftlern Wochen vor Einführung der Kontaktsperren ausgegangen sei. Die angegebene Rate von 15 % Immunität hinterfragte er; man müsse sehen, ob dies eingehende Diagnosen oder nur Labortests seien, die häufig falsch-positiv anzeigten und Bestätigungsuntersuchungen im Labor brauchten. Er bat um Aufklärung darüber, ob diese Tests stattgefunden hätten, um die Zahlen der Politik und Öffentlichkeit richtig zu übersetzen.

 

Experten sind nicht in jeder Disziplin Experten

Man muss also auch bei diesen "Experten" zuerst einmal wissen, worin sie sich denn genau auszeichnen und geschult sind. Nebst Streeck ist wie bereits erwähnt kein einziger auch nur annähernd Virologe. Es kommt also auf die selbe "Kompetenz" heraus, wie wenn einem der Bäcker den Motor des Wagens erklärt. Zeigen wir doch einfach einmal den Unterschied der Disziplinen auf, die im Zusammenhang mit Corona immer wieder "Experten" an die Oberfläche gespült haben.

 

Epidemiologen sind Spezialisten für die Verbreitung von Krankheiten

Epidemiologen befassen sich mit den Ursachen, der Verbreitung und den Folgen von Krankheiten und welchen Einfluss sie auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Sie untersuchen ausserdem die Faktoren, die Verbreitung und Verlauf beeinflussen. Epidemiologen sind vor allem in der Forschung tätig und arbeiten an Universitäten, Kliniken und Forschungsinstituten. Doch auch Behörden wie Gesundheits- und Landesämter stellen Epidemiologen ein. Neben Infektionskrankheiten untersuchen sie auch nicht übertragbare chronische Erkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes.

 

Virologen, und nur Virologen, sind Spezialisten für Viren

Virologen erforschen Viren und Virusinfektionen. Dazu zählen deren Eigenschaften, wie sie sich vermehren und die Behandlung und Prävention ausgelöster Erkrankungen.

Virologen werden beispielsweise zur Bewertung von Arznei- und Desinfektionsmitteln herangezogen – sie untersuchen, wie empfindlich Mikroorganismen und Viren auf diese Mittel reagieren. Mit Patienten kommen Virologen selten in Kontakt, ihr hauptsächliches Einsatzgebiet ist das Labor.

 

Infektiologen sind Spezialisten für Infektionskrankheiten

Infektiologen sind spezialisiert auf die Diagnostik, Erforschung und Therapie von Infektionskrankheiten. Dazu zählen beispielsweise Krankheiten wie Aids und Lungenentzündungen oder auch bakterielle Infektionen.

Die Infektiologie teilt sich in den forschenden und klinischen Bereich. Zum klinischen Bereich gehört unter anderem die ambulante und stationäre Versorgung von Patienten mit Infektionskrankheiten. Infektiologen bieten auch reisemedizinische Beratung vor Auslandsreisen an.

 

Die Corona-Pandemie ist eine grosse Herausforderung für unsere Gesellschaft

Als ob das Virus und die Umstände darumherum nicht schon verunsichernd genug wären. Kommt hinzu, dass es ein höchst heterogenes Stimmengewirr gibt, wenn es darum geht, wie gefährlich dieses Virus denn nun wirklich ist, welche Massnahmen man unbedingt einführen muss, wann man welche Lockerungen vielleicht oder versuchsweise einführen darf usw. Der Informationsbedarf ist entsprechend vielseitig. Und gerade deshalb ist es wichtig, sich die Experten, die informieren, genauer anzuschauen, bevor man blind etwas glaubt, nur weil vor dem Namen ein Dr. steht. 

 

Liste der "Experten", die keine sind

  • Beda Martin Stadler (* 21. Juni 1950 in Visp) ist ein Schweizer Molekularbiologe sowie emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern.
  • Daniel Koch (* 13. April 1955 in Biel/Bienne) ist ein Schweizer Arzt und ehemaliger leitender Bundesangestellter. Er war von 2008 bis 2020 Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).
  • Prof. Pietro Vernazza ist Chefarzt der Infektiologie und seit 1985 beim Kantonsspital St. Gallen tätig. Vor seiner Arbeit am Kantonsspital hat er folgende Ausbildungen absolviert: Studium Humanmedizin, Universität Zürich 1976 -1982 / Klinische Ausbildung Innere Medizin 1983-1988, Sursee und St. Gallen / Ausbildung Infektiologie 1989-6/91 St. Gallen, 7/91-9/93 UNC, Chapel Hill, NC, USA
  • Dr. Andreas Gassen wurde 1962 in Köln geboren. 1982 bis 1988 studierte er nach dem Abitur Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, wo er auch zum Dr. med. promovierte. Seine Arbeitsschwerpunkte waren Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie.
  • Dr. med. Hendrik Streeck (* 7. August 1977 in Göttingen) ist ein deutscher Mediziner. Er ist seit Oktober 2019 Professor für Virologie und Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn.
  • Jonas Schmidt-Chanasit (* 25. März 1979 in Ost-Berlin-Pankow) ist ein deutscher Virologe und  Hochschullehrer an der Universität Hamburg. Er wurde einer breiten Öffentlichkeit durch zahlreiche Radiosendungen und TV-Auftritte bekannt, in denen er infektiologische Fragestellungen allgemeinverständlich erläutert.

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