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Youtube löscht Ken Jebsens Kanal KenFM

Ken Jebsen, der Maskengegner mit Maske (Quelle: psiram.com)
Ken Jebsen, der Maskengegner mit Maske (Quelle: psiram.com)

DMZ – GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Anton Aeberhard ¦

KOMMENTAR

 

Ken Jebsen (Kayvan Soufi Siavash) ist das Pseudonym des deutsch-iranischen Fernseh- und Radiomoderators, der seit 2011 als freischaffender Reporter und Blogger tätig ist und Verschwörungstheorien verbreitet und kreiert. Sogar seine eigene Lebensgeschichte sind Fake-News. Trotzdem hat er noch immer Anhänger. Allerdings müssen die künftig auf Kens Absurditäten (zumindest) auf Youtube verzichten. Denn Youtube hat den Kanal „KenFM“ des Verschwörungserzählers Ken Jebsen endgültig gesperrt. Endlich!

 

Die Meldung von Google/Youtube war: „Videos auf dem Kanal KenFM haben gegen unsere Covid-19-Richtlinien verstossen“. Zum dritten Mal seien Community-Richtlinien missachtet worden. Nach den Regeln von Youtube wird ein Kanal dauerhaft gelöscht, wenn innerhalb von 90 Tagen dreimal gegen diese Richtlinien verstossen wurde. Dies wurde nun erreicht, der Kanal dauerhaft gesperrt.

 

In der neurechten Szene ist der 2011 vom RBB entlassene Journalist Jebsen eine prominente Figur gewesen. Seine Popularität hat bereits den Tiefpunkt erreicht. Es wurde sehr still um den Märchenerzähler und erklärter Donald Trump Fan. In seinen Videos behauptete er unter anderem, der Microsoft-Mitgründer Bill Gates denke darüber nach, Menschen im Rahmen von Impfungen gezielt zu sterilisieren. Faktenchecker haben viele von den Aussagen in Jebsens Beiträgen bereits komplett oder teilweise widerlegt. Siehe Verzeichnis am Ende des Textes.

 

Psiram* beschreibt den Ken so (Auszug): "Ken Jebsens bürgerlicher Name lautet angeblich Moustafa Kashefi. Er soll nach einer Legende 1966 angeblich in einer Boeing 747 im iranischen Luftraum geboren worden sein, oder aber alternativ in Krefeld. Da aber die Boeing 747 erst im Jahre 1970 in Dienst gestellt wurde, kann zumindest die Angabe zum Flugzeugtyp nicht stimmen. Nach anderen Angaben sei Krefeld sein Geburtsort. Der tatsächliche Geburtsname Kayvan Soufi Siavash wurde 2020 durch Recherchen von Spiegel TV ermittelt. Seine ersten Jahre verlebte er in Teheran, wo seine Eltern für das Wirtschaftsministerium arbeiteten. Als er drei Jahre alt war, siedelte die Familie nach Deutschland über, wo Kashefi mehrere Waldorfschulen besuchte.

Nach eigenen Angaben habe er später u.a. als Seemann gearbeitet und an einer Stanze eines Automobilzulieferers. Nach einer Ausbildung zum Zimmermann erreichte er bei einem Casting für Moderatoren den sechsten Platz und kam so zum Rundfunk. Sein Familienname erschien ihm für deutsche Radiohörer zu schwer verständlich, sodass er sich für den Künstlernamen Ken Jebsen entschied. Der Vorname war dabei frei gewählt, der Nachname nach unterschiedlichen Darstellungen der Geburtsname seiner Mutter bzw. der Name einer Reederei, bei der er als Jugendlicher ein Praktikum absolviert hatte. Mathias Bröckers erzählte er, dass sein bürgerlicher Name nicht Moustafa Kashefi sei und dass er in Krefeld geboren sei."

 

Jebsen wird auch von Seiten der AfD zitiert. Das rechtspopulistische Magazin Compact begleitet seine Aussagen ebenfalls. Er selbst betonte immer wieder, dass er sich auf keiner politisch extremen Seite einordnet. Das Rechercheportal Correctiv schreibt dazu: „Viele dieser Positionen überschneiden sich mit denen der AfD – wobei Jebsen immer wieder auch neurechte Positionen kritisiert, vor allem die Hetze gegen Muslime und Flüchtlinge. Von Compact-Gründer Jürgen Elsässer distanzierte sich Jebsen, als dieser anfing, in seinen Texten gegen Ausländer zu polemisieren.“

Der Journalist Lutz Jäkel schreibt über Ken Jebsen: "Wenn man an einem ehrlich geführten, selbstverständlich auch kontrovers geführten Diskurs interessiert ist, greift man auf seriöse Medien zurück, von denen wir glücklicherweise in Deutschland viele und sehr vielfältige haben wie kaum sonst in der Welt. Aber ganz sicher bietet man im Sinne einer zu schützenden Demokratie nicht einem sehr rechtslastigen, verschwörungstheoretischen und antisemitischen Blogger wie Ken Jebsen eine Plattform."

 

 

 

Psiram ist eine der Skeptikerbewegung nahestehende Website, die sich selbst als „Verbraucherschutzseite“ und als „Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme“ beschreibt und sich gegen Pseudowissenschaft, Esoterik und Verschwörungstheorien wendet. Die Betreiber sowie die Autoren der Website sind anonym. Das Akronym Psiram wird aus Pseudowissenschaft, Irrationale Überzeugungssysteme, Alternative Medizin hergeleitet. Thematisch werden die vier Kernbereiche Glaubenssysteme, Beutelschneidereien, Pseudowissenschaften und pseudowissenschaftliche Heilmethoden kritisch betrachtet. Die Website existiert seit 2007. Bis Juli 2012 trug sie den Namen EsoWatch.


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