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Gewerbeverband fordert Lockerungsschritte ab 1. März und macht zum dritten Mal den selben Fehler

DMZ – ARBEITSWELT / POLITIK ¦ Walter Fürst ¦

KOMMENTAR

 

Erneut fordert der Schweizerische Gewerbeverband Blödsinn, erneut reibt man sich die Augen. Diese Exponenten scheinen nichts gelernt zu haben - dies nach einem Jahr! Unglaublich und inakzeptabel. Dieser Verband hat nichts zu fordern und sollte besser seine Arbeit tun. Denn die Bevölkerung laufend anzulügen, hilft der Branche überhaupt nicht. Eine Branche, der es im unteren Feld so gut geht wie nie zuvor, da sich diese Betriebe gesundstossen konnten in den letzten Monaten mit Krediten, KAE, EO und Härtefallgeldern. Mit ihren dauernden Forderungen und Lobbypressverfahren sorgen sie selber nämlich seit Monaten dafür, dass das Ansehen und das Image der Branche massiv beschädigt wurde.

 

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) verlangt vom Bund Zukunftsperspektiven für die von der Pandemie gebeutelte Wirtschaft. Die Strategie, Shutdowns einzuleiten, bis die Pandemie beendet sei, sei gescheitert, erklärt der Verband heute vor den Medien. Dabei hat sich gerade dies, und nur dies, als Erfolg erwiesen, was die aktuellen Zahlen eindrücklich belegen. Die Schliessung dieser Hotspots ist ein wichtiger Faktor in der Verbesserung der Situation. Sogar einen etwas höheren Beitrag zum Schutz vor Corona leistete diverser Studien zufolge die Entscheidung, Bars, Geschäfte des Einzelhandels und Restaurants zu schliessen. Damit sorgte die Massnahme der Schliessung aller Geschäfte, die für den täglichen Bedarf nicht notwendig sind, zu einer Reduzierung der Mobilität um 22,3 Prozent und damit ebenfalls zu einer Senkung der Infektionen mit dem Coronavirus.

 

Den grössten Effekt auf die Pandemie hat nach wie vor die strikte Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Personen. Diese Massnahme soll die Mobilität um 24,9 Prozent verringern und der Ausbreitung des Coronavirus somit am effektivsten entgegengewirkt haben.

 

Das Gejammere der Gastronomiemillionäre

«Die Lage ist düster und wir benötigen dringend eine Perspektive», betont Verbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler. Die Entscheidungsgrundlage des Bundes stelle nicht auf Fakten ab, sondern auf Szenarien über die Zukunft, und sie richte sich nach dem schlimmstmöglichen Szenario. Schlicht eine Behauptung, die längst und mehrfach widerlegt ist. Allerdings ist der Schaden, den diese Gastromillionäre ihren Mitgliedern, die immer schon von der Hand in den Mund gelebt haben, mit solchen Absurditäten zugefügt haben, ist kaum zu beziffern. Experten sprechen von Millionenbeträgen.

Jeder Tag mehr im Lockdown wird von verschiedenen Instrumenten ausgeglichen (KAE / EO, Härtefalleinrichtung / Mietreduktionen / Subventionen / Spenden / Krediten usw.). Hier zu jammern, während andere Branchen hilflos ihrem Schicksal überlassen werden, ist ein Hohn für Betroffene und entbehrt jeglichem Anstand. 

 

In der Gastronomie war das Jammern immer schon Tradition. Es gehörte einfach dazu. Doch mittlerweile hat es ein ganz neues Level erreicht. 

 

Ein Selbstversuch sah schon vor Jahren so aus

Man konnte beliebig mal zum nächsten Restaurant oder Hotel gehen und den Wirt oder die Wirtin fragen, wie es ihm oder ihr denn geht. Von vielen hörte man dann irgendwelche Geschichten, von wegen die Politik ist an allem Schuld, die Mitarbeiter sind scheisse, es gibt keine Fachkräfte mehr, die Gäste sind Schnorrer, der Lieferant ist immer zu spät usw. Man wurde überflutet mit einem Schwall an Gejammer. Das ist heute einfach noch viel Schlimmer mit Covid-19. Aber stimmt das überhaupt?

 

Nein, es stimmt nicht. Wenn die Gastronomen etwas nervt, dann haben sie verdammt noch mal zwei Möglichkeiten. Entweder sie tun etwas dagegen, oder sie sind einfach still. Jammern frisst nur die Energie und die Energie Anderer. Jammern löst kein Probleme.

 

Das wirkliche Problem

Jammern und alles schlecht reden ist das grösste Problem der Gastronomie. Anstatt sich auf die guten Dinge zu konzentrieren oder Dinge besser zu machen, redet man nur darüber wie schlecht alles ist. Der Lieferant liefert nicht vernünftig? Dann muss man es ihm sagen oder einen anderen suchen. Man findet keine Mitarbeiter mehr? Dann muss man ein vernünftiges Arbeitsumfeld schaffen, in dem gute Mitarbeiter arbeiten wollen. Egal was  - einfach mal TUN, aber darüber zu reden und sich zu beschweren - vergessen.

Auch in der aktuellen Situation sieht es nicht anders aus. Sieht man aktuell sehr viele Gastronomen, die den Umsatz ihres Lebens generieren mit innovativen Ideen, erlebt man auf der anderen Seite solche, die sich beschweren bei selbem "Gehalt" (KAE / EO usw.) nicht arbeiten zu dürfen.

 

Immer mehr Wirte kritisieren Kollegen aus der Gastronomie (O-Ton)

„Hört auf zu jammern, ich kann euer Geheule über die letzten beschlossenen Massnahmen nicht mehr ertragen! Geht auf die Knie, dass die Regierung euch/uns 75-90% aus erstattet! Egal, was ihr in Hygienekonzepte investiert habt, ihr hättet mit keinem Konzept der Welt wirtschaftlich erreicht, was die Regierung uns jetzt schenkt! Etwas Demut täte gut!“

 


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