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CH: Medien tun nicht ihre Arbeit - Die Forderung nach Lockerungen wird durchaus nicht lauter

DMZ – GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Walter Fürst ¦

KOMMENTAR

 

Seit Wochen versuchen die Medien mit falschen Schlagzeilen, die Interessen ihrer Geldgeber zu vermitteln und suggerieren sogar, dass die Mehrheit Lockerungen will. Doch dem ist nicht so. Eine riesige Mehrheit ist realistisch und sieht die Zeit für Lockerungen nicht gekommen. Aktuell greifen die Massnahmen, obschon diese im Vergleich mit dem Ausland immer noch stiefmütterlich sind. Umso verwerflicher und  fadenscheiniger (zum Glück) sind die Bemühungen gewisser Blätter hier Einfluss in die Falsche Richtung nehmen zu wollen. Während erfolgreiche Länder wegen Einzelfällen sofort in einen Lockdown gehen, um die Menschen zu beschützen, wird in der Schweiz lieber Skigefahren, Staus fabriziert, Fasnacht gefeiert... ein veritabler Alptraum.

 

Lockerung wovon?

Grundsätzlich stellt sich ja schon mal die Frage, was denn genau gelockert werden sollte, da das Leben ja fast genauso weitergeht wie bisher. Einzige Einschränkungen: Gewisse Geschäfte und die Restaurants sind geschlossen. Ansonsten? Der ganz normale Wahnsinn. So stellte auch der 

 

Das mutierte Virus überträgt sich noch leichter und wird daher noch konsequenter unsere Nachlässigkeiten ausnutzen. 

Virologe Martin Stürmer, Universität Frankfurt am Main 

 

In Deutschland ist man derweil viel vorsichtiger 

Dass die hochinfektiöse britische Mutante B.1.1.7 die Ursprungsform verdrängen wird, ist Biologie und kaum zu verhindern. Trotzdem werden scharfe Massnahmen nötig, sagt Virologe Martin Stürmer in einem Interview mit Frauke Niemeyer von ntv. "In den nächsten mindestens 14 Tagen müssten wir weiter konsequent den Weg des Lockdowns gehen wie wir ihn jetzt haben, also weiterhin einen sehr strikten Kurs fahren, bis wir wissen, wie aktiv das mutierte Virus im Untergrund bereits ist. Ich fürchte, dass es schon für viele Ausbrüche sorgt. Wenn wir nicht sehr gut aufpassen, ist es nur eine Frage der Zeit, wann uns das um die Ohren fliegt." Also sind wir aus Sicht des Virologen absolut nicht in der Situation über Lockerungen zu sprechen. Auch wenn dies Wirtschaftsverbände und gewisse Politiker nicht gerne sehen, ist es einfache Realität.

"Man muss akzeptieren, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt, an dem wir uns derzeit noch nicht befinden, notwendig sein wird, die Massnahmen noch mal deutlich zu verschärfen. Das beinhaltet natürlich auch umfassende Ausgangssperren. Die Konsequenz sollten wir uns vor Augen führen.", führt der Virologe im Interview weiter aus. Es kann also durchaus noch viel ernster werden mit Massnahmen.

Die Infektionen mit den ansteckenderen Corona-Mutanten aus Grosbritannien und Südafrika nehmen schnell zu. Das Infektionsgeschehen wird nach der Einschätzung des Chefarztes Prof. Clemens Wendtner der München Klinik Schwabing noch weiter zunehmen. "Aus ärztlicher Sicht wären weitere Kontaktbeschränkungen sinnvoll und es ist nicht die Zeit für Lockdown-Lockerungen."

 

Italien stoppt geplante Öffnung der Skigebiete

Kurz vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien hat die Regierung in Rom den Start der Aktivitäten wieder gestoppt. Gesundheitsminister Roberto Speranza verlängerte am Sonntag das bestehende Wintersport-Verbot für Freizeitsportler. Als Grund nannte er in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch neue Virus-Varianten. Eigentlich hatte die Regierung erlaubt, dass der Skibetrieb in den sogenannten Gelben Zonen des Landes, wo das Corona-Risiko als mässig gilt, von Montag an wieder losgehen sollte. 

 

GDK-Präsident Engelberger mahnt zur Vorsicht

Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren-Konferenz, sagt, er habe grosses Verständnis für das Bedürfnis gewisser Exponenten, Perspektiven auf eine Öffnung im Frühling zu haben.  Gegenüber Radio SRF sagte er. "Aber ich muss zur Vorsicht mahnen. Wir wissen noch nicht, wie sich diese Mutationen entwickeln werden, die Gefahr einer dritten Welle ist noch nicht gebannt. Deshalb sollten wir vorsichtig damit sein, Erwartungen zu wecken."

 

Auch Österreich stellt keine Lockerungen in Aussicht

Konkrete Lockerungen sind auch in Österreich nicht in Aussicht, zu sehr ist die Lage noch durch ansteckendere Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika angespannt. Das Infektionsgeschehen in den vergangenen Tagen verlaufe weiterhin stabil, betonte zuletzt auch Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne). Allerdings rechnet er mit einem Anstieg der Infektionen aufgrund der jüngsten Öffnung des Handels und Lockerungen bei den Schulen. Offen bleibt, ob es zumindest eine Perspektive für jene Branchen geben wird, die derzeit noch geschlossen sind, also vor allem die Gastronomie und Hotellerie.

 

 

 

 

Zitat aus dem Interview von ntv 

"Das Ziel ist sehr ehrgeizig. Ich sehe die Strategie nur dann wirklich umsetzbar, wenn wir sehr massiv noch mal auf die Bremse steigen würden. Das würde wirklich in Richtung kompletter Kontaktverbote und Ausgangssperren gehen. Und ich fürchte, wenn wir so hart bremsen, dann müssen wir von der Bremse auch bald wieder runter. Wenn wir dann runtergehen, zerhaut uns die Mutante den Erfolg ein paar Wochen später. Es kann sein, dass wir diese scharfen Mittel noch brauchen werden, wenn es richtig hart auf hart kommt. Wir sollten sie nicht vorher schon verbrennen."


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