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Mehr Forschung, mehr Praxisnähe: Versuchsstation Nährstoffflüsse startet

Photo (Agroscope, Cécile Stäger)
Photo (Agroscope, Cécile Stäger)

DMZ – WISSENSCHAFT ¦ MM ¦ AA ¦

 

Die neue Standortstrategie von Agroscope sieht den Aufbau neuer Versuchsstationen in Zusammenarbeit mit Kantonen und Branche vor. Als erste startet nun die Versuchsstation zum Thema Nährstoffflüsse im Kanton Luzern. Die Herausforderung in diesem Bereich: Überschüsse von Stickstoff und Phosphor, die insbesondere in Regionen mit hohen Tierbeständen entstehen, belasten die Umwelt. Gemeinsam werden Agroscope und ihre Partner in der Zentralschweiz nach praxisorientierten Lösungen suchen, um die Nährstoffeffizienz zu verbessern und die Emissionen zu reduzieren.

 

Zusammen unterwegs für nachhaltige Lösungen

Der Start der neuen Versuchsstation Nährstoffflüsse markiert einen ersten wichtigen Meilenstein in der Umsetzung der neuen Standortstrategie von Agroscope für mehr Forschung und mehr Praxisnähe. Die Versuchsstationen dienen als Drehscheibe zwischen Forschung und landwirtschaftlicher Praxis. Ziel ist es, anwendungsorientierte Forschungsfragen im jeweiligen geografischen Kontext zu bearbeiten und die Forschungsergebnisse auf das Feld und in die Ställe zu bringen.

 

Wirksame Massnahmen zur Erreichung der Umweltziele

Im Bereich der Nährstoffflüsse sind die Umweltziele Landwirtschaft des Bundes nicht erreicht. Gülle und Mist aus der Tierhaltung enthalten Pflanzennährstoffe wie Phosphor und Stickstoff. Werden diese als Dünger auf dem Feld ausgebracht, und können die Nährstoffe von den Pflanzen nicht gänzlich aufgenommen werden, entsteht ein Überschuss mit negativen Umweltwirkungen. Die Verbesserung der Nährstoffeffizienz und die Reduktion der Emissionen sind deshalb prioritäre Herausforderungen der Landwirtschaft. Besonders gross ist der Optimierungsbedarf in Regionen mit hohen Tierbeständen wie unter anderem im Kanton Luzern. Mit der Versuchsstation Nährstoffflüsse, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, namentlich dem Kanton Luzern, dem Luzerner Bäuerinnen- und Bauerverband und mehreren Branchenverbänden, aufgebaut wird, sollen die bisherigen Forschungstätigkeiten von Agroscope zu den Nährstoffflüssen gezielt ergänzt werden. 

 

Forschung unter Praxisbedingungen: Landwirtschaftsbetriebe arbeiten mit

«Damit wir die Umweltziele erreichen, ist es zentral, dass wir alle beteiligten Akteure einbeziehen. Gemeinsam wollen wir die konkreten Probleme identifizieren und Lösungen finden, die auch in der Praxis anwendbar sind», so Corinne Boss, die als Leiterin des Kompetenzbereichs «Tiere und tierische Produkte» Agroscope in der Versuchsstation vertritt.

 

Fragen zu Nährstoffeffizienz und Emissionsminderungen aus der Tierhaltung sind wichtige Forschungsschwerpunkte von Agroscope. Aus den bisherigen Forschungstätigkeiten, etwa im Emissionsversuchsstall in Tänikon, sind Lösungsansätze wie z. B. angepasste Stallkonzepte mit optimierter Entmistung und einer Laufflächengestaltung mit raschem Harnabfluss entstanden. Bei der neuen Versuchsstation geht es darum, diese Forschungsresultate und Massnahmen unter Praxisbedingungen auf dem Feld und in den Ställen zu validieren und weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck bauen die beteiligten Partner ein Netzwerk aus verschiedenen Luzerner Landwirtschaftsbetrieben auf, die sich für die angewandte Forschung zur Verfügung stellen.

 

Lösungen für die ganze Schweiz

«Um die Erkenntnisse in der Praxis weiter zu verbreiten, werden wir neben den Branchenorganisationen auch die Agridea und weitere Partner aus Beratung und Berufsbildung eng in die Projekte einbinden. Die Massnahmen sollen auf Betrieben in der ganzen Schweiz umgesetzt werden können», erklärt Corinne Boss. Ziel ist, gemeinsam einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Umweltziele Landwirtschaft zu leisten.

Auch der Luzerner Regierungsrat Fabian Peter, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, sieht grosses Potenzial in der neuen Versuchsstation in Sursee: «Wir sind überzeugt, dass wir mit Forschung und Innovation wichtige Herausforderungen zugunsten der Umwelt lösen können. Ich freue mich, dass in den nächsten Jahren auf Luzerner Landwirtschaftsbetrieben mit Unterstützung des Kantons und Agroscope wichtige Fragen für eine nachhaltigere Landwirtschaft angegangen werden.»

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Partner

Der Aufbau der Versuchsstation Nährstoffflüsse ist das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Branche und Praxis. Folgende Partner sind daran beteiligt:

  • Agroscope
  • Kanton Luzern
  • Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV)
  • Genossenschaft Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP)
  • Suisseporcs
  • Agridea, Kompetenzzentrum für den Wissens- und Erfahrungsaustausch

Die Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsinstitutionen und -partnern erfolgt projektbezogen. Entsprechend sind diese Institutionen nicht Partner der Versuchsstation.

 

 

 

 

Quelle / Herausgeber

AGROSCOPE

http://www.agroscope.admin.ch 


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