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Schweden hat versagt, Eigenverantwortung ist keine Massnahme

DMZ – INTERNATIONAL ¦ Walter Fürst ¦

KOMMENTAR

 

Seit Beginn der Pandemie zählt Schweden mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern rund 684 000 Infizierte, von denen rund 13 000 starben. Bis Freitag hatten der Behörde zufolge sieben Prozent der Schweden ihre erste Corona-Impfung erhalten.

Der Schwedische Weg ist gescheitert, schon lange. Leider wird es auch sonst immer problematischer in Schweden, da sich nun auch ein Grossteil der Bevölkerung verschaukelt fühlt, durch "falsche Experten", die zu viele Tote zu verantworten haben und nun neu auch erste Verwirrte Demos organisieren, gegen die längst überfälligen Massnahmen. Ein anderer Teil der Bevölkerung gehört zu den Ignoranten, die eine Pandemie in Schweden als nie angekommen sahen.

 

Erste Demo in Schweden

Gemäss aktuellen Meldungen aus Schweden haben heute in der schwedischen Hauptstadt Stockholm Hunderte Menschen gegen Corona-Massnahmen demonstriert. Die Polizei habe die Menschen mehrmals zum Auflösen der Demonstration aufgefordert, da Zusammenkünfte von mehr als acht Menschen nicht erlaubt seien. Organisiert hatte den Protest eine Gruppe, die die Beschränkungen als unbegründet bezeichnete, mit den üblich haltlosen "Argumenten".

 

Schweden war in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise freizügigen Corona-Massnahmen sowie Empfehlungen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Seit 1. März müssen aufgrund der wieder steigenden Infektionszahlen Restaurants, Bars und Cafés um 20.30 Uhr schliessen. Zuletzt hatte die Stadt Stockholm ihren Einwohnern empfohlen, eine Maske im öffentlichen Verkehr sowie etwa beim Coiffeur oder im Lebensmittelmarkt zu tragen. Geschäften und Einkaufszentren wird eine Begrenzung auf 500 Kunden empfohlen. Seit Mitte 2020 ist klar, dass der Sonderweg von Schweden gescheitert ist. 

 

Das Konzept Eigenverantwortung ist ausnahmslos in jedem Land gescheitert. Es ist eine Art verkehrte Welt im Vergleich mit jenen Ländern, wo die Menschen über den Lockdown frustriert sind, ist die Bevölkerung seid Monaten mit der Regierung unzufrieden, weil sie zu wenig tut.

 

Dritte Welle

Während Schweden die zweite Welle komplett verschlafen hat, will man sich nun mit einem Lockdown wappnen. Dafür verantwortlich sind vor allem auch die mutierten Virusvarianten. Selbst Anders Tegnell warnt eindringlich vor der dritten Welle. Schweden hat deshalb die Kontrollen an der norwegischen Grenze verstärkt und die Einreisevorschriften verschärft. Die Schliessung von Läden, Restaurants und Fitnesscentern folgen als weitere Schritte. Sie sollen vorerst vertieft geprüft werden, aber ein Teil-Lockdown rückt in greifbare Nähe.

 

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