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Fakten belegen eindeutig: Das Beizensterben wegen Corona ist eine Lüge!

DMZ – WIRTSCHAFT ¦ Walter Fürst ¦

KOMMENTAR

 

Es gibt im Zusammenhang mit der Pandemie keine Fakten, die ein Beizensterben belegen würden. Im Gegenteil - Fakt ist: Zwischen März 2020 und Februar 2021 wurden 4869 Konkursverfahren in der ganzen Schweiz abgeschlossen. Das sind 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Die Eröffnung von Konkursen dient als Frühindikator für die Entwicklung von Konkursen. Bis Ende Februar 2021 gab es im Vergleich zu den Vorjahren keinen signifikanten Anstieg der Zahl der Konkurseröffnungen. Das Beizensterben wegen Corona ist eine Lüge!

 

Im Vergleich zu der Entwicklung der Zahl der Konkurse infolge anderer Wirtschaftskrisen (z. B. Finanzkrise, Frankenschock) sind sogar weniger Unternehmensinsolvenzen zu beobachten. In der ganzen Schweiz gab es zwischen März 2020 und Februar 2021 3422 Konkurseröffnungen. Das ist deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch in den vergangenen Monaten gab es keinen kräftigen Anstieg. Dieser Trend ist ähnlich in der Gastronomie. Zwischen den grossen Regionen besteht eine gewisse Schwankungsbreite: In Zürich liegt die Zahl der Konkurseröffnungen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, während sie in der Zentral-Schweiz um fast 20% niedriger ist. Es ist als eine Lüge, dass es den Beizen schlechter geht als im Normalfall. Alle Konkurse waren ohnehin angezeigt! Gewisse Betriebe konnten sich dank der Pandemie und der Hilfe des Staates gar gesundstossen.

 

 

Das Beizensterben gibt es schon lange, die Verbände wollen auf dem Buckel der Pandemie Profit schlagen

Das Beizensterben gehört seit Jahren zur Schweizer Gastroszene mit ihrer grossen Restaurantdichte. Die Situation hatte sich im Jahr 2017 nochmals extrem zugespitzt – hin zum Massensterben. 2220 Betriebe wurden aus dem Handelsregister gelöscht, hinzu kamen 684 Konkurse. Dem gegenüber standen 2048 Neueintragungen von Gastrobetrieben. Das ergab einen Rückgang von 856 Restaurants, wie die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf neue Daten des Branchenverbands Gastrosuisse und Creditreform schrieb.

Das Minus sei dreieinhalbmal so gross wie im 2016. Grund für den Negativsaldo sind mehr Konkurse und weniger Betriebsgründungen. Die Zahl der neu eröffneten Restaurants ging um beinahe 25 Prozent zurück. Besonders starke Rückgänge verzeichneten die Kantone Tessin, Bern, Genf, Luzern und Zürich.

Damals sah Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer als Gründe etwa die Frankenstärke und aufgeschobene Investitionen für das Beizensterben. Die Probleme hätten sich 2017 wohl kumuliert, so Platzer. Erschwerend hinzu kommen für die Restaurants veränderte Essgewohnheiten: Die Leute haben weniger Zeit fürs Mittagessen oder sie verpflegen sich an ihrem Arbeitsort, so Platzer. Da dieser oft in einer Stadt liege, fehlten den Restaurants auf dem Land die Mittagsgäste. Diese Probleme, bzw. diese natürliche Entwicklung,  nahmen zu, ohne dass die Gastrobranche eine Strategie entwickelt hätte. Der Verband hat sich dem Jammern verschrieben, statt seien Arbeit für seien Mitglieder zu tun. Nun sieht der Gastrosuisse-Präsident die Chance für "Heilung" in der aktuellen Pandemie. Seit Monaten fällt dieser auf mit irrwitzigen Forderungen, falschen Angaben und Fake-News, dass "seiner" Branche geholfen werden müsse. Aber es steht fest, die Branche leidet nicht im Zusammenhang mit der Pandemie, sondern war bereits vorher marode.

 

 

Die Ablehnung des Geschäftsmietengesetzes 2020 war fatal

Dazu kommt die Ablehnung des Geschäftsmietengesetzes. Dazu äusserte Cafetier Suisse an der Jahrespressekonferenz vom 7. Dezember 2020 vor allem gegenüber Stände- und Nationalrat Kritik. "Die Ablehnung des Geschäftsmietengesetzes hat eine neue Unsicherheit geschaffen, die weitere Konkurse bedeuten dürfte", sagt Hans-Peter Oettli. Der Präsident von Cafetier Suisse sieht vor allem kleine Cafés bedroht. "Es muss ein Café-Sterben in der gesamten Schweiz befürchtet werden", so Hans-Peter Oettli.

 

Also kommen wir weg von der Lüge, dass Gastrobranche wegen der Pandemie, wegen Alain Berset oder gar wegen nicht erfolgten Hilfszahlungen in Schieflage wäre. Die Wahrheit ist eine andere und mehrfach belegt.

 


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