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Den ersten eigenen Hund anschaffen – worauf Anfänger achten sollten

DMZ – TIERWELT ¦ Luisa Fink ¦

 

Die meisten Menschen kennen das Sprichwort „aller Anfang ist schwer“. Oder auch die Redewendung, dass „die Übung den Meister mache“. Selbiges Prinzip lässt sich auf den ersten eigenen Hund übertragen. Es erscheint logisch, dass der erste Hundekauf wohlüberlegt und kein Schnellschuss sein sollte. Ein besonderes Augenmerk gilt es dabei der Rasse zu schenken. Nicht alle Hunderassen passen zu Haltern, die vorher keine Erfahrung mit Vierbeinern gesammelt haben. Beim ersten Hundekauf sollte das Augenmerk folglich auf pflegeleichten und sanftmütigen Rassen liegen.

 

Wichtige Entscheidungsfragen vor dem Kauf stellen

Viele Menschen träumen zwar von einem Vierbeiner, unterschätzen allerdings die Aufgaben und Pflichten, die ebendieser mit sich bringt. Daher muss die Entscheidung für oder gegen einen Hund sorgfältig und reflektiert erfolgen. Da ein Hund für bis zu 15 Jahre ein treuer Mitbewohner bleibt, sollten die persönlichen Voraussetzungen im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Lässt es die eigene Wohnsituation zu, sich eine der beliebtesten Hunderassen ins Haus oder in die Wohnung zu holen? Hat der Vierbeiner ausreichend Platz, die Möglichkeit zum Auslauf und ein angenehmes Umfeld? Sind zeitliche Kapazitäten vorhanden, um sich täglich mit dem Vierbeiner zu beschäftigen? Wichtig bleibt auch die Frage, wer sich dem Tier in Abwesenheits- oder Krankheitszeiten vertretungsweise annimmt. Nicht zuletzt sind auch die Finanzen ein zentrales Thema, da Hunde regelmäßig laufende Kosten verursachen. Es ist generell empfehlenswert, sich insgesamt über die wichtigsten Aspekte zum Thema Hundekauf zu belesen, ehe eine endgültige Entscheidung fällt.

 

Die Suche nach der richtigen Hunderasse

Alleine in der Schweiz verzeichnen Wissenschaftler laut Erhebungen mehr als 450 Hunderassen – darunter sind überwiegend Rassehunde und ein kleiner Anteil an Mischlingen. So kommt es, dass sich die Wahl der richtigen Hunderasse schnell zur Herausforderung entwickelt. Fellbeschaffenheit und Grösse sollten dabei nicht als zentrale Entscheidungskriterien herangezogen werden. Vielmehr kommt es auf die Wesenszüge der Tiere an. Für Anfänger kommen insbesondere sanftmütige, ausgeglichene und freundliche Hunderassen in Betracht. Hingegen sind stark haarende Hunde, Rassehunde mit einem ausgeprägten Jagdtrieb oder (zu) temperamentvolle Tiere für Anfänger eher ungeeignet. Auch sehr eigensinnige Hunderassen, die gerne ihren eigenen Kopf haben, könnten für unerfahrene Hundehalter schwierig zu handhaben sein.

 

 

Der Cavalier King Charles Spaniel mit den charakteristischen Schlappohren gilt als pflegeleichter Familienhund. Er kann in Wohnungen gehalten werden, braucht aber täglich ausgedehnte Spaziergänge. (Abbildung 1: pixabay.com © bru-no (CC0 Creative Commons))

 

Welche Ersthunde für Anfänger gut geeignet sind

Auch bei unerfahrenen Hundehaltern steht selbstverständlich die enge Bindung zwischen Tier und Mensch im Vordergrund. Deshalb sind „geeignete“ oder „nicht-geeignete“ Hunderassen nicht automatisch ein Garant dafür, ob das Zusammenleben glückt oder misslingt. Deshalb können sich auch unerfahrene Hundehalter mit der richtigen Erziehung an „anspruchsvolle“ Rassen heranwagen. Dennoch fällt die Erziehung bei einer pflegeleichten und lernwilligen Rasse anfangs erheblich leichter. Folgende Hunderassen harmonieren aufgrund ihrer individuellen Charakterzüge tendenziell besser mit unerfahrenen Haltern:

  • Bei den kleineren Hunderassen sticht der Mops mit seinem anhänglichen Charakter hervor. Als fröhlicher Vierbeiner mit einem gutmütigen und intelligenten Wesen gilt er als idealer Wohnungs- und Haushund. Auch das Fell der sechs bis acht Kilogramm leichten Hunde ist pflegeleicht. Unabhängig von seiner kleinen Größe wird ein Mops bis zu 15 Jahre alt.
  • Bichon Frisés legen ein sehr liebevolles, aber auch wachsames und mutiges Verhalten an den Tag. Da sie als freundlich und geduldig gelten, können unerfahrene Hundehalter gut mit ihnen umgehen. Ein weiterer Vorteil der sanftmütigen, weißen Hunde ist ihr pflegeleichtes Fell.
  • Auch bei der Französischen Bulldogge lässt sich von einem Anfängerhund sprechen. Mit den anhänglichen und verspielten Wesenszügen sind die Hunde das Gegenteil von aggressiven Kläffern. Da die kleinen Hunde ungern alleine sind, eignen sie sich nur bedingt für Vollzeit-Berufstätige. Bei den liebenswerten Bulldoggen sollte das Schmusen nicht zu kurz kommen, wenngleich regelmäßige Spaziergänge ebenso wichtig sind. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass die Französischen Bulldoggen keine guten Schwimmer sind und mit größeren Sportaktivitäten ihre Schwierigkeiten haben.
  • Der Pudel, der klein bis mittelgroß werden kann, hat den Ruf eines pflegeleichten Allrounders. Unerfahrene Halter haben wenig Probleme mit ihm, da er sich meistens intelligent und lernwillig zeigt. Dennoch gelten Pudel als temperamentvoll, weshalb sie sich mit anderen Rassen oftmals nicht verstehen. Diese vermeintliche Schwäche macht der Pudel jedoch mit seinem freundlichen und agilen Wesen wett: Er liebt das Apportieren, Hundesportarten wie Agility oder Obedience sowie Kinder. Da das Tier nicht haart, kann es gut in einer Wohnung gehalten werden.
  • Eine der beliebtesten Ersthunderassen sind Golden und Labrador Retriever. Vom Charakter her ähneln sich beide Hunderassen, die sich durch ein freundliches und ruhiges Gemüt auszeichnen. Nicht umsonst werden die vertrauenswürdigen Vierbeiner, die bis zu 14 Jahre alt werden, als perfekte Familienhunde angesehen. Während der Golden Retriever stark haart und häufig gebürstet werden muss, neigen die Labradore zu Übergewicht. Sportliche und aktive Halter finden in beiden Rassen bewegungsfreudige Begleiter, die gerne Apportieren oder Schwimmen.
  • Zu den großen Anfängerhunden können der Leonberger und der Boxer zählen. Leonberger sind aufgrund ihrer stattlichen Größe selbstsicher und gelassen, benötigen allerdings intensive Fellpflege. Insgesamt legt der loyale Leonberger ein gutmütiges und kinderfreundliches Verhalten an den Tag, wobei er sich viel Zuneigung wünscht. Bewegungsfreudig, wie er ist, freut sich ein Leonberger über Hundesport und Aktivitäten rund ums Wasser. Ebenso treu und zuverlässig, aber eine Spur nervenstarker sind Deutsche Boxer. Sie geben sich vorsichtig und reserviert im Umgang mit Fremden. In der eigenen Familie sind sie hingegen verspielt, verschmust und kinderlieb. Bei dieser Rasse kommt es auf eine konsequente, aber liebevolle Erziehung an, um das Temperament zu zügeln. Der Boxer dankt es mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt, der ihn zu einem idealen Rettungs- und Wachhund macht.