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RRRrrrr Renners Rasende Randnotiz - Die innere Weltreise III

Alon Renner (Potrait von Olivia Aloisi)
Alon Renner (Potrait von Olivia Aloisi)

DMZ – KOLUMNE ¦ Alon Renner ¦

 

Ihr erinnert Euch? Wir waren zu Fuss unterwegs. Von Wien nach Zürich. Herzlich willkommen zu meiner neuen Kolumne, in der wir die innere Weltreise auf die Spitze treiben. Spaziergengehen kann natürlich auch vor der eigenen Haustüre starten. Die Promenadologie wurde in den 80er Jahren begründet. Dabei ist nicht das Spazierengehen Gegenstand der Forschung, sondern die Methode. Also wie man es macht. Gehend erschliesst sich dem Wanderer die Welt. In unserem Fall nutzten wir den Fussmarsch zur inneren Einkehr, zur Entschlackung – die hatten wir nach der ganzen Fresserei bitter nötig, siehe den ersten Teil der inneren Weltreise https://bit.ly/3vD9iVp - und zur Erkundung Österreichs abseits der grossen Städte. Und was wir da entdeckten, war wirklich ganz entzückend: www.kufstein.atwww.radtstadt.com, www.wolfsberg.at, www.klagenfurt.at, www.gmunden.at und www.bregenz.travel sind nur einige der wundervollen Destinationen, die es hier aufzuzählen gilt.

 

Sechs Wochen Marsch machen aber auch mürbe. So waren wir ganz froh, eine kleine Pause einlegen zu können, um die Wäsche zu waschen, die Koffer neu zu packen und einige Nächte im eigenen Bett zu verbringen.

Nach all den Schwielen und Blasen die wir bei Sonnenuntergang in die kühlen Flüsse tauchten, nach all den romantischen Sternennächten in denen wir unsere Moskitostiche blutig kratzten und nach all dem Schweiss, der uns auf Distanz hielt, noch bevor wir uns nach drei Wochen Wanderung nichts mehr zu erzählen hatten und schweigend nebeneinander herliefen, nach der ganzen Mühsal also: besteigen wir in Zürich den Schlafwagen erster Klasse nach Venedig. Donna Leon, Dogenpalast, Rialto, Cannelloni und Canaletto bit.ly/2S8NC5T – wir kommen!

 

Bei der Ankunft gönnen wir uns einen Ristretto, heisse Panini mit Mozzarella, Tomaten und Auberginen und das Ruzzini Palace Hotel www.ruzzinipalace.com/de, dass nur wenige Schritte vom Markusplatz entfernt liegt. Die zauberhaften Zimmer und Suiten mit Kronleuchtern aus Muranoglas zeugen von prachtvollen Zeiten.

Der Concierge, in weissen Handschuhen und goldenen Epauletten, weist uns später an den hoteleigenen Steg. Eine Spritztour in einer schmucken venezianischen Gondel steht an. Mit singendem Bordmotor. Tatsächlich. Und die ersten fünfzehn Minuten ist dies auch kein bisschen peinlich. Bis der Gondoliere «O Sole Mio» anstimmt und wir das Weite suchen... Was unter den gegebenen Umständen nicht ganz so einfach scheint. Aber zum guten Glück kommt uns ein Vaporetto, Venedigs schwimmendes Bussystem, zur Rettung. Wir steigen um und fahren nach Murano https://bit.ly/3zEadYQ. Die Inselgruppe, nicht unweit der Altstadt gelegen, ist für ihre lange Tradition der Glasherstellung bekannt. Hier besichtigen wir einige Manufakturen und schauen den Kunsthandwerkern bei der Arbeit zu.

 

In dunklen, heissen Räumen mit leuchtenden Öfen und Männern, die Rohre aus Eisen vor ihren Lippen tragen. Lange Rohre aus Eisen, Pfeifen genannt. Am Ende des im Durchschnitt 1,5 Meter langen Stabes findet sich eine glühende Masse. Aus dieser fertigen die Glasbläser auf raffinierte Art und Weise allerlei Geschirr und Schmuckstück an.

 

Die sieben Murano Inseln, die durch acht Kanäle voneinander getrennt und durch elf Brücken miteinander verbunden werden, formen ein kleines Bijou, dessen verwinkelte Gassen man unbedingt erkunden sollte.

Eine weitere Perle der Lagune bildet die Insel Burano bit.ly/3gH0iJE. Eine Augenweide, deren typische Fischerhäuser in den unterschiedlichsten Farben daherkommen. Jedes Haus monochrom, also einfarbig, bemalt, kontrastiert mit den Nachbarshäusern durch einen anderen Farbauftrag. Das Ergebnis ist eine schillernde Architektur, ein kunterbuntes Städtchen, wie wir es von den Bildern Hundertwassers kennen.

Zurück in Venedig, schauen wir uns das jüdische Ghetto, den Markusplatz, den Dogenpalast, die Basilika und die Scuole Grandi mit ihren ganz unglaublichen Tafelgemälden und Deckenfresken der italienischen Renaissance an. https://bit.ly/3iS1gFI

 

Bevor es nun weiter nach Paris geht, nehmen wir uns einen ganzen Tag für das Herumschlendern Zeit. Es ist einfach nur malerisch, wie sich die Kanäle an den üppig grünen Parks, den Kirchen aus vergangener Zeit, den prunkvollen Palästen und den beeindruckenden Fassaden vorbeischlängeln. Über die Wasserstrassen des Castello Viertels sind Wäscheleinen gespannt, auf denen Unterwäsche in der Sonne trocknet – ein Anblick, der zum flirrenden Zauber beiträgt.

 

Nach so viel Eleganz und Grazie können wir unmöglich in den erstbesten Zug steigen. Es muss schon der Orientexpress sein. https://bit.ly/3gMtfnc

Geschichtsträchtig wollen wir im breiten Bett der Grand Suite, einem Schlafwagen unvorstellbaren Ausmasses und Gemütlichkeit, aneinander gekuschelt in der Stadt der Liebe eintreffen.

 

Il est cinq heures, Paris s’éveille. https://www.youtube.com/watch?v=-G4EQjFUZOc Und was gibt es zum Frühstück? Croissants, Pain au Chocolat und Madleines! Zuerst, dazwischen und danach gönnen wir uns mindestens vier verschiedene Camemberts, triefende Camemberts deren Duft die Sinne betören, einen frischen Chèvre, Feigensenf und Lavendelhonig. Mit fliessender Butter und einer knusprigen Baguette... Deren braune Kruste zwischen den Zähnen nur so knirscht und kracht.

Dann steigen wir aus dem Zug und küssen die Mona Lisa, planschen mit Niki de Saint Phalle in ihrem Brunnen herum, verbringen den Nachmittag im Kino des Eiffelturms und den Abend zwischen den Tänzerinnen des Moulin Rouge.

 

Die nächsten Tage besuchen wir dann das www.palaisdetokyo.com, das Quai d’Orsay https://bit.ly/3iYIj3Q und das www.centrepompidou.fr/en/. Und ein Fachgeschäft für Regenschirme.

Denn weiter geht die Reise mit dem Zug nach London. Da eingetroffen, setzen wir uns in einen roten Doppeldecker Bus im oberen Stock in die vorderste Reihe und gönnen uns eine Sightseeing Tour durch die Innenstadt. Vorbei am Buckingham Palace, Big Ben, Trafalgar Square, am British Museum, Saint Paul’s Cathedral und dem Tower of London. Zwischen unseren Beinen befindet sich ein offener Rucksack mit sechs Flaschen Bier und 10 Packungen Salt & Vinegar Crisps von Walkers. Dieses Gefühl, wenn es einem den Mund zusammenzieht und die Geschmacksknospen der Zunge aufgehen um dem ätherischen Duft von Wein, gegärtem Obst und Salz zu huldigen... In Pommes-Chips mit Salz und Essig Geschmack könnte ich baden. Reich an kulinarischen Kuriositäten sind die Britischen Inseln ganz bestimmt, man denke nur an den gar sonderbaren Hang sowohl Schokolade als auch Fleischgerichte mit Minze zu würzen. Dennoch, Salt & Vinegar Crisps müsste man ganz eigentlich ein Denkmal bauen. Genauso wie Shortbread...

Essen werden wir hier aber trotzdem beim Inder. Oder vegan. Die Auswahl ist riesig.

Besuchen müssen wir ganz unbedingt: Camden Town, Soho, die www.saatchigallery.com, Tate Modern, Hayward, www.barbican.org.uk und The National Gallery.

 

Nächste Woche schiffen wir uns endlich ein. Denn wir wollen ja nach Australien. Aber zuvor, zuvor werden wir noch das eine oder andere Land besuchen...

 

Ganz liebe Grüsse

Euer Alon

 

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