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Fake-News-Verein "SOS - Gesundheitsberufe"

DMZ – GESUNDHEIT ¦ W. Fürst & A. Aeberhard ¦    

KOMMENTAR

 

Ein weiterer Verein treibt sein Unwesen. Immer regelmässiger trafen bei uns Beschwerden gegen diesen Verein ein - immer häufiger haben sich Leserinnen und Leser beschwert, die sich belästigt fühlten durch Falschmeldungen, Inserate oder Flyern. Mehrere Gründe also für uns - hier den Versuch zu Starten, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

SOS Gesundheitsberufe nennt sich der Fake-News verbreitende Esoterikverein, der Geld (Spenden) sammelt für den betriebenen Unfug, der gezielten Verbreitung von Falschinformationen und die Finanzierung und Bewerbung der Protagonisten und deren fragwürdigen esoterischen "Dienstleistungen" (Yager-und Traumreisetherapie, Vorträge in denen Viren geleugnet werden, Dorntherapie und andere abstrusen Angebote, die jegliche Wissenschaftliche Evidenz missen lassen). Eine als Non-Profit getarnte Organisation, die naive Menschen schamlos ausnimmt.

Es gibt keine klinischen Studien zur Wirksamkeit von solchen Therapien, noch sind angebotene Verfahren wissenschaftlich anerkannt, da kein Wirkungsnachweis vorliegt. Also genau solche Leute, die in einer reinen Fantasiewelt leben und an Märchen glauben, sprechen auf Flyern und ihren Websites von "faktenbasierenden" Beweisen. 

 

Die Vorstandsmitglieder "trumpfen" auf der Website auf, mit Todschlagargumenten der Impfgegner und Coronaleugner:

  • "Die momentanen Massnahmen sind nicht gerechtfertigt. Eine Evidenz liegt nicht vor und sie bringen mehr Schaden als Nutzen mit sich – vor allem in der Gesundheitsbranche."
  • Ich wünsche mir wieder einen patientennahen Kontakt ohne Masken, um den Patienten in schweren Situationen ein Lächeln zu schenken, welches sie in gewissen Situationen brauchen und schätzen.
  • Sowohl die Viren- als auch die InfektionsTHEORIE sind obsolet und unsinnig – und niemals wissenschaftlich nachgewiesen."

Auch bei den vom Verein definierten Werten und Zielen widerspricht man sich mehrfach. Einmal mehr kein Konzept, welches als solches verkauft werden soll:

  • "Wir wissen, dass es bei den Mitarbeitenden aller Gesundheits-Unternehmen unzählige Menschen gibt, welche mit den «von oben» diktierten Massnahmen NICHT einverstanden sind. Leider machen sie – aus privaten und persönlichen Gründen – gezwungenermassen doch mit!
  • Wir glauben daran, dass wir all diesen eine Stimme geben können – auch anonym.
  • Wir wollen uns vernetzen, austauschen und stärken! Was gibt einem mehr Kraft als das Wissen, dass man NICHT alleine ist!? Unser erstes Ziel ist nun, möglichst viele von euch zu erreichen.

Wir setzten uns ein…

  • …für den sofortigen Stopp, uns Pflegende auch nur ansatzweise als unvernünftig zu bezeichnen!
  • …für den sofortigen Stopp der Diskussionen, ob eine Impfpflicht im Gesundheitswesen angebracht ist!
  • …gegen jegliche Art von Zwang im Gesundheitswesen
  • …gegen Diskriminierung aller Mitarbeiter der Gesundheitsberufe
  • Unser Ziel ist es, den Gesundheitsfachleuten den Rücken zu stärken, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen und gegen den Impf- und Testdruck anzustehen." 

Auch ein Video wurde eigens produziert, um auf sich aufmerksam zu machen:

 

Im Zuge unserer Recherchen zu dem Verein SOS - Gesundheitsberufe gelangten wir an diverse Ämter und Organisationen, aber auch direkt an den Verein SOS - Gesundheitsberufe, damit dieser seine Sicht der "Dinge" präsentieren können, ganz im Sinne einer ausgeglichene Berichterstattung. Leider hat der Verein auf unsere Fragen nicht geantwortet. 

 

So bleiben die drängenden Fragen:

  1. Wozu werden die Spenden verwendet?
  2. Wieso verbreiten Sie aktiv Fake-News?
  3. Wer steckt hinter dem Verein?
  4. Wie sehen Sie die Tatsache, dass Sie von sämtlichen Berufsverbänden der Gesundheitsbranche belächelt werden, oder Sie gar als Gefahr sehen?
  5. Was sind Ihre nächsten konkreten Ziele, Projekte?

 

 Stattdessen zirkuliert weiterhin dieser Flyer:

 

 

Abklärungen

Wir kontaktierten das Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF und das

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI, um zu klären, wie es sich mit solchen Vereinen verhält, die den Anschein erwecken wollen, dass hier ausgezeichnete Fachleute vertreten sind, indem man Begriffe bemüht wie z.B. "Gesundheitsberufe", "Vernetzung in allen Gesundheitsbereichen von engagierten Fachleuten", "Gesundheitswesen", usw..

 

Wie uns Frau Tiziana Fantini vom SBFI mitteilt, hat "das SBFI keine rechtliche Grundlage, um etwas zu unternehmen." "Der Begriff «Gesundheitsberufe» ist nirgends definiert, geschweige denn geschützt." Einmal mehr gelingt es also mit Begrifflichkeiten in der Schweiz Unfug zu treiben.

Auf unsere Frage, ob sich ein Verein unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als Gesundheitsberufe-Portal ausgeben dürfe, antwortete Frau Fantini: "Das SBFI ist im Gegensatz zu den Kantonen nicht die Aufsichtsbehörde, die über die Verletzung von Berufspflichten (etwa Falschinformationen verbreiten) wacht. Für Anliegen des Gesundheitsschutzes (Schutz der öff. Gesundheit vor Falschinformationen) sind das BAG oder die GDK zuständig." Natürlich hatten wir gleichzeitig auch das BAG und weitere Organisationen kontaktiert.

 

Hier erhielten wir zur Antwort, dass das BAG auf seinen offiziellen Kanälen (Website, Soziale Medien, etc.) umfassende Informationen in Zusammenhang mit der Entwicklung der Pandemie veröffentlicht. Da findet man also die Fakten, die auf der Vereinsseite von SOS - Gesundheitsberufe verleugnet werden. "In der Schweiz steht jedoch die Gründung von Vereinen jedem offen und so können sich Interessensgemeinschaften zusammenschliessen und ihre Anliegen ebenfalls öffentlich machen. Der Begriff «Gesundheitsberufe» ist nicht geschützt und die Verwendung dieses Begriffs für einen Verein kann nicht verboten werden.", sagt Yann Hulmann vom BAG.

 

Allerdings: "Gesundheitsfachperson unterstehen gewissen Berufspflichten, wie diese für die Gesundheitsberufe im GesBG (Art. 16) festgehalten ist. Dazu gehört unter anderem, dass Personen, die einen Gesundheitsberuf in eigener fachlicher Verantwortung ausüben nur Werbung zu ihrer Berufsausübung machen, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Für die Aufsicht dieser Berufspflichten sind die Kantone zuständig, in denen die Gesundheitsfachpersonen ihren Beruf ausüben.", führt Yann Hulmann weiter aus.

  

Jedoch untersteht die Vereinstätigkeit dieser "Gesundheitsfachpersonen" nicht dem Gesundheitsberufegesetz, womit die Berufspflichten hier nicht zur Anwendung kommen. Sie können also wohl oder übel weiterhin Fake-News verbreiten. Yann Hulmann vom BAG rät: "Für interessierte Bürgerinnen und Bürger ist es ratsam, sich an vertrauenswürdigen Quellen zu orientieren, wie jene von BAG oder der zuständigen Gesundheitsdirektionen in den Kantonen. Diese sind reichlich vorhanden."

 

Wie man auch sonst feststellen kann, ob ein Verein seriös ist, kann man die aufgeführten Partner oder Links des jeweiligen Vereins checken. So wundert man sich bei diesem Fake-Verein auch nicht, wenn man hier Empfehlungen wie "Mass-Voll", "Freunde der Verfassung", "QS24.TV", "Aletheia", "Netzwerk Impfentscheid" oder "freie Schweiz" findet. Links also, zu anderen Fake-News Produzenten, Fake-News Verbreitern, Massnahmengegner- und Kritiker, Impfgegner- und Kritiker, Virusleugner und andere fehlgeleitete Gruppierungen.

 

Der Trost bleibt, dass sich beim Checken solcher Organisationen, für vernunftbegabte Menschen nur Gefühle und Eindrücke einstellen wie: "peinlich, dumm, ignorant, verbohrt und ähnliche...." Nur schade, dass es solchen Leuten immer noch gelingt, unbedarften und naiven Menschen ihre Fake-News einzutrichtern und deren Geld zu erbetteln.


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