· 

Die Schweiz setzt ihre Bemühungen zur Förderung der Verständigung zwischen den Kulturen und den Sprachgemeinschaften fort

DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ AA ¦                                                     

 

Der Bundesrat hat am 1. Oktober 2021 den kombinierten Bericht der Schweiz zur Umsetzung von zwei verwandten Übereinkommen des Europarates gutgeheissen: dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. In den letzten Jahren wurden Verbesserungen zugunsten der Angehörigen nationaler Minderheiten und zum Schutz der Regional- oder Minderheitensprachen erzielt. Das Engagement der Behörden muss aufrechterhalten werden.

 

Der Bund hat sein Engagement fortgesetzt und die Mittel zur Förderung der Landessprachen und der Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften für den Zeitraum 2021–2024 weiter erhöht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem schulischen Austausch und der Förderung der italienischen und rätoromanischen Sprache ausserhalb ihres traditionellen Verbreitungsgebiets. Der Bericht lässt ausserdem eine höhere Akzeptanz der fahrenden Lebensweise der Schweizer Jenischen und Sinti/Manouches erkennen. Die Bemühungen, das Bewusstsein für die Kultur und die Traditionen dieser Gemeinschaften zu schärfen, haben Früchte getragen. Der Bericht stellt auch fest, dass trotz der Bemühungen mehrerer Kantone, neue Plätze für die Fahrenden zu schaffen, weiterhin ein Mangel an solchen Plätzen besteht.

 

2019 ist zudem die Verordnung über Massnahmen zur Unterstützung der Sicherheit von Minderheiten mit besonderen Schutzbedürfnissen in Kraft getreten, die eine finanzielle Unterstützung des Bundes für Massnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinschaft und der Schweizer Jenischen und Sinti/Manouches ermöglicht. Schliesslich zeigt der Bericht auf, welche Massnahmen getroffen wurden, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die verschiedenen nationalen Minderheiten abzufedern.

 

Eine Expertendelegation des Europarates wird im Jahr 2022 die Schweiz besuchen und Vertreterinnen und Vertreter von Behörden unterschiedlicher Ebenen, der nationalen Minderheiten sowie der Regional- oder Minderheitensprache treffen, um ein besseres Verständnis für deren Situation zu gewinnen. Die Schweizer Behörden sind verpflichtet, regelmässig Berichte über die Massnahmen zur Umsetzung des Rahmenübereinkommens und der Sprachencharta vorzulegen. Die Schweiz hat zum ersten Mal einen kombinierten Bericht vorgelegt. Dadurch konnten Synergien zwischen den beiden Übereinkommen mit teilweise überlappenden Geltungsbereichen geschaffen werden und die Kantone, die in diesem Bereich weitgehend zuständig sind, mussten nur einmal zur Stellungnahme aufgefordert werden.

 

Mitarbeit der Kantone

Der kombinierte Bericht wurde unter Mitwirkung der Kantone und nach Konsultation der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen nationalen Minderheiten sowie der Regional- oder Minderheitensprachen erstellt. Er wurde auf Französisch, Deutsch und Italienisch verfasst und wird später auch ins Rätoromanische übersetzt.

 

Die Schweiz hat das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheit 1998 ratifiziert. Als nationale Minderheiten anerkannt sind in der Schweiz die Angehörigen der nationalen Sprachminderheiten, d. h. auf nationaler Ebene die italienisch, rätoromanisch und französisch Sprechenden sowie auf regionaler Ebene die französisch Sprechenden im Kanton Bern und die deutsch Sprechenden in den Kantonen Freiburg und Wallis, die sesshaft und fahrend lebenden Schweizer Jenischen und Sinti/Manouches sowie die Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz. Ziel des Rahmenübereinkommens ist der Schutz der Rechte von Angehörigen nationaler Minderheiten.

 

Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen wurde 1997 von der Schweiz ratifiziert. Anlässlich der Ratifizierung der Sprachencharta hat die Schweiz die beiden Landessprachen Italienisch und Rätoromanisch zu Regional- oder Minderheitensprachen erklärt und das Jenische und Jiddische als nicht territoriale Minderheitensprachen anerkannt. Seit Kurzem sind auch das in den Kantonen Freiburg, Jura, Wallis und Waadt geläufige Frankoprovenzalische sowie das Franc-Comtois im Kanton Jura als Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt. Die Charta ist ein Instrument zum Schutz und zur Förderung der Regional- oder Minderheitensprachen als eines der wertvollsten Elemente des europäischen Kulturerbes.

 

 

 

 

Herausgeber

Der Bundesrat

https://www.admin.ch/gov/de/start.html 

Bundesamt für Kultur

http://www.bak.admin.ch 

Generalsekretariat EDI

http://www.edi.admin.ch 

Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten

https://www.eda.admin.ch/eda/de/home.html  


Meistgelesener Artikel

Jeden Montag wird jeweils aktuell der meistgelesene Artikel unserer Leserinnen und Leser der letzten Woche bekanntgegeben.


Unterstützung

Damit wir unabhängig bleiben, Partei für Vergessene ergreifen und für soziale Gerechtigkeit kämpfen können, brauchen wir Sie.


Mein Mittelland

Menschen zeigen ihr ganz persönliches Mittelland. Wer gerne sein Mittelland zeigen möchte, kann dies hier tun
->
Mein Mittelland



Ausflugstipps

In unregelmässigen Abständen präsentieren die Macherinnen und Macher der Mittelländischen ihre ganz persönlichen Auflugsstipps. 


Rezepte

Wir präsentieren wichtige Tipps und tolle Rezepte. Lassen Sie sich von unseren leckeren Rezepten zum Nachkochen inspirieren.


Persönlich - Interviews

"Persönlich - die anderen Fragen" so heisst unsere Rubrik mit den spannendsten Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern.


Inhalte von Powr.io werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell und Marketing), um den Cookie-Richtlinien von Powr.io zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Powr.io-Datenschutzerklärung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0