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«Stromaufwärts schreiben»

Manfred Hiefner
Manfred Hiefner

DMZ –  KULTUR ¦ Urs Heinz Aerni ¦                                    Manfred Hiefner

 

Manfred Hiefner wagt nach einer langen Karriere als Verleger und Verkauf des Basler Münster Verlages nun den Wiedereinstieg in die Buchbranche mit der Gründung der Edition Königstuhl.

Edition Königstuhl ist eine neu gegründete Buchedition des langjährigen, in der Schweiz ansäßigen Verlegers und Geschäftsführers Manfred Hiefner (Orell Füssli, Atlantis, OFFIZIN Zürich, Stämpfli, Münster), mit welcher er ausgewählten Titeln, die nicht zum «Mainstream der gegenwärtigen Buchproduktion zählen» würden, «eine Marktchance verschaffen» möchte, sei es weil sie thematisch gegen den Strom schwimmen, durch «Unkonventionalität oder Experimentierlust» auffallen oder schlicht weil sie «trotz künstlerischer oder sprachlicher Virtuosität im auf Verkaufszahlen und Bestsellerlisten fokussierten Verlagsbetrieb trotz ihrer Qualität keine Beachtung» fänden.

 

Auch für junge Schreibende

Mit diesem Konzept soll die Edition Königstuhl auch jüngeren Autorinnen und Autoren und Kunstschaffenden eine Plattform anbieten. Weniger im Vordergrund steht dabei ein bestimmtes Genre: «wir wollen Leselust generieren, sei es mit gut geschriebenen literarischen Werken, mit originellen Text-/Bildbänden, mit Fotografie und Kunst, aber auch mit spannenden Sachbüchern» gibt der Verleger Manfred Hiefer zur Auskunft, der trotz des Verkaufes seines Münster Verlages es nun wieder wissen möchte, mit dem Geschäft des Büchermachens.

 

Außerdem lägen ihm und seinem Team Gedichte, die es naturgemäß schwer im Buchmarkt haben, besonders am Herzen und wenn ein «eingereichter Krimi unter die Haut» gehen sollte, dann soll auch dieser eine Chance bekommen.

 

Nicht zu viele Bücher

Die Zielgröße sind fünf Bücher pro Semester, da die Titel auch nach Erscheinen presse- und vertriebstechnisch weiter gut betreut werden sollen, was bei einer größeren Titelzahl nicht gewährleistet werden könne.

 

Für was steht der Name des Verlages?

Beim «Königstuhl» handelt es sich um den zwischen Heidelberg und Gaiberg, dem deutschen Zweitsitz des Verlags, liegenden Hausberg, mit 570 Meter der höchste Berg des sogenannten Kleinen Odenwaldes und der Bergstraße. Er steht für den Aus- und Weitblick, den es in der chronisch schwierigen Verlagsbranche brauche.

 

Das Verlagsmotto «Stromaufwärts schreiben» soll in zwei Worten die oben erläuterte Zielsetzung der neuen Edition zusammenfassen, Qualitätstitel abseits vom Mainstream, und korrespondieren mit dem optischen Lead der Website, der 1950 von Dr. Eisele in blauem Ton gemalten Stadt Riga an der Düna/Daugava, der zweiten Heimat des Verlegers.

 

Der Verleger

Manfred Hiefner wurde 1952 in Heidelberg geboren, arbeitete als Rechtsanwalt und ist seit 1987 Verleger. Zunächst mit den Schwerpunkten Online-Datenbanken in den Segmenten Wirtschaft und Recht (Orell Füssli), seit 1991 in den Bereichen Management- und Ratgeber-Literatur und seit Beginn der 2000er Jahre in den Segmenten Belletristik, Kunst/Fotografie (OFFIZIN Zürich) sowie Kinderbuch (Atlantis). Manfred Hiefner lebt mit seiner Frau im schweizerischen St. Gallenkappel, Schweiz, in Gaiberg bei Heidelberg und in Riga, Lettland.

 

Mit den Auslieferungen Buchzentrum AG in Hägendorf (Schweiz) und der GVA in Göttingen und Vertreterinnen und Vertretern für den lokalen Buchhandel scheint der Verlag so richtig in Fahrt kommen zu wollen. Das scheinen auch die ersten Titel zu verheißen, wie «Venezianisches Zwischenspiel» von E. Y. Meier, «Aus der Frohburg» von Konrad Hummler, «Sex, Katzen & Diäten’» von Regula Stämpfli oder «Große Schweizer Publizisten» u. a. von Laure Wyss, Annemarie Schwarzenbach, Jürg Rampspeck und Niklaus Meienberg.