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Am Sonntag ist Welthundetag: PETA-Expertin gibt Tipps für die gelungene Kommunikation zwischen Mensch und Vierbeiner

DMZ –  TIERWELT ¦ MM ¦ AA ¦                                                

 

Am 10. Oktober ist Welthundetag. Immer mehr Menschen halten Hunde, doch in vielen Fällen hapert es an der Kommunikation. Um sich zu verständigen und ihr Befinden mitzuteilen, nutzen Hunde Körpersprache, Laute und Gerüche. Häufig werden die Signale von Menschen jedoch fehlinterpretiert. Durch Missverständnisse zwischen Vier- und Zweibeiner kommt es immer wieder zu Problemen und im schlimmsten Fall sogar zu Beissvorfällen. Fachreferentin Jana Hoger Tipps für die Kommunikation zwischen Hund und Mensch.

 

«Für ein friedliches Zusammenleben ist es wichtig, dass Menschen ihre vierbeinigen Freunde lesen können», so Jana Hoger im Namen von PETA Schweiz. «Um die Kommunikation und die Signale des Vierbeiners zu verstehen, benötigt man Zeit und Geduld, manchmal auch eine Hundeschule, um offene Fragen zu beantworten. So wird das Zusammenleben einfacher und für beide Seiten schöner. Gerade bei vermeintlichen 'Problemfällen' handelt es sich oft um Hunde, mit denen schlichtweg falsch umgegangen wurde oder die missverstanden werden.»

 

Folgende Aspekte sollten beachtet werden, um die Körpersprache von Hunden richtig zu interpretieren:

 

Schwanzwedeln: Entgegen der landläufigen Meinung bedeutet das Wedeln mit dem Schwanz nicht immer, dass Hunde sich freuen. Tatsächlich wird damit ein Erregungszustand ausgedrückt – positiver oder negativer Art. Schwanzwedeln mit erhobener Rute signalisiert meist Freude, das Wedeln mit heruntergezogener Rute hingegen Angst. Da es Hunde gibt, die beissen, wenn sie sich bedroht fühlen, ist in solchen Fällen Vorsicht geboten. Zusätzlich zum Schwanzwedeln sollte ausserdem immer die gesamte Körperhaltung des Hundes beachtet werden.

 

Beschwichtigungssignale: Die sogenannten Beschwichtigungssignale gehören zu den wichtigsten Zeichen, die Hunde tagtäglich aussenden. Sie dienen dazu, Anspannung abzubauen, Konflikte zu entschärfen oder zu vermeiden, sich selbst zu beruhigen und das Gegenüber freundlich zu stimmen. Häufig eingesetzte Signale sind Gähnen, den Kopf abwenden, Bewegungen verlangsamen (Trödeln), Mund oder Nase lecken, auf dem Boden schnüffeln, einen Bogen gehen, sich kratzen und beim Spaziergang urinieren. Hierbei sollten Tierhaltende unbedingt Geduld für ihre vierbeinigen Freunde aufbringen. Zu beachten ist, dass die Signale situationsabhängig auch etwas anderes bedeuten können – denn natürlich gähnen Hunde auch, weil sie müde sind, oder sie lecken sich nach dem Essen über den Mund.

 

Knurren: Auch bei dem zutraulichsten Vierbeiner kann es vorkommen, dass er seinen Menschen einmal anknurrt. Die möglichen Gründe sind vielfältig: von Schmerzen oder Unwohlsein bis hin zu Angst, Beuteverteidigung oder Frust. Hundehaltende sollten die Situation ernst nehmen, nicht mit dem Tier schimpfen, sondern nach der Ursache forschen. Knurrt ein Hund zum Beispiel, weil er Essen oder einen Gegenstand verteidigen will, der eigentlich nicht für ihn gedacht ist, so kann man ihm zum «Tausch» ein Leckerli oder sein Lieblingsspielzeug anbieten. Bei grösseren Problemen, die sich nicht alleine lösen lassen, sollte ein professionelles Hundetraining erfolgen, bei dem mit positiver Verstärkung gearbeitet wird.

 

Signale von Unwohlsein bei Streicheleinheiten: Schütteln, angelegte Ohren, weit aufgerissene Augen, bei denen das Weisse zu sehen ist, oder geschlossene Augen und ein weggedrehter Kopf, Gähnen sowie Mund und Nase lecken – all das sind Gesten, die zeigen, dass den Vierbeinern etwas nicht behagt. Leider übersehen Menschen, die ihrem tierischen Begleiter ihre Zuneigung zeigen wollen, solche Signale oftmals. So empfinden Hunde zum Beispiel Umarmungen häufig als Geste der Dominanz und fühlen sich eingeschüchtert. Ebenfalls mögen die meisten Tiere es nicht, wenn man ihnen Kopf und Gesicht streichelt – auch wenn sie die Situation oft erdulden. Wird der Kopf beim Hundetraining als «Belohnung» getätschelt, wird dies dementsprechend als Bestrafung empfunden und die vorausgehende Handlung folglich nicht mit positivem Verhalten assoziiert. Um Hunde zu streicheln, geht man am besten in die Hocke und krault sie seitlich am Hals, am Rücken und an der Schwanzwurzel. Wichtig ist, darauf zu achten, ob das Tier die Zuwendung geniesst, und es zu akzeptieren, wenn der Hund sich abwendet. Liebevolle Zuneigung sollte dann auf andere Weise vermittelt werden. Dies kann beispielsweise durch eine Extra-Spieleinheit oder durch eine Belohnung mit dem Lieblingsleckerli geschehen.

 

Drohgesten gegenüber Welpen: Es wird häufig angenommen, dass Welpen und Junghunde grundsätzlich einen gewissen Schutz unter ihren Artgenossen haben. Dies ist falsch: Eine erhöhte Toleranz geniessen Welpen nur im eigenen Rudel. Deshalb sollten Hundehaltende bei der Zusammenkunft mit anderen Hunden immer wachsam sein. Ältere Tiere fühlen sich durch neugierige Welpen zum Teil gestört oder bedrängt, wenden sich ab oder versuchen auszuweichen. Dies sowie Drohgesten, etwa Zähne fletschen und knurren, verstehen Jungtiere häufig nicht. Geraten sie in Bedrängnis, muss daher unbedingt eingegriffen und der Welpe aus der Situation genommen werden – zumal nicht darauf vertraut werden kann, dass alle Hunde gut sozialisiert sind.

 

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 


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