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Büren an der Aare

DMZ –  HISTORISCHES ¦ Dr. Eugen Häni ¦                     

KOMMENTAR

 

Der Ort liegt, wie der Name es sagt, an der Aare, östlich des Bielersees, in einer noch intakten ländlichen Gegend. Aus welcher Himmelsrichtung man auch kommt, beim Eintritt in den Ortskern ist man überrascht durch die grosszügige, historische städtische Architektur mit grossen Häusern und Lauben fast wie in Bern. Das architektonische Prunkstück ist sicher die Holzbrücke über die Aare. Was man heute sieht, ist die achte Ausgabe seit der ersten Brücke von 1275.

 

Ihre Vorgängerinnen fielen allesamt dem Feuer zum Opfer. Diese Brücke ist das lebendige Denkmal für die Wurzeln Bürens. Schon in römischer Zeit lag Büren an wichtigen Verbindungswegen, zum Beispiel am Weg von Aventicum nach Solodurum, dem heutigen Solothurn, von wo der Weg weiter nach Balsthal, Liestal weiterging. Seit dem Mittelalter war es auch ein Ort auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.2 Büren ist ein kraftvoller Ort, hat eine grosse Anziehungskraft und eine grosse Ausstrahlungskraft. Im Mittelalter war Büren ein berühmter Wallfahrtsort. Eine Kapelle im Südosten des Ortes beherbergte ein Marienbild, dessen Wunderkraft in ganz Europa berühmt war.

 

 

Das Marienbild soll ungetauft verstorbene Kinder für einen kurzen Moment wiedererweckt haben, damit sie getauft werden konnten.3 Unter den vielen berühmten Pilgern in Büren war Adrian von Bubenberg, der Sieger der Schlacht von Murten, sicher einer der berühmtesten. Vom Nationalheiligen Niklaus von Flüe wird ebenfalls angenommen, dass er bei seinem Weg Richtung Santiago in Büren vorbeigekommen war, dort aber nicht Richtung Süden sondern nördlich Richtung Liestal weiterging.

 

Mit der Ausstrahlungskraft meine ich das Wirken der vielen berühmten Leute, die einen Bezug zu Büren haben. In Büren wurde die Mutter von Jeremias Gotthelf geboren. Jeremias Gotthelf ist sicher einige Male in Büren gewesen. Literarisch hat er Büren in der Erzählung Elsi die seltsame Magd ein Denkmal gesetzt.

 

Der Arzt Johann Rudolf Schneider, der Initiant der ersten Juragewässerkorrektion, wurde in der Nachbarsgemeinde Meienried geboren und besuchte die höheren Schulen in Büren. Denkmal in Nidau Johann Rudolf Schneider Der spätere Bundesrat Jakob Stämpfli machte seine Lehre in der Amtsschreiberei von Büren an der Aare.

 

 

Dann stammen Bernhard Studer, der berühmte Alpengeologe aus Büren und der weltberühmte Arzt und Medizinnobelpreisträger Theodor Kocher war Bürger von Büren, sein Grossvater lebte da. Der Künstler Hans Beutler, der sich im 2. Weltkrieg in Chambon-sur-Lignon für das Rote Kreuz an der Rettung vieler Juden vor der Deportation beteiligte und der vom Jüdischen Staat mit andern Schweizern als Justes Suisses geadelt wurde, stammte aus Büren.

 

Und sicher ein ganz besonderer Kraftakt war für Büren die Errichtung und Betreibung eines Internierungslagers für 5000 Polen während des 2.Weltkriegs auf seinem Gemeindegebiet. Der Eindruck, wenn man in Büren einfährt trügt also nicht. Büren steht für Kraft und Tatendrang

 

 

Literatur

  • Niklaus von Flüe – Kathpedia
  • Jeremias Gotthelf, Elsi die seltsame Magd, Holzinger Verlag ISBN 9781 482522280
  • Mittelalterlicher Wallfahrtort Oberbüren Chilchmatt, Archäologischer Dienst Bern
    Erhältlich Touristoffice Büren an der Aare
  • Büren auf den Spuren der Geschichte Touristoffice Büren
  • Büren an der Aare, Max Gribi, Paul Haupt Verlag Bern, ISBN 3-258-03963-1

Info

Gedenkstein für Juragewässerkorrektion steht von Büren aus jenseits der Holzbrücke am Weg der sogenannten Drei Brücken Wanderung. Geburtshaus von Dr. Rudolf Schneider in Meienried im ursprünglichen Zustand von aussen zu besichtigen.