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Massive Kritik an Sarah Wagenknecht nach Äusserungen in der Sendung „Anne Will“

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KOMMENTAR

 

Sahra Wagenknecht sorgt mit kruden Corona-Thesen für Kopfschütteln – Lauterbach widerlegt jedes Argument. Ihr Auftritt bei „Anne Will“ schlägt hohe Wellen. Und nicht nur die Spitze der Linken ist nach den öffentlich vorgetragenen Zweifeln von Sahra Wagenknecht an Corona-Impfungen auf Distanz zur früheren Fraktionschefin gegangen.

 

Mit diesen Gästen diskutierte Anne Will

  • Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker
  • Marco Buschmann (FDP), Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion
  • Sahra Wagenknecht (Die Linke), Bundestagsabgeordnete
  • Christina Berndt, Wissenschaftsredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung"

Diese "Anne Will“-Sendung war sehr speziell, aber auch wieder typisch. Die Medien bieten diesen Vertreterinnen und Vertretern von alternativen Wahrheiten und Studien, oder anders gesagt Fake-News, laufend optimale Plattformen zur Verbreitung ihrer kruden Theorien bieten. Das gibt Einschaltquote und generiert Klicks. Denn auch wenn Sahra Wagenknecht explizit betonte, sie wäre nicht gegen eine Corona-Impfung, ist es ein Fehler, dass ihr erneut so eine Plattform geboten wurde.

 

Sahra Wagenknecht (Sahra ist übrigens nicht falsch geschrieben, allerdings ist sie als Sarah zur Welt gekommen (16. Juli 1969 in Jena, DDR). Ab den frühen 1990er Jahren hatte sie massgebliche Funktionen in verschiedenen Vorstandsgremien der PDS inne. Bei der Partei „Die Linke“ galt die lange Zeit al Kommunistin auftretende Sahra Wagenknecht als Protagonistin des linken Parteiflügels. Davor vertrat sie die PDS bzw. Die Linke von 2004 bis 2009 als Mandatsträgerin im Europäischen Parlament. Seit 2011 war sie dort stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion.

 

Einst Hoffnungsträgerin - jetzt Aussenseiterin

Seit längerer Zeit nun, ist Frau Wagenknecht eher damit beschäftigt, eigene Theorien zu verbreiten.

Zusammen mit ihrem Mann Oskar Lafontaine outete sie sich vor Monaten als Querdenker. Wegen ihres Buches "Die Selbstgerechten" wollten einige Linke Sahra Wagenknecht sogar von der Partei ausschliessen. Die LINKE-Politikerin behauptete damals in ihrer im FOCUS erschienenen Kolumne und in einem Video auf ihrem eigenen YouTube-Kanal, dass der Lockdown nicht wirke und die Strategie der Bundesregierung gescheitert sei. Dazu kamen weitere abstruse Aussagen - Selbstdemontage.

 

Sarah Wagenknecht galt einst als Hoffnung der Linken, um die Lücke zu schliessen, die Oskar Lafontaine und Gregor Gysi als populäre Führungsfiguren hinterlassen hatten. Mittlerweile wurde sie dort aber an den Rand gedrängt, weshalb sie in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“ mit der „Lifestyle-Linken“ abrechnet, die die alte soziale Frage durch die Identitätslogik permanenter Selbstvergewisserung ersetzt hat.

 

„Über jene, die vor ihnen sassen, wissen leere Blätter sehr viel zu berichten“

Natürlich war nicht alles, was Sahra Wagenknecht in der Sendung sagte, vollkommen falsch. Sie bedient sich allerdings auch meist ziemlich ausgelutschten Querdenkerphrasen. Und natürlich ist es nicht immer einfach, wenn man sich öffentlich erklären muss, warum er oder sie (nicht) geimpft ist. Diesem „Problem“ muss man sich heute stellen, das schleckt keine Geiss weg. Und es stimmt auch, dass es eine ganz individuelle Entscheidung ist, dies zu tun oder zu lassen. Individuelle Entscheidung heisst dann aber nicht, dass die Impfung Privatsache ist. Auch, dass das Gesundheitswesen seit vielen Jahren immer weiter kaputt gespart wurde, stimmt teilweise. Vieles andere an diesem Abend war aber, um Karl Lauterbach, der auch in der Sendung zu Gast war, zu zitieren "einfach falsch".

 

Auch Christina Berndt riss irgendwann der Geduldsfaden. Als Wagenknecht Zahlen über symptomatische Infektionen in den Raum warf, sah sich die Wissenschaftsjournalistin zur Klarstellung gezwungen: "Ich finde, dass Sie so den Fokus verschieben. Auch wenn Sie reden über Impfungen, die Nebenwirkungen und die Gefahr durch Corona, dann haben Sie so eine völlig verschobene Risikowahrnehmung. Bei den Impfungen sehen Sie Gefahren, weil Ihnen das alles nicht geheuer ist, aber diese Infektion, das zeigen doch sämtliche Studien, ist für jede Altersgruppe der Erwachsenen in jedem Fall gefährlicher als die Impfung – und zwar bei weitem."

 

Aussagen von Sahra Wagenknecht

  • „Der Akt des Impfens, der immer auch als eine solidarische Massnahme angepriesen wird, ist eigentlich ein egoistischer Schritt.“
    Spannend, derart Zweifelhaftes von jemandem zu hören, dessen Partei seit vielen Jahren über mangelnde Solidarität klagt. Wagenknechts krude Erklärung für ihre vollkommen falsche These: Durch eine Impfung schütze man nur sich selbst vor einer Ansteckung.
  • „Ich lasse mich nicht gegen das Coronavirus impfen, weil ich kein Vertrauen in die bislang zugelassenen Impfstoffe habe“
  • „Ich kenne die Langzeitfolgen der Impfungen nicht“. Dabei ist längst klar, dass es keine solchen gibt.
  • "Long Covid ist umstritten“, obwohl da längst Einigkeit herrscht, dass diese Folgeerkrankung Menschen in ihrem Leben extrem einschränkt.

Die Linken-Vorsitzende Hennig-Wellsow sagte zur Sendung: "Insofern ist Wagenknecht keine Bundestagsabgeordnete und hat keine führende oder demokratisch legitimierte Rolle im Bundesverband" und fügte hinzu, es gelte für sie ein Satz: "Ich kann und werde Sahra Wagenknecht nicht mehr erklären."

Der ebenfalls in der Sendung anwesende SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach widersprach Wagenknechts Ausführungen energisch.

 

In der Linkspartei gibt es seit langem Auseinandersetzungen um die frühere Fraktionschefin Wagenknecht. Sie hatte unter anderem ihrer Partei vorgeworfen, sich zu wenig um ihre Stammwähler zu kümmern. Anträge auf Parteiausschluss aus ihrem Landesverband Nordrhein-Westfalen hatten aber keinen Erfolg; auch die Bundesspitze hatte einen Ausschluss bis jetzt abgelehnt.


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