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Frankreich prescht vor: PETA fordert Bundesregierung auf, Wildtierverbot in Zirkussen im neuen Koalitionsvertrag festzuhalten

Dr. Yvonne Würz / © PETA Deutschland e.V.
Dr. Yvonne Würz / © PETA Deutschland e.V.

DMZ –  TIERWELT ¦ MM ¦ PETA ¦                                            Dr. Yvonne Würz / © PETA Deutschland e.V.

 

Die französische Regierung hat gestern neben weiteren neuen Tierschutzregelungen einem Verbot von Wildtieren in Zirkussen zugestimmt. Mit einer siebenjährigen Übergangsfrist soll die Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben gänzlich verboten werden, ein Zucht- und Auftrittsverbot für Wildtiere wird zwei Jahre nach dem Beschluss in Kraft treten. Damit fällt Deutschland in Sachen Tierschutz europaweit noch weiter zurück.

 

Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche, kommentiert:

 

„Wir freuen uns, dass mit Frankreich eines der EU-Länder mit den meisten Wildtier-Zirkussen nun endlich diesen Schritt geht. Auch in Deutschland ist die Zeit für ein Verbot überreif – PETA fordert deshalb die neue Bundesregierung dringend auf, ebenfalls schnellstmöglich ein umfassendes Zirkus-Wildtierverbot zu beschließen. Einschließlich Frankreich haben mittlerweile bereits 27 europäische Länder verboten, bestimmte oder alle Tierarten in Zirkusshows auftreten zu lassen. Die Forderungen nach einer solchen bundesweiten Regelung werden auch hierzulande immer lauter. Neben dem Bundesrat, den Agrarressorts der Länder sowie der Bundestierärztekammer befürwortet laut repräsentativen Umfragen auch die Mehrheit der Bevölkerung ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Zwar hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner letztes Jahr einen Entwurf für eine Tierschutz-Zirkusverordnung vorgestellt. Dieser war jedoch nicht mehr als ein Feigenblatt und beschränkte sich auf wenige Wildtierarten – Elefanten, Giraffen, Nashörner, Flusspferde, Großbären und Primaten. Außerdem war darin keine Übergangsfrist für eine Abgabe der Tiere vorgesehen, sodass dem Entwurf folgend selbst die vorhandenen Wildtiere wahrscheinlich bis zum letzten Atemzug ausgebeutet würden. Der Bundesrat lehnte den vollkommen unzureichenden Entwurf daher im vergangenen Juni ab.

 

Wildtiere haben im Zirkus nichts zu suchen. Sie leiden darunter, ihr Dasein in engen Boxen oder kargen Gehegen zu fristen, sowie unter den monatelangen Reisestrapazen, der häufig gewaltvollen Dressur und den unnatürlichen Kunststücken, die sie in der Manege bei lauter Musik und in grellem Scheinwerferlicht vorführen müssen. Dieses entbehrungsreiche Leben führt bei vielen Tieren zu Verhaltensstörungen und gesundheitlichen Problemen, bis hin zu einem viel zu frühen Tod. Wir appellieren an die Bundesregierung, nun dringend zu handeln und ein vollumfängliches Zirkus-Wildtierverbot im Koalitionsvertrags festzuschreiben. Das Leid in der Manege muss endlich beendet werden.“

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