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AT: ORF verzeichnete 2020 mehr als 33% Marktanteil Publikumszuwächse in allen Bereichen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks während der Corona-Pandemie

DMZ –  DIGITAL / MEDIEN ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦            

 

Wien (PK) – Ein Drittel der österreichischen Bevölkerung verfolgte im Februar 2020 den Opernball auf ORF. Kurz darauf wurde auch Österreich von der COVID-19-Pandemie erfasst, die nicht nur für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine der größten Herausforderungen seit Jahrzehnten darstellt. Trotz der verschärften Umstände hat die ORF-Sendergruppe im Vorjahr mit einem Marktanteil von 33,2% den höchsten Wert seit 2017 erreicht, geht aus dem ORF-Jahresbericht 2020 (III-461 d.B.) hervor. Die Tagesreichweite betrug demnach 53,8% der TV-Bevölkerung, also 4,061 Millionen SeherInnen über 12 Jahren.

 

ORF-Angebote währen der Corona-Pandemie

Der ORF musste sich angesichts der COVID-19-Pandemie in kürzester Zeit neuen programmlichen und unternehmerischen Anforderungen stellen. Unter erschwerten Produktionsbedingungen habe man publikumswirksame und zukunftsweisende Initiativen gesetzt, etwa mit einem Corona-Info-Point auf der Website orf.at, so die ErstellerInnen des Berichts. Zudem verbreitete der ORF in tausenden Einschaltungen der Bundesregierung die zur Pandemiebekämpfung nötigen Verhaltensregeln und leistete mit mehr als 900 Sonder- und Spezialsendungen in Fernsehen und Radio laufende Berichterstattung zur aktuellen Entwicklung. Nicht nur das besondere Informationsbedürfnis der ÖsterreicherInnen galt es zu befriedigen, sondern auch den negativen Auswirkungen, die pandemiebedingte Ausgangssperren ("Lockdown") mit sich führten, entgegenzuwirken. Bildungsangebote wie "Ö1 macht Schule", Programmangebote für Gläubige unterschiedlicher Konfessionen, Übertragungen von Kulturveranstaltungen und Bewegungsprogramme sollten den ÖsterreicherInnen den Alltag im Lockdown ebenso etwas erleichtern wie Gemeinschafts- und Community-Aktionen der ORF-Radios.

 

Die betrieblichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie umfassten im ORF neben dem Dienst in getrennten Schichten und strengen Sicherheitsmaßnahmen in der Studio- und Sendeinfrastruktur auch das Homeoffice, wo zum Höhepunkt der Krise 2020 fast drei Viertel der MitarbeiterInnen digital vernetzt Beiträge gestalteten. Mit der Prämisse, den qualitätsvollen Sendebetrieb unter allen Umständen abzusichern, wurden in den zentralen Informationseinheiten und den Landesstudios des ORF Isolationszonen eingerichtet, in denen Teams aus Redaktion und Technik für jeweils zwei Wochen arbeiteten.

 

ORF-Sender führen bei Marktanteil

Insgesamt erreichten ORF 1 und ORF 2 im letzten Jahr täglich 26,1% (1,967 Millionen SeherInnen) bzw. 43,7% (3, 299 Millionen SeherInnen) der TV-Bevölkerung zwischen 12 und 49 Jahren, wurden also laut Bericht zu den erfolgreichsten österreichischen Sendern bei dieser Zielgruppe. Auch für die beiden ORF-Spartensender ORF III Kultur und Information und ORF Sport + wird eine positive Bilanz gezogen: bei beiden Sendern liege die technische Reichweite bereits bei über 90% der Bevölkerung, wodurch sie sich mit ihren Angeboten einen fixen Platz im heimischen Fernsehkonsum sichern konnten. Die durchschnittliche Tagesreichweite von ORF III lag 2020 bereits bei 888.0000 ZuseherInnen, jene von ORF Sport + bei 264.000.

 

Bundesländer-Programme beliebte Informationsquelle

Ebenfalls als Fixpunkt im österreichischen Fernsehen bezeichnet der ORF seine Landesstudios. Als beliebteste Nahversorger für regionales TV erreichten die Bundesländernachrichten "Bundesland heute" durchschnittlich 1,355 Millionen ZuseherInnen pro Tag. Die Bundesländerradios etablierten sich mit einer Tagesreichweite von 29,3% ebenfalls als regionale Marktführer.

 

Ungebrochen hohe Reichweite bei Radio, Rekordjahr bei Online-Angeboten

Bei den Radios hält der ORF wie im Fernsehen einen hohen Marktanteil, liest man im Jahresbericht. 2020 wurden mit den Radiosendern Hitradio Ö3, Ö1, FM4 und Regionalradios mehr als 4,8 Millionen HörerInnen (61,6%) erreicht. Drei von vier gehörten Radiominuten entfielen damit auf ORF-Radios. Für die ORF-Website und entsprechende Apps ("ORF.at-Network") wurde das letzte Jahr mit 128,24 Visits pro Monat als das nutzungsstärkste registriert, mit März 2020 als dem besuchsintensivsten Monat (179,10 Mio. Visits). Gleiches galt für die ORF-TVthek und den ORF-Teletext. Die Videoplattform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erlebte 2020 mit 12,03 Mio. Visits das bisher stärkste Jahr, mit 69,4% Marktanteil war der ORF-Teletext das meistgenutzte Nachrichtenformat dieser Art in Österreich.

 

Programmschwerpunkte markierten wichtige Themen 2020

An Programmschwerpunkten im Vorjahr gab es neben bewährten Aktionen im ORF wie "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not" auch neue Formate, nicht nur in Zusammenhang mit der Corona-Krise. Die ORF-Umweltinitiative "Mutter Erde" befasste sich im Rahmen eines multimedialen Programmschwerpunkts zur Klimakrise umfassend mit dem Klimaschutz, dem Thema Pflege wurde im Aufklärungsschwerpunkt "Bewusst gesund" reichlich Platz eingeräumt.

 

Zum Zeitgeschichteschwerpunkt "75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg" brachten ORF 2 und ORF III 15 Neuproduktionen und insgesamt 110 Programmstunden mit Dokumentationen, Live-Übertragungen von Gedenkveranstaltungen, Live-Diskussionen, Magazinbeiträgen sowie Film-Premieren und –Klassikern. Außerdem trugen 60 Ö1-Sendungen, ORF.at-Zeitzeugenportraits, ein Weltkriegs-Videoarchiv auf der ORF-TVthek und aktuelle Berichterstattung im ORF-Teletext zur multimedialen Verarbeitung des Themas bei. Allein auf ORF 2 erreichte man damit mehr als 3,8 Mio. ÖsterreicherInnen, also einen Seherkreis von 51% der Bevölkerung ab 12 Jahren ("TV-Bevölkerung").

 

Großes Interesse galt auch den Schwerpunkten zu 100 Jahre Volksabstimmung in Kärnten (12% der TV-Bevölkerung), Reichspogromnacht am 9. November 1938 (22% der TV-Bevölkerung) und Weltfrauentag (49% der TV-Bevölkerung).

 

Multimediale Zukunft

140 Preise für ORF-Produktionen und –MitarbeiterInnen hebt der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Beleg für die hohe Qualität seiner Arbeit hervor. Im Sinne der Weiterführung dieses Qualitätsmerkmals bei der Sendearbeit ("Public Service Broadcaster") hin zu einem hybriden Gesamtangebot ("Public Service Plattform") genehmigte der ORF-Stiftungsrat im Dezember 2020 einstimmig die neue Unternehmensstrategie "ORF 2025". Damit wurde ein umfassender digitaler Transformationsprozess eingeleitet, bei dem lineare Sendeangebote und nicht-lineare Plattformangebote künftig gleichberechtigt miteinander kombiniert werden sollen. Als Leitprojekte dabei werden das Streaming-Portal "ORF-Player" sowie die Weiterentwicklung des ORF-Zentrums zum multimedialen ORF-Mediencampus angeführt. Beide Projekte liegen dem Jahresbericht zufolge im Budget- und Zeitplan. 

 

 

Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦ 

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