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Vorsicht: Fake-Shop Oleos.ch

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Markenschuhe für 49.- statt 149.- Franken - ein verlockendes Angebot. Wer im Internet bei einem Schnäppchen zuschlägt, kann Betrügern zum Opfer fallen. Die Sicherheitsexperten von SWITCH warnen seit Jahren: betrügerische Online-Angebote haben seit 2017 stark zugenommen. Aktuell sorgt vor allem der Fake-Shop Oleos.ch für Furore. Tausende von Kunden wurden geprellt, die auf das Fake-Angebot hereingefallen sind.

 

Wenn im Internet Markenartikel zu sensationell günstigen Preisen angeboten werden, ist Vorsicht geboten. Wirtschaftskriminalität im Internet ist nicht neu, hat jedoch 2017 stark zugenommen. 

 

Gefahr im Internet

Internetnutzer sind beim Besuch betrügerischer Websites gleich mehreren Gefahren ausgesetzt: Sie geben ihre Kreditkarteninformationen, E-Mail- und Postadressen kriminellen Organisationen weiter und erhalten nach erfolgter Bezahlung entweder minderwertige oder gar keine Ware.

 

Massnahmenpaket zum Schutz der Internetnutzer

Um die Internetnutzer von .ch-Websites noch effektiver vor Gefahren im Internet zu schützen, hat die Stiftung die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (fedpol) und anderen Schweizer Behörden intensiviert und die Prozesse zur Unterstützung der Behörden automatisiert. Zudem haben die Sicherheitsexperten fünf Tipps für den sicheren Einkauf im Internet erarbeitet.

 

Tipp: Sicherheitsmerkmale

Seriöse Webshops sind über eine sichere Internetverbindung geschützt. Spätestens wenn Sie im Kaufprozess „zur Kasse“ gelangen, erkennen Sie seriöse Webshops an Sicherheitsmerkmalen, wie einem grünen Schloss-Symbol und https:// statt http://. Beide Sicherheitsmerkmale befinden sich in der Adresszeile des Browsers.

    

Vorgehen bei einer Löschung – enge Kooperation mit Behörden (SWitch)

Wenn eine Schweizer Behörde (z.B. fedpol, MELANI, Comlot, ESBK, SECO, Swissmedic) im Rahmen ihrer Tätigkeit auf eine .ch-Website stösst, deren Inhalt potentiell rechtswidrig ist, versucht sie mit dem Halter des .ch-Domain-Namens Kontakt aufzunehmen. Dazu benötigt sie eine Schweizer Kontaktadresse. Hat der Domain-Namen-Halter in der Datenbank von SWITCH eine falsche oder eine Adresse im Ausland eingetragen, gelangt die Behörde an SWITCH. Die Stiftung fordert den Halter auf, innert 30 Tagen eine gültige Adresse in der Schweiz anzugeben. Verstreicht diese Frist ungenutzt, löscht SWITCH den Domain-Namen. Damit wird die betrügerische Website im Internet nicht mehr erreichbar. Dieses Vorgehen basiert auf der Verordnung über Internet Domains (VID) des Bundes.

 

Wir haben recherchiert

Auf Anfrage bei der genannten Firma in den AGB des Fake-Shops Oleos.ch  erhielten wir dann auch die Bestätigung, dass es sich wirklich um einen Fake-Shop handelt: " Leider müssen wir sagen, dass die Seite Oleos ein Fake ist. Wir sind bereits mit unseren Anwälten dran. Wir tun alles, dass diese Seite schnellst möglich von der Bildfläche verschwindet."

Titolo AG teilt weiter mit: "Wir haben, nachdem wir von der Existenz dieser Website erfahren haben (3.12.2021) sofort einen Fraud-Case beim DNS Hosting Anbieter Cloudflare eröffnet. Dieser hat uns anschliessend den Hosting Provider der Website genannt (www.hetzner.de), bei welchem wir ebenfalls einen Fraud-Case eröffnet haben. Nachdem der Hosting Provider aktiv wurde, wurde die Website nach dedipath.com migriert, wo wir seither ebenfalls einen Fraud-Case offen haben."

 

Der Konsumentenschutz sagt: "Bevor sie den «Kaufen»-Knopf auf einem Ihnen unbekannten Onlineshop drücken und einen Kaufvertrag abschliessen, überprüfen Sie folgende Punkte, um Fakeshops zu erkennen:

 

Kontakt und Kundendienst

Sind die Kontaktdaten wie Adresse, Email, Telefonnummer leicht zu finden?

Seriöse Anbieter haben keinen Grund, möglichst schlecht erreichbar zu sein. Sie platzieren ihre Kontaktdaten transparent und leicht auffindbar.

 

Gibt es eine kostenlose Kundenhotline oder muss für Auskünfte eine teure Mehrwertdienstenummer gewählt werden?

Bei einer Gratisnummer können Sie mit einem Testanruf checken, ob der Kundendienst auch tatsächlich besetzt ist oder ob Ihr Anruf „ins Leere“ geht.

 

Wo befindet sich die Firma?

Es gibt viele Anbieterinnen für sogenannte „Firmendomizile“, insbesondere in steuergünstigen Kantonen wie dem Kanton Zug. Wenn das Unternehmen den Sitz an einem solchen Firmendomizil hat, könnte es sich um einen Fakeshop handeln.

 

Es empfiehlt sich deshalb, die im Impressum aufgeführte Adresse mit einer Suchmaschine zu suchen – allenfalls mit dem Zusatz „Firmendomizil“.

 

Neben der Suchmaschine kann die Webseite shabex.ch genutzt werden, um alle Unternehmen an einer bestimmten Adresse zu sehen. Eine einfach zu bedienende Suchfunktion fehlt auf der Webseite leider. Sie können aber in dieser URL die Ortschaft und die Strasse ersetzen:

https://www.shabex.ch/co/adr/6300-Zug/Baarerstrasse_75/index.htm

Dieser Link führt zu den Unternehmen mit Sitz an der Baarerstrasse 75 in 6300 Zug.

Beispiel: Um Unternehmen mit Sitz an der Zugerstrasse 32 in 6340 Baar anzuzeigen, muss der Link so aussehen:

https://www.shabex.ch/co/adr/6340-Baar/Zugerstrasse_32/index.htm

 

Konditionen

Sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) leicht auffindbar?

Wenn Sie auf der Seite gar keine AGB finden, sollten Sie gar nicht erst bestellen! Die Gefahr ist gross, dass es sich um einen Fakeshop handelt.

 

Dasselbe gilt, wenn die AGB offensichtlich frei erfunden oder von anderen Seiten zusammenkopiert oder fehlerhaft geschrieben sind.

 

Sprache und Design

Enthält die Webseite viele Schreibfehler, unverständliche Übersetzungen, vielleicht sogar ein «Gemisch» aus verschiedenen Sprachen? Falls ja können sie mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem Fakeshop ausgehen.

Andererseits bedeutet aber eine tadellose, fehlerfreie und gut gestaltete Seite nicht automatisch, dass sie mit Sicherheit vertrauenswürdig ist. Denn die Internetbetrüger können sehr professionell sein und insgesamt wird die Qualität von gefälschten Webseiten immer besser – das erschwert es, die Fakeshops zu erkennen. In solchen Fällen ist eher ein sehr tiefer Preis ein Indiz für möglichen Betrug.

 

Enthält die Webseite Bilder von schlechter Qualität bzw. sind die Bilder offensichtlich von anderen Internetseiten kopiert worden?

Um herauszufinden, ob die Bilder auch auf anderen Webseiten verwendet werden, können Sie nach ähnlichen Bildern auf der Webseite Tineye.com suchen.

 

Preise

Ist der Preis für ein bestimmtes Produkt zu günstig, um wahr zu sein?

Zwar müssen die Preise in Fakeshops nicht zwingend extrem tief sein. Wenn aber z.B. Luxusgüter unverhältnismässig günstig angeboten werden, ist dies ein starker Hinweis auf Betrug.

 

Name und Domain

Ist die URL (Internetadresse www.[…]) der Webseite ungewöhnlich, ungewöhnlich lang?

Oft erscheint in der Adresszeile zwar eine URL mit einer .ch-Endung, dahinter verbirgt sich aber ein Betreiber im Ausland.

 

Handelt es sich um eine eigentlich bekannte Webadresse, die aber plötzlich ungewohnte Zusätze hat, wie z.B. «.ch.com» anstatt einfach nur «.ch»?

Hier handelt es sich um eine «geklonte» Internetseite. Tipp: Um solche Fakeshops zu erkennen, geben Sie den Namen des bekannten Anbieters in eine Suchmaschine ein und vergleichen Sie dann die Adresse der offiziellen Seite mit der verdächtigen Seite.

 

Beginnt die URL mit http:// oder https://?

Entscheidend ist das «s». Es zeigt eine gesicherte Verbindung an. Wenn die Website sicher ist, erscheint auf der linken Seite der Adressleiste zusätzlich ein Vorhängeschloss.

 

Hat die Internetseite einen Namen, der in keiner Weise mit dem übereinstimmt, was man über die Seite bestellen kann?

Werden z.B. unter einer Seite, die dem Namen nach Pflegeprodukte verkauft, exotische Zimmerpflanzen angeboten?

 

Wer ist der Eigentümer Webseite?

Unter whois können sie die URL der Seite eingeben. Falls in den angezeigten Informationen wenig vertrauenswürdige Sitz-Angaben gemacht werden, spricht dies auch nicht für die Seriosität der Seite.

Welche Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie den Namen der Webseite in eine Suchmaschine eingeben?

Wenn Sie z.B. den Zusatz «Betrug» oder «Fake» eingeben, werden Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit entsprechende Erfahrungsberichte von anderen Nutzern finden, falls es sich um einen Fakeshop handelt.

 

Zahlungsbedingungen und Produktbewertungen

Ist Bezahlung nur gegen Vorauskasse möglich?

Seriöse Anbieter haben keinen Grund, nur gegen Vorauskasse zu liefern und bieten daher meistens verschiedene Zahlungsmöglichkeiten an.

 

Wie sieht es mit den Kunden- bzw. Produktebewertungen aus, die auf der Seite aufgeschaltet sind?

Es kann verdächtig sein, wenn auf einer Seite nur positive Rückmeldungen oder gar Lobeshymnen zu finden sind. Aufschlussreicher kann z.B. eine Abfrage über den Anbieter im Internet sein.

Bewertungsportale wie Trustpilot und Trustedshops können zwar hilfreich sein – gleichzeitig bieten Sie ein Missbrauchspotenzial, weil die Betreiberinnen von Fakeshops gefälschte Produktebewertungen schreiben und negative Produktebewertungen löschen lassen. Das erschwert das Erkennen von Fakeshops zusätzlich.

Weitere nützliche Hinweise zu Produktebewertungen finden Sie hier.

 

Schmückt sich die Seite besonders auffällig mit Güte- bzw. Qualitätssiegeln?

Zum Teil verzieren Betrüger ihre Fakeshops mit frei erfundenen Siegeln. Oder sie zeigen echte Gütesiegel unrechtmässig an. Ein solches ist nur echt, wenn Ihnen beim Anklicken des Siegels ein Zertifikat des Siegel-Anbieters angezeigt wird. Ein vertrauenswürdiges Prädikat für CH-Shops ist z.B. das Siegel Swiss Online Garantie.

 

Watchlist

Bei verdächtige Onlineshop können Sie unter “Watchlist Internet” prüfen, ob er in der Betrugslisten aufgeführt ist.

Ausflugstipps

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