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Neues vom Verschwörerverein "Lehrernetzwerk"

DMZ –  GESUNDHEIT ¦ W.Fürst & A. Aeberhard ¦       

KOMMENTAR

 

Nicht das erste Mal berichten wir über Mitglieder des Verschwörer und Coronaleugner (Lehrer)Netzwerkes. Die letzte Recherche zeigte die „Geschichte“ eines Schulleiters in Bern (Name und Ort bekannt) auf, der damals die Corona-Massnahmen nicht mehr umsetzen wollte. In einer uns vorliegenden E-Mail an Eltern und Kollegium kritisierte der Schulleiter die Maskenpflicht und die Impfung, womit er Eltern in Angst und Schrecken versetzte. Im Zuge unserer Recherchen rund um (Lehrer)Netzwerk kommen wir letztlich nicht umhin, auch den Präsidenten und Gründer dieser Gruppierung näher vorzustellen. Nun, pünktlich im Anschluss zum 2. Mitgliedertreffen (21.5.22) des Vereins, sahen wir den Moment gekommen.

 

J. Schwyzer, wurde bereits „Holocaustrelativierer“ genannt, ist Präsident dieses „Vereins“ Lehrernetzwerk, masst sich an, als aktiver Gefährder der Kinder durch Gegner von Massnahmen, sich als Retter und Vertreter der Kinder aufzuführen. Maskenpflicht ist in seinen Augen stalinistisch. Einer dieser Blender, die vor allem eines will, Spendengelder. Wofür diese verwendet werden, ist wie immer bei diesen Vereinen, nicht ersichtlich. Er behauptet selber, dass in seinem Lehrernetzwerk 2000 Lehrer seien. Untersucht man die Statements und Bilder dazu, stellt man fest, dass mind. 50% Fakebilder und Fakeaussagen sind, die ganz einfach z.B. mit Google Image aufgedeckt wurden. Er ist überzeugt, dass Kinder unter den Massnahmen leiden, bzw. gelitten haben.

 

«Fürchterlich!», meinte Schwyzer und glaubte, es damit auf den Punkt gebracht zu haben. «Kinder leiden gesundheitlich unter diesen Massnahmen.» Er behauptete Somm Markus liefere im Nebelspalter „Wissenschaftliche Hard Facts“ und forderte laufend: „Lasst unsere Kinder in Ruhe!!!“, indem er den Schutz dieser zu verhindern versuchte. Auch das Verschwörerforum und die Fake-Newsplattform Alethia gehört zu seinen Quellen. Er lügt auch oft und gerne: „Ein Zertifikat, das nichts nützt. Und eine Impfung, die nicht schützt.“ Die EU ist für ihn Teufelszeug: „Die EU ist wirklich Teufelszeug.“ Er findet es Zynismus in seiner reinsten Kultur, dass Ungeimpfte nicht mehr in die Ausstellung über Ausgrenzung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald dürfen (wegen 2G Regel). Er zitiert gerne Reitschuster, Weltwoche, Schomburg usw. oder teilt Beiträge aus diesen „Quellen“. Er hatte auch schon Auftritte in der Schweizerzeit zu den Coronamassnahmen an den Schulen.

 

Bezüglich der Frage nach rechtsextremem Vokabular in der Schweizerzeit wiesen verschiedene Medien bereits mehrfach auf Verbindungen zur Neuen Rechten hin. In den frühen 1980er Jahren, als Schüler Mitglied der Arbeitsgruppe südliches Afrika (ASA) war, erschienen in der Schweizerzeit Artikel über die Apartheidspolitik in Südafrika, die auch schon als «tendenziös zugunsten der weissen Regierung in Südafrika» bezeichnet wurden. Auch Publikationen des späteren Holocaustleugners Jürgen Graf wurden im Jahr 1990 bis 1992 oft zu Fragen der Asylpolitik herangezogen. „Herbert Kickl ist einfach ein Mann von grossem Format, der das Wesentliche immer wieder treffend auf den Punkt bringt! Bravo.“, schreibt Schwyzer in seinen Plattformen. Er suggeriert, dass Sportler mit Herzinfarkt geimpft sind: „Es nähme wunder, ob dieser Herr, dem ich gute Besserung wünsche, vor kurzem geimpft wurde.“ Natürlich teilt er auch rege Beiträge des Fake-News-Produzenten-Portals dieostschweiz. Er ist bekennender Fan von Rimoldi und weiss, dass die Schweiz zum Schurkenstaat verkommt: „Die Bundesverfassung, die am Boden begraben liegt. “Er hat recht: Wir verkommen zu einem Schurkenstaat!“

 

Auf einem Privatblog liess er sich interviewen und erzählte, wie er diese ganze Pandemie-Zeit erlebt habe. Er hätte nie gedacht, dass es in der Schweiz möglich sei, „dass Menschen derart ausgeschlossen und ausgegrenzt würden nur aufgrund ihres Immunisierungs-Status. Mütter würden von ihren Neugeborenen getrennt wegen eines positiven Tests. Söhne dürften ihre Väter nicht mehr im Spital oder Altersheim besuchen, nur weil sie nicht «zertifiziert» seien. Maskenpflicht zum Teil schon ab dem Kindergarten. «Es ist das nackte Grauen».“

 

Er benutzt auch gerne das Pseudo-Brecht-Zitate: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pficht.“, und ziert es als qualifizierter Sekundarlehrer mit Fehler. Ein Sekundarlehrer mit offensichtlichem Realitätsverlust und massiver Bildungsferne darf weiter unterrichten und auf unsere Kinder losgelassen werden. Ein untragbarer Zustand. Deshalb kontaktierten wir Ende 2021 auch den Arbeitgeber des Lehrers, der uns mitteilte, dass es ihm aus personalrechtlicher Sicht und aus Datenschutzgründen nicht möglich sei, uns auf all unsere Fragen eine konkrete Antwort zu geben. „Zudem weise ich darauf hin, dass die Arbeitgeberin bis am 31. Dezember dieses Jahres (2021) die Schulpflege ist.“ Ab dem 1. Januar 2022 sei dann der Stadtrat Lenzburg zuständig.

 

Der Arbeitgeber teilte uns mit, dass Herr Schwyzer seit 10 Jahren an der Sekundarschule unterrichte. Allerdings: „Er hat sein Anstellungsverhältnis per Ende Januar 2022 gekündigt. Seine Nachfolge ist geregelt. Schulleitung und Schulbehörden teilen in keiner Weise die Ansichten und Haltungen von Herrn Schwyzer. Wir sind seit einiger Zeit mit ihm im Gespräch. Zudem setzt unsere Schule die verordneten Corona-Massnahmen konsequent und überzeugt um.“, liess uns der Arbeitgeber wissen.

 

Mehr zu seiner Plattform „Lehrernetzwerk“

In dieser Gruppe sind etliche LehrerInnen aktiv, die auf Telegram haarsträubende Kommentare von sich geben. Eine Protagonistin ist aufgrund ihres hysterischen Auftretens an mindestens zwei Coronademos festgenommen worden. Das "Lehrernetzwerk" kooperiert mit äusserst fragwürdigen und sogar kriminellen Organisationen. Wir haben bereits im Detail berichtet. Der Präsident des Netzwerks, Jérôme Schwyzer, vertritt ultrarechte und christlich-konservative Positionen. In seiner Studienarbeit zur "Erlebnispädagogik" des 3. Reichs schrieb Schwyzer. Zitat: "Die Umstände der damaligen Zeit [...] gaben der Hitlerjugend die Möglichkeit, den Kindern und Jugendlichen das zu bieten, wonach sich viele sehnten".

 

Auffällig ist bei recherchierbaren Mitgliedern dieses Netzwerkes, dass diese mehrheitlich Personen aus Waldorfschulen, Sekten, Montesori-Schulen, Freien Christgemeinden stammen und/oder pflanzliche Produkte, Räucherungen, Karten legen, Kräuterkurse, sowie Schamanenarbeit, keltische Rituale und Kurse, Cert. Integral Coaching anbieten. Ein ehemaliges Mitglied teilte uns mit, dass dort zwar keine „Gehirnwäsche“ wie bei Scientology betrieben würde, „aber Manipulation ist definitiv Bestand dort!“ Auch Schwyzer sagt in einem Interview: «Ich habe so viele neue Leute kennengelernt, die ich sonst nie im Leben getroffen hätte». Diese Bewegung sei für ihn eine «wahrhaftig inklusive Bewegung». Alle seien willkommen. Es habe Leute von links bis rechts, jeglicher religiöser Couleur, es gebe automatisch eine Bindung, egal, wo die andere Person sonst politisch steht.

«Was wir seit zwei Jahren unseren Kindern antun, ist einfach grauenhaft», sagt er. «Wir geben ihnen das Gefühl, eine Gefahr zu sein, denen man sich nicht nähern soll. Das macht mit einem Kind etwas». Es sollte doch eigentlich spüren, dass es «eine Freude ist, ein Segen, ein Mensch, zu dem man Nähe aufbauen will, weil von dieser Nähe so vieles abhängt.» Er ist überzeugt, dass er weiss, wer konkret „davon“ profitiert hat: «Die Grossen, die jetzt noch grösser sind und die Reichen, die jetzt noch reicher sind». Sein Verein versuche, möglichst allen grosszügig zu helfen und sie (vom verein) hätten dies auch in sehr vielen Fällen getan; „oft sei aber auch nur schon die Vernetzung wichtig, zu wissen, dass man nicht allein sei. Aber «die Verzweiflung und Aufgeschmissenheit» sei spürbar – oft auch bei ihm.“

 

Natürlich wollten wir vom Präsidenten auch direkt erfahren, wie denn all seine Statements und Engagements zu verstehen seien. Wir haben ihn kontaktiert und wollten in Erfahrung bringen, wieso gebildete Menschen dazu kommen würden, solchen gefährlichen Unfug von sich zu geben.

Er persönlich sei ja bereits als „Holocaustrelativierer“ und mit anderen Bezeichnungen in Medien genannt worden. „Auch dass Sie sich anmassen, als aktiver Gefährder der Kinder durch Ihre Gegnerschaft von Massnahmen, sich als Retter und Vertreter der Kinder aufzuführen, erstaunt doch sehr. Maskenpflicht ist in Ihren Augen stalinistisch. Was auffällt ist auch Ihre Intransparenz mit Spendengeldern. Wofür diese verwendet werden, ist wie immer bei solchen Vereinen, nicht ersichtlich“ So lauteten, einige Fragen von uns an ihn. Weiter haben wir ihn gefragt, wieso er lüge, bzw. behaupte, dass Impfungen nichts nutzen.

Konkret stellten wir auch folgende Fragen:

  • Wie können Sie diese wissenschaftlich widerlegten und teilweise komplett falschen Dinge verbreiten und als Lehrperson verantworten?

  • Ist es nicht Ihre Aufgabe Wissen zu vermitteln und keinen Unfug?

  • Wie lange dauerte Ihr Weg, bis Sie dort angekommen sind, wo Sie sich aktuell wiederfinden, an der Spitze der Schweizer Verschwörerindustrie?

  • Ist zu erwarten, dass Sie, um endlich auch Verantwortung zu übernehmen, an einen Rücktritt als Lehrer denken?

 

Die Kündigung als Lehrer hat er dann tatsächlich eingereicht. Allerdings wollte er uns keine konkreten Antworten liefern, mit der Erklärung: „ Ich möchte nicht auf Ihre Fragen eingehen. Unsere Meinungen gehen zu weit auseinander und es ist schon von vornherein klar, was für ein Artikel das werden wird. Ihre Meinung ist vorgefertigt und es macht nicht den Eindruck, dass Sie ein aufrichtiges Interesse haben, meine Motive zu verstehen. Das zeigt sich nur schon daran, dass Sie schreiben, ich relativiere den Holocaust. Das ist dermassen absurd und falsch, dass ich wirklich nicht darauf eingehen möchte. Sie haben ja schon einmal über unser Netzwerk geschrieben und dort auch Falschaussagen verbreitet (wir würden niemandem helfen - das ist nachweislich falsch).“

Aktuell befindet sich der Verein „Lehrernetzwerk Schweiz“ nach eigenen Angaben „in einer Phase des internen Analysierens und Vorbereitens. Wir möchten optimal vorbereitet sein für den Fall, dass in naher Zukunft das ganze Theater wieder von Neuem losgeht.“

 

 

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