US-Jury spricht Amber Heard der Verleumdung schuldig - aber auch Johnny Depp wir schuldig gesprochen

DMZ –  JUSTIZ ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦                                    

 

Die Justiz, bzw. Johnny Depp, gingen neue Wege und boten einen nie dagewesenen Showprozess. Das weltweite Interesse war riesig. Johnny Depp und Amber Herd die meistgesuchten Suchbegriffe in den Suchmaschinen. Nach eigenen Angaben wollte Depp einen solchen Prozess, damit die Welt sich selber von seiner Unschuld überzeugen könne. Nun ist es entschieden: Johnny Depp gewinnt die Zivilklage gegen Amber Heard. Nach einem sechswöchigen Prozess und einer dreitägigen Beratung hat die Jury ein Urteil gefällt. Sie sprach Heard der Verleumdung schuldig. Allerdings, die Geschworenen befanden teilweise auch Depp schuldig.

 

Im Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia - und über Kameras per Livestream in alle Welt verbreitet - wurden schockierende Handyvideos, Tonaufzeichnungen mit übelsten Beschimpfungen und Fotos mit Blutergüssen präsentiert. Richterin Penney Azcarate erinnerte die sieben Geschworenen daran, zu einem einstimmigen Schluss kommen zu müssen.

 

Depp hatte zum Auftakt des Prozesses im Zeugenstand erklärt, er wolle "die Wahrheit" ans Licht bringen und seinen Ruf wiederherstellen. In ihrer Beziehung habe es Streit gegeben, räumte der Schauspieler ein. "Aber niemals bin ich an den Punkt gekommen, Miss Heard auf irgendeine Weise zu schlagen, noch habe ich jemals in meinem Leben eine Frau geschlagen", sagte Depp unter Eid.

 

Die siebenköpfige Jury ist zu einem einstimmigen Urteil gekommen, das nach einer kurzen Verzögerung im Gericht in Fairfax, Virginia, verlesen wird. Amber Heard wird für schuldig befunden. Mit ihrem Stück in der "Washington Post" habe sie Johnny Depp verleumdet und seinem Ruf absichtlich geschadet, befinden die Geschworenen und sprechen ihm insgesamt 15 Millionen US-Dollar (rund 14 Millionen Euro) Schadenersatz zu.

Jedoch entscheiden die Geschworenen in einigen Punkten zugunsten von Amber Heard. Sie erhält dafür zwei Millionen Dollar, die vom Schadenersatz ihres Mannes abgezogen werden. 

 

Depps Team reagiert nach Urteil: Wir sind dankbar

"Das heutige Urteil bestätigt, was wir von Anfang an gesagt haben", sagte Johnny Depp-Anwalt Camille Vasquez in einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe des Urteils.

"Wir freuen uns auch sehr, dass der Prozess bei so vielen Menschen in der Öffentlichkeit Anklang gefunden hat, die Wahrheit und Gerechtigkeit schätzen", sagte Anwalt Ben Chew.

 

Depp fühlt sich "in Frieden" mit Urteil: "Die Jury hat mir mein Leben zurückgegeben"

"Vor sechs Jahren hat sich mein Leben, das Leben meiner Kinder, das Leben derer, die mir am nächsten stehen, und auch das Leben der Menschen, die mich seit vielen, vielen Jahren unterstützen und an mich geglaubt haben, für immer verändert", sagte Johnny Depp in einer langen Erklärung, die von einem Sprecher nach dem Urteil veröffentlicht wurde.

"Falsche, sehr ernste und kriminelle Anschuldigungen wurden über die Medien gegen mich erhoben, was eine endlose Flut von hasserfüllten Inhalten auslöste, obwohl nie Anklage gegen mich erhoben wurde. Es war bereits zweimal innerhalb einer Nanosekunde um die Welt gereist und hatte einen seismischen Einfluss auf mein Leben und meine Karriere. Und sechs Jahre später gab mir die Jury mein Leben zurück. Ich bin wirklich demütig", sagte er.

Depp fuhr fort: "Von Anfang an war es das Ziel, die Wahrheit zu enthüllen, unabhängig vom Ergebnis. Die Wahrheit zu sagen, war etwas, das ich meinen Kindern und all jenen schuldete, die standhaft in ihrer Unterstützung für mich geblieben sind. Ich fühle mich in Frieden, wenn ich weiss, dass ich das endlich erreicht habe."

Depp dankte zuletzt seiner riesigen Fangemeinde für ihre Unterstützung, Richter Penney Azcarate, den Geschworenen, dem Gerichtspersonal und den Gerichtssheriffs.

 

Die Jury entschied, dass Amber Heard Johnny Depp in allen drei Behauptungen des Schauspielers diffamierte. Sie sprachen ihm 10 Millionen Dollar Schadenersatz und 5 Millionen Dollar Strafschadenersatz zu. Richterin Penny Azcarate informierte das Gericht, dass das staatliche Gesetz den Strafschadenersatz auf 350.000 US-Dollar begrenzt, was bedeutet, dass Depp insgesamt 10,35 Millionen US-Dollar zugesprochen wurden.

Die Geschworenen sagten auch, Depp habe Heard in nur einem ihrer drei Ansprüche diffamiert und ihr 2 Millionen Dollar Schadenersatz und kein Geld als Strafschadenersatz zugesprochen.

Zieht man Heards Auszeichnung von Depps Gesamtsumme ab, verlässt der "Fluch der Karibik"-Star den Fall mit 8,35 Millionen Dollar.

 

Amber Heard "untröstlich": "Die Enttäuschung, die ich heute empfinde, ist unbeschreiblich"

"Die Enttäuschung, die ich heute empfinde, ist unbeschreiblich. Ich bin untröstlich, dass der Berg von Beweisen immer noch nicht ausreichte, um der unverhältnismässigen Macht, dem Einfluss und dem Einfluss meines Ex-Mannes standzuhalten", sagte Amber Heard in einer Erklärung unmittelbar nach dem Urteil.

"Ich bin noch enttäuschter darüber, was dieses Urteil für andere Frauen bedeutet. Es ist ein Rückschlag. Es versetzt uns zurück in eine Zeit, in der eine Frau, die sich zu Wort meldete und sich äusserte, öffentlich beschämt und gedemütigt werden konnte." fuhr sie fort.

Heard sagte weiter: "Johnnys Anwälte haben es geschafft, die Jury dazu zu bringen, Beweise zu ignorieren, die so schlüssig waren, dass wir in Grossbritannien gewonnen haben.

"Ich bin traurig, dass ich diesen Fall verloren habe. Aber ich bin noch trauriger, dass ich ein Recht verloren zu haben scheine, das ich als Amerikaner zu haben glaubte - frei und offen zu sprechen."

 

Johnny Depp – prominentes Opfer häuslicher Gewalt 

Nach Statistiken werden Männer mindestens ebenso häufig wie Frauen zu Opfern ihrer Partner. Prominentestes Beispiel ist Johnny Depp. Nach der offiziellen Definition gilt als "häusliche Gewalt" (abuse) durch einen Partner nicht nur Bedrohungen und Gewalt, sondern auch nicht gewalttätige Formen wie emotionales Tyrannisieren oder Mobbing. Im Verleumdungsprozess gegen seine Ex-Frau hat Schauspieler Johnny Depp und vor allem sämtliche Zeugen die Gewaltausbrüche von Amber Heard detailhaft beschrieben. Er habe sich in Schlaf- oder Badezimmer einschliessen müssen, um sie auf Abstand zu halten und sich vor ihren Angriffen zu schützen. Es gilt als erwiesen, dass Johnny Depp mit Sicherheit das Opfer ist und die Anschuldigungen von Amber Heard erlogen sind und vor Gericht mehrfach widerlegt wurden.

 

Seit Mitte April läuft der Prozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard. Der Hollywood-Star verlangt wegen Verleumdung rund 50 Millionen Dollar (umgerechnet gut 45 Millionen Euro) Schadenersatz sowie eine Geldbusse von 350.000 Dollar von seiner Ex-Frau.

Die australische Schauspielerin fordert in ihrer Gegenklage unter anderem auch wegen Verleumdung Schadenersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar und eine Geldbusse von 350.000 Dollar. Sechs Wochen soll der juristische Streit dauern. Das Ganze wird auch live bei youtube übertragen.

 

Im Gericht des Bezirks Fairfax (Virginia) sagte Depp aus, dass Frau Heard ein „Bedürfnis nach Gewalt“ habe. Während eines Streits im Jahr 2015 habe sie eine Wodka-Flasche auf ihn geworfen. Dabei sei ein Teil seines Mittelfingers abgetrennt worden. Im Gericht wurden Tonaufzeichnungen von Streitigkeiten der früheren Eheleute abgespielt. Bei ihren häufigen Wutausbrüchen habe Heard ihn verbal und tätlich angegriffen. Wie schon am Vortag beteuerte Depp unter Eid, dass er selbst weder Heard noch jemals eine andere Frau geschlagen habe, was zahlreiche Zeugen bestätigt haben.

 

Heards Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen ihn seien „ruchlos und verstörend“, sagte der Star der „Fluch der Karibik“-Filme weiter. Sie würden auf „keiner Art von Wahrheit“ basieren und seien für ihn ein „totaler Schock“ gewesen. Auf die Frage einer seiner Anwältinnen, warum er Heard wegen Verleumdung verklagt habe, sagte der 58-Jährige: „Ich habe es als meine Verantwortung angesehen, nicht nur für mich einzutreten, sondern auch für meine Kinder.“

Seine Kinder hätten eine „entsetzliche Sache“ über ihn lesen müssen, die nicht wahr sei. „Es ist seltsam, wenn man an einem Tag sozusagen Aschenputtel ist und 0,6 Sekunden später Quasimodo“, fügte der Schauspieler hinzu.

 

Er habe lange versucht, die Beziehung zu retten. Doch Heard habe sich völlig verändert: „Es war nicht mein Mädchen. Sie war mein Gegner geworden.“ Ihre öffentlichen und „fälschlichen“ Anschuldigungen, dass er sie misshandelt habe, hätten sein Leben ruiniert, sagte Depp aus. Er habe „nicht weniger als alles“ verloren. 

 

Dass vielfach Männer Opfer häuslicher Gewalt durch ihre Partnerinnen werden, deckt sich mit zahlreichen Studien. Auch ein Bericht über Gewalt gegen Männer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2004 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis für Deutschland, betont wird allerdings, dass die Datenlage kaum gesicherte Erkenntnisse hergibt und "häusliche Gewalt", die von Partnerinnen verübt wird, oft noch ein Tabu ist. Manche sind nun auch geneigt, den Spiess umzudrehen und die Frauen zum starken und aggressiven Geschlecht zu machen: "Tatsächlich aber geht körperliche Gewalt in der Partnerschaft zum überwiegenden Teil von Frauen aus, nicht von Männern."

 

Amber Heard hat mit schamlosen Lügen und erfundenen Aussagen den Ruf von Depp geschädigt und damit irreparablen Schaden angerichtet und hat sich als unschuldiges, misshandeltes Opfer präsentiert, um ihre eigene Karriere zu fördern. Depp bezeichnete sich weiterhin als unschuldig und zeigte sich optimistisch, dass die Wahrheit im Fall häuslicher Gewalt ans Licht kommen werde.

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