30. Mai 2020

40 Prozent der Covid-19-Patienten gehören nicht zur Risikogruppe!

DMZ – GESUNDHEIT / WISSEN ¦ Gesundheitsredaktion ¦

 

Die Annahme, Corona sei nur für besonders alte Menschen und solche mit einer Vorerkrankung gefährlich, ist auch hierzulande weit verbreitet. Die Realität sieht anders aus. Überraschend viele Covid19-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, waren weder alt, noch krank.

 

40 Prozent der Covid-19-Patienten auf Schweizer Intensivstationen waren jünger als 60. Das belegen neuste Zahlen der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin, die SRF vorliegen.

Von diesen Unter-60-Jährigen hatte wiederum mehr als ein Drittel keine relevante Vorerkrankung.

In der breiten Gesellschaft hat sich die Annahme etabliert, Covid-19 sei nur für besonders alte Menschen eine Gefahr. Oder zumindest für jene mit einer relevanten Vorerkrankung wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck.

Das ist offenbar eine Fehlannahme, wie die Beobachtungen von Intensivmediziner Peter Steiger vom Universitätsspital Zürich zeigen: «Auch die unter 50-Jährigen sind betroffen. Auf der Intensivstation machen sie ungefähr einen Sechstel aus. Und diese Patienten sind auch sehr schwer erkrankt.»

 

Risiko auch ohne Vorerkrankung

Deshalb geht es bei den Hygienemassnahmen laut den Experten nicht nur um die ältere Bevölkerung. Auch jüngere Menschen könnten so vor einer langwierigen und schweren Erkrankung geschützt werden.

Covid-19-Patienten können nach einem Spitalaufenthalt nicht einfach wieder ins Arbeitsleben integriert werden.

 

Vizepräsidentin der schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin

SRF liegen neuste Zahlen der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin vor. Die Auswertung stützt die Beobachtungen aus Zürich. Die meisten Covid-19-Patienten auf Schweizer Intensivstationen waren zwar über 60 Jahre alt. Doch ganze 40 Prozent waren jünger als 60.

Von diesen Unter-60-Jährigen hatte wiederum mehr als ein Drittel keine relevante Vorerkrankung. Antje Heise, Vizepräsidentin der schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin erklärt dazu: «Die allermeisten Patienten auf der Intensivstation, und dazu gehören auch jüngere Patienten, erfahren einen doch langwierigen Verlauf. Im Anschluss sind sie noch eine gewisse Zeit auf den Normalstationen. Hinterher können sie aber nicht einfach wieder ins Arbeitsleben integriert werden.»

 

Grosse Unterschiede bei Sterblichkeit

Einen gewichtigen Unterschied bezüglich Alter gibt es allerdings: die Sterblichkeit. Während die Todesfälle zum grössten Teil ältere Menschen betrafen, überlebten Unter-60-Jährige in der Regel die Covid-19-Erkrankung.

 

 

Quellen: 

  • https://www.sgi-ssmi.ch/de/
  • srf

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