Covid-19 - Die internationale Lage - Fast ein Drittel der Angesteckten zählen die USA

Mittlerweile gibt es über 4.8 Millionen nachgewiesene Infektionen
Mittlerweile gibt es über 4.8 Millionen nachgewiesene Infektionen

DMZ – INTERNATIONAL ¦

 

SRF präsentiert die internationale Lage: Über 318'000 Menschen sind bislang weltweit an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen liegt gemäss der Johns-Hopkins-Universität, mittlerweile bei über 4.8 Millionen. Fast ein Drittel der Angesteckten zählen die USA.

In Lateinamerika steigen die Infektionszahlen deutlich. Besonders betroffen sind Mexiko und Brasilien. So meldet Brasilien fast 17'000 Coronavirus-Tote und weilst weltweit am dritt meisten Infektionen auf.

In einigen Ländern Europas sind am Montag weitere Lockerungen in Kraft getreten. So sind in Bayern die Biergärten wieder geöffnet. In Italien Museen, Bars und Cafés. In Griechenland kann die Akropolis wieder besucht werden.

 

Europa

Italien: Das Land hat am Montag überraschend viele Corona-Massnahmen gelockert. Industrie und Bauwirtschaft fahren ihre Produktion hoch. Geschäfte, Schwimmbäder, Fitness-Studios, Museen, Bars und Cafés sind wieder geöffnet. Auch der Petersdom ist wieder zugänglich. Allerdings: Restaurants dürfen weiterhin nur einen Liefer- oder Take-Away-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche geschlossen. Die Grenzöffnung sieht Italien für den 3. Juni vor. Die Schulen öffnen erst im September wieder. Im Zuge eines 55-Milliarden-Euro-Hilfspakets sollen hunderttausende Arbeiter ohne Vertrag und Aufenthaltsbewilligung, zum Beispiel Putzhilfen und Erntehelfer, legalisiert werden.

Bestätigte Infektionen: fast 226'000

Gemeldete Todesfälle: 32'007

 

 

 

Deutschland: In Deutschland haben alle Läden mittlerweile wieder geöffnet, viele Kinder können zumindest tageweise wieder zur Schule. Seit Montag sind Bayerns Biergärten offen. Grossveranstaltungen bleiben bis mindestens Ende August landesweit untersagt. An den Grenzen zu EU-Nachbarländern wird nur noch stichprobenartig kontrolliert, die Grenze zur Schweiz soll am 15. Juni vollständig geöffnet werden. Die Lockerung der meisten weiteren Massnahmen verläuft regional unterschiedlich.

Bestätigte Infektionen: über 176'000

Gemeldete Todesfälle: fast 8003

 

 

Frankreich: Seit dem Wochenende sind in Frankreich Sehenswürdigkeiten wie der Mont Saint-Michel oder die Pilgerstätte in Lourdes für Besucher offen. Die Bewegungseinschränkungen wurden bereits am 11. Mai gelockert, wenn auch nicht ganz abgeschafft. Die Geschäfte konnten wieder öffnen, Restaurants und Bars bleiben aber geschlossen. Offen sind einige Strände, aber nur für Spaziergänge und Sport und nicht zum Sonnenbaden. Eine Grenzöffnung zur Schweiz ist auf den 15. Juni geplant.

Bestätigte Infektionen: gut 180'000

Gemeldete Todesfälle: über 28'000

 

Spanien: Die Pandemie hat das Land weltweit mit am stärksten getroffen.

Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. So sank die Zahl der pro Tag mit Covid-19 gestorbenen Menschen am Montag auf noch 59 Todesopfer binnen 24 Stunden. Dessen ungeachtet will die Regierung den geltenden Notstand um einen Monat bis Ende Juni verlängern. Doch auch Spanien hat erste Lockerungen verfügt. Das Land geht dabei regional unterschiedlich vor: 10 der 17 Regionen, darunter die Balearen mit der Hauptinsel Mallorca und das Baskenland, beginnen mit «Phase 1» der Normalisierung. Hotels, Restaurants und Bars im Freien dürfen öffnen. Madrid und Barcelona bleiben in «Phase 0» mit strikter Ausgangssperre. Die spanischen Behörden erwägen, die Grenzen für die meisten Reisenden aus dem Ausland bis Juli geschlossen zu halten.

Bestätigte Infektionen: gut 231'000

Gemeldete Todesfälle: über 27'700

 

Grossbritannien: Trotz weiterhin hoher Ansteckungszahlen sind vorsichtige Lockerungen im Gang. Innerhalb Englands sind wieder uneingeschränkt körperliche Betätigungen im Freien sowie Tagesausflüge erlaubt. Auch werden Menschen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, ermuntert, wieder an ihre Arbeitsstätten zu gehen. Öffentliche Verkehrsmittel sollen

aber möglichst gemieden werden. Weitere Lockerungen wurden angekündigt. Die Pläne stossen allerdings auf scharfe Kritik von Gewerkschaften, Wirtschaftsvertretern und der Opposition. Lokale Behörden von klassischen Ausflugsregionen baten Städter, zu Hause zu bleiben. Schottland, Wales und Nordirland kündigten an, einen eigenen, strikteren Weg zu verfolgen.

Bestätigte Infektionen: gegen 248'000

Gemeldete Todesfälle: fast 34'900

 

Österreich: Österreich hat die Ausgangsbeschränkungen am 1. Mai aufgehoben. Auch Besuche in Alters- und Pflegeheimen sind eingeschränkt möglich. Im Land sind inzwischen alle Geschäfte, Restaurants und fast alle Dienstleister wieder geöffnet. Hotels dürfen Ende Mai wieder öffnen. Seit Montag haben nach den Abschlussklassen auch die Grundschulen und Unterstufen wieder ihren Betrieb aufgenommen. Zudem finden seit Samstag an den Grenzen zur Schweiz und Deutschland weniger Kontrollen statt. Eine vollständige Grenzöffnung plant Österreich für den 15. Juni.

Bestätigte Infektionen: gegen 16'900

Gemeldete Todesfälle: 629

 

 

Griechenland: Das Land will diese Woche eine Reihe von Einschränkungen aufheben. So sind Reisen auf dem Festland und nach Kreta wieder gestattet. Auch archäologischen Stätten wie die Akropolis von Athen sind für die Besucher wieder öffnen. Am 25. Mai sollen Reisen zu allen Inseln erlaubt werden. Stufenweise beginnen Ende Mai und im Juni erneut Flüge aus Griechenland in verschiedene EU-Staaten, teilten Fluglinien mit.

Bestätigte Infektionen: 2834

Gemeldete Todesfälle: 163

 

Schweden: Das Land hat auf einen kompletten Lockdown verzichtet. Unter anderem sind Schulen, Kindergärten und Restaurants nicht geschlossen. Es gibt jedoch Einschränkungen und die Behörden raten der Bevölkerung, Abstand zu halten. Veranstaltungen mit bis zu 50 Besuchern sind erlaubt. Schwedens Regierung rät ihren Bürgern aber bis in den Hochsommer hinein von nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland ab.

Bestätigte Infektionen: über 30'100

Gemeldete Todesfälle: über 3600

 

 

Russland ist bezüglich registrierter Infektionen nach den USA das am zweitstärksten betroffene Land der Welt. Und die Zahl der Neuinfektionen steigt ständig weiter. Binnen 24 Stunden seien 9709 neue Ansteckungsfälle registriert worden, teilt die Coronavirus-Arbeitsgruppe mit. Dennoch hat Präsident Wladimir Putin die arbeitsfreie Zeit nicht erneut verlängert. Diese Woche startete das Arbeitsleben in vielen Bereichen wieder. Putin hat die Verantwortung, sich um die etappenweise Rückkehr zur Normalität zu kümmern, an die Regionen und die Regierung delegiert.

Bestätigte Infektionen: über 281'700

Gemeldete Todesfälle: über 2600

 

 

USA

Knapp ein Drittel der weltweit bekannten Infektionen werden aus den USA gemeldet. US-Präsident Donald Trump hält die Warnungen des Gesundheitsexperten und Beraters Anthony Fauci vor den Risiken einer zu schnellen Wiedereröffnung der Wirtschaft für «nicht vertretbar». Fauci hatte vor dem Gesundheitsausschuss des Senats davor gewarnt, dass eine zu frühe Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens nicht nur Menschen, sondern auch die Erholung der Wirtschaft gefährden könnte. Diverse Bundesstaaten öffnen die Wirtschaft schrittweise.

Bestätigte Infektionen: fast 1.49 Millionen

Gemeldete Todesfälle: über 89'500

 

Asien

China: In China gibt es offiziell nur noch sehr wenige Neuansteckungen. Seit dem 1. Mai sind Inlandreisen wieder möglich. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind wieder offen, allerdings mit eingeschränkter Kapazität. In der Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan, in der die Pandemie ihren Anfang nahm, ist eine grosse Testreihe im Gang, nachdem die Stadt am 11. Mai fünf neue Fälle verzeichnete. Täglich werden fast 100'000 Personen auf das Coronavirus getestet. Am 13. Mai hat die Regierung mit Jilin erneut eine Millionenmetropole abgeriegelt, nachdem etwa zwei Dutzend neue Infektionsfälle festgestellt worden waren.

Bestätigte Infektionen: über 84'000

Gemeldete Todesfälle: mehr als 4600

 

 

Südkorea: Nach der Häufung von Corona-Infektionen unter Klubgängern in einem Stadtteil in Seoul sehen Südkoreas Gesundheitsbehörden erste Anzeichen für eine Entspannung. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Über 160 Infektionen konnten auf eine Person zurückgeführt werden. Über 60'000 Personen wurden in diesem Zusammenhang getestet. Klubs und Bars in Seoul wurden wieder geschlossen.

Bestätigte Infektionen: über 11'000

Gemeldete Todesfälle: 263

 

 

Japan: Das Land hat den Corona-Notstand in den meisten Landesteilen vorzeitig aufgehoben. Ausgenommen sind städtische Grossräume wie Tokio und Osaka. Der Notstand hätte eigentlich überall noch bis zum 31. Mai gegolten – wobei das keine harte Ausgangsbeschränkungen wie in Europa bedeutet. Die Bürger sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben.

Bestätigte Infektionen: über 16'200

Gemeldete Todesfälle: 744

 

Singapur: Die anfänglichen Erfolge bei der Virusbekämpfung durch strikte Quarantäne sind vergessen. Der Stadtstaat hat am meisten registrierte Corona-Infizierte in ganz Südostasien. Hintergrund sind die schwierigen Lebensverhältnisse von Gastarbeitern, die oft dicht gedrängt in Schlafsälen übernachten und kaum Zugang zu den nötigen Hygiene-Einrichtungen haben.

Bestätigte Infektionen: über 28'000

Gemeldete Todesfälle: 22

 

 

Indien: Indien will im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ein Hilfspaket im Umfang von etwa 10 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes auflegen. Konkret gehe es um 20 Billionen Rupien – umgerechnet rund 250 Milliarden Euro, sagte Premier Modi in einer Fernsehansprache. Zudem zwingt die grösste Demokratie der Welt die Menschen, eine Contact-Tracing-App zur Eindämmung der Infektionen herunterzuladen.

Bestätigte Infektionen: über 96'100

Gemeldete Todesfälle: mehr als 3000

 

Naher Osten

Israel: Die Schulen werden schrittweise geöffnet, die Menschen dürfen sich wieder frei bewegen. Es gilt jedoch weiter Maskenpflicht. Ab dem 31. Mai sollen Versammlungen von bis zu 100 Leuten erlaubt werden. Am 14. Juni will man alle Versammlungsbeschränkungen aufheben. Bedingung ist laut Regierungschef Netanjahu, dass die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder über 100 pro Tag steigt.

Bestätigte Infektionen: über 16'600

Gemeldete Todesfälle: 272

 

Türkei: Die Türkei lockert die Corona-Massnahmen schrittweise und bereitet sich auf eine Öffnung für den Tourismus vor. Inzwischen gelten nur noch Reisebeschränkungen für 15 statt wie zuvor für 31 Städte und Provinzen. Ende Mai will das Land den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, im Juni hofft es auf internationale Touristen. Für Hotels und Restaurants sollen strenge Corona-Auflagen gelten.

Bestätigte Infektionen: mehr als 149'400

Gemeldete Todesfälle: gut 4100

 

 

Afrika

Fast alle afrikanischen Länder melden inzwischen Corona-Fälle. Am stärksten betroffen sind Südafrika und Ägypten mit über 15'500 bzw. mehr als 12'200 Infizierten. In Ägypten müssen während des sechstägigen muslimischen Festes des Fastenbrechens vom 24. Mai an Geschäfte, Restaurants und Parks schliessen. Zudem gelten ab dem Tag die nächtlichen Ausgangssperren bereits ab 17.00 Uhr, kündigt die Regierung an. Derzeit gilt die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr.

 

 

In vielen Ländern fehlt es an der medizinischen Infrastruktur, um grössere Corona-Ausbrüche zu bewältigen. Zahlreiche Staaten haben das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Die Massnahmen treffen die Menschen vielerorts besonders hart, da sie oft zur Existenzsicherung auf tägliche Einnahmen angewiesen sind. Die WHO befürchtet in Afrika bis zu 190'000 Tote im ersten Jahr der Pandemie, sollte diese nicht unter Kontrolle gebracht werden.

 

Lateinamerika

Brasilien: Allein der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat inzwischen China bei der Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Toten überholt. Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Toten in Massengräbern beerdigt. Dennoch drängt Präsident Jair Bolsonaro auf eine schnelle Öffnung der Wirtschaft. Seit Wochen liegt er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten wegen der verhängten Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf Konfrontationskurs. Gesundheitsminister Teich trat im Streit mit Bolsonaro zurück.

Bestätigte Infektionen: über 241'000

Gemeldete Todesfälle: über 16'100

 

 

Mexiko: Es sind über 49'000 Infektionsfälle bekannt. Gestorben seien mittlerweile mehr als 5100 Menschen. Die wahren Zahlen dürften angesichts fehlender Tests viel höher liegen.

 

Australien

Australien will die Ausgangsbeschränkungen stufenweise lockern und die Wirtschaft bis Juli wieder öffnen. In einer ersten Phase sollen unter anderem Cafés, Restaurants, Geschäfte und Schwimmbäder wieder öffnen. Einige Bundesstaaten haben bereits damit begonnen, die Corona-Regeln zu lockern.

Bestätigte Infektionen: über 7000

Gemeldete Todesfälle: 99

 

 

 

Quelle: SRF ¦ Diclaimer: Textübernahme https://www.srf.ch/news/international/coronavirus-weltweit-die-internationale-lage-in-der-uebersicht-2