Kultur


23.04.2019 - Patricia Jungo

Was Literatur alles kann...

Schon die alten Griechen waren überzeugt, dass Bibliotheken Orte waren, an denen die Seele Heilung erfahren durfte. Auch heute wird oft von Literatur als ergänzendes therapeutisches Instrument gesprochen, mit dessen Hilfe viel geheilt werden kann. Es lohnt sich durchaus, diesen Gedanken noch etwas weiterzuverfolgen. Ein Buch ist viel mehr als eine in sich geschlossene Welt. Worte zusammen mit Welten, die uns zum Nachdenken anregen, wecken unser Bewusstsein und helfen uns zu erforschen, zu vergleichen und auch stärker zu werden. Natürlich ist es vereinfacht, Bücher als Heilmittel zu bezeichnen. Dennoch waren die Griechen auf der richtigen Spur. So entdeckte man beispielsweise während des Ersten Weltkrieges in britischen Krankenhäusern, dass Literatur viele Vorteile hatte. Man stellte den Soldaten, die Traumata erlitten hatten, einige Bücher zur Verfügung, was ihnen sehr half, innerlich zur Ruhe zu kommen. Ja, Literatur kann sehr wertvoll sein, wenn es darum geht, unseren Geist wieder in Form zu bringen. Ohne irgendwelche Nebenwirkungen können Bücher uns helfen, wenn unser deprimierter Geist dem Weg des Chaos folgt. Jeder muss natürlich seine eigene Strategie finden; Literatur kann eine wertvolle sein. Fühlen wir uns beispielsweise deprimiert, sind wir beim Lesen von Büchern gezwungen, unsere Perspektive zu wechseln, Empathie zu haben für bestimmte Charaktere. Unser „Kopf“ kann sich entspannen, wenn er sich mit der Geschichte und konkreten Gefühlen verbindet. So ein Perspektivenwechsel ist überaus wertvoll und ein Roman oder ein Lyrikband sind eine wunderbare Möglichkeit, aus einem anderen Blickwinkel zu reflektieren. Vielleicht helfen sie auch gerade mit, positiver in die Zukunft zu schauen, Träume und Wünsche wieder vermehrt aufleben zu lassen und diese nicht aus den Augen zu verlieren?

 

Mehr als 4300 Jahre alt soll das erste Gedicht sein. Es wurde von Enheduanna verfasst, einer akkadischen Dichterin und ist eine Ode an Inanna, eine alte Göttin. Was waren wohl die Beweggründe der Menschen, mit Worten, Reimen, Versen zu spielen? Einer Publikation des Max-Planck-Instituts für Empirische Ästhetik (Deutschland) zufolge sind wir dank Lyrik in der Lage unsere Emotionen mit anderen zu teilen. Mit Gedichten weicht eine Last von unseren Herzen. In schwierigen Momenten hilft uns die Sprache, Konflikte in etwas Einfaches zu verzaubern, gar mit ihnen zu spielen. Für viele Menschen ist Literatur wie ein Ort, von dem aus sie die Welt betrachten dürfen. Beim Lesen entdecken wir andere Möglichkeiten, zerstören manchmal alte Vorstellungen und ersetzen sie durch neue. Wie oft fordert ein Buch uns auf, die Welt anders zu sehen; vielleicht weiser? In dem Sinne sind wir gut beraten, die „Macht“ der Literatur und ihre Heilkraft zu nutzen. Sie kann ein wertvoller Verbündeter für uns sein.


23.04.2019 - Marco Perroulaz

Der jährliche Mord zu Pfingsten

Es stinkt gewaltig zum Himmel in der sonst so friedvollen, ruhigen, wundervollen oberländer Bergregion rund um die Jungfrau. Zu Pfingsten wird zum sechsten Mal die Täterschaft eines Mordfalles drei spannende, verworrene und witzige Tage lang im Gebiet von Eiger, Mönch und Jungfrau von Heerscharen von Detektiven unnachgiebig gejagt bis der Täter am Pfingstmontag gestellt und verhaftet wird.

 

Der Fall: Lisa Locher und sieben Freunde mieten in Wengen ein Haus, um eine Woche mit Skifahren, Spass und gutem Essen zu verbringen. Doch Intrigen zwischen Freunden, Eifersüchteleien und Affären nehmen ihren Lauf. Die Skiferien werden zum Albtraum und enden für alle jäh als Lisa Locher erstochen in der Küche aufgefunden wird. Wer hat mit dem Küchenmesser gemordet? Geht es um Geld, Liebe oder doch um eine alte offene Rechnung? Was hat die Vermieterin damit zu tun? Wo ist Lisas Geld hingekommen? Und hat es wirklich keine Zeugen gegeben?

 

Wer mithilft den diesjährigen Fall aufzuklären bekommt am Pfingstsamstag beim Check-In den Krimi-Guide ausgehändigt. Darin finden sich alle Informationen, wie man vorgehen muss. Zudem enthält der Krimi-Guide detaillierte Karten, um die ‚Tatorte’ zu finden. Und natürlich den Tatort-Jungfrau-Badge, die 3-Tageskarte für die Jungfraubahnen, um bequem von ‚Tatort’ zu ‚Tatort’ zu kommen. Wer möchte, kann natürlich auch wandern – geeignete Wandervorschläge werden ebenso angeboten.

 

Weitere Infos:

www.tatortjungfrau.ch


22.04.2019 - Patricia Jungo

Die Bretagne und ihr Zauberwald

In der keltisch geprägten Bretagne breitet sich der Zauberwald „Brocéliande“ aus. Dieser Zauberwald gilt seit Menschengedenken als magischer Ort. Unglaubliche Dinge sollen sich dort bis heute zutragen. Im Tal ohne Wiederkehr, das sich hier erstreckt, soll die Fee Morgana ihre untreuen Liebhaber für alle Zeiten gefangen halten. Im See Comper wuchs Ritter Lanzelot in einem Unterwasserschloss auf und König Artus empfing daraus das Schwert Excalibur. Auch das Grab des Zauberers Merlin liegt hier; seine Mutter soll eine Heilige gewesen sein; sein Vater der Teufel. Die keltische Artus-Sage ist auch in der Bretagne daheim. Der geheimnisvolle Wald befindet sich in der Hochbretagne, westlich von Rennes. Der Wald umfasst heute noch etwa 700 Hektar; früher waren weite Teile der bretonischen Halbinsel davon bedeckt. Den Zauberwald, von dem man sagt, man komme aus ihm heraus wie aus einem Traum, kann man sogar mit dem Namen „Paimpont“ ins Navi eingeben. Lange Zeit ist nichts ausgeschildert, so dass die Besucher sich fragen, ob man sie nicht einem Mythos gefolgt sind. Die Landschaft ist hügelig und hat viele Felder, kleine Wäldchen und eingestreute Landschaften. Auf einmal erreicht man eine Anhöhe, von der man auf einen ausgedehnten Wald blickt. Im Themenzentrum „La Porte des Secrets“, das sich in den Nebengebäuden einer alten Abtei im verträumten Dorf Paimpont befindet, werden vor allem die jungen Besucherinnen und Besucher in den Sagenkreis von Brocéliande eingeführt. Ein Abstecher ins kleine Dorf Tréhorenteuc am Waldrand lohnt sich vor allem an Markttagen. Auf dem Markt werden Gemälde von Elfen und Einhörnern Hexenfiguren, Hippie-Kleidung und Tassen mit König-Artus- oder Feenmotiv angeboten. Bei den Besuchern des Marktes handelt es sich meist um Kenner: Neo-Druiden, Gralssucher, Esoteriker, zum Teil von weither angereist. Einige tragen keltische Sonnenzeichen um den Hals, sie sind Mitglieder der Église Celtique Restaurée, der Wiedererrichteten Keltischen Kirche. Die Dorfkirche, von allen nur Gralskirche genannt, ist ein Schmuckstück, in dessen bunten Glasfenstern und Gemälden der christliche Glaube mit der Artus-Sage vermischt ist. Zu erwähnen ist dabei etwa eine Kreuzwegstation, die Jesus zusammen mit der nur leicht bekleideten und sehr aufreizenden Fee Morgana zeigt. Das Tal ohne Wiederkehr mit seinem Feenspiegel, einem grünäugigen Gewässer kann man nur zu Fuss in etwa zwei Stunden erreichen. Die nächste Station ist das Schloss von Comper, das über jenem See wacht, von dem man sagt, er sei der Zugang zu Anderswelt. Legenden behaupten, es sei kein richtiger See, sondern blosse Illusion. Merlin habe ihn heraufbeschworen, um das auf dem Grund stehende Kristallschloss für seine Geliebte Morgana vor neugierigen Blicken zu schützen. Im Wald trifft man häufig auf grössere Besuchergruppen, die gespannt einem Guide und seinen Legenden lauschen. Will man die Quelle des Sees entdecken, braucht man dazu einen halbstündigen Fussmarsch. Die Quelle ist nur ein ganz kleiner Bach und doch sieht man hier unzählige Besucher, die ihre Hände ins klare, kalte Wasser halten. Um die Quelle gibt es zahlreiche Legenden; die älteste stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Hüterin der Quelle, die Fee Morgana und der Zauberer Merlin sollen sich hier verliebt haben. Später liess ihn die Fee in ewigen Schlaf fallen. Merlins Grab besteht aus den eher armseligen Resten einiger zerschlagener Megalithen. Dies sind jene Dolmen oder auch Hinkelsteine, die man überall in der Bretagne finden kann. Unweit der Quelle gibt es den Jungbrunnen, die Fontaine de Jouvence zu entdecken. Mehrere Besucher stehen zögernd ums Steinbecken. Es ist zwar heiss, aber das Wasser sieht etwas abgestanden aus. Ein weisser Hund wagt es, springt in den Brunnen und planscht übermütig. Auch nach dem Bad ist kein Welpe aus ihm geworden. Die Besitzerin meint, er sei halt auch noch sehr jung. Es darf also durchaus weiter geglaubt werden. Ja, der Zauberwald „Brocéliande“ lebt von der Vorstellungskraft seiner Besucher und zieht so Unzählige in seinen Bann.


21.04.2019 - Patricia Jungo

Sonderausstellungen im Marionettentheater in Freiburg

Im Marionettentheater in Freiburg sind zurzeit Figuren des Lyoner Puppentheaters und der Puppenbühne Roca aus Zürich zu sehen. Dabei wird ersichtlich, dass Marionetten nicht immer bloss einfaches Puppentheater für Kinder waren. Bewundern kann man Figuren aus dem traditionellen Puppenspiel aus Lyon rund um die Figur des Guignol, der französischen Variante des Kasperli. Dieses Puppenspiel hat seine Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert und geht auf den Seidenweber Laurent Mourget (1796-1844) zurück. Er verlor in der Revolutionszeit seine Arbeit und versuchte sich und seine junge Familie mit diversen Gelegenheitsjobs durchzubringen. So zog er auch als Zähneausreisser durch die Strassen und versuchte mit Hilfe von Marionetten Patienten anzulocken. Dafür erfand er eine eigene Figur, den Guignol und wurde damit so erfolgreich, dass er bald mit dem Zähneziehen aufhören konnte und stattdessen regelmässig vor Publikum auftrat. Dieses Marionettentheater war im ganzen 19. Jahrhundert für Erwachsene bestimmt. So wurde der Guignol zur Stimme der Arbeiterschaft und klagte soziale und politische Missstände an. Oft waren bei den Vorführungen Polizisten anwesend, da die Obrigkeit die Stücke kontrollieren und zensurieren wollte. Dies weiss Nicole Lehner-Gigon; die die Ausstellung realisiert hat; zu berichten. Weiter führt sie aus, dass erst im 20. Jahrhundert aus dem Guignol die Figur für Kinder geworden sei, wie man sie heute kenne. Die Ausstellung im Museum zeigt diese Entwicklung anhand von Figuren des Theaters Daniel Streble, das bis heute aktiv ist. Darunter findet man Szenen aus klassischen Kinderstücken wie „Rotkäppchen“, „Dornröschen“ und auch solche aus satirischen oder parodischen Stücken für Erwachsene. Die 80 bis 120 Jahre alten Figuren wurden fast alle von Daniels Strebles Grossvater hergestellt und sind Leihgaben. Die Figuren aus Lindenholz tragen die ehemals von Laurent Mourget geschaffenen typischen Züge der Lyoner Marionetten. Seine Nachkommen führten die Tradition bis zum Jahre 2012 fort. Dann starb der letzte Puppenspieler der Familie; Jean Brunel, genannt Jean-Guy Mourget.

 

Das Marionettenmuseum zeigt parallel zu den Lyoner Figuren bis Ende September eine von der Roca-Puppenbühne Zürich erhaltene Schenkung. Dabei handelt es sich um ein Ensemble von Figuren und Bühnenbildern zum Stück „Peter und der Wolf“ nach dem gleichnamigen Musikmärchen von Sergei Prokofjew. Diese Marionetten waren noch vor wenigen Jahren auf der Bühne zu sehen. Da sich die 1998 gegründete Roca-Puppenbühne nun dem Schattentheater zugewandt hat, wurden Abnehmer für die Puppen gesucht. Dass das Marionettenmuesum in Freiburg die Schenkung erhalten hat, ist für Nicole Lehner-Gigon ein Zeichen dafür, dass das Museum bei den Schweizer Puppenspielern anerkannt ist.


20.04.2019 - Tony Lax

Wiederlesen:

"Nach uns die Zukunft" - Vor vierzig Jahren erschien Hans A. Pestalozzis leidenschaftlicher Aufruf zur positiven Subversion

Nicht die Sintflut, nein, die Zukunft soll nach uns kommen – und eigentlich nicht erst nach, sondern vielmehr mit und durch uns. So oder ähnlich dachte es sich Hans A. Pestalozzi und versuchte in seinem 1979 publizierten Buch zu einem "positiven NEIN" anzuregen. Wer heute diese vor vier Dekaden erschienene Publikation (wieder) zur Hand nimmt, wird nicht nur ob deren Aktualität erschrecken, sondern auch darüber staunen, in welch klarer Sprache und eindringlichen Worten die Probleme hier formuliert werden.

 

Das Buch war damals ein regelrechter ein Paukenschlag und wurde mit fast einer Viertelmillion verkaufter Exemplare ein Beststeller, der nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland einiges an Aufsehen erregte.

 

Pestalozzi zeigt darin schonungslos und präzise die Widersprüche unserer Wohlstandsgesellschaft auf, welche die vermeintliche Qualität ihres Wohlergehens vornehmlich quantitativ und lediglich am materiellen Besitz statt am immateriellen Wohlbefinden misst. Und er moniert die wachsende Macht der Wirtschaft, die nicht nur die Demokratie unterhöhle, sondern mit ihrem Imperativ zum masslosen Konsum und ihrem zum gesellschaftlichen Leitprinzip hochstilisierten Konkurrenzgedanken sowohl den Menschen als auch die Natur mehr und mehr zerstöre.

 

Das klingt rabiat und riecht verdächtig nach jenem verwesten Marxismus, den neurechte Populisten gegenwärtig in der Klimaschutzbewegung wittern.

 

Doch Pestalozzi war kein Marxist und lehnte jegliches totalitäre System, nicht nur die politischen, vehement ab. Wenn Pestalozzi über die Wirtschaft redete, dann wusste er sehr genau, wovon er sprach. Denn vor seiner zweiten Karriere als freie Buchautor und Vortragsreisender war der studierte Wirtschaftswissenschaftler als Manager selber in den obersten Etagen des Wirtschaftsbetriebs tätig. Ab 1955 war er persönlicher Sekretär von Gottlieb Duttweiler und wurde nach dessen Tod im Jahre 1962 gar Vizedirektor des MIGROS-Konzerns. Darüber hinaus leitete er von 1966 bis 1979 das renommierte Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon, ein international bekannter Think Tank für Führungskräfte, an dem Wirtschaftsbosse, Wissenschaftler und Politiker aus aller Welt zusammenkommen und versuchen, Schwachstellen der Wachstums- und Konsumgesellschaft aufzuspüren. Das GDI, das heute als die älteste unabhängige Denkfabrik der Schweiz gilt, wurden unter Pestalozzi zusehends zum Ort, an dem auch kritische Thesen und Ideen entwickelt werden, wie man die Welt zu einem lebenswerteren Ort machen könnte.

 

Ab 1977 begann Pestalozzi dann aber, seine zunehmend kritische Haltung in Vorträgen und Artikeln auch öffentlich zu verbreiten. Pointiert legte er dabei die Absurditäten einer aus seiner Sicht immer lebensfeindlicher gewordenen Wirtschaft offen und kritisierte auch die Politik scharf, da diese die Probleme, welche sie zu lösen vorgebe, in Tat und Wahrheit vielmehr verstärke. Das kam bei seinem Arbeitgeber nicht gut an und so wurde Pestalozzi 1979 samt einigen seiner Mitarbeiter*innen fristlos entlassen. Er musste also am eigenen Leib erfahren, dass mit dem Wort "Freiheit" nicht die wirkliche Freiheit des Individuums (zu der ja auch die Freiheit der Meinungsäusserung gehört) gemeint sein kann, sondern lediglich die Konsumfreiheit und insbesondere die Freiheit des Kapitals "sich dahin zu verschieben, wo es am meisten rentiert", wie er es in einem späteren Vortrag einmal formulierte.

 

In "Nach uns die Zukunft" ergeht sich Pestalozzi aber nicht nur mit spitzer Feder in kritischer Analyse, sondern versucht konstruktiv zum Nachdenken über neue Lebensformen anzuregen: Zu Formen gemeinschaftlichen Lebens, in denen echter Bedarf und nicht künstliche Bedürfnisse befriedigt werden und eine freie Entfaltung des Individuums möglich ist. Das Dasein solle nicht grösstenteils durch Sach- und Systemzwänge bestimmt werden. Hierzu aber müsse die gewaltige und gewalttätige Eigendynamik und Eigengesetzlichkeit der Technik, die nicht mehr Mittel, sondern Zweck geworden sei, zurückgebunden werden. Das menschlichen Leben und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen müssten zum Primat unseres Handelns erhoben werden. Zudem sei es unabdingbar, dass an die Stelle eines rücksichtslosen Expansionsdrangs eine die möglichen Folgen vorausschauende Verantwortung trete. [1]

 

Eine grosse Bedeutung für den erforderlichen Mentalitätswandel sprach Pestalozzi den Lehrerinnen und Lehrern zu. Sie waren denn zu Beginn auch das bevorzugte Zielpublikum seiner subversiven Vorträge. In der berühmt gewordenen ersten solchen Rede vom 23. November 1977, die Pestalozzi anlässlich der Interkantonalen Mittelstufenkonferenz in Solothurn hielt, trug er in nuce seine Gesellschaftskritik vor. Unter dem Titel "Der Lehrer zwischen Lüge und Wahrheit" sprach Pestalozzi über die Normalität des Lügens in der Wirtschaft sowie den Umstand, dass die Demokratie längst unterhöhlt sei und in den einzelnen Lebensbereichen wie Arbeit, Familie oder Schule gar nicht gelebt werden könne. Er fragte nach dem Verbleib der Freiheitsrechte, z. B. der Rede- und Versammlungsfreiheit und danach, wie es eigentlich um den Rechtsstaat bestellt sei, wenn beispielsweise Menschen, die gegen Atomkraftwerke demonstrierten (Gösgen und Kaiseraugst), kriminalisiert wurden, obwohl die Bewilligungen für die Kraftwerke rechtswidrig vergeben worden waren. Und bereits hier hinterfragte Pestalozzi, der es selbst im Militär zum Major gebracht hatte, auch den Sinn der Armee, für deren Abschaffung er sich wenige Jahre später stark machte [2]. Und natürlich hinterfragte er auch den Sinn einer Schule, die weiterhin autoritär und lediglich dazu ausgerichtet bleiben will, die Kinder zu disziplinierten, braven und emsigen Agenten der Wirtschaft und unkritischen Konsumenten zu formen, anstatt zu kritischen, selbstbewussten, solidarischen und zufriedenen Persönlichkeiten. Für Pestalozzi bedurfte es also dringend einer Neuorientierung der Schule zu einem Ort, an dem die Kinder auch lernten, sich gegen fremde Normen zu wehren, selbstständig handeln zu können und an dem sie darin gefördert würden, Kreativität und eine intelligente Fantasie dafür zu entwickeln, wie die Wirklichkeit verändert werden könne, ohne dass das eigene Leben oder das der andern in dieser Wirklichkeit und in Zukunft zerstört werde.

 

"Es gibt keine Erziehung zur Wahrheit, weil es die Wahrheit nur in Diktaturen gibt. [...] Wir brauchen Freiräume, wir brauchen Luft für das Experiment; und wir brauchen Mut, um aus Strukturen ausbrechen zu können. [...] Eine Freiheit ohne die Möglichkeit, zwischen echten Alternativen zu wählen, ist keine Freiheit." (165)

 

Bei all der harschen Wirtschaftskritik muss betont werden, dass Pestalozzi nicht für eine Abschaffung der Marktwirtschaft plädierte, sondern darum, die auch für ihn unbestreitbar "positiven Seiten dieses Systems zu erhalten". (71) Dies ginge aber nur dann, wenn wir uns sehr genau über die Fiktionen, Lügen und Widersprüche dieses Systems klar würden und auch darüber, "welche Probleme die Marktwirtschaft nicht zu lösen vermag." (ebd.) Nicht zuletzt sollten wir auch genau auf jene Begriffe schauen, mit denen in der Wirtschaft, aber auch in der Politik hantiert werde: Was bedeutet den "Wohlstand" oder "Fortschritt" eigentlich? Was heisst "Effizienz", was meint "Rationalisierung" und was versteckt sich hinter dem Ausdruck "soziale Kosten"?

 

Gegen den immer wieder gegen ihn erhobenen Vorwurf, er sei Pessimist, wehte sich Pestalozzi vehement. Im Gegenteil, konterte er, es gehe ihm vielmehr um eine positive Subversion – und die bedeute ein klares "Ja zu einem positiven Nein. Ja sagen, wenn es ums Erhalten geht, und Erhalten ist eben oft ein Nein." (111) Zum Beispiel ein Nein zu ökologisch bedenklichen Produkten oder ein Nein zur Wegwerfmentalität, ein Nein zum Mobilitätszwang, oder ein Nein zu den antidemokratischen und antisolidarischen Tendenzen in unserer Gesellschaft.

 

"Ich will ja gar keine andere Gesellschaft", insistierte Pestalozzi, "[i]ch will nur endlich die Gesellschaft verwirklichen, zu der wir uns in unseren Deklamationen ideell bekennen und die wir unseren Schülern vorgaukeln." (127) Hier formuliert Pestalozzi bereits das, was der Sozialpsychologe Harald Welzer jüngst auch wieder eindringlich zur Sprache bringt und in seinem neuesten Buch, das demnächst hier in der DMZ vorgestellt wird, einen so originellen wie einleuchtenden Weg vorschlägt, auf dem diese Transformation bewerkstelligt werden könnte.

 

Hans A. Pestalozzi, der im Februar dieses Jahres 90 Jahre alt geworden wäre, schliesst sein Zukunftsbuch mit dem schönen Gedicht von Kurt Marti "Wo chiemte mer hi" und fordert seine Lesechaft auf, mitzukommen, um eben zu schauen, wohin man tatsächlich kommt, wenn man auch wirklich geht. Er war überzeugt, dass wir – und damit meinte er seine Generation und bestimmt eben auch sich selbst - es "mit Sicherheit noch erleben [werden], welche positive Kraft in dieser freudigen Verweigerung, in diesem JA zum NEIN liegen wird." (85)

 

Diesen euphorischen Optimismus teilte der "aufbauen Rebell" (F. Vester) zehn Jahre später in seinem bewegenden Buch "Auf die Bäume ihr Affen" nicht mehr. Auch dieses Buch soll hier in Kürze wiedergelesen werden, und zwar anlässlich des 15. Todestages von Pestalozzi, der die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens als Einsiedler und autarker Selbstversorger auf einem Bauerngut im Stental bei Wattwill (TG) verbrachte und dort am 14. Juli 2004 Suizid beging.

 

 

[1] Hans A. Pestalozzi (1979). Nach uns die Zukunft. Von der positiven Subversion. Zytglogge Verlag, Bern. Hier zit. nach der Taschenbuchausgabe 1. Aufl. 1983; Goldmann Verlag, München

[2] Hans A. Pestalozzi (Hg.) (1982), rettet die Schweiz – schafft die Armee ab! Zytglogge Verlag, Bern

[3] Hans Jonas veröffentlichte 1979 seine grosse Monografie "Das Prinzip Verantwortung" (Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main), in dem er genau dies fordert und es auch umfangreich begründet. Ich glaube allerdings nicht, dass Pestalozzi bereits Kenntnis von diesem Buch hatte.


18.04.2019 - DMZ - Kultur

Internationales Tangofestival OsterTango

Tango Schule Basel

Bereits zum 20. Mal findet das Internationale Festival OsterTango mit seiner einzigartigen Atmosphäre in Basel statt. Das Festival ist mittlerweile zum Mekka der Tangofreunde aus ganz Europa und für Basel zu einem kulturellen Highlight an den Ostertagen geworden. Jährlich nehmen über 2‘000 Tangobegeisterte teil, die den Tanz der Umarmung mit anderen Tanzpaaren austauschen.

 

An den fünf Ostertagen vom 18. bis 22. April erfüllt die einzigartige Tangomusik aus Argentinien die Säle des Volkshauses sowie die Kurslokale. Dabei steigern sich Solo-Tanzpaare und Bands zu künstlerischen Höhepunkten. Das Tango Festival besticht durch sein vielseitiges Veranstaltungsprogramm unter anderem mit dem hochkarätigen Orchestern Beltango Quinteto, Solo Tango Orquesta Tipica und El Cachivache Quinteto. Neben Seminarien und Workshops für jedes Niveau und jeden Tangostil ist das Volkshaus praktisch rund um die Uhr zum Tanzen offen.

 

Neben Seminaren und Workshops für jedes Niveau und jeden Tangostil ist das Volkshaus praktisch rund um die Uhr zum Tanzen offen.


17.04.2019 - DMZ - Kultur

Die Waldegg-Fee – Kinderführung auf der Waldegg 
Die Waldegg-Fee lebt seit langer Zeit auf dem
Schloss. Sie erzählt Dir ihre Geschichte und die Geheimnisse der Bewohnerinnen
und Bewohner des Schlosses.
 
Als Fee Tharalea verkleidet führt Museumspädagogin Manuela Glanzmann Kinder durchs Schloss Waldegg. In der Theaterführung erfahren die kleinen Besucher/-innen, wie Fee
Tharalea vor langer Zeit auf die Waldegg kam und was sie dort erlebt hat. Auf spielerische
Art und Weise entdecken die Kinder dabei auch das Kulturdenkmal Schloss Waldegg und
erfahren spannende Geschichten über die ehemaligen Bewohner und Bewohnerinnen.
 
Die Waldegg-Fee
Führung für Kinder mit Manuela Glanzmann
Sonntag, 28. April, 14 Uhr
Unkostenbeitrag: 5 CHF
 
Schloss Waldegg
Museum und Begegnungszentrum
Waldeggstrasse 1
Scheune
4532 Feldbrunnen-St.Niklaus
032 627 63 63
www.schloss-waldegg.ch


16.04.2019 - DMZ - Kultur

Berlin, Paris und New York – Ausschreibung der Auslandateliers 2020

Der Kanton Bern schreibt in den Sparten Bildende Kunst sowie Theater und Tanz Auslandstipendien für 2020 aus: Kunst-, Fotografie- und Architekturschaffende sind eingeladen, sich für den Aufenthalt im Wohn-Atelier in Berlin oder für einen Aufenthalt in New York zu bewerben. An Theater- und Tanzschaffende richtet sich die Ausschreibung für den Aufenthalt in der Cité internationale des arts in Paris. Neben der freien Unterkunft für sechs bzw. für den Aufenthalt in New York für fünf Monate umfassen die Stipendien auch einen substanziellen monatlichen Beitrag an die Lebenshaltungs- und Reisekosten. Die Ausschreibung richtet sich an professionelle Berner Kulturschaffende der genannten Sparten und jeden Alters. Vorausgesetzt wird ein überzeugender Leistungsausweis und ein gesetzlicher Erstwohnsitz im Kanton Bern seit mindestens zwei Jahren. Die genauen Zeiträume der verschiedenen Ateliers sowie die Bewerbungsbedingungen sind auf der Website des Amtes für Kultur verfügbar unter www.erz.be.ch/kultur. Eingabefrist für Bewerbungen ist der 31. Mai 2019.


14.04.2019 - DMZ - Kultur

Freiburger Fotosammlungen und andere Anwendungen der KUB

Die KUB hat die Anwendung zur Abfrage der Freiburger Fotosammlungen aktualisiert. Sie ist ab sofort über die neue Website des Staates Freiburg zugänglich.

 

Die Anwendung der Freiburger Fotosammlungen erlaubt es, über 40'000 Fotografien zu durchsuchen und zu bestellen, die sich in den Sammlungen der Kantons- und Universitätsbibliothek und des Amts für Kulturgüter befinden.

 

Weitere Informationsanwendungen wurden ebenfalls online gestellt:

 

Ein Verzeichnis der Bibliotheken im Kanton.

Der Katalog der Dissertationen, Lizentiats- und Masterarbeiten der Universität Freiburg.

Eine Direktsuche im Freiburger Verbundkatalog Explore auf der Website der KUB.

 

Der Inhalt der alten Website der KUB wird ebenfalls bald auf der neuen Website des Staates verfügbar sein.


13.04.2019 - DMZ - Kultur

Eröffnung des neuen Ausstellungssaals im Stiftsbezirk St.Gallen

Rede von Bundesrat Alain Berset zur Eröffnung des neuen Ausstellungssaals im Stiftsbezirk St.Gallen – es gilt das gesprochene Wort.

Die Eröffnung des neuen Ausstellungssaals hier im des Stiftsbezirk ist ein Ereignis. Ein Ereignis - und ein Erlebnis.

Es ist faszinierend, den St.Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert zu betrachten. Und dass das nur einige Sekunden lang möglich ist, weil sonst das Licht den Plan beschädigen würde, das macht dieses Erlebnis nur noch intensiver.

Und wir stellen fest, dass die Aura des originalen Kunstwerks nach wie vor auf uns wirkt. Auch - und vielleicht gerade - im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit - um Walter Benjamin leicht zu verfälschen.

 

Der Klosterplan - und auch die anderen Exponate des Stiftsarchivs- lassen uns eintauchen in die Zeit des Mittelalters, vor allem des frühen Mittelalters. Also in eine Zeit, die uns weit entrückt scheint - in der jedoch entscheidende kulturgeschichtliche Weichen gestellt wurden. Von der grundsätzlichen Gleichwertigkeit aller Menschen, wie sie im christlichen Denken angelegt ist bis zur zentralen Rolle der Schriftkultur bei der Entstehung der modernen Welt.

Die Abtei St. Gallen spielte dabei eine überragende Rolle: Wie schreibt doch der Mediävist Alfons Zettler: «Die ehemalige Reichs- und Fürstabtei St. Gallen, gehört zu den ältesten Zentren der Schriftkultur und Horten der Schriftlichkeit in Europa und der Alten Welt.»

Sich die Pfadabhängigkeit unserer Gesellschaften zu vergegenwärtigen, ist besonders wichtig in Zeiten wie diesen, in der alles, was irgendwo auf dem Globus geschieht, virtuell auf uns einzustürzen scheint. Also in Zeiten des «Gegenwarts-Schocks», wie das der amerikanische Autor Douglas Rushkoff genannt hat.

 

Die Vergangenheit scheint in diesem Taumel des Gegenwärtigen entweder aus unserem Bewusstsein völlig zu verschwinden. Oder sie verkümmert zum Klischee, wie es etwa das «dunkle Mittelalter» darstellt.

 

Wer die Macht der Geschichte verkennt, tut dies auf eigene Gefahr. Denn wir haben das Denken in geschichtlichen Zusammenhängen nötiger denn je, um uns in dieser volatilen Welt der Gegenwart zu orientieren.

Die kulturelle Prägekraft, die in einem wachen Geschichtsbewusstsein steckt, prägt uns nicht nur, sondern gibt uns eben auch Kraft, und lässt uns den universellen Charakter des kulturellen Erbes erkennen.

Museen sind Orte des Paradoxen: Wenn wir auf der Zeitachse zurückgehen, entdecken wir nicht nur Vergangenes. Sondern wir werden auch daran erinnert, dass dieses Vergangene einst Zukunft war.

 

Bei kaum einem anderen kulturgeschichtlichen Dokument zeigt sich das so eindrücklich wie beim berühmten Klosterplan - entstanden um das Jahr 830. Es handelt sich um den weltweit einzigen original erhaltenen Klosterplan aus karolingischer Zeit Geradezu ein Idealplan für die Klosterarchitektur.

 

Aber noch etwas Anderes beeindruckt berühmten Klosterplan. Ich beschäftige mich ja auch mit Plänen - genauer: mit Reformplänen: Das ist endlich mal ein Plan mit Langzeitwirkung! Da kann ich nur sagen: Chapeau! Und einige Elemente dieses Plans inspirieren die Menschen seit rund 1‘200 Jahren. 1‘200 Jahre... Das ist bei der AHV leider nicht sehr wahrscheinlich...

 

Im Ernst. Wir Gegenwärtige leben in einer Welt, die sich die Vergangenheit als Zukunft imaginiert hat.

Wenn man sogar im vermeintlich erstarrten Mittelalter so grossartige Pläne zu entwerfen wusste, dann sollte uns das ermutigen für heute - eine Zeit der Zerknirschung und der Besitzstandwahrung, der Defensive und des Missmutes.

 

Gewiss: Der Klosterplan war eher eine Planungsgrundlage als ein eigentlicher Plan. Umso mehr jedoch zeigt sich in ihm jedoch: Wichtig ist die Idee, der Anstoss, das Vorwärtsdenken - und nicht unbedingt die buchstabengetreue Umsetzung.

 

Davon können wir Heutigen alle lernen. Wir brauchen die Orientierungskraft, das Perspektivische, das Verbindende, das in unserem Kulturerbe steckt. Der Blick zurück ist immer auch ein Blick nach vorn.


11.04.2019 - DMZ - Sport / Kultur

Sport und Social Media dominieren Sponsoring

Heute findet Sponsoring vor allem in den sozialen Medien statt, zeigt die ZHAW-Studie «Sponsor Visions Schweiz». Nach wie vor fliessen in der Schweiz am meisten Sponsoring-Gelder in den Sport. Neu macht das über die Hälfte des SponsoringBudgets aus.

 

Die zunehmende Digitalisierung und das veränderte Mediennutzungsverhalten der Konsumenten spiegelt sich auch im Sponsoring wieder. 96 Prozent der Schweizer Unternehmen integrieren die sozialen Medien in ihre Sponsoring-Strategie – insbesondere, um ihre Bekanntheit zu steigern. Und jede zweite Unternehmung nutzt diese Aktivitäten, um zielgruppenrelevante Inhalte zu verbreiten. Dies zeigt die Studie «Sponsor Visions Schweiz», die von der ZHAW School of Management and Law in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Werbe-Auftraggeber Verband (SWA), dem Fachverband für Sponsoring (FASPO), Sponsoring Schweiz und der Agentur Felten & Compagnie bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. An der Befragung nahmen 2017 über 80 Firmen aller Branchen und Grössen aus der gesamten Schweiz teil.

 

Sponsoring-Investitionen nehmen zu Vermehrt investieren Unternehmen in Sponsoring-Aktivitäten. Mehr als ein Fünftel des Marketingbudgets wird heute im Schnitt Sponsoring-Aktivitäten zugesprochen. Dabei fällt die Wahl meist auf den Sport-Bereich. Dieser macht schon seit Jahren den grössten Budgetanteil im Sponsoring aus und konnte im Vergleich zu 2014 nochmals um 15 Prozent zulegen: 2017 nahm er rund 53 Prozent des «Sponsoringkuchens» ein, gefolgt von der Kultur mit 17 Prozent. Im Sport fliessen nicht nur die meisten Sponsoring-Gelder, es ist auch der Bereich, in dem sich die meisten Unternehmen engagieren. Sport wird von 80 Prozent der Befragten bevorzugt. Auch Kultur und Corporate Responsibility (je 51 %) sind besonders beliebt, gefolgt von Medien mit 31 Prozent.

 

Fussball und Eishockey an der Spitze Vor allem Schwingen, Triathlon und Unihockey erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Sponsoren. «Es dürfte allerdings noch eine Weile dauern, bis die Newcomer den Fussball und das Eishockey einholen», so ZHAW-Forscherin Leticia Labaronne. Denn diese werden jeweils von 47 Prozent der Unternehmen gesponsert und stehen damit an der Spitze des Rankings, gefolgt vom Ski Alpin (26%), dem Laufsport (23%), dem Schwingen (21%), dem Ski-Langlauf und dem Mountainbiken (je 19%). Das grösste Wachstumspotenzial sehen Sponsoren im Bereich des E-Sports, den bislang 5 Prozent für ein Sponsoring nutzen. «Während in der Schweiz die Sport-Sponsoring-Gelder recht breit verteilt werden, geniesst der Fussball in Deutschland und in Österreich eine deutliche Vormachtstellung», ergänzt Labaronne.

 

School of Management and Law

Wenn Schweizer Unternehmen im Kultur-Sponsoring aktiv sind, werden vielfach Veranstaltungen zu Rock- und Pop-Musik (44%) unterstützt. Doch auch die klassische Musik (33%), Museen und Denkmalpflege, Kabarett und Comedy, Schauspiel und Theater (alle je 31%), der Film sowie die Jazzmusik (je 28%) erhalten oft Zuwendungen. Für die meisten Kultursparten wird eine in etwa gleichbleibende Bedeutung prognostiziert. Die Hälfte der Schweizer Unternehmen unterstützt kulturelle Institutionen auch, ohne eine marktadäquate Gegenleistung zu erhalten. «Das Mäzenatentum ist in der Kulturförderung demnach immer noch relevant und wird nicht vollständig durch das Sponsoring verdrängt», so die ZHAWForscherin.

 

Image und Bekanntheit steigern Aber auch der Bereich Corporate Social Responsibility wird beliebter und macht mittlerweile rund 13 Prozent des Gesamtbudgets aus. Obwohl das verhältnismässig immer noch nur ein kleiner Budgetanteil ist, engagiert sich bereits mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen in diesem Bereich. Die Vermittlung von gesellschaftlichem Engagement ist denn auch bei vielen Sponsoren ein zunehmend wichtiges Ziel. Dennoch ist die Steigerung von Image und Bekanntheit nach wie vor das wesentliche Motiv der Sponsoren.


10.04.2019 - DMZ - Kultur

53. Montreux Jazz Festival- Ticketverkauf ab Morgen Mittwoch, 10.4.2019

Vom 28. Juni bis 13. Juli 2019 erkundet das Montreux Jazz Festival aktuelle Sounds und feiert zeitlose Musik. Die 53. Ausgabe vereint neue Trends, starke Individualitäten und absolute Legenden der afroamerikanischen und britischen Musik.

 

TICKETVERKAUF AB MORGEN MITTWOCH, 10. APRIL, 12.00 UHR.

 

Am 53. Montreux Jazz Festival werden sich Musiklegenden die Klinke in die Hand geben. Elton John, Sting, Joan Baez und Tom Jones gehören zu den ganz Grossen, die das Festival am Genfersee zwischen dem 28. Juni und dem 13. Juli beehren.

 

«Das diesjährige Programm ist von starken Persönlichkeiten geprägt», sagte Festivaldirektor Mathieu Jaton an der Medienkonferenz vom Dienstag. «Wir werden das Werk von Legenden erleben, die die Musikgeschichte mitgeschrieben haben und weiterhin mitschreiben.

 

EIN AUSSERGEWÖHNLICHES SETTING FÜR EINE AUSSERGEWÖHNLICHE SHOW

Die Abschiedstournee von Elton John ist eine der seltenen Gelegenheiten, die es auf keinen Fall zu verpassen gilt. Für seinen einzigen Auftritt 2019 in der Schweiz möchte Elton John seinen Fans eine exklusives Konzerterlebnis bieten. Anstelle der beiden Konzerte, die ursprünglich im Auditorium Stravinski stattfinden sollten, wird er über 15.000 Festivalbesucherinnen und -besuchern eine aussergewöhnliche Open-Air-Performance schenken.


06.04.2019 - David Aebischer

Mick Jagger wurde laut diverser Berichte erfolgreich am Herzen operiert

Mick Jagger, der auch Namensgeber der Trilobitenart Aegrotocatellus jaggeri aus der Ordnung der Phacopida und einer Vorläuferart heutiger Flusspferde mit der Bezeichnung Jaggermeryx naida ist, ist doch eher bekannt als Frontmann der Rolling Stones. Der achtfache Vater, fünffache Grossvater und einfache Urgrossvater Mike Jagger ist trotz seines Alters für seine energiegeladenen Bühnenshows bekannt. Trotz seines sehr gesunden Lebenswandels der letzten Jahre, wird auch ein Künstler wie Jagger älter.

 

Der Rolling Stones-Frontmann ist nach einem Krankenhausaufenthalt laut Meldungen auf dem Weg der Besserung. Er wurde erfolgreich am Herzen operiert udn meldet per Twitter «Ich fühle mich jetzt viel besser». Er dankte seinen Fans für ihre Unterstützung und «allen Spitalmitarbeitern für ihre hervorragende Arbeit».

Zuvor hatte die Branchen-Website «Billboard» berichtet, die Aorten-Herzklappe des 75-jährigen Sängers sei ersetzt worden. Der Eingriff in New York erfolgte demnach mit einem Katheter. Mit dieser sogenannten minimalinvasiven Operation sei ein Eingriff am offenen Herzen vermieden worden.

Wie man Mike Jagger kennt, wird er bald wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten rumhüpfen wie ein junger Hund.


04.04.2019 - Ursula Wenk

Ein Samstag im Museum. Wo Blech und Begeisterung sich finden.

Die Permanente Ausstellung im Energy Park in Laupersdorf, zeigt auf eindrückliche Art und Weise, die wohl weltgrösste private Sammlung alter Tanksäulen aus hundert Jahren Industriegeschichte.

Ebenfalls zu bestaunen sind einzigartige und seltene Fahrzeuge aus den Jahren 1918 bis 1980. Zeugen einer Zeit, in der Technik und Design gleichermassen begeisterten. Abgerundet wird die Dauerausstellung mit Musikautomaten und Phonographen des letzten Jahrhunderts.

 

Es sind die faszinierenden Formen, der Ton der Motoren und der Duft des alten Leders, welche den Sammler Martin Jaggi immer wieder aufs Neue faszinieren. Als 18- Jähriger Jüngling begann seine Leidenschaft für die Schönheiten der Strasse und hat ihre Fortsetzung in seiner bis heute ungebremsten Leidenschaft für alte Tanksäulen und historischen Fahrzeuge gefunden.

 

Durch das Feuer des Sammlers für die Schätze der Vergangenheit und die unzähligen positiven Rückmeldungen der Museumsbesucher, ist der Energy Park zu einem Ort geworden, an dem Blech und Begeisterung sich findet.

 

Lassen Sie sich entführen, in die Welt der Raritäten aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Das Museum ist jeden ersten Samstag des Monats, auch am kommenden 6. April, von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr für Sie geöffnet

Weitere Informationen finden Sie unter www.energypark.ch.


04.04.2019 - DMZ - Kultur

Bauernhäuser im Berner Jura, Seeland und Bipperamt

Die bäuerliche Baukultur im Kanton Bern ist lückenlos dokumentiert: Soeben sind die beiden Teilbände zum nördlichen Kantonsteil – Bipperamt und Seeland – sowie zum Berner Jura erschienen. Damit ist die Reihe «Die Bauernhäuser des Kantons Bern» abgeschlossen. Die beiden reich illustrierten Bücher offenbaren eindrücklich die Vielfalt unseres Kantons.

 

In der Reihe «Die Bauernhäuser des Kantons Bern» sind bisher die drei Bände «Das Berner Oberland», «Das höhere Berner Mittelland» und «Das tiefere Berner Mittelland» erschienen. Der vierte Band widmet sich nun dem nördlichen Kantonsteil: Der Teilband «Seeland und Bipperamt» beschreibt das Hügelgebiet südlich und östlich des Bielersees, das Grosse Moos, die Stadtlandschaft Biel-Nidau sowie den Jurasüdhang bis zum Bipperamt. Der Teilband «Berner Jura» präsentiert die kontrastierende Landschaft der ersten beiden Juraketten und ihre bäuerliche Besiedlung von La Neuveville am Bielersee bis nach La Chaux d’Abel an der Grenze zum Kanton Jura.

Bauernhäuser im Bipperamt und Seeland

 

Heinrich Christoph Affolter stellt die beiden Regionen Seeland und Bipperamt vor. Seine Erläuterungen zu Siedlungsweise und Baugattungen machen klar, welch gewaltige Errungenschaft die Juragewässerkorrektion für die Land(wirt)schaft des untersuchten Gebiets und des Kantons darstellen. Die Gemeinden um das Grossdorf Ins und die Dörfer um das reizvolle Städtchen Wiedlisbach repräsentieren eine differenzierte Bauweise, die sich deutlich vom Mittelland abgrenzt. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt beim Rebbaugebiet am nördlichen Bielerseeufer. Bisher unbekannte, teils verblüffende Erkenntnisse zu Dorfanlage, Einzelbauten und deren Geschichte lassen die malerischen Hauptorte Ligerz und Twann in einem neuen Licht erscheinen.

Bauernhäuser des Berner Jura

 

Isabelle Roland präsentiert die bäuerlichen Bauten des Berner Jura – ein Thema, das zum ersten Mal systematisch und wissenschaftlich aufgearbeitet wird. Aus den Blickwinkeln der Geschichte, der Architektur und der Volkskunde wird das Gebiet zwischen Bielersee und Jurahöhen näher betrachtet. Es findet sich eine Vielzahl unterschiedlichster Landschaften darin: Breite Täler und enge Schluchten sind hier ebenso anzutreffen wie Alpgebiete und Hochplateaus; naturbelassene Weiden ebenso wie weitläufige Weinberge. Der bäuerliche Charakter des Gebiets – mit Bauernhäusern, Alpbetrieben, Rebhäusern, Gewerbe- und Gemeindebauten, Speichern und anderen Kleinbauten – blieb vielerorts aussergewöhnlich gut erhalten. Es sind wichtige architektonische und kulturelle Zeugen von denen einige bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückgehen.


02.04.2019 - DMZ - Sport / Kultur

Sport und Social Media dominieren Sponsoring

Heute findet Sponsoring vor allem in den sozialen Medien statt, zeigt die ZHAW-Studie «Sponsor Visions Schweiz». Nach wie vor fliessen in der Schweiz am meisten Sponsoring-Gelder in den Sport. Neu macht das über die Hälfte des SponsoringBudgets aus.

 

Die zunehmende Digitalisierung und das veränderte Mediennutzungsverhalten der Konsumenten spiegelt sich auch im Sponsoring wieder. 96 Prozent der Schweizer Unternehmen integrieren die sozialen Medien in ihre Sponsoring-Strategie – insbesondere, um ihre Bekanntheit zu steigern. Und jede zweite Unternehmung nutzt diese Aktivitäten, um zielgruppenrelevante Inhalte zu verbreiten. Dies zeigt die Studie «Sponsor Visions Schweiz», die von der ZHAW School of Management and Law in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Werbe-Auftraggeber Verband (SWA), dem Fachverband für Sponsoring (FASPO), Sponsoring Schweiz und der Agentur Felten & Compagnie bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde. An der Befragung nahmen 2017 über 80 Firmen aller Branchen und Grössen aus der gesamten Schweiz teil.

 

Sponsoring-Investitionen nehmen zu Vermehrt investieren Unternehmen in Sponsoring-Aktivitäten. Mehr als ein Fünftel des Marketingbudgets wird heute im Schnitt Sponsoring-Aktivitäten zugesprochen. Dabei fällt die Wahl meist auf den Sport-Bereich. Dieser macht schon seit Jahren den grössten Budgetanteil im Sponsoring aus und konnte im Vergleich zu 2014 nochmals um 15 Prozent zulegen: 2017 nahm er rund 53 Prozent des «Sponsoringkuchens» ein, gefolgt von der Kultur mit 17 Prozent. Im Sport fliessen nicht nur die meisten Sponsoring-Gelder, es ist auch der Bereich, in dem sich die meisten Unternehmen engagieren. Sport wird von 80 Prozent der Befragten bevorzugt. Auch Kultur und Corporate Responsibility (je 51 %) sind besonders beliebt, gefolgt von Medien mit 31 Prozent.

 

Fussball und Eishockey an der Spitze Vor allem Schwingen, Triathlon und Unihockey erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Sponsoren. «Es dürfte allerdings noch eine Weile dauern, bis die Newcomer den Fussball und das Eishockey einholen», so ZHAW-Forscherin Leticia Labaronne. Denn diese werden jeweils von 47 Prozent der Unternehmen gesponsert und stehen damit an der Spitze des Rankings, gefolgt vom Ski Alpin (26%), dem Laufsport (23%), dem Schwingen (21%), dem Ski-Langlauf und dem Mountainbiken (je 19%). Das grösste Wachstumspotenzial sehen Sponsoren im Bereich des E-Sports, den bislang 5 Prozent für ein Sponsoring nutzen. «Während in der Schweiz die Sport-Sponsoring-Gelder recht breit verteilt werden, geniesst der Fussball in Deutschland und in Österreich eine deutliche Vormachtstellung», ergänzt Labaronne.

 

School of Management and Law

Wenn Schweizer Unternehmen im Kultur-Sponsoring aktiv sind, werden vielfach Veranstaltungen zu Rock- und Pop-Musik (44%) unterstützt. Doch auch die klassische Musik (33%), Museen und Denkmalpflege, Kabarett und Comedy, Schauspiel und Theater (alle je 31%), der Film sowie die Jazzmusik (je 28%) erhalten oft Zuwendungen. Für die meisten Kultursparten wird eine in etwa gleichbleibende Bedeutung prognostiziert. Die Hälfte der Schweizer Unternehmen unterstützt kulturelle Institutionen auch, ohne eine marktadäquate Gegenleistung zu erhalten. «Das Mäzenatentum ist in der Kulturförderung demnach immer noch relevant und wird nicht vollständig durch das Sponsoring verdrängt», so die ZHAWForscherin.

 

Image und Bekanntheit steigern Aber auch der Bereich Corporate Social Responsibility wird beliebter und macht mittlerweile rund 13 Prozent des Gesamtbudgets aus. Obwohl das verhältnismässig immer noch nur ein kleiner Budgetanteil ist, engagiert sich bereits mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen in diesem Bereich. Die Vermittlung von gesellschaftlichem Engagement ist denn auch bei vielen Sponsoren ein zunehmend wichtiges Ziel. Dennoch ist die Steigerung von Image und Bekanntheit nach wie vor das wesentliche Motiv der Sponsoren.


02.04.2019 - DMZ - Film

Verónica – Spiel mit dem Teufel "schlimmsten Horrorfilm aller Zeiten"

"Veronica" heisst der spanische Horrorfilm aus dem Jahr 2017, unter der Regie von Paco Plaza, der nun auf Netflix verfügbar ist und von einigen Horror-Fans bereits als gruseligster Film aller Zeiten gehandelt wird. Vor allem, weil die Handlung auf einer wahren Begebenheit beruht, auf den ersten Polizeiberichten in Madrid, wo ein Polizist bescheinigt, paranormale Aktivitäten erlebt zu haben. Der Film ist auf Elementen aufgebaut, die sich auf Geschehnisse im Jahr 1991 von Estefanía Gutiérrez Lázaro stützen, die einige Tage nachdem sie an einer Ouija-Brett Seance (Gläserrücken) teilgenommen hat, bei der sie mit dem kürzlich verstorbenen Freund eines der Mädchen hatten kommunizieren wollen, auf mysteriöse Weise stirbt. Die Sitzung wurde von einem Lehrer unterbrochen. Estefanias schwer katholische Eltern sagten später aus, sowohl die Freundinnen als auch der Lehrer hätten gesehen, wie ein wirbelnder Rauch in Nase und Mund der Schülerin eindrang.

 

Wenig später soll die junge Frau begonnen haben, sich seltsam zu benehmen und unter Halluzinationen und Krampfanfällen gelitten haben. Laut den Eltern wurde sie immer wieder plötzlich sehr aggressiv und soll ihre kleinen Brüder angeknurrt und angebellt haben. Ausserdem habe sie berichtet, dass nachts schattenartige Gestalten an ihrem Schlafzimmer vorbeiliefen.

 

Der pure Horror und sehr verstörend...


01.04.2019 - DMZ - Kultur

Mein Kulturerbe vor der Haustür

Im Europäischen Jahr des Kulturerbes hat der Kanton die Online-Plattform meinkulturerbe.zh.ch entwickelt. Dort haben Interessierte die Möglichkeit, sich mit dem baulichen Kulturerbe vor der eigenen Haustür auseinanderzusetzen. Es entstehen Geschichten, die sonst nirgends zu lesen sind.

 

Es sind kleine Alltagsgeschichten über das lokale Kulturerbe, die bei diesem neuen Angebot im Vordergrund stehen: Geschichten über unscheinbare Wohnhäuser, versteckte Hinterhöfe oder geheime Treffpunkte. Auf einer eigens dafür kreierten Online-Karte des Kantons Zürich werden sie verortet. Beispielsweise folgende Geschichte zum Delphinplatz (s'Pärkli) in Winterthur: «In meiner ganzen Jugendzeit spielte s'Pärkli eine grosse Rolle. Es war der Treffpunkt vor und nach der Schule. Später wurde daraus auch noch der Jugendtreffpunkt mit den Mofas, wo wir dann unsere Wochenenden planten. Hier wurden viele Freundschaften geschlossen, viele Ausflüge unternommen aber auch viele schöne Abende verbracht».

 

Diese persönlichen Auseinandersetzungen mit dem gebauten Kulturerbe sollen in Erinnerung bleiben und geteilt werden. «Mein Kulturerbe» betritt insofern Neuland, als es das Wissen über lokale kulturhistorische Inhalte sammelt und damit eine Diskussion über die Bedeutung des baulichen Kulturerbes für lokale Identität anstösst.

 

Die persönlichen Einträge werden in Schrift, Bild, Video oder Ton hochgeladen. So kann die eigene Stadt, das eigene Quartier oder Dorf neu entdeckt werden – und das sowohl in digitaler Form beim Lesen der Einträge, als auch beim Aufsuchen der Schauplätze. Es entsteht eine ganz andere Sichtweise auf den Kanton Zürich, eine Landkarte voll von Erlebnissen, Entdeckungen, Vermutungen, Wissen oder Wünschen.


30.03.2019 - DMZ - Umwelt

Solothurner Landwirte fördern den Humusaufbau auf ihren Ackerböden

Das Ressourcenprogramm Humus der

Solothurner Landwirtschaft hat das erste Projektjahr erfolgreich abgeschlossen. Auf 715 ha Ackerfläche haben die Landwirte humusaufbauende Massnahmen umgesetzt mit dem Ziel, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten.

Im Herbst 2017 haben das Amt für  Landwirtschaft, das Amt für Umwelt und der Solothurner Bauernverband gemeinsam das  Ressourcenprogramm Humus

lanciert. Ziel ist es, Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter für die Bedeutung des Humus für fruchtbare Ackerböden zu sensibilisieren und mit konkreten Massnahmen den Humusaufbau zu fördern. Dank diesen Massnahmen wird auch das Wasserspeichervermögen der Böden verbessert. Dies kann sich insbesondere in trockenen Perioden positiv auf die landwirtschaftlichen Erträge auswirken.

Zudem wird mit dem zusätzlich aufgebauten Humus klimaschädliches CO2 in die

Böden eingelagert.

 

Erstes Projektjahr übertrifft Erwartungen

Im ersten von insgesamt sechs Projektjahren haben 222 Landwirte teilgenommen und auf mehr als 715 ha Ackerfläche humusaufbauende Massnahmen umgesetzt. Sämtliche quantitativen Projektziele wurden übertroffen.

 

Die teilnehmenden Landwirte haben für den Humusaufbau auf fast der Hälfte der Flächen Gründüngungen angebaut. Diese bedeckt im Herbst und Winter den Boden und schützt damit zusätzlich vor Erosion. Der Anbau von Zwischenfutter oder eine mehrjährige Kunstwiese gehören zu den häufig umgesetzten Massnahmen. Steigerungspotenzial besteht noch bei Untersaaten, beispielsweise im Raps oder Mais, sowie der Mistkompostierung.

Das Rechnen der betriebseigenen Humusbilanz über ein Online-Tool war für alle teilnehmenden Landwirte etwas Neues. Extra dafür ausgebildete Humusberater stehen bei Fragen zur Verfügung.

 

Hochschule wertet Bodenproben aus

Eine kleine Gruppe von 14 Landwirten beschäftigt sich ergänzend intensiv mit dem Thema Humusaufbau. Auf ihren Ackerflächen wird die direkte Wirkung der Massnahmen mit Hilfe von Bodenproben gemessen. Die kommenden Ergebnisse der von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL), Zollikofen gemachten Analysen werden mit den Landwirten diskutiert und ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen zur Optimierung der Bewirtschaftungsmassnahmen bei.


29.03.2019 - DMZ - Kultur

Das Duo «Knuth und Tucek» gewinnt den Schweizer Kleinkunstpreis 2019

Das Zürcher Kabarett-Duo Knuth und Tucek wird auf Empfehlung der Eidgenössischen Jury für Theater mit dem Schweizer Kleinkunstpreis 2019 ausgezeichnet. Der Preis wird am 11. April im Rahmen der Eröffnungsgala der 60. Schweizer Künstlerbörse in Anwesenheit von Bundeskanzler Walter Thurnherr in Thun verliehen. Nominiert waren neben Knuth und Tucek der mobile Märchenzirkus Nicole & Martin und die Komödiantin Marjolaine Minot.

 

Das Duo Knuth und Tucek sind die Schauspielerin Nicole Knuth, aufgewachsen in Küsnacht in einer Theaterfamilie mit Wiener Wurzeln, und die Sängerin Olga Tucek, mit tschechischen Wurzeln aufgewachsen in Zürich und ausgebildet als klassische Sängerin. Seit 2004 tourt das politische Kabarettduo mit theatralen und musikalischen Satireprogrammen auf unzähligen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Geistreich und wortgewannt bearbeiten die beiden mit virtuosen Stimmen, bissigen Zungen und rockigem Akkordeon Themen der (Schweizer) Heimat. Seit fünfzehn Jahren bleiben sie ihrem «Heimatfilmtheater» treu und bearbeiten in dramaturgisch geschickt gebauten Szenarien und Geschichten kritisch, aber auch lustvoll, alltägliche Missstände wie Machtmissbrauch oder gesellschaftliche Ungerechtigkeiten.

 

Der Schweizer Kleinkunstpreis wurde 1993 von Thuner Initianten als «Goldener Thunfisch» ins Leben gerufen. Später wurde er von der KTV ATP – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz, unter dem heutigen Namen übernommen und ausgerichtet. Seit 2015 ist der Kleinkunstpreis Bestandteil der Schweizer Theaterpreise und wird im Rahmen der Schweizer Künstlerbörse verliehen, die vom Berufsverband t. Theaterschaffende Schweiz durchgeführt wird. Ziel des Schweizer Kleinkunstpreises ist in Ergänzung der Schweizer Theaterpreise Bühnenschaffen aus den Genres wie Kabarett, Clownerie, Artistik, Café/Concert etc. auf Bundesebene zu würdigen. Der Preis ist mit 40‘000 dotiert. Die Nominierten erhalten 5‘000 Franken.


29.03.2019 - DMZ - International

2018 lebte mehr als jede zehnte Person mit Schweizer Staatsangehörigkeit im Ausland

Die Zahl der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer belief sich Ende 2018 auf 760 200 Personen. Dies entspricht einem Anstieg von 1,1% gegenüber dem Vorjahr. Die Mehrheit lebt in Europa, namentlich in Frankreich. Ein Fünftel aller Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ist mindestens 65 Jahre alt, 6% sind über 79 Jahre alt. Soweit die Ergebnisse der Auslandschweizerstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

 

2018 waren 760 200 Schweizerinnen und Schweizer bei einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz im Ausland angemeldet. Das entspricht 10,6% aller Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl ist gegenüber 2017 um 1,1% gewachsen. Am stärksten zugenommen hat sie in Europa (+1,5%). Afrika ist der einzige Kontinent mit einer leichten Abnahme (–0,5%) gegenüber 2017. 567 800 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (74,7%) haben nebst der Schweizer Staatsangehörigkeit noch mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit.

 

Die Mehrheit lebt in Europa

Über 62% der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer leben auf dem europäischen Kontinent. 464 000 von ihnen haben ihren Wohnsitz in einem EU- oder EFTA-Land und 357 000 davon in einem an die Schweiz angrenzenden Land. Am meisten sind in Frankreich niedergelassen (197 400 Personen). Es folgen Deutschland (90 400), Italien (49 600), das Vereinigte Königreich und seine europäischen Gebiete (35 700) sowie Spanien (23 800). In allen genannten Ländern ist die Zahl der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer angestiegen; am stärksten im Vereinigten Königreich (+2,7%), am geringsten in Italien (+0,1%).

 

Bei den anderen Kontinenten sieht es wie folgt aus: Rund 24% der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben sich in Amerika niedergelassen, 7% in Asien, 4% in Ozeanien und 3% in Afrika. Die häufigsten Wohnsitzländer ausserhalb Europas sind die Vereinigten Staaten (80 400 Personen), Kanada (40 000), Australien (25 100) und Israel (20 200).

 

Neue Perspektiven im Alter

21% der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (162 500 Personen) sind mindestens 65 Jahre alt. In einigen Ländern liegt der Anteil dieser Altersgruppe bei über 25%, so zum Beispiel in Ungarn (55%), Thailand (33%), Spanien (32%), Portugal (28%) und Südafrika (27%). In Ungarn, Portugal und Südafrika ist das Geschlechterverhältnis bei den älteren Menschen ausgewogen, in Thailand sind die Senioren in der Überzahl (26% gegenüber 7% Seniorinnen) und in Spanien die Seniorinnen (20% gegenüber 12% Senioren).

 

6% der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (45 700 Personen) sind mindestens 80 Jahre alt. Den grössten Anteil (8%) an Personen im vierten Alter verzeichnen die Vereinigten Staaten, gefolgt von Italien, Kanada und dem Vereinigten Königreich mit je 7%. Bei dieser Altersgruppe ist der Frauenanteil in den oben erwähnten Wohnsitzländern grösser als der Männeranteil.


27.03.2019 - David Aebischer

Sieg für die Demokratie - Artikel 13

Die klare Zustimmung des EU-Parlaments zum neuen Urheberrecht ist als „Sieg für die Demokratie“ zu werten. Mit der Reform wir erstmals Rechtssicherheit für private User, die Musik oder Videos ins Internet stellen geschaffen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, die Prinzipien des Rechtsstaats gelten auch im Netz, so ist die Hoffnung nach der Zustimmung des EU-Parlaments. Bald werden also nach langen 20 Jahren Künstlerinnen und Künstler nicht mehr bestohlen, sondern werden endlich entlohnt, wie es das Gesetz ohnehin vorsieht. Nur hat sich bisher niemand daran gehalten. Google, bzw. Youtube müssen nun also das Gesetz ebenfalls respektieren und ihre jährlich illegal gemachten Milliardengewinne, mit Musik, Filmen und Beiträgen von Künstlerinnen und Künstlern mit diesen teilen. Die Gerechtigkeit hat für einmal gesiegt, wenn auch der angerichtete Schaden der letzten 20 Jahre nie mehr gut zu machen ist.


26.03.2019 - EING

Kirchlich getragene Gassenarbeit Biel-Seeland-Jura

Donnerstagvormittag um 10 Uhr öffnet der Treff der Gassenarbeit. Zuvor hat ein freiwilliger Mitarbeiter den Tisch gedeckt mit Zopf, Früchten, Schöggeli, sowie Kaffe, Tee bereitgestellt, die Benutzercomputer aufgestartet, Zeitungen sortiert und bei schönem Wetter Tisch und Stühle in den Hof gestellt.

 

Die Besucher plaudern, setzen sich an die Computer, telefonieren, bedienen sich bei Kleidern, Schuhen, bitten um Unterstützung. Eine junge Mutter leidet unter einer schlimmen Zahngeschichte; ihre Gesundheit ist bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, jedoch eine Behandlung für sie unbezahlbar. Da wird ein Fondsgesuch nötig werden, ein Termin vereinbart. Es ist Ende Monat. Einem älteren Mann ist das Geld ausgegangen. Er erhält Lebensmittel und einen Bon für ein vollwertiges Essen in der Gassenküche. Dann klagt eine Person über eine Rechnung, welche die Krankenkasse nicht übernehmen will; es ist bereits die zweite Mahnung. Es handelt sich um ein ärztlich verschriebenes Medikament, welches vom Sozialdienst nicht übernommen wird, weil der Patient keine Zusatzversicherung besitzt, die er sich ohnehin nicht leisten könnte. Die Rechnung wird von der Gassenarbeit übernommen. Nun bittet eine Frau um Hilfe bei der Wohnungssuche. Die Chancen eine zu erhalten sind gering, da sie Schulden hat. Es werden nun noch verschiedene Telefonate für Besucher geführt, welche sich vor der Auseinandersetzung mit Ämtern scheuen oder ein Brief verfasst für eine Person, die nicht schreiben gelernt hat.

 

Zur Mittagszeit gehen die GassenarbeiterInnen in die Gassenküche zum Essen und zur Kontaktpflege. Anschliessend gibt es einen Rundgang durch die Stadt. Hie und da kommt man ins Gespräch. Eine Frau, die bereits am Vormittag im Treff zu Besuch war, sitzt zusammengesunken auf einer Bank. Es „geht mir gar nicht gut“, sagt sie. Auf ihren Wunsch hin wird sie in die Klinik begleitet.

 

...für morgen ist die Teilnahme an der Demo „Gegen massive Sozialhilfekürzungen“ mit einer Gruppe armutsbetroffener Menschen geplant.

 

Die Gassenarbeit orientiert sich bei ihrer Arbeit an der Charta der Aufsuchenden Sozialarbeit und an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Das Angebot ist niederschwellig und beruht auf Freiwilligkeit sowie Parteilichkeit.

 

Der ökumenische, kirchlich getragene Verein wird zum Hauptteil von Kirchgemeinden der Region Biel, Seeland & Jura und zu einem bescheidenen Teil mit privaten Spenden finanziert. Der Verein steht für aufsuchende soziale Arbeit im öffentlichen Raum und dessen Stärkung im Dienste der Menschen, die sich darin aufhalten. Der im Jahre 1993 gegründete, ehrenamtliche Verein wird von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet.

 

Zeiten

Offener Treff & Kurzberatung

Dienstag / Donnerstag 10:00 – 12:00

Lebensmittelabgabe

Dienstag 13:30 – 14:15

Beratungen

Auf Anfrage (Tel & E-Mail) / Kontakt

Mittelstrasse 5, 2502 Biel-Bienne

Tel: 032 322 75 10

E-Mail: team@gassenarbeit-biel.ch

https://www.gassenarbeit-biel.ch/

 

Für Spenden:

Verein für kirchlich getragene Gassenarbeit

Postfach 13

2501 Biel

Postkonto: 25-3326-3

CH97 0900 0000 2500 3326 3


26.03.2019 - DMZ - Kultur

Der Kanton Freiburg vergibt vier Schaffensbeiträge für das Theaterschaffen während der Spielzeit 2019-2020

Vier anerkannte Theatergruppen erhalten einen Schaffensbeitrag für die Spielzeit 2019-2020.

 

Im Rahmen der Ausschreibung zur Vergabe von Subventionen an anerkannte Theatergruppen für die Spielzeit 2019-2020 hat der Kanton Freiburg beschlossen, folgenden Theaterproduktionen Schaffensbeiträge in der Höhe von insgesamt 320 000 Franken zu gewähren:

 

  • Opus 89 Collectif: La Paranoïa von Rafael Spregelburd;
  • Le Magnifique Théâtre: L’art de la comédie von Eduardo de Filippo;
  • Compagnie AGP: La petite au chapeau de feutre nach L’Amant von Marguerite Duras;
  • Théâtre de l’Ecrou: Les Déraisons nach Odile d’Outremont.

Sechs Bewerber hatten ihre Kandidatur fristgerecht eingereicht. Eine Expertengruppe wurde beauftragt, die unterbreiteten Projekte aufgrund ihrer künstlerischen Qualität, ihres professionellen Gehalts, der Glaubwürdigkeit ihres Kostenvoranschlags, ihres Diffusionspotentials sowie unter Berücksichtigung der Resultate ihrer früheren Produktionen zu prüfen. Auf der Grundlage der Vorschläge der Expertengruppe und der Stellungnahme der Kulturkommission entschied der Staatsrat schließlich, für die Spielzeit 2019-2020 vier Schaffensbeitrage zu gewähren.

 

Gemäss der Verordnung vom 2. Juli 2012 über Schaffensbeiträge an anerkannte Theatergruppen ist die Unterstützung auf maximal fünf Beiträge pro Jahr beschränkt. Die Expertengruppe setzt sich zusammen aus Herrn Philippe Trinchan, Vorsteher des Amts für Kultur, Präsident, sowie aus Frau Sophie Gardaz, Theaterdirektorin und Schauspielerin (Lausanne), Frau Christiane Vincent, Professorin für Schauspielkunst (St-Sulpice), Frau Geneviève Pasquier, Theaterdirektorin und Schauspielerin (Freiburg) und Herrn Thierry Luisier, Generalsekretär des Westschweizer Verbandes für Bühnenkunst (Démoret).


25.03.2019 - Patricia Jungo

Infrastruktur auf den Befestigungsanlagen bleibt bestehen

Freiburg

Anlässlich der Aktion zum Jahr des Kulturerbes wurden im letzten Jahr auf den Türmen, Mauern und in den Burgen und Schlössern von Freiburg, Murten, Estavayer-le-Lac und Bulle Arbeiten für die Sicherheit der Besucher erstellt. Diese Infrastruktur bleibt weiterhin bestehen. Dies kommt in einer Antwort des Staatsrates auf eine diesbezügliche Anfrage zum Ausdruck. Die Arbeiten ermöglichen es, die Bauwerke, die 2018 sehr gut besucht waren, auch weiterhin für das interessierte Publikum zu öffnen. Die Bauarbeiten wurden vom Amt für Archäologie aktiv begleitet und jede Intervention wurde validiert. Im Bedarfsfall können diese neuen Infrastrukturen auch wieder zurückgebaut werden. Für den Staatsrat ist es klar, dass diese Aktion nicht nur für den Tourismus bedeutend ist, sondern auch zum Ziel hat, die Bevölkerung für die Bedeutung dieses Kulturerbes zu sensibilisieren und seine Rolle in der Gesellschaft zu unterstreichen. So trage dieses Kulturerbe zur Identitätsbildung bei und sei Teil unserer Umwelt. Der Staatsrat will weiterhin auf diesen wichtigen Trumpf des Kantons Freiburg setzen und das Potenzial dieser kulturhistorischen Bauten evaluieren sowie eine Nutzungs- und Unterhaltsstrategie in den Bereichen Kultur und Tourismus vorschlagen.


25.03.2019 - MM

Neuer Rundweg zu Friedrich Glauser in Münsingen

Ein neuer Themenweg in Münsingen widmet sich dem Schriftsteller Friedrich Glauser und seinem Kriminalroman «Matto regiert». Aufgeschaltet ist der Rundgang auf der kostenlosen App «Wanderwege vor den Toren Berns». An zehn Stationen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Mattos Welt eintauchen. Geschaffen hat den Weg das Museum Münsingen.

 

Der Schriftsteller Friedrich Glauser (1896–1938) verbrachte über drei Jahre in der Psychiatrischen Anstalt in Münsingen. Er schuf mehrere literarische Meisterwerke und zählt bis heute zu den bedeutendsten deutschsprachigen Kriminalautoren. Die Romanserie um Wachtmeister Studer gehört zu seinen grössten Erfolgen. Im dritten Band «Matto regiert» setzt er seine Erfahrungen aus der Psychiatrie und der Anstalt in Münsingen literarisch um.

 

Ein neuer, rund vier Kilometer langer Themenweg führt zu den Schauplätzen des Romans «Matto regiert». Start und Ziel ist der Bahnhof in Münsingen. Auf dem Rundgang begleiten die Ausflüglerinnen und Ausflügler Wachtmeister Studer bei seinen Ermittlungen. Auch erfahren sie an den zehn Stationen viel Wissenswertes über die Beziehung Glausers zu Münsingen. Konzipiert hat den Rundweg das Museum Münsingen. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM unterstützt das Projekt mit einem finanziellen Beitrag.

 

Der Rundweg ist Teil der App «Wanderwege vor den Toren Berns». Auf einer interaktiven Karte sind die zehn Stationen abrufbar. Mittels Audiodateien und Fotos können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort in die Geschehnisse eintauchen. Dank der GPS-Funktion des Smartphones lässt sich jederzeit auf der Karte auch der eigene Standort ermitteln.

 

Die Wanderweg-App für iPhone und Android ist gratis erhältlich. Bereits aufgeschaltet sind der «Gürbetaler Höhenweg», der «Emmental Literaturweg» und die «Gantrisch Genuss Rundfahrt». Die App macht auf Attraktionen am Wegrand aufmerksam und liefert fundierte Informationen zu Natur, Kultur und Geschichte der Region.

 

Weiterführende Informationen sowie die direkten Links zum App Store beziehungsweise Google Play Store finden sich auf www.bernumwandern.ch/app.

Quelle: bernmittelland.ch


23.03.2019 - DMZ - Kultur

Das Staatsarchiv gab Einblick mit einer Ausstellung zu Kriminalfällen aus der Geschichte des Kantons Bern (mit Unterstützung der Kantonspolizei Bern). Die Verhaftung von Mussolini, der Tod einer Kindsmörderin fesseln die Besucherinnen und Besucher

Das Berner Staatsarchiv verwaltet das Kulturgut des Kantons Bern. 30 Kilometer Akten lagern dort zu tausenden Gerichtsfällen. Es sind Dokumente zu Verbrechen aller Art – vom Velodiebstahl bis zu Mord und Totschlag – und Fotos, die an spektakuläre Polizeieinsätze erinnern. Darunter sind aber auch Fälle von Leuten, die es aus heutiger Sicht zu Unrecht mit der Justiz zu tun bekamen. An der Berner Museumsnacht gewährte das Staatsarchiv einen Einblick in ausserordentliche Kriminalfälle. Darunter diese fünf:

 

1. Das tragische Schicksal der «Kindsmörderin» Anna Maria Flückiger

Anna Maria Flückiger wächst in Wynigen im Emmental in armen Verhältnissen auf. Sie wird mehrmals vergewaltigt, treibt ab und wird zum Tod verurteilt, zunächst jedoch begnadigt. Im Gefängnis gehen die Vergewaltigungen weiter, und Anna Maria Flückiger will nur noch eines – sterben. Sie ermordet das neugeborene Kind ihrer Zellennachbarin und erhält erneut das Todesurteil. Im Jahr 1847 wird die noch nicht 21-Jährige in Bern durch das Schwert hingerichtet.

 

2. Die Verhaftung von Benito Mussolini

Im Jahr 1902 reist der knapp 20-jährige Lehrer Benito Mussolini bei Chiasso in die Schweiz ein, um Arbeit zu finden. Als Sekretär der Lausanner Maurergewerkschaft kommt er ein Jahr später nach Bern, dabei wird er auf Schritt und Tritt überwacht. Am 18. Juni 1903 wird er unter dem Vorwand, seinen Ausweis überprüfen zu lassen, auf die Polizeiwache bestellt. Dort wird er verhaftet und verhört – und eine Woche später mangels Beweise frei gelassen. Die Berner Autoritäten verhängen über den späteren italienischen Diktator ein lebenslängliches Einreiseverbot.

 

3. Die Grossfahndung nach Mörder Jenni

Am 26. Oktober 1950 erhält die Polizei den Auftrag, den 32-jährigen Bäcker und Hilfsarbeiter Jakob Jenni wegen Geisteskrankheit zuhause in Oberdiessbach abzuholen und in eine Heilanstalt zu bringen. Der Betroffene setzt sich zur Wehr und verletzt einen Landjäger tödlich. Jenni flüchtet mit dem Fahrrad. Die Polizei leitet eine Grossfahndung ein – mit Spürhunden, tragbaren Vox-Telefongeräten und Maschinenpistolen. Die Beamten spüren Jenni noch am gleichen Abend auf.

 

4. Die Besetzung der rumänischen Botschaft

In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 1955 besetzen Mitglieder der Rumänischen Nationalen Widerstandsaktion die rumänische Botschaft in Bern. Sie fordern die Freilassung von fünf in Rumänien inhaftierten Personen. Der Botschaftschauffeur wird bei der Aktion erschossen. Nach Vermittlungen durch einen katholischen Geistlichen ergeben sich die Besetzer der Polizei ohne weiteres Blutvergiessen.

 

5. Die Verhaftung von zwei RAF-Terroristen in Delsberg

Im Dezember 1977 kommt es am Zollposten in Delsberg, das damals noch zum Kanton Bern gehört, zu einem Schusswechsel. Zwei Zollbeamte werden schwer verletzt. Die Polizei nimmt ein Paar fest: Es handelte sich um Gabriele Kröcher-Tiedemann und Christian Möller, Mitglieder der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Der Prozess gegen das Paar findet 1978 in Pruntrut unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.


23.03.2019 - Marco Perroulaz

Der Döschwo auf dem Ausstellungsflyer

Der beliebte Citroën 2CV hat es zum 44. Oldtimer- und Teilemarkt, der dieses Wochenende im Forum Freiburg stattfindet, auf die Ausstellungswerbung geschafft.

Die grosse Sonder-Ausstellung in der Halle 1 zum 100. Geburtstag der Marke Citroën dürfte denn auch zu einem wahren Juwel und zum Herzstück der diesjährigen Ausstellung gedeihen. Und der Döschwo ist prominenter Teil der Unternehmensgeschichte. Daneben werden einige Club- und Sonderausstellungen zu sehen sein, zivile Militärmotorräder etwa, verschiedene Modelle einer weiteren Kult-Marke werden im Rahmen des 60. Geburtstags der Marke «Mini» präsentiert und das Swiss Car Register wird mit der Sonder-Ausstellung «100 Jahre Schweizerischer Carrosserieverband» auf den runden Geburtstag des VSCI hinweisen.

Der Oldtimer und Teilemarkt Schweiz (Pionier der Oldtimer- und Teilemärkte in der Schweiz) präsentiert auf einer Fläche von rund 20‘000 m2 während zwei Tagen ein attraktives Programm mit den legendären kostenlosen Stadtrundfahrten. Zahlreiche automobile Veteranen, rund 400 Aussteller sowie die Club-Show werden auch dieses Jahr wieder ein breites Publikum von Nah und Fern begeistern.

 

Der Döschwo (Deuxchevaux), so wird das kultige aber technisch ausgereifte Minimalistenfahrzeug auf der Strasse genannt, kommt dieses Jahr aber im Kanton Freiburg noch weitere zwei Male zum Handkuss:

Im Heimatmuseum Tafers wird der 2CV vom 17. Mai – 11. August 2019 zentrales Motiv der Ausstellung »Chare, Chlapf, Chläpper, Chrùtza, Döschwo, Outo, Tùmmer,... - Autos und Mobilität im Sensebezirk« sein.

Und an Pfingsten, vom 7. bis 10. Juni 2019, findet in Tafers/Lamprat das traditionelle 2CV-Treffen der Schweiz statt, zu welchem je nach Wetter bis zu 250 Fahrzeuge erwartet werden. Zum dritten Mal nach 1999 und 2009 in Deutschfreiburg.


22.03.2019 - DMZ - Kultur

Werde Schlossführer/-in! Workshop für Kinder und Jugendliche

Begib Dich auf Entdeckungstour durch Schloss

Waldegg, lass Dich zum Schlossführer ausbilden und führe Deine Verwandten und Freunde durch die prächtigen Gemäuer.

 

Bist Du interessiert an Geschichte, an Schlössern und an den spannenden Leben von Söldnerführern und Schlossbewohnerinnen? Du magst es, in Rollen zu schlüpfen, Theater zu spielen, Deiner Fantasie freien Lauf zu lassen? Dann melde Dich an für den zweitägigen Workshop mit Theaterpädagogin Manuela Glanzmann auf Schloss Waldegg!

 

Gemeinsam erkundet Ihr das Schloss und entwickelt zusammen mit anderen Kursteilnehmern/-innen eine eigene Führung. Du entscheidest, in welcher Rolle Du Deinen Freunden und Deiner Familie am Ende des Workshops das Schloss zeigst. Dabei darfst Du Dich natürlich auch verkleiden.

 

Anmeldung bis am 2. April bei Manuela Glanzmann.

 

Werde Schlossführer/-in! Workshop für Kinder und Jugendliche

Samstag und Sonntag, 6. und 7. April

Alter: 8 – 16 Jahre

Zeiten: Samstag, 6. April, 10.00 – 16.00 Uhr

Sonntag, 7. April, 9.30 – 12.00 Uhr

Kosten: CHF 60.- pro Person

Verpflegung: Das Mittagessen für Samstag bitte selbst mitbringen.

 

Am Sonntag, 7. April, um 11.00 Uhr, sind die Familien und Freunde der Teilnehmer/innen herzlich zur Schlossführung eingeladen! Die jungen Schlossführer/-innen zeigen dann, was sie alles über die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner und Bewohnerinnen gelernt haben.

 

Anmeldung bis Dienstag, 2. April 2019, bei Manuela Glanzmann

(manuelaglanzmann@gmx.ch; 079 469 49 25)

 

Schloss Waldegg

Museum und Begegnungszentrum

Waldeggstrasse 1

4532 Feldbrunnen-St.Niklaus

032 627 63 63

www.schloss-waldegg.ch


22.03.2019 - David Aebischer

Perlen aus Blocheristan - eine wirklich gute Sache

„Eine Gruppe von Leuten hat sich entschieden, gegen hasserfüllte, rassistische, nationalistische, populistische oder anderswertig menschenverachtende Beiträge und Kommentare zu kämpfen“ ist auf der Website https://www.perlenausblocheristan.ch/ zu lesen. Eine wichtige Gruppe, die durch die Veröffentlichung von solchen Beiträgen den Schreiberinnen (Haterinnen) und Schreibern (Hater) einen Spiegel vorhalten. Es sind immer Originalaussagen dieser Haterinnen und Hater, also eigene Aussagen! Umso schlimmer, dass solche Kommentare jeweils unter Echtnamen und neben den Profilfotos dieser Leute zu finden sind. Grundsätzlich machen sich diese Personen auch teilweise strafbar.

 

Die Macherinnen und Macher der Website https://www.perlenausblocheristan.ch/ warnen: „Wer sich dadurch verletzt, beleidigt oder angegriffen fühlt, ist schlichtweg selber schuld. Natürlich erlauben wir uns diese Beiträge mit etwas Ironie und Sarkasmus anzureichern. Das nennt man Satire. Satire darf vieles, aber nicht alles. Daran halten wir uns.“

Auch hier wirklich bemerkenswert, dass festgehalten wird, dass Satire vieles darf, aber eben nicht alles. Vorbildlich!

Die Aussagen von den hasserfüllten Menschen werden gesammelt, veröffentlicht und dadurch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. So bleiben diese der Nachwelt erhalten, auch wenn das Original gelöscht wird.

 

Der ultimative Super-Geheim-Tipp der Macherinnen und Macher von https://www.perlenausblocheristan.ch

 

Schreibt einfach keine hasserfüllten, rassistischen, nationalistischen, populistischen oder anderweitig menschenverachtenden Beiträge, schon habt ihr vor uns Ruhe!


22.03.2019 - DMZ - Kultur

Ich war noch niemals in New York: Pepe Lienhard mit an Bord

Vom 10. Juli bis 24. August 2019 präsentieren die Thunerseespiele eine Neuinszenierung von Ich war noch niemals in New York am Fuss von Eiger, Mönch und Jungfrau. Wie bereits in den letzten 16 Jahren zeichnet Iwan Wassilevski für die musikalische Umsetzung verantwortlich. Unterstützt wird der musikalische Leiter und Dirigent der Thunerseespiele im Sommer 2019 von Pepe Lienhard. Der erfolgreiche Musiker und Arrangeur stand viele Jahrzehnte lang an der Seite von Musikerlegende Udo Jürgens auf der Bühne und stellt dem Kreativ-Team der Thunerseespiele als musikalischer Supervisor sein grosses Wissen zur Verfügung.

 

Pepe Lienhard ist 2019 Teil des Kreativ-Teams der Thunerseespiele. Er unterstützt die musikalische Abteilung unter der Leitung von Iwan Wassilevski bei der Umsetzung des Musicals Ich war noch niemals in New York mit den Liedern von Udo Jürgens. „Es ist mir eine Ehre, einen Musiker von solchem Format an meiner Seite zu haben. Keiner kennt die Musik von Udo Jürgens so gut, wie Pepe Lienhard. Da werden Orchester und Ensemble viel profitieren können. Bereits in den Vorbereitungen bin ich in regem Kontakt mit Pepe. Bei den Proben wird er ebenfalls dabei sein und mich mit seinem Wissen unterstützen“, freut sich Iwan Wassilevski, musikalischer Leiter und Dirigent der Thunerseespiele.

 

Auch Pepe Lienhard ist gespannt auf die Arbeit in Thun: „Ich freue mich sehr, Teil dieser imposanten Umsetzung von Ich war noch niemals in New York sein zu dürfen“, so der Musiker. Auch die Kulisse am Thunersee fasziniert ihn: „Ich war schon fast überall auf der Welt. Eine vergleichbare Bühne habe ich aber noch nirgends gesehen. Der Blick auf See und Berge kombiniert mit dieser majestätischen Konstruktion unter freiem Himmel ist einmalig. Ein toller Arbeitsplatz. Ich bin gespannt auf die Künstler und freue mich jetzt schon auf die erste Orchesterprobe im Juni“, schwärmt Lienhard.

 

Beispiellose Karriere

Bereits als junger Student gründete Pepe Lienhard 1969 sein legendäres Sextett. In dieser Formation mischte er die Schweizer Musikszene mit Hits wie „Sheila Baby“ und „Swiss Lady“ neu auf. Nach vielen erfolgreichen Schallplatten und dem sechsten Platz am Eurovision Song Contest im Jahr 1977 wandelte der gebürtige Aargauer seine Band 1980 auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs in ein Orchester um. In verschiedenen Zusammensetzungen – unter anderem mit seiner berühmten Big Band – begleitete Pepe Lienhard seither zahlreiche internationale Showgrössen. Musikalische Meilensteine erlebte der Bandleader und Arrangeur an der Seite von Frank Sinatra, Whitney Houston, Paul Anka, Ute Lemper, Quincy Jones und anderen bekannten Künstlern.

 

Freundschaft mit Udo Jürgens

Während über 30 Jahren begleitete Pepe Lienhard mit seinem Orchester Udo Jürgens. In dieser Zeit entstand eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft zwischen den beiden. Kennengelernt hatten sie sich bereits 1974. Drei Jahre später begleitete Lienhards Band Udo Jürgens auf seiner USA- und Kanada-Tournee. Eine langjährige Zusammenarbeit begann.

 

„Udo Jürgens war ein wichtiger Teil meines Lebens. Die gemeinsame Arbeit prägte meine Karriere und unsere Freundschaft war mir stets sehr wichtig“, äussert sich Pepe Lienhard. Und weiter: „Udos Musik weiterleben zu lassen ist eine Herzensangelegenheit für mich. Toll, dass wir das mit dem Musical Ich war noch niemals in New York auch in Thun machen können“.

 

Tickets sind ab sofort verfügbar: www.ticketcorner.ch

Weitere Infos unter: www.thunerseespiele.ch


21.03.2019 - Marco Perroulaz

Ein neuer Verein will den Sensebezirk besser vermarkten

Man kann es drehen und wenden wie man will, der typische Sensler ist ein braver und stiller Schaffer, aber er verkauft sich schlecht. Dies will der neue Verein »Marke Senseland« ändern, hat aber leider nicht berücksichtigt, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, teilweise auf Berner Boden situierten, Senseland und dem Deutschfreiburger Sensebeirk. Dafür hat er sich nichts weniger auf seine Fahne geschrieben, als Landschaft, Dialekt, Produkte und Kultur des urchigen Sensebezirks ins richtige Licht zu rücken, diesen im Land besser zu manifestieren. Dies will der Verein erreichen, so kann man es nachlesen, mit hohen Mitgliederbeiträgen und nichtssagenden Slogans weit ab von der Realität: Etwa »I bü Seisler.Swiss«. Diese Aussage solle sichtbar machen, was den Sensler ausmache. Doch ist der durchschnittliche ‚Seisler‘ weder besonders vermögend noch besonders intellektuell und würde so etwas kaum sagen. Ob er es sich für zwanzig Franken pro Selbstkleber ans Auto oder an die Haustüre montieren wird?


20.03.2019 - DMZ-Kultur

Neue Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der ZHdK

Der Fachhochschulrat der Zürcher Fachhochschule hat Marijke Hoogenboom zur neuen Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ernannt. Sie wird ihr Amt am 1. Juli 2019 antreten.

 

Mit Marijke Hoogenboom wählte der Fachhochschulrat eine Führungspersönlichkeit mit breitem akademischen und künstlerischen Leistungsausweis als Direktorin des Departements Darstellende Künste und Film der ZHdK. Sie wird ihr Amt am 1. Juli 2019 als Nachfolgerin von Hartmut Wickert antreten, der im Januar 2019 pensioniert wurde.

Seit 2003 ist Marijke Hoogenboom Professorin an der Amsterdam University of the Arts und seit 2012 an der zugehörigen Academie voor Theater en Dans, der wichtigsten Hochschule für Theater und Tanz in den Niederlanden. Neben grosser Erfahrung in Lehre und Forschung hat die Theaterwissenschaftlerin ausgewiesene Führungs- und Managementkompetenzen im Hochschulbereich: Sie ist Mitglied des Vorstands der Academie voor Theater en Dans, Vorsitzende der Graduate School der Theater- und Tanzakademie sowie Leiterin des interdisziplinären Hochschulprogramms «Artists in Residence». Marijke Hoogenboom verfügt über eine langjährige Theaterpraxis als Dramaturgin und Programmleiterin und ist international ausgezeichnet vernetzt.

Mit rund 2100 Bachelor- und Masterstudierenden zählt die Zürcher Hochschule der Künste zu den grossen Kunsthochschulen Europas. Das Studien- und Forschungsprogramm umfasst die Bereiche Design, Film, Fine Arts, Musik, Tanz, Theater, Transdisziplinarität und Vermittlung der Künste und des Designs.


20.03.2019 - Patricia Jungo

Vor Armut ist niemand geschützt

In der Stadt Freiburg macht eine Wanderausstellung mit Porträts von Sozialbezügerinnen- und bezügern halt. Aufzuzeigen, dass niemand vor Armut gefeit ist und alle beim Sozialamt landen können, ist das Anliegen der Fotografin Ghislaine Heger. Obwohl sie aufgrund ihres Hochschulabschlusses davon ausging, dass ihr nichts passieren könne, wurde sie arbeitslos und schliesslich ausgesteuert. Mehrere Monate war sie auf Sozialhilfe angewiesen. Dies bedeutete, dass sie ihr ganzes Leben offen darlegen musste, was auch mit dem Gefühl von „ausgeliefert sein“ einherging. Geprägt durch diese Erfahrung, begann Ghislaine Heger sich für andere Menschen zu interessieren, die Sozialhilfe beziehen. Sie hat eine Fotoserie mit Porträts von Sozialhilfebezügerinnen- und bezügern geschaffen und damit 2017 die Wanderausstellung „Unterbrochene Lebenswege“ aufgebaut. Diese ist ab dem nächsten Dienstag in der Blue Factory in Freiburg zu besichtigen. Die Wanderausstellung wird von einem zweisprachigen Rahmenprogramm begleitet. Hegers Anliegen ist es, mit der Ausstellung und dem dazugehörigen Buch die Menschen zu zeigen, die sich hinter den Zahlen um Sozialhilfe und Armut verbergen. Auch Tabus und Klischees geht sie auf die Spur. Da die Texte zu den Porträts nicht aufgehängt sind, ist auch nicht ersichtlich, wer von den Porträtierten aus welchem Grund zur Sozialhilfe gekommen ist. Die Lebensläufe sind in einem französischsprachigen Buch zum Projekt enthalten und eine zweisprachige Broschüre begleitet die Ausstellung. Ghislaine Hegers Botschaft ist unmissverständlich: Weder Schweizer Pass noch ein guter Abschluss kann Menschen davon bewahren, eines Tages Hilfe beim Sozialamt suchen zu müssen. Ein Unfall, eine Entlassung, eine Krankheit u.v.m. werfen Menschen, und dies ohne Selbstverschulden, aus der Bahn. Klischees sollen aufgebrochen werden, da wirklich alle von Armut betroffen sein können. Die Ausstellung ist in der Blue Factory in Freiburg zu sehen, vom Dienstag, 26.3.19 bis Samstag, 4.5.19, jeweils Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr.


19.03.2019 - Patricia Jungo

Von Ritualen

Kinder lieben es, wenn die Eltern immer das gleiche Lied singen oder dieselbe Geschichte erzählen, Tag für Tag, Abend für Abend, Woche für Woche. Das Märchen oder Hörspiel, das schon unzählige Male gehört wurde, will noch einmal gehört werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Papa oder Mama es längst nicht mehr hören können. Kinder lieben Wiederholungen. Das ist völlig normal und gehört zur kindlichen Entwicklung. Kinder schaffen damit echte Rituale, die ihnen im Alltag als Orientierungs- und Strukturierungshilfen dienen und geben uns so auch Einblick in ihre Wertewelt. Was wichtig ist, wird gelebt und in den Alltag einbezogen; es hat also einen Wert. Gemäss den Erkenntnissen der Hirnforschung entwickeln die Kinder dieses Wertebewusstsein bereits mit drei Jahren. So lernen sie unterscheiden, kennen „ja“ und „nein“ und beginnen Werte im sozialen Zusammenleben besser zu verstehen. Rituale helfen ihnen dabei. Was sind eigentlich Rituale genau? Man kann sie als symbolische Handlungen (auch szenisch/gestisch) bezeichnen, die Kontakt schaffen zu natürlichen und gesellschaftlichen Grundkräften. Sie machen diese sichtbar und auch Krisen werden darin bearbeitbar. Oft bewähren sich im Alltag von Kindern solche Rituale am besten, die ganz selbstverständlich daher kommen. Daher ist es grundlegend, dass Eltern sich mit ihren eigenen Werten auseinandersetzen und auch überlegen, welche Werte zentral sind für das harmonische Zusammenleben und welche eventuell überholt sind. Rituale sind wundervolle Helfer in Alltag und Erziehung:

  • Spracherwerb, Lernen und Konzentrieren werden erleichtert.
  • Selbständigkeit wird gefördert.
  • Ordnung und Orientierung wird geschaffen.
  • Halt und Geborgenheit wird vermittelt.
  • Ängste nehmen ab.
  • Krisen werden einfacher bewältigt.

So kann beispielsweise eine Gutenachtgeschichte, immer zur gleichen Zeit, dazu beitragen, dass sich die Angst vor der Dunkelheit verringert, da die kindliche Phantasie dann bei der Geschichte weilt. Neben vielen kleinen Alltagsritualen gibt es auch die grossen: Geburtstage, Feiertage, Traditionen und Bräuche. Bräuche sind auch heute noch sehr wichtig. Schon früher dienten sie dazu, dem Menschen einen Platz im Leben zu geben. Gibt man ihnen Wichtigkeit im eigenen Leben, haben sie auch heute immer noch eine besondere Kraft. Ein weiterer Vorteil von Ritualen ist ihre positive Wirkung auf das Selbstvertrauen. Sie vermitteln Verlässlichkeit, Geborgenheit im Leben, Werte und Regeln des täglichen Lebens. Dies hilft dem Kind, selbstbewusster und auch konfliktfähiger zu werden. Es gibt Rituale, die aus der Familientradition entstehen und es gibt andere, die einfach nur aus Zufall entstehen. Jede Familie findet bestimmt die zu ihr und zu verschiedenen Situationen passenden Rituale, mit denen sie Werte bestmöglich weitergeben kann. Wenn eine immer wiederkehrende Handlung der Familie gut tut, sie in den Alltag integriert werden kann, entsteht automatisch ein Ritual daraus. Oft sind dies ganz kleine Dinge. Doch auch das beste Ritual soll den Alltag und das Miteinander niemals starr und zwanghaft machen. So kann man Rituale natürlich auch abändern, durch neue ersetzen oder einfach weglassen. Rituale sind etwas Schönes, für Kinder und Erwachsene. Wie schön ist ein Ritual zu Begrüssung oder Abschied in der Familie oder unter Freunden! Es gibt uns das Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit. Ob wir die Nasen aneinander reiben wie die Eskimos oder uns einfach fest in den Arm nehmen und einander ein Lächeln auf den Weg geben, spielt dabei nur eine bescheidene Rolle!


19.03.2019 - DMZ

Kantonales Jugendheim Lory in Münsingen Die neue Arbeitsweise legt den Fokus auf die Ressourcen

Das Jugendheim Lory in Münsingen hat seine pädagogische Arbeitsweise grundlegend verändert. Der Fokus liegt bei der Arbeit neu auf den Ressourcen der jungen Frauen und nicht mehr auf den Störungen. Zusätzlich zu diesem Paradigmawechsel ist neu die Funktion des Perspektivencoachs eingeführt worden. Diese Coachs erarbeiten zusammen mit den jungen Frauen neue Perspektiven für die Zukunft.

 

Das kantonale Jugendheim Lory nimmt maximal 28 normalbegabte Frauen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren auf. Die jungen Frauen werden wegen Verhaltensauffälligkeiten wie Schul- und Lernschwierigkeiten, Drogenkonsum, Delinquenz oder Selbst- und Fremdgefährdung in der Institution der kantonalen Polizei- und Militärdirektion platziert. «Die zunehmende Komplexität und Vielfältigkeit der Lebenssituationen der Frauen stellt neue pädagogische Herausforderungen», sagt Direktorin Eliane Michel anlässlich einer Informationsveranstaltung für Einweisende zur Einführung der Schemapädagogik. Mit dieser Veranstaltung wollte die Leitung den Fachleuten aufzeigen, dass das Jugendheim Lory ein fortschrittliches Jugendheim und kein Jugendgefängnis ist.

Fokus ist auf die Ressourcen gerichtet

 

Mit der neu eingeführten pädagogischen Arbeitsweise stehen die Beziehungsarbeit sowie die Konfrontation mit dem Verhalten im Vordergrund. «Mit der Schemapädagogik wird der Fokus weg von den Störungen hin zu den Ressourcen gelegt», beschreibt Direktorin Eliane Michel die Neuerungen. In diese Richtung arbeiten auch die neu eingeführten Perspektivencoachs. Sie erarbeiten zusammen mit den Jugendlichen neue Perspektiven ganz gemäss der Mission «Wir schaffen realistische Zukünfte». Vor der Einführung der neuen pädagogischen Ausrichtung arbeitete das Jugendheim Lory mit einem Punktesystem, das die Anpassung in den Vordergrund stellte.

Angebot für Sexualberatung ausgebaut

 

Zusätzlich zu den bestehenden Therapie- und Gesundheitsangeboten hat das Jugendheim Lory die Sexualberatung und –therapie ausgebaut. So finden neu regelmässig auf den Wohngruppen sogenannte Frauenstunden statt. Zudem können die jungen Frauen zusätzlich Einzelberatungen in Anspruch nehmen. Dieses Angebot hat an Bedeutung gewonnen, da viele der Jugendlichen Gewalt und Missbrauch erlebt haben.


Patrick Mülhauser/SRF
Patrick Mülhauser/SRF

19.03.2019 - DMZ

Radio Freiburg im MEDIAparc

Das Freiburger Lokalradio RadioFr zog in der Nacht vom 18. auf den 19. März im MEDIAparc ein. Von diesem Tag an sind die Radiomitarbeiter alle wiedervereint unter einem Dach.

Zwei Jahre lang wurde am MEDIAparc gebaut und modernste Technik installiert. Nun ist es so weit: RadioFr. zieht in die Räumlichkeiten in Villars-sur-Glâne ein. Die rund 60 Angestellten treffen dort auf die Freiburger Redaktion von La Télé, skippr.ch, Sept.Info, FRIStyle und die Werberegie Mediapub. Damit ist der MEDIAparc komplett, und nimmt ab sofort seine Funktion als Freiburger Medienhaus wahr.

 

Moderation und Redaktion bilden den Abschluss Die Moderations- und Redaktionsteams von RadioFr. mussten sich gedulden, bis die neuen Studios bezugsbereit waren. Nun aber hat das Warten ein Ende: Ab dem 19. März sind auch die Moderatoren und Redaktoren im MEDIAparc untergebracht. Zuvor hatten sie sich über mehrere Wochen an den neuen Programmen und der neuen Sendetechnik ausbilden lassen. Ab Dienstag sendet RadioFr. aus Villars-sur-Glâne. Damit endet auch die Ära der alten Räumlichkeiten im Stadtzentrum, in der Romontgasse 35 in Freiburg. 23 Jahre lang war RadioFr. dort zu Hause.

 

Spezialsendung zum Start Am Dienstag ab 6 Uhr erwartet die Hörer die erste Sendung aus dem neuen Studio, mit Wünschen von Promis und Freiburger Persönlichkeiten, sowie mit Wettbewerben und Geschenken. Diese Feuertaufe deckt RadioFr. auch auf seinen sozialen Medien ab. Dort gibt es Bilder und Videos von den neuen Studios.

 

Tag der offenen Tür im Mai Selbstverständlich öffnet der MEDIAparc seine Türen auch der Öffentlichkeit, dies am Samstag, 4. Mai 2019, von 9 bis 20 Uhr. Die Besucher erhalten aus nächster Nähe Einblick in die sechs Radiostudios und das Fernsehstudio von La Télé. Ausserdem können sie in die Haut eines Moderatoren schlüpfen, oder einen Werbespot aufnehmen. Dazu gibt es zahlreiche Attraktionen und Spiele. Mehr unter www.mediaparc.ch.


18.03.2019 - DMZ - Wirtschaft

Fête des Vignerons mit Teilnahme mittelländischer Kantone

Die Fête des Vignerons in Vevey zählt zum Kulturerbe der UNESCO. Sie bringt Generationen zusammen, vereint Menschen aus Städten, Dörfern und Weinbergen, Einheimische sowie Reisende aus dem Ausland. Das Winzerfest gibt jedem die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen und an einer gemeinsamen Show mitzuwirken, die auf der Welt einzigartig ist.

 

Vom 18. Juli bis am 11. August 2019 zelebriert Vevey zum 12. Mal die Fête des Vignerons. Das grosse Fest der Weinbauern des Lavaux findet einmal pro Generation statt. Erstmals in der Geschichte wurden 2019 alle Kantone zu Kantonstagen eingeladen. Einige Kantone aus dem Mittelland werden daran teilnehmen.

Weiterführende Informationen laufend aktualisiert auf www.fetedesvignerons.ch.


17.03.2019 - Patricia Jungo

Freiburger Woche gegen Rassismus

Die Freiburger Woche gegen Rassismus wird nächste Woche eröffnet. An 30 Veranstaltungen im ganzen Kanton wird es um das Thema „Grenzen“ gehen: Gruppenbildungen in unserer Gesellschaft, die zu rassistischer Diskriminierung führen. Im Alltag trägt die Diskriminierung vielfältige Gesichter: Kinder, die wegen ihrer Herkunft ausgelacht werden, Familien, die umsonst eine Wohnung suchen, Menschen, die aus finanziellen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeklammert sind u.v.m. Auf diese Weise kommt es in unserer Gesellschaft zu Gruppen, die sich voneinander abgrenzen. Die kantonale Fachstelle für die Integration für Migrantinnen und Migranten und für Rassismusprävention (IMR) will diese Problematik zusammen mit 20 Partnerorganisationen zum Thema machen. So ist die Freiburger Woche gegen Rassismus vom 21. Bis 31. März dem Thema „Grenzen“ gewidmet. Sie will auf die diversen individuellen und strukturellen Diskriminierungen hinweisen und auch Betroffene informieren, welche Anlaufstellen es für sie gibt. Oft fehlt gerade dieses Wissen und eine grössere Sensibilisierung ist notwendig. Dies wollen der Kanton und die 20 beteiligten Organisationen mit den 30 geplanten Veranstaltungen erreichen. Die Aktionswoche beginnt mit dem Eröffnungsevent am Donnerstag, 21. März 2019 auf dem Python-Platz in der Stadt Freiburg. Die Fachstelle und verschiedene Partnerorganisationen stellen sich vor. In diversen Gemeinden folgen dann Workshops, Diskussionsrunden und Vorführungen. Auch das Internationale Filmfestival Freiburg, das schon diese Woche startet, ist Teil des Programms. Mehrmals wird der Film „Eine schwarze Frau zu sein, ist nicht mein Beruf“ gezeigt. 16 Schauspielerinnen „of colour“ haben ein Manifest veröffentlicht, in dem sie ihre Diskriminierung im Film anklagen.



16.03.2019 - Silvia Kölbener-Fasel

Sehr aktive Ziegenzucht in der Schweiz

«Ziege ist nicht gleich Ziege»

Mit ihren zahlreichen Bergkantonen ist die Schweiz prädestiniert für eine rege Ziegenzucht. Seit jeher hat dieses Tier für uns Schweizer eine wichtige ökologische, kulturelle und auch touristische Bedeutung. So gehört die Ziege heute je länger je mehr zu den wirtschaftlich interessanten Nutztieren. Gemäss der allgemeinen Information des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes seien Ziegen ausgezeichnete Raufutterverwerter und trügen so aktiv zur grünlandbasierten Milch- und Fleischproduktion bei. Sie fühlen sich in Berggebieten ebenso zuhause wie im Flachland.

 

Im Jahr 2018 waren beim Ziegenzüchterverband offiziell 2’510 Ziegenzüchter mit einem gemeinsamen Gesamt-Herdebestand von 28'870 Tieren registriert. Elf Ziegenrassen sind von diesem Verband anerkannt und bei acht davon handelt es sich um ursprüngliche Schweizer Rassen. Äusserst beliebt sind die Toggenburger Ziege, die gämsfarbige Gebirgsziege und die Saanenziege. Es wird darauf geachtet, gesunde und robuste Tiere zu züchten, die für den Tierhalter eine angemessene Fruchtbarkeit, während mehreren Jahren konstante Milchleistung und eine hochwertige Fleischqualität gewährleistet. Lebhaftigkeit und eine natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten sprechen für eine robuste Gesundheit.

 

Ziegen bringen ihre Jungen von Natur aus im Frühling zur Welt. Die Tragzeit beträgt durchschnittlich 150 Tage. Ziegenmilch und die vielseitigen Milch- und Käseerzeugnisse liegen heute voll im Trend. Auch die Nachfrage nach Ziegenfleisch ist hierzulande vor allem zur Oster- und Pfingstzeit sehr gross. Besonders beliebt sind auch Produkte von Herbst- oder Weideziegen, die den Sommer auf saftigen Alpwiesen verbringen.

 

Gitzifleisch enthält viel wertvolles Eiweiss und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wenig Fett und Cholesterin. Zudem ist das Fleisch – vorausgesetzt es wird schonend zubereitet - äusserst kalorienarm und geschmackvoll. Wohl ein weiteres Argument dafür, dass gerade in der heute sehr umstrittenen Fleischproduktion die Konsumentennachfrage steigt.

 

Hier eines meiner Lieblingsrezepte mit Ziegenkäse für eine einfache und unkomplizierte Mahlzeit: Bereiten Sie pro Person eine Portion marktfrischen Blattsalat (Bsp. Mischsalat, Nüssler, Rauke, etwas Kresse) und raffeln Sie 100 Gramm Knollensellerie an einer groben Gemüseraffel. Richten Sie die beiden Salate auf einen Teller an und schmecken Sie sie mit Salz, wenig Pfeffer, weissem Kräuteressig und einem geschmacksneutralen Öl ab. Zum Garnieren eignen sich 2 bis 3 Baumnüsse und einige Birnenschnitze sehr gut. Grillieren Sie pro Person ca. 60 Gramm milden, nicht zu reifen Ziegenkäse je nach Konsistenz ungefähr 4 bis 6 Minuten und geniessen Sie ihn mit den Salaten und zu gutem, dunklem Bauernbrot. Sellerie lässt sich selbstverständlich auch durch viele andere Rohkostsalate wie Karotten, Kabis, Randen usw. ersetzen.


15.03.2019 - Patricia Jungo

Brennende Ausstellung

„Ästhetische Erwärmung“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, mit der der Freiburger Künstler, Jean-Pierre Humbert, im Museum Murten aufwartet. Fantasievolle und feurige Radierungen, Lithografien und kraftvolle Zeichnungen sind Teil seines breiten Spektrums. Die Bilder erzählen viele Geschichten und die Ausstellung ist ein Streifzug durch sein Schaffen der letzten 50 Jahre. Der Künstler stellte gestern seine Ausstellung vor, die Vernissage findet am Samstag um 18 Uhr im Museum Murten statt. Vorgesehen sind ebenfalls Führungen mit Jean-Pierre Humbert (4.4. und 16.5. jeweils um 19 Uhr). Teil der Ausstellung sind neben aktuellen Werken auch ältere, neu aufbereitete Arbeiten. Der Künstler bedient sich verschiedener grafischer Drucktechniken und auch Zeichnungen fehlen nicht. Er vermischt auch oft die Techniken oder gibt einem älteren Werk mit einer anderen Methode ein neues Gesicht. Seine Werke sind kraftvoll und tragen auch Vergängliches in sich. Hauptbestandteile sind Zerstörung und Verfall. Jean-Pierre Humbert präzisiert dabei, dass für ihn das Ende den Beginn von etwas Neuem darstellt und „nachher vorher“ ist. Für ihn bedeutet dies eine Art Wiederaufleben und das Feuer eine ästhetische Erwärmung. So trägt die Ausstellung auch diesen Namen. Die Techniken, die er jeweils für ein Werk anwendet, bleiben meist ein Geheimnis für den Betrachter, der sich Zeit für ein Bild nehmen und sich davon leiten lassen soll. Landschaften, Städte, Natur, Menschenmassen gehören zu seinen Lieblingsthemen. Meer und Bäume verschmelzen oft mit Menschenporträts. Der in Freiburg lebende Künstler widmet sich schon seit mehr als 50 Jahren dem Kunstschaffen und hat 1985 die Atelier-Galerie Contraste gegründet (auch heute noch Verlagshaus für Bücher und Grafiken), in der Ausstellungen, Wettbewerbe und auch Konzerte stattfinden. Im Verlag ist auch die Monografie „Anachroniques“ erschienen. Sie ist ein Panorama des Lebens von Jean-Pierre Humbert und dient der Ausstellung im Museum Murten als roter Faden.


15.03.2019 – David Aebischer

Populismus – der neue Boulevard

Das Internet und somit die Sozialen Medien, haben die Medien stark verändert, zum Schlechteren. Statt sich auf das Wesentliche, das Relevante zu konzentrieren und gut recherchiert zu berichten, richten sich Redaktionen immer stärker auf Inhalte aus, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Dies findet auch schon bei kleinsten Blättern ab. Unabhängige Zeitungen gibt es kaum noch, die sich auf Qualität konzentriert. Diese Aufmerksamkeit wird bereits mit jedem einzelnen Beitrag versucht zu erreichen. Denn im Internet zählt nicht wie früher bei der Zeitung das Gesamtprodukt, sondern nur noch der einzelne Bericht. Das ist fatal, da in diesem Fall die Qualität und er Wahrheitsgehalt kaum mehr eine Rolle spielen. Diese generelle Boulevardisierung der Medien führt letztlich zu einer Boulevardisierung der Politik – mit anderen Worten: zu Populismus. Brandgefährliche Entwicklung.

 

Von Anstand und Respekt In der Medienwelt scheinen beide Begriffe nur noch im Bezug auf eigene Belange von Bedeutung. Seit Jahrzehnten werden Personen, Familien und Gruppierungen von, wohl auch narzisstisch veranlagten, Schreibern beleidigt, verleumdet und teilweise sogar zerstört. Meist basierend auf schlechter Recherche, mangelndem zeitlichen Einsatz und vorgefertigten Ansichten des jeweiligen Schreibtischtäters. Eindrücklich ist auch die Zahl an Gegendarstellungen in den diversen Blättern. Empathie sollte in der Ausbildung dieser Schreibkräfte bereits eine übergeordnete Rolle spielen, damit diese „Verbrechen“ an Lebewesen nicht erst gemacht werden. Eigentlich würde es schon reichen, wenn der Schreiber beim Schreiben schon überlegt, wie er sich fühlen würde, über sich solche Aussagen lesen zu müssen. Aber im Austeilen sind auch diese Leute häufig besser als im einstecken. Diverse Blätter dehnen das Presserecht bis kurz vor die Bruchstelle, um Fotos von Straftätern zu drucken, Politik zu betreiben, Meinung zu machen und Halbwahrheiten zu verbreiten. Menschen werden an den Pranger gestellt und diese Boulevardblätter sind immer mal grosskotzig, apodiktisch, infantil, populistisch und platt. Diese Entwicklung ist sehr besorgniserregend und hat auch schon Menschen in den Tod getrieben. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bedarf es einer geschlossenen Reaktion von intelligenten Menschen, die konsequent solche Medien meiden und boykottieren. Letztlich sollte immer die Wahrheit das Mass aller Dinge in der Berichterstattung sein.


13.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)
Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)

12.03.2019 - DMZ

Der legendäre und doch für viele unbekannte Schlagzeuger Hal Blaine ist tot

Er hat auf Platten gespielt, die sich hunderte Millionen Mal verkauften und trotzdem haben ihn nur wenige gekannt, oder je seinen Namen gehört. Auch wer ihn nicht gekannt hat, schätzte seine Arbeit, denn seine Beats waren wegweisend. Diese Seltsamkeit begleitete Hal Blaine trotz enormem Arbeitseifer ein Leben lang. Blaine war ein Mann im Schatten. Auf über 6.000 Aufnahmen hat er gespielt, darunter befanden sich 150 Top-Ten- und 40 Nummer-eins-Hits. Viele zählen gar zum Weltkulturerbe. Rechnet man Werbejingles, Fernseh-Signations und Soundtracks mit ein, soll sein Erbe an die 35.000 Aufnahmen umfassen. Nun ist Hal Blaine gestorben. Er hielt den Rhythmus für Elvis Presley und John Lennon und hat mit dem Eröffnungsbeat zu Be My Baby von den Ronettes eine Vorlage entworfen, die bis in die Gegenwart kopiert wird.


12.03.2019 - David Aebischer

Kampf dem „Gender Unfug“

Am 6. März hat eine Gruppe des „Vereins Deutsche Sprache“ (Dortmund) eine Petition gegen die Gendersprache gestartet.. Die Schriftstellerin Monika Maron, der Journalist und Autor Wolf Schneider, der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Walter Krämer, sowie der frühere Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus sind die Initiatoren der Petition, die wissen wovon sie sprechen. Zumindest, wenn man ihre Petition liest. Sie wenden sich nach eigenen Angaben „aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“ an die Öffentlichkeit. Konkret fordern sie damit, dass insbesondere die Stadt Hannover die kürzlich eingeführte Gendersprache in der Verwaltung wieder abschaffen soll. Bislang haben rund 3.500 Personen die Petition unterschrieben, darunter grosse Prominenz; der ehemalige „Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, Peter Hahne, Bastian Sick, Dieter Nuhr, Dieter Hallervorden, Christoph Morgner, Prof. Harald Seubert sowie die Schriftstellerinnen Judith Herrmann und Sibylle Lewitscharoff. Auch in der Schweiz greift die Gendersprache um sich. Die Versicherung Swiss Re verbietet das männliche Pronomen «er», was mehr als verwirrt, die Uni Bern empfiehlt in einem Sprachleitfaden für wissenschaftliche Texte die Verwendung des Gender-Gap, und Genderforscher setzen sich gar für geschlechterneutrale Endungen mit Sternchen ein. Bei diesen Anpassungen handelt es sich durchaus nicht um vorgezogene Aprilscherze, sondern sind Realität. Für die Befürworter dieser Anpassungen ist klar, dass die Sprache unser Denken und Handeln bestimmt und solange sie nicht alle Personen einschliesst würden Ausgrenzungen zementiert.

 

Die Verfasser der Petition nennen dagegen vier, doch etwas nachvollziehbarere Gründe, die gegen die Gendersprache sprechen. Erstens gebe es keinen festen Zusammenhang zwischen dem natürlichen und grammatischen Geschlecht. Ein einleuchtendes Argument mit Gewicht. Zweitens entstünden „lächerliche Sprachgebilde“ wie z.B. „die Radfahrenden“ und „die Fahrzeugführenden“. „Der Grosse Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch.“ Dazu käme in jüngster Zeit „als weitere Verrenkung noch der seltsame GenderStern“. Drittens sei die neue Sprachform nicht durchzuhalten, sonst müsste es etwa „Bürgerinnen- und Bürgermeister“, „Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt“ oder „Christinnentum“ heissen. Viertens trügen „solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen“. Aus diesen Passagen aus dem Petitionstext kann man die Entrüstung der Verfasser deutlich rauslesen.


11.03.2019 - Tony Lax

Wenn Fasnacht nicht mehr lustig ist

Eigentlich könnte alles so schön bunt, fröhlich ausgelassen, da ein bisschen schräg und dort ein bisschen laut sein.

 

Doch Schlagzeilen machen leider weniger die kreativ-närrischen Gewänder, die schrillen Guggen und die stichelnden Schnitzelbänke, sondern vor allem ein Ereignis im Herzen der Schweiz und eines am deutschen Nordrand: In Schwyz geht eine Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kutten mit brennenden Fackeln auf den Marsch und in Hamburg geht in einer Kita das Indianerkostüm nicht mehr als Fasnachtsoutfit durch.

 

Die durch diese beiden Ereignisse ausgelösten Empörungswellen schlagen erwartungsgemäss hoch und bringen das gesellschaftliche Narrenschiff in moralische Seenot.

 

Während sich die einen über den Fackelzug der Schwyzer Kapuzenmänner (und -Frauen?) empören, empören sich die andern darüber, dass jetzt auch schon Winnetou auf dem Index steht und einer, so findet man, weltfremden Political Correctness zum Opfer fallen soll. Und natürlich empört sich jede Seite auch über die Empörung der anderen.

 

Wenn auch beide Empörungsanlässe demselben Kontext entspringen, so geht es dennoch nicht beide Male ums Gleiche. Und trotzdem sind beide Ereignisse auch eng miteinander verknüpft.

 

In beiden Fällen handelt es sich zwar um Kostümierungen, die auf reale Menschengruppen referieren, doch von den zwei Outfits ist nur das Indianerkostüm eine echte Verkleidung, die dazu dient, um in der kurzen fünften Jahreszeit mal jemand ganz anderes zu sein, als man in den restlichen vier Jahreszeiten üblicherweise ist.

 

Die KKK-Kostümierung der Schwyzer hingegen dient vielmehr der Zurschaustellung und Verherrlichung einer Ideologie, die von den Kostümierten offenbar auch vertreten wird. Die Kapuzenleute nehmen die Fasnacht somit nicht zum Anlass, um in eine fremde Rolle zu schlüpfen, sondern vielmehr dazu, um endlich mal ihr eigentliches Gesicht zu zeigen. Als fasnächtlich – im Sinne der traditionellen Verkehrung aller Verhältnisse – könnte man einen solchen Mummenschaz höchstens gerade dann noch hinnehmen, wenn unter den Roben, statt wie mittlerweile bestätigt, rassistisch kontaminierte Weisse, vielmehr aufklärerisch motivierte Schwarze stecken würden, die mittels der Maskierung das Menschenverachtende der Herrenmenschenideologie des KKK demaskieren Das wäre allenfalls anregend irritierend. Aber auch höchst unwahrscheinlich.

 

Nicht weniger irritierend scheint mir allerdings auch, dass im bisherigen Social-Media-Geplänkel über diese beiden Ereignisse die Verbindungslinien zwischen ihnen noch kaum eingehender thematisiert wurden, also der Bezug zwischen den reellen Menschengruppen, die mit diesen Kostümen jeweils repräsentiert werden.

 

Es ist nämlich eine schreckliche und traurige Geschichte, die diese beiden Gruppen miteinander verknüpft.

 

Und es ist nicht nur die Geschichte einer Nation, die mit einem Ethnozid beginnt; die Geschichte jenes Staates, der gerne als die "älteste Demokratie" der Welt bezeichnet wird und dessen Verfassung die darin gepriesenen Menschenrechte dem nichtweissen Teil der Bevölkerung sehr lange vorenthielt; es ist eine Geschichte von Unterdrückung, Vertreibung und Massenmord.

 

Es ist die Geschichte von chauvinistischen weisshäutigen Männern, von Imperialismus, Kolonialismus und von weiteren Irgendwas-Mussen.

 

Und somit ist es auch unsere Geschichte.

 

Wer die Entrüstung gegen die Schwyzer KKK-Kostüme oder die Weisung der Hamburger Kita, keine Indianerkostüme zu tragen, lediglich unter der mentalen Zorn-Rubrik "Jetzt darf man gar nichts mehr" verbucht, ist geistig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

 

Ist es wirklich noch harmlos, im einen Fall offensiv eines rassistischen und mörderischen Bundes zu huldigen, dessen Mitglieder im 19. Jahrhundert über 20'000 nichtweisse Menschen lynchten, und im anderen Fall arglos den "Indianer" zu spielen, wo man doch um das traurige Schicksal der Ureinwohner Amerikas weiss?

 

Was den Schwyzer Fackelzug angeht, wurde der von der SVP erwartungsgemäss sehr schnell gleich mal als "Jux" bezeichnet und als belanglos abgetan, was bezeichnend genug ist und eigentlich keines weiteren Kommentars bedarf. Denn SVP-Mitglieder hocken ja zuweilen im selben Restaurant, in dem sich jene rechtsextreme Szene trifft, die es laut des kantonalen Parteipräsidenten gar nicht geben soll. In diesem Restaurant wurde 2013 übrigens die Parole zur Masseneinwanderungsinitative gefasst.

 

Seitens der SP wird jetzt hingegen erwartungsgemäss erwartet, dass rechtsextreme Symbole gesetzlich verboten werden. Doch sind Verbote das Richtige? Vielleicht, denn es wäre so zumindest juristisch klar, wie - oder immerhin, dass - im gegebenen Fall reagiert werden soll. Doch die Betreffenden werden dies mit Sicherheit in gewohnter Manier zum willkommenen Anlass nehmen, sich selbst als Opfer eines un(ge)rechten und linkslastigen Rechtstaats zu stilisieren.

 

Möglicherweise könnte es daher die grössere Wirkung haben, wenn die KapuzenträgerInnen nicht hinter verschlossenen Türen gerichtlich verurteilt würden, sondern wenn sie sich einfach mal öffentlich und mit sichtbarem Gesicht erklären müssten.

 

Hinstehen, sich zeigen und dazu stehen, dass man Rassist ist, dass man Menschen aus anderen Kulturen als minderwertig betrachtet, dass man nicht rassenreine Eidgenossen in diesem Land nicht will, dass und warum man sich selbst den Menschen anderer Herkunft gegenüber für überlegen und höherwertig hält.

 

Nicht zuletzt würde so auch die teilweise schwankende Öffentlichkeit direkter damit konfrontiert und eindringlicher dazu angehalten, generell und eingehender über die stillgeschwiegenen Voraussetzungen und unverstandenen Selbstverständlichkeiten der eigenen Kultur und die Mythen und mentalen Infrastrukturen, mit denen wir unreflektiert unser Weltbild kreieren, nachzudenken und zu diskutieren.

 

Rechts(und Links)extreme sind auch an Fasnacht und egal, unter welcher Narrenkappe sie sich verstecken, keine lustigen Narren, sondern gefährliche Idioten.

 

PS:

Auf Youtube findet sich übrigens ein Video, dessen Macher felsenfest davon überzeugt ist, dass der KKK ursprünglich aus der Schweiz stammt. Seine "Beweise" dafür rangieren auf der Stichhaltigkeitsskala zwar irgendwo zwischen absurdem Quatsch und lächerlichem Blödsinn. Darin, dass er bei einem Teil der helvetischen Bevölkerung ein gewisses Mass an Xenophobie diagnostiziert, was er dann mit einer Reihe der bekannt-berüchtigten SVP-Plakaten belegt, liegt er hingegen schon nicht ganz falsch.


Foto: Freiburg Tourismus
Foto: Freiburg Tourismus

10.03.2019 - Patricia Jungo

Paten für die Buchdoktorin

Im Franziskanerkloster Freiburg werden jahrhundertalte Bücher restauriert. Das Kloster setzt nun auf Crowdfunding, um die Finanzierung der Restaurierungen auch weiterhin sicherzustellen. Dieser neue Weg funktioniert ganz gut und die Restauratorin, Beate Degen, kann mit ihrer Arbeit beginnen. Für sie wäre der ideale Weg für alte Bücher, sie im dunklen und klimatisierten Kulturgüterschutzraum geschlossen aufzubewahren. Die Besitzer hingegen sind natürlich stolz ihre kostbaren Bücher ausstellen zu dürfen. Das Franziskanerkloster zeigt momentan 10 seiner 35‘000 Bücher. Diese haben dringend eine Restauration nötig. Sie sind mehrere Hundert Jahre alt und suchen nun seit letzten Oktober Patinnen und Paten, die mithelfen, die zur Restaurierung der 10 Bücher benötigten 60‘000 Franken zu sammeln. Bis jetzt sind rund 30‘000 Franken zusammengekommen. Die Konstanzerin kannte das System aus Deutschland und die Buchpatenschaften waren ihr Vorschlag. Um ein Buch zu restaurieren, rechnet Beate Degen mit ungefähr 50 Stunden Arbeit und Kosten von rund 5‘000 Franken. Manche Bücher sind mehrere Kilogramm schwer und ein Buchdeckel kann schon einmal einen halben Meter lang sein. Zur Restaurierung trägt Beate Degen einen weissen Stoffhandschuh, der sich bräunlich verfärbt, wenn sie mit dem Finger über den Buchdeckel streicht. Das Leder, das mit Pflanzenstoffen gegerbt wurde, bröckelt oft ab und zur Erhaltung muss restauratorisch eingegriffen werden. Viele Bücher lagen oft Jahre lang offen in den Kirchen und haben so auch innen viel Staub und Dreck. Je nach Hartnäckigkeit des Staubes arbeitet Beate Degen entweder mit einer Bürste oder mit einem Skalpell. Der Staub wird aufbewahrt, wenn das Buch wissenschaftlich noch nicht erforscht wurde. Nach der Trockenreinigung werden nun die Seiten repariert. Dabei wird Ähnliches mit Ähnlichem geflickt. Oft kommt auch der Alleskönner, nämlich das Japanpapier, zum Einsatz. Es besteht aus den Fasern des Maulbeerbaumes und ist besonders altersbeständig. Was den Büchern gut tut, weiss die Buchdoktorin genau.Die Restaurierungswerkstatt des Franziskanerklosters wurde vor genau 40 Jahren von Pater Otho Rayman gegründet. Im Oktober 2015 übernahm Beate Degen die Leitung.


10.03.2019 - Tony Lax

Political Correctness: Jetzt muss sogar Winnetou dran glauben!

Jetzt wird in einer Hamburger Kita doch tatsächlich das Indianerkostüm als Fasnachtsoutfit verboten!

 

Ja sowas!

 

Freilich, es wird nicht eigentlich strikt und streng verboten, sondern es wird eher eindringlich empfohlen, keine Kostüme zu tragen, die irgendwelche rassistischen und diskriminierenden Klischees bedienen. Das lange beliebte Scheich-Kostüm gehört also auch dazu.

Gut, wer will heute angesichts der massenhaften Enthauptungen in Saudi-Arabien und des islamistischen Terrors noch den lustigen Fasnachts-Scheich spielen?

 

Aber "Indianer"!

Herrgott nochmal!

 

Winnetou ist doch einer der Helden unserer Herzen! Wir verehren ihn, das hat doch nichts mit Diskriminierung oder gar allfälligem subtilem Rassismus zu tun.

 

Oder?

 

Und wenn es sich ja sonst im Leben schon nicht geziemt, sich mit fremden Federn zu schmücken, dan doch bitte wenigstens an Fasnacht. Der Federschmuck der Indianer ist doch wirklich was Schönes - und hinsichtlich der Political Correctness gewiss etwas völlig Unverdächtiges.

 

Oder?

 

Also bitte!

 

Lasst die Kinder doch Kinder sein, denen geht's um Spass und Kreativität - und bestimmt nicht um ein rassistisches Statement!

 

Ok, wie viel das Tragen eines Indianerkostüms tatsächlich mit Kreativität zu tun hat, wäre noch genauer klären. Aber dass Kinder sich beim Tragen eines solchen Kostüms nichts Böses denken, ist wohl ziemlich klar. Es ist eher das Gegenteil: Ein solches Kostüm stellt vielmehr eine Ehrerbietung dar und verleiht dem Träger oder der Trägerin zumindest einen leichten Abglanz jenes imaginären Glanzes, in dem Winnetou als Inbegriff des Indianers auf der Leinwand des Kopfkinos erstrahlt.

 

Nun gut - Winnetou hat's nicht gegeben, er ist die erdachte Figur eines deutschen Romandichters, der zum einen nie einen lebenden "Indianer" gesehen hat und zum andern zuweilen nicht mehr zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden vermochte und sich sogar selbst für Old Shatterhand hielt.

 

Aber das ist eigentlich gar nicht wichtig.

 

Wichtiger ist, wie eine entrüstete Hamburger Mutter findet, dass sich bestimmt nirgendwo ein "Indianer" finde, der das fasnächtliche Indianerkostüm beleidigend oder gar verletzend findet.

 

Oder?

 

Doch! Man findet ihn und er findet es tatsächlich nicht lustig.

 

Und wer sich die Zeit nimmt, den auf 'vice.com' veröffentlichten Text des in Köln lebenden Tyron White, einem O'ohe Nuŋpa Lakota vom Stamm der Cheyenne River Sioux, zu lesen (Link siehe unten), der versteht auch, warum es zumindest Gründe gäbe, sich über die vermeintliche Harmlosigkeit des Indianerkostüms wenigstens mal ein paar Gedanken zu machen.

 

Man erfährt in diesem Artikel übrigens auch, welche Bedeutung eine Feder für einen "Indianer" hat.

 

Und: Dass es DIE "Indianer" ja gar nie gegeben hat.

 

Ob das Indianerkostüm jetzt tatsächlich verschwinden soll? Ich weiss es nicht.

 

Und ob es in erzieherischer Hinsicht sinnvoller ist, wenn sich das Kind statt als Indianerfigur nun als Senftube verkleidet, vermag ich auch nicht so richtig einzuschätzen.

 

Bedeutsamer erscheint mir vielmehr, dass wir Erwachsenen das Fasnachtskostüm-Reglement der Hamburger Kita - ob wir es nun für sinnvoll oder für absurd halten - und generell die Forderungen der Political Correctness, so übertrieben wir sie vielleicht auch finden mögen, als Impuls für unser Nachdenken und unsere Gespräche über unsere Gesellschaft aufnehmen.

 

Denn nicht wenige unserer Selbstverständlichkeiten sind vielmehr unverstandene Gewohnheiten, auf die wir unreflektiert beharren, und nicht selten wurzeln sie sogar in irgendeiner Form von Ungerechtigkeit.

 

Gewiss: Wenn Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen, dann ist auch das ungerecht.

 

Einschränkungen in ihrem Recht auf Kindsein erfahren die Kinder allerdings auch jenseits irgendwelcher Restriktionen hinsichtlich der fasnächtlichen Kostümauswahl.

 


08.03.2019 - David Aebischer

Simu Fankhauser, der Vielseitige

Simu Fankhauser, der Solothurner Ex-bagatello Sänger ist schweizweit als Kindermusiker unterwegs. Der erfolgreiche Sänger & Kinderlieder- und Geschichtenschreiber ist zudem Gründer diverser Projekte, eines davon heisst arbeitsrentner.ch und wird von ihm seit über 7 Jahren geführt. Eine wundervolle Sache. Wie auch seine Musik wundervoll ist. Seine Kinderlieder und Geschichten lassen die kleinen Zuhörer und Erwachsenen gleichermassen in die Welt des lieben Waldkobolden „Pumpelpitz“ eintauchen. Simu Fankhauser ist vielseitig talentiert und aktiv. So schrieb er den Text und war Projektleiter und Sänger des «Soledurner Wiehnachtslied», ist Mitglied im Vorstand des Vereins «pro Vorstadt» in Solothurn und schreibt seit 2015 Geschichten und Lieder für Pumpelpitz. Er ist schweizweit mit Kinderkonzerten unterwegs und erfreut Kinder- und Erwachsenenherzen, wo auch immer er mit seinem wunderschönen Programm auftritt. Ein talentierter Künstler also, der eindrücklich beweist, dass Vielseitigkeit mit Nichten ein Nachteil oder gar besorgniserregend ist, sondern Talent, Können, Vermögen und Spass gekonnt vereint. So erstaunt es denn auch nicht, dass man die Liste seiner Aktivitäten und Erfolge weiterführen kann. Im 2015 gründete er den Kinderchor „Simu und die Berner Kidz“ und ist seit 2012 Sänger & Lied- und Geschichtenschreiber für den Kinderverlag «Chinderwält». Begleitet wird Simu Fankhauser live von Tom Gisler, der als Multiinstrumentalist im Halbhintergrund mitwirkt und eine wichtige Rolle inne hat.

 

Simu Fankhauser mit seinem Kinderprogramm „Pumpelpitz“; das ist kurzweilige Unterhaltung mit einer hohen Augenzwinkertaktrate. Ein Besuch ist ein Muss, will man sich nicht eine Perle Schweizerischen Kulturschaffens entgehen lassen.

 

Weiterführende Informationen auf der Künstlerwebsite: simu-musig.ch


 Foto: lucamusic.ch
Foto: lucamusic.ch

07.03.2019 - DMZ

Was man lange tuschelte ist nun klar - Luca Hänni vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest in Israel.

SRF, RTS, RSI und RTR haben gemeinsam entschieden, dass Luca Hänni nach Israel fahren darf. Sparmassnahmen beim Schweizer Fernsehen zwangen die Organisatoren der Schweizer Delegation dieses Jahr ohne TV-Entscheidungsshow einen Künstler auszuwählen. Zwischen dem 1. September und 1. Oktober 2018 konnten die Schweizerinnen und Schweizer bei der SRG ihre Songs einreichen. Über 420 Songs waren es schlussendlich aus welchen im Anschluss von einer 100-köpfigen Zuschauerjury und zwanzig Fachjuroren ein Sieger erkoren wurde.

 

Der Eurovision Song Contest findet vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv statt. Vorjahresgewinnerin Netta brachte mit ihrem Sieg in Lissabon den grössten Musikwettbewerb der Welt in die Stadt am roten Meer. Luca Hänni veröffentlichte heute ein Video seines neuen Songs «She Got Me» auf Youtube, mit welchem er in Israel antreten wird.

 

Luca Hänni wird also für die Schweiz am Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten. Nach vielen dürren Jahren soll es nun ein bereits erfolgreicher Musiker richten.


Bild: Sam Buchli
Bild: Sam Buchli

06.03.2019 - David Aebischer

Polizei fährt in Menschengruppe?

Laut der Reitschule soll ein Polizeifahrzeug in eine Menschengruppe gefahren sein. Die Kantonspolizei widerspricht. Beim Polizeieinsatz bei der Reitschule in der Nacht vom 1. auf den 2. März 2019 soll ein Fahrzeug der Polizei absichtlich in die Menge gesteuert worden sein. Der Polizeidirektor nimmt Stellung zum Video auf Online-Kanälen. Bereits kurz nach dem Einsatz  kursierte auf bestimmten Online-Kanälen ein Video, das durch seine Aufmachung die mediale Berichterstattung bewusst zu beeinflussen und die Legitimität des polizeilichen Handelns zu diskreditieren versuchte, so die Erklärung des Polizeidirektors. In dem Video, welches die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) auf Facebook verbreitete, ist eine Gruppe schwarz Vermummter zu sehen, die eine Mauer besprayen. In einer späteren Einstellung wird ein schwarzer Personenwagen sichtbar, der auf eine Menschengruppe in der Nähe der Sprayer fährt. Die Personen rennen vor dem Auto weg und Vermummte sind zu sehen, die Objekte auf das Fahrzeug werfen.

Die Polizei- und Militärdirektion nimmt den Vorfall und dieses Video zum Anlass, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Regierungsrat Philippe Müller zeigt sich über den Umstand besorgt, wie das publizierte Video von den tatsächlichen Vorkommnissen und Schwierigkeiten rund um die Situation bei der Reitschule ablenken würde. Es sei augenscheinlich, dass mit dem Video versucht werde, die Legitimität des polizeilichen Handelns in Frage zu stellen.

Die Anschuldigungen gegen Mitglieder des Berner Polizeikorps konnten bisher nicht belegt werden bzw. werden grösstenteils durch das Video selbst entkräftet. Eine Gefährdung ist durch das Polizeifahrzeug auf dem Video nicht wirklich auszumachen, hingegen sind auf dem Video strafbare Handlungen vermummter Personen sowie gewalttätiges Vorgehen gegen die im Einsatz stehenden Polizisten und ihr Fahrzeug (Flaschenwürfe, Feuerwerkabschuss aus nächster Nähe) deutlich zu sehen. Die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten ist Aufgabe der Polizei, deshalb scheint es auch durchaus vernünftig gewesen an diesem Abend auszurücken.

Das Video wurde in der Zwischenzeit überarbeitet und es wurde damit versucht, Gewalttätigkeiten zahlreicher vermummter Personen unkenntlich zu machen. Einmal mehr zeigt sich an diesem Beispiel, dass Bildmaterial, das ohne Faktencheck verwendet wird und ungesichert, gemachte Aussagen über Vorkommnisse immer (noch) Menschen findet, die dies dann als Tatsache sehen.


05.03.2019 - DMZ

15. Bühnenprogramm von Peach Weber: „iPeach“

Peach Weber im Saalbau Froburg in Wiedlisbach

 

Peach Weber erfindet sich immer wieder neu! Hat er in den bisherigen 14 Programmen doch vorwiegend Gäx, Gedichte und Lieder zum Besten gegeben, verblüfft er im neuen Programm „iPeach“ mit Gedichten, Liedern und Gäx! Am Mittwoch, 15. Mai 2019 wird Peach Weber im Saalbau Froburg in Wiedlisbach auftreten.

 

Seine Entwicklung ist nicht aufzuhalten, als Höhepunkt des Wandels wird er auf dieser TOUR ganz andere Socken tragen und als Zwischenverpflegung nicht mehr auf schnöde Schinken-Sandwiches, sondern als Zeichen des Neuanfangs nur noch Salami-Sandwiches essen.

Seit bald 40 Jahren ist er ununterbrochen in der Comedy-Branche aktuell und haut nun sein 15. Programm raus:

 

„iPeach“. Es ist das neueste Produkt aus Silly Valley. Das Programm wird auf allen Kanälen die Welt erobern, von CD bis Spott-ify....... Da gibt es keine Diskussion mehr, das ist der Hammer. Das Publikum wird vor Lachen explodieren.

Menschen werden plötzlich wieder einen Sinn im Leben sehen, nicht mehr rauchen, saufen, keine Drogen mehr nehmen. Sie werden sich auf der ganzen Welt für Frieden einsetzen und die Klimakatastrophe mit aller Kraft verhindern. Sie werden Diktatoren stürzen, Demokratie verwirklichen, die Erde wird wieder zu einem Paradies werden und das nur durch einen Mann: Peach Weber, den Knallfrosch aus dem Aargau! Er wird fortan jedes Jahr den Friedensnobelpreis erhalten. Er wird die Weltreligionen versöhnen und auf einen gemeinsamen Nenner bringen. James Bond wird ihn um Rat fragen. Es wird ihm ein Denkmal errichtet werden, das sämtliche Wolkenkratzer der Welt überragen wird. Der Burj Khalifa wird daneben wie ein Zäpfchen aussehen. Es werden alle Neugeborenen aller Kontinente auf den Namen „Peach" getauft werden.

 

Er aber wird sich von dem nicht beeindrucken lassen, bleibt bescheiden und wird nach seiner Vorstellung am 15. Mai 2019 den Saalbau Froburg in Wiedlisbach selber aufräumen und besenrein übergeben. Ja, so ist er, der Meister, die Atombombe unter den Damenfürzchen, die Titanic unter den Pedalos, die Mortadella unter den Cipollatas.

 

PEACH WEBER – Programm „iPeach“

Mittwoch, 15. Mai 2019, 20.00 Uhr

WIEDLISBACH, Saalbau Froburg

Kassa- und Türöffnung: 19.00 Uhr, Ende: ca. 22.20 Uhr

Tickets: CHF 55.00 / 47.00 / 39.00

Vorverkauf: www.eventhouse.ch und www.starticket.ch

 

Weitere Vorstellungen:

Dienstag, 14. Mai 2019, Spiez, Lötschbergzentrum

Mittwoch, 29. Mai 2019, Sursee, Stadttheater


05.02.2019

Endlich hat auch Grenchen eine Sage

David H. Aebischer schrieb eine packende Sage von der Leberhexe (Läberhäx) über und um Grenchen.

Mit Francisco Roblas, Agnes Thalmann, Emil  Casutt, Sahron Lüpold und Patricia Jungo hat der Autor die idealen Übersetzerinnen und Übersetzer gefunden, so dass letztlich die Sage in sechs Sprachen erschienen ist (Raven Verlag).

 

Schauplätze der Sage sind u.a. das Obere Brüggli, die Wandfluh, die Grenchenberge und der Rabenwald. Der Bergluft und der Grenchner Bach spielen ebenso eine Rolle in der unheimlichen Sage, wie auch die Grenchnerburg mit ihrem Ritter Hadwig.

 

www.verlag-raven.ch  / www.davidaebischer.ch