Archiv - März 2019

19.03.2019 - Patricia Jungo

Von Ritualen

Kinder lieben es, wenn die Eltern immer das gleiche Lied singen oder dieselbe Geschichte erzählen, Tag für Tag, Abend für Abend, Woche für Woche. Das Märchen oder Hörspiel, das schon unzählige Male gehört wurde, will noch einmal gehört werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Papa oder Mama es längst nicht mehr hören können. Kinder lieben Wiederholungen. Das ist völlig normal und gehört zur kindlichen Entwicklung. Kinder schaffen damit echte Rituale, die ihnen im Alltag als Orientierungs- und Strukturierungshilfen dienen und geben uns so auch Einblick in ihre Wertewelt. Was wichtig ist, wird gelebt und in den Alltag einbezogen; es hat also einen Wert. Gemäss den Erkenntnissen der Hirnforschung entwickeln die Kinder dieses Wertebewusstsein bereits mit drei Jahren. So lernen sie unterscheiden, kennen „ja“ und „nein“ und beginnen Werte im sozialen Zusammenleben besser zu verstehen. Rituale helfen ihnen dabei. Was sind eigentlich Rituale genau? Man kann sie als symbolische Handlungen (auch szenisch/gestisch) bezeichnen, die Kontakt schaffen zu natürlichen und gesellschaftlichen Grundkräften. Sie machen diese sichtbar und auch Krisen werden darin bearbeitbar. Oft bewähren sich im Alltag von Kindern solche Rituale am besten, die ganz selbstverständlich daher kommen. Daher ist es grundlegend, dass Eltern sich mit ihren eigenen Werten auseinandersetzen und auch überlegen, welche Werte zentral sind für das harmonische Zusammenleben und welche eventuell überholt sind. Rituale sind wundervolle Helfer in Alltag und Erziehung:

  • Spracherwerb, Lernen und Konzentrieren werden erleichtert.
  • Selbständigkeit wird gefördert.
  • Ordnung und Orientierung wird geschaffen.
  • Halt und Geborgenheit wird vermittelt.
  • Ängste nehmen ab.
  • Krisen werden einfacher bewältigt.

So kann beispielsweise eine Gutenachtgeschichte, immer zur gleichen Zeit, dazu beitragen, dass sich die Angst vor der Dunkelheit verringert, da die kindliche Phantasie dann bei der Geschichte weilt. Neben vielen kleinen Alltagsritualen gibt es auch die grossen: Geburtstage, Feiertage, Traditionen und Bräuche. Bräuche sind auch heute noch sehr wichtig. Schon früher dienten sie dazu, dem Menschen einen Platz im Leben zu geben. Gibt man ihnen Wichtigkeit im eigenen Leben, haben sie auch heute immer noch eine besondere Kraft. Ein weiterer Vorteil von Ritualen ist ihre positive Wirkung auf das Selbstvertrauen. Sie vermitteln Verlässlichkeit, Geborgenheit im Leben, Werte und Regeln des täglichen Lebens. Dies hilft dem Kind, selbstbewusster und auch konfliktfähiger zu werden. Es gibt Rituale, die aus der Familientradition entstehen und es gibt andere, die einfach nur aus Zufall entstehen. Jede Familie findet bestimmt die zu ihr und zu verschiedenen Situationen passenden Rituale, mit denen sie Werte bestmöglich weitergeben kann. Wenn eine immer wiederkehrende Handlung der Familie gut tut, sie in den Alltag integriert werden kann, entsteht automatisch ein Ritual daraus. Oft sind dies ganz kleine Dinge. Doch auch das beste Ritual soll den Alltag und das Miteinander niemals starr und zwanghaft machen. So kann man Rituale natürlich auch abändern, durch neue ersetzen oder einfach weglassen. Rituale sind etwas Schönes, für Kinder und Erwachsene. Wie schön ist ein Ritual zu Begrüssung oder Abschied in der Familie oder unter Freunden! Es gibt uns das Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit. Ob wir die Nasen aneinander reiben wie die Eskimos oder uns einfach fest in den Arm nehmen und einander ein Lächeln auf den Weg geben, spielt dabei nur eine bescheidene Rolle!


18.03.2019 - David Aebischer

Der Mensch, der Gaffer

Den gemeinen Gaffer hat es immer schon gegeben. Gaffer, oder Schaulustige sind Zuschauer, die ein spektakuläres Ereignis beobachten, die davon irgendwie magisch angezogen werden. Bei Unglücken wie Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalttaten sind sie besonders häufig anzutreffen, gemäss Angaben von Polizei, Feuerwehr und Sanität. So werden regelmässig Rettungsarbeiten und/oder der Verkehr behindert und andere Menschen in Gefahr gebracht. Das Gaffen ist grundsätzlich eine ganz archaische Funktion, da es für den Menschen immer wichtig war, seine Umgebung, etwa auf Gefahren, zu prüfen. Im Zusammenhang mit Gewalt, kann es auch eine sozialpsychologische Wirkung haben, da Dinge, die uns erregen, biochemische Reaktionen schaffen. Manche Menschen suchen geradezu nach diesen Reizen, schauen sich Videos an oder filmen mit, wenn sie selbst an eine Unfallstelle kommen. Die Berichte über Unfälle mit Schaulustigen mehren sich, auch die wachsende Aufdringlichkeit ist beängstigend.

 

Dass nicht alle stehen bleiben und Fotos machen, liegt wohl am Anstand, der als Kontrollmechanismus wirkt. Durch das Smartphone wird das Bedürfnis, einen Unfall festzuhalten, wahrscheinlich noch zusätzlich verstärkt. Die meisten Menschen sind aber in erster Linie einfach betroffen. Zum Glück. Diese Betroffenheit kann auch blockieren, aber die Hilfe steht klar an erster Stelle und definitiv vor dem Handybild. Die neuen Sichtschutzwände, die seit Monaten angeschafft werden, helfen tatsächlich, dieses Gaffer-Phänomen zu bremsen. Wenn es nichts zu sehen gibt, haben die Leute keine Veranlassung langsam zu fahren. Auch die Tatsache, dass es Strafen geben kann, hilft. Strafen haben durchaus einen erzieherischen Effekt.

 

Heute gab es aktuell leider auch wieder einen Fall, wo die Polizei ausrücken musste, weil unzählige Gaffer einen Rettungshelikopter im Kanton Solothurn belagerten. Nur so war es den Sanitätern möglich ihrem kleinen Patienten in Ruhe helfen zu können. Im solothurnischen Gretzenbach brauchte ein kleiner Junge schnelle Hilfe. Der Rettungsdienst rückte mit einer Ambulanz und einem Helikopter ins Staldenacker-Quartier aus. Dem Jungen geht es in der Zwischenzeit wieder besser.


18.03.2019 - DMZ-MM

Solothurn: Lenker verliert Kontrolle über Auto

Ein Automobilist hat am Sonntagmorgen die Kontrolle über sein Auto verloren. Nach der Kollision mit einer Hausfassade kam das Fahrzeug auf der Seite liegend zum Stillstand. Der Lenker wurde leicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen steht ein medizinisches Problem im Vordergrund.

 

Am Sonntag, 17. März 2019, kurz nach 7.30 Uhr fuhr ein Automobilist von der Schöngrünstrasse (Kreisverkehr) herkommend in Richtung Dorfzentrum Zuchwil. Auf der Zuchwilerstrasse in Solothurn verlor der 65-jährige Mann die Kontrolle über sein Auto. Er kollidierte in der Folge mit einem Inselleuchtpfosten und prallte schliesslich in eine Hausfassade. Das Auto kam auf der Seite liegend zum Stillstand. Aufgrund der Lage des Fahrzeuges musste zur Bergung des Lenkers die Feuerwehr Solothurn aufgeboten werden. Der Mann wurde leicht verletzt zur Kontrolle in ein Spital gebracht. Nach ersten Erkenntnissen steht ein medizinisches Problem im Vordergrund. Das komplett beschädigte Auto wurde abgeschleppt.

 

Personen, die Angaben zum Unfallhergang oder der Fahrweise des Lenkers machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Solothurn zu melden, Telefon 032 627 71 11.


18.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


Bild: www.unsertirol24.com
Bild: www.unsertirol24.com

18.03.2019 - Tony Lax

"Kei Dreck besser."

Der Ärger über den Müll, denn die für mehr Klimaschutz Demonstrierenden zurücklassen, ist gross – und sachlich gesehen auch berechtigt.

Die Klimaschutzdemo-Skeptiker*innen legen inzwischen freilich einen geradezu erstaunlichen und höchst emotionalen Aktivismus an den Tag, wenn es darum geht, zu zeigen, wie unaufrichtig und unglaubwürdig die Klima-Kids doch seien. Z. B. im folgenden Kommentar zu einem auf Facebook geposteten Foto:

"Hier ein Bild von führenden Demo Kids von Thun heute. Papi fährt mit dem Diesel VW bis zu vordersten Möglichkeit. Der Kaffee aus dem Einwegbecher und die Zigaretten auf den Boden. Sorry höret uf . Kei Dreck besser ... "

 

"Kei Dreck besser."

Nun, Dreck ist nie gut - ausser im Rock'n Roll ("Meh Dräck!").

Doch: Keinen Dreck besser, was heisst das? Keinen Dreck besser als wer? Als diejenigen, die sich über die Klimastreiks und die demonstrierenden Kids ärgern? Soll das heissen, dass die, die sich über die - tatsächlich unschönen - Abfallhinterlassenschaften nerven, selber auch nicht besser sind?

 

"Papi fährt mit dem Diesel-VW" bis nach ganz vorne, heisst das hinter der Zeile so viel wie: Dieselauto fahren ist nicht gut? Und wenn ja: Gilt das für alle oder nur für Papis, die ihre Kids an die Demo fahren?

 

Kaffee aus dem Einwegbecher (vermutlich sogar aus Plastik) geht gar nicht. Stimmt - gilt das für alle, oder nur für die, die für mehr Klimaschutz demonstrieren?

 

Zigarettenkippen auf den Boden werfen ist eh eine Schweinerei (macht pro Stummel ca. 40 Liter Grundwasser kaputt) - das macht von denen, die den Umweltschutz-Kids jetzt so genau auf die Finger schauen, bestimmt niemand. Oder? - - -

 

Müllhinterlassenschaften sind wörtlich wie im übertragenen Sinne dasselbe: Müll - und zwar überall und bei allen.

 

Im leicht ironisch gefärbten Lichtkegel betrachtet, könnte man es wunderlich finden, dass wir den auf der Wiese liegenden Zigarettenstummel verächtlich "Müll", die danebenliegenden Tonnen Asphalt, die über die ganze Wiese führen, aber anerkennungsvoll "Strasse" nennen - und dass von "Umweltverschmutzung" zuweilen sogar dann die Rede ist, wenn der Zigarettenstummel nicht auf der Wiese, sondern auf der Strasse liegt. Dabei wäre dies doch eigentlich vielmehr eine Verschmutzung der Umweltverschmutzung.

 

Dennoch: Abfall gehört in den Kübel und nicht auf den Boden.

 

Was nun unsere demonstrierende Jugend angeht, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sie die - wie gesagt nicht unberechtigte! - Kritik wahr- und aufnehmen wird. Gut möglich also, dass es bei den nächsten Kundgebungen weniger Müll gibt.

Ich hoffe es.

 

Aber ich wünschte mir auch, dass alle, die jetzt bei den jugendlichen Klimaaktivist*innen genau hinschauen und jeden fallengelassenen Zigarettenstummel registrieren, diesen scharfen Blick auch auf ihr eigenes Umfeld richten.

Dann wäre für alle echt viel gewonnen.


18.03.2019 - DMZ - Wirtschaft

Fête des Vignerons mit Teilnahme mittelländischer Kantone

Die Fête des Vignerons in Vevey zählt zum Kulturerbe der UNESCO. Sie bringt Generationen zusammen, vereint Menschen aus Städten, Dörfern und Weinbergen, Einheimische sowie Reisende aus dem Ausland. Das Winzerfest gibt jedem die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen und an einer gemeinsamen Show mitzuwirken, die auf der Welt einzigartig ist.

 

Vom 18. Juli bis am 11. August 2019 zelebriert Vevey zum 12. Mal die Fête des Vignerons. Das grosse Fest der Weinbauern des Lavaux findet einmal pro Generation statt. Erstmals in der Geschichte wurden 2019 alle Kantone zu Kantonstagen eingeladen. Einige Kantone aus dem Mittelland werden daran teilnehmen.

Weiterführende Informationen laufend aktualisiert auf www.fetedesvignerons.ch.


17.03.2019 - Patricia Jungo

Frische Luft gegen antibiotikaresistente Bakterien ?

In einer Meldung zu einer Grazer Studie zur Vielfalt von Keimen in Spitälern heisst es, frische Luft könnte eine Hilfe im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien sein. Patrice Nordmann, ein Schweizer Resistenzforscher, glaubt nicht daran. Antibiotikaresistenzen sind besorgniserregend und so geniessen Studien und Forschungsergebnisse dazu auch rasch mediale Aufmerksamkeit. Dies gilt ebenfalls für eine Studie, die an der Technischen Universität von Graz (TU) gemacht wurde. Dabei untersuchte ein Team den Einfluss von Hygienemassnahmen auf die Entwicklung von Resistenzen. Verglichen wurden alle Mikroorganismen und Antibiotikaresistenzen in der Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz mit hygienisch vergleichbar gehaltenen Räumen der Luft- und Raumfahrtsindustrie sowie mit öffentlichen und privaten Gebäuden, bei denen es keine speziellen Hygienebedingungen gibt. Gemäss Analysen liegen in extrem hygienischen Räumen weniger unterschiedliche Keime vor. Dafür findet man aber mehr unterschiedliche Resistenzen als in weniger hygienischen Räumen. Umgekehrt gibt es in Räumen, die eine grosse Vielfalt an Keimen aufweisen, weniger Resistenzen. Gemäss Meldung der TU Graz könnte demnach eine Hilfe sein, die Vielfalt der Keime in den Spitalräumen stabil zu halten, beispielsweise mit regelmässigem Lüften, Zimmerpflanzen oder gezieltem Einsatz von Mikroorganismen. Solche Vorschläge hält Patrice Nordmann, Leiter des Schweizer nationalen Referenzlabors zur Früherkennung von Antibiotikaresistenzen und Resistenzmechnismen NARA in Freiburg für wenig sinnvoll. Gemäss Nordmann würden Pflanzen in Spitalzimmern die Kranken unmittelbar mit neuen und gefährlichen Bakterien belasten und aus diesem Grunde seien Zimmerpflanzen in Spitälern ja auch verboten. Als wirksame Methode sieht er das Screening von Patienten, die beispielsweise in Italien, Griechenland oder Indien hospitalisiert waren, da in gewissen Ländern ein echtes Problem mit Resistenzen besteht. Weiter wäre es sinnvoll, das Abwässer aus den Spitälern, in dem sich eine sehr hohe Anzahl resistenter Keime befindet, so zu kanalisieren, dass es nicht in die Umwelt läuft. Nordmann gibt zudem Entwarnung für die Schweiz und stellt klar, dass zwar die längerfristige Entwicklung nicht vorausgesagt werden kann, er aber für die nächsten 5 Jahre zuversichtlich ist. Seiner Meinung nach sind viele Zahlen, die man bei uns hört und liest, das Ergebnis von Hochrechnungen und entsprechen nicht der Wirklichkeit.


17.03.2019 - Marco Perroulaz

Rivella - bitterer Rückzug aus Deutschland

Eben musste sich Rivella aus dem Süddeutschen Raum zurückziehen. Offenbar war es in zehn! Jahren nicht gelungen, dort wirklich Fuss zu fassen. Im übrigen Landesteil hatte man schon gar keine Chance. Schade eigentlich! Unsere Nachbarn verpassen etwas, was die Holländer wohl sehr zu schätzen wissen. Holland sei ein wichtiger Markt für das Unternehmen (notabene der älteste Exportmarkt), das immerhin einen guten Viertel seiner Jahres-Produktion von über 100 Millionen Litern im Ausland verkauft, heisst es.

 

»Wella« war eines der ersten Worte, die mein Neffe damals benutzte. »Wella!« war für ihn gleichbedeutend mit »Durst!«. Und er bekam nun wirklich nicht immer gleich ein Rivella zu trinken. Gegen seinen grossen Durst aber hat ihm dieses scheinbar geschmeckt. Über den Rivella Kult wusste er noch nichts. Durst hat man halt gelegentlich. Und Rivella, das Milchsäuregetränk aus Schotte, löscht ihn nachhaltig finde ich. Leider aber hat Rivella Rot (das klassische) mit 25% Anteil viel zu viel Zucker. 14% sind es bei Rivella Grün und lobenswerterweise nur gerade 4% bei Rivella Blau, dem weltweit ältesten kalorienreduzierten Getränk.

 

Wem wäre Rivella nicht bekannt? Rivella ist Kult. Für uns Schweizer. Denn Rivella ist seit Jahrzehnten Sponsor der Schweizer Ski-Nationalmannschaft. Von daher wissen wir: »Sportler trinken Rivella!«. Und alle kennen das Getränk in der braunen Flasche, typischerweise mit roter Etikette. Rot wie unsere quadratische Landesflagge.

 

Rivella ist aber für mich nicht einfach nur ein Getränk. Vielmehr ist es eines meiner Lieblingsunternehmen auf das ich als Patriot stolz bin. Und seit der Gründung 1952 ist es ein eigenständiger Schweizer Familienbetrieb geblieben. Eines jener aussterbenden Vorzeige-Unternehmen, von denen wir früher einige hatten. Die meisten wechselten in kurzer Zeit (und gelegentlich unter merkwürdigen Umständen) in ausländische Hand. Sie sind heute keine Schweizer Unternehmen mehr, auch wenn viele Konsumenten diese immer noch als solche sehen wollen. Und auch wenn auf den Produkten immer noch eine Schweizer Flagge (bsp. Swiss) oder ein Matterhorn (Toblerone) prangt. Rivella bleibt. Hoffentlich!


17.03.2019 - Tony Lax

Wo ein Wille ist, ist auch eine Verantwortung: Warum die Klimaschutzfordernden recht haben, selbst wenn sie sich irren würden.

Die Jugendlichen – und mit ihnen auch viele Erwachsene – haben wieder zahlreich demonstriert. Für nicht wenige unter den Jugendlichen war die Demo verbunden mit einem Schulstreik, in einigen Kantonen sind zurzeit allerdings die Sportferien, was wohl nur wenige davon abgehalten haben wird, trotzdem an den Kundgebungen teilzunehmen. Schliesslich geht es ihnen primär ums Klima und nicht allein ums Schulschwänzen.

Proportional zu der z. T. sogar die Veranstaltenden überraschend grossen Anzahl an Demonstrierenden artikuliert in den Social Media die vorwiegend adulte Gegnerschaft ihre Ablehnung und ihren Unmut mit ebenfalls überraschenden Vehemenz.

 

Vom netten Ratschlag an die Jugendlichen, doch besser brav in die Schule zu gehen und sich dort für ein produktives und der Gesellschaft dienliches (Berufs-)Leben vorzubereiten, über Forderungen, doch bitte die ramponierte Umwelt selber und schleunigst zu retten, anstatt nur für diese Rettung lauthals zu demonstrieren, bis hin zu Anfeindungen und Verbalattacken, die aus der untersten Schublade hervorgeholt werden, findet sich so ziemlich alles, was da empörte Erwachsene an die jugendlichen Klimaaktivist*innen herantragen.

 

Es ist erstaunlich, mit welcher Wucht und Aggression gegen diese neue, von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg inspirierte Bewegung agiert wird.

 

Es ist auch erschütternd, mit wie viel Energie und hanebüchenen Argumenten versucht wird, die wissenschaftlich längst erbrachte Evidenz des menschlichen Anteils am sich für uns ungünstig entwickelnden Zustand der Biosphäre wegzupalavern.

 

Es ist insbesondere höchst erschreckend, dass die Forderungen nach einem konsequente(re)n Klimaschutz sowie der dabei unumgänglichen Reflexion und wohl auch Änderungen unserer hergebrachten Lebensweise in weiten Kreisen geradezu als existenzielle Bedrohung wahrgenommen wird. Bei der gestrigen "Arena"-Sendung (15.3.19), in der Politiker und Wirtschaftsvertreter einer Gruppe jugendlicher Aktivist*innen gegenüberstand, konnte schon nach wenigen Minuten ein nachdenklich stimmendes Fazit gezogen werden: Die Jugendlichen redeten vom Klimawandel (z. T. auch ziemlich klug), die Politiker aber redeten sich um Kopf und Kragen - meist weniger darum bemüht, inhaltlich etwas Substanzielles beizutragen, als vielmehr darum, rhetorisch zu punkten.

 

In der öffentlichen Diskussion werden Warnungen als unrealistisch und wissenschaftlich unhaltbar abgetan und schwungvoll in den zunehmend CO2- und feinstaubkontaminierten Wind geschlagen. Das hat freilich auch eine höchst politische Komponente, denn mit dem Klimaschutz kommt ein genuin links-grünes Thema auf den Tisch und verdrängt das von den Rechten lange erfolgreich bewirtschaftete Ausländerproblem. Damit sehen die Rechtspopulisten ihre Diskurshoheit und ihre bisherige Macht im politischen Agenda-Setting gefährdet. Beim Diskutieren über Umweltprobleme greift das etablierte Freund-Feind-Schema, das beliebte Hochkochen der politischen Gemütssuppen mittels Befeuerung das Hasses auf den Anderen, nämlich nicht mehr. In der Debatte um die Aufrechterhaltung einer "enkeltauglichen" Lebenswelt ist man zudem selber nie nur Teil der Lösung, sondern immer auch Teil des Problems.

 

Aus Sicht ihrer Gegnerschaft sind die Jugendlichen, die sich für einen rigoroseren Klimaschutz stark machen, nicht zuletzt natürlich auch völlig unglaubwürdig, da sie weder auch ihre Handys, ihre Ferienflugreisen und das Mitfahren in Papas Auto verzichten wollen. Da entpuppen sich gewisse Oldies geradezu als scharfsichtige Detektive der Doppelmoral von Ponyhofbewohnern. Würden sie diesen analytischen Scharfblick nur auch mal bei sich selbst anwenden!

 

Doch: Selbst, wenn sich herausstellen würde, das der anthropogene Faktor beim Klimawandel kleiner wäre, als gemäss dem jetzigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse vermutet wird und selbst, wenn es Anzeichen zur Vermutung gäbe, es könnte sich in hundert Jahren rückblickend durchaus zeigen, dass sich der Klimawandel gar nicht so verheerend ausgewirkt habe, als heute befürchtet wird - selbst dann machen die Klimaschutzforderungen Sinn.

 

Vor 40 Jahren erschien das heute wohl kaum mehr gelesen Buch von Hans Jonas über "Das Prinzip Verantwortung". Aufgrund der unabweisbaren Feststellung, dass sich das Wesen menschlichen Handels im Zuge der enormen technologischen Entwicklung völlig verändert habe, bedürfe es, so Jonas, eines gänzlich neuen Verantwortungsbegriffs. Die vormalige Ethik ging noch stillschweigend davon aus, dass der menschliche Zustand durch die "Natur des Menschen und die Natur der Dinge" (15) in allen Grundzügen feststand, woraus sich das menschlich Gute auch unschwer und einsichtig bestimmen liess. Zudem war die "Reichweite des menschlichen Handelns und daher [auch die Dimension der] menschlichen Verantwortung [...] eng umschrieben." (ebd.)

 

Doch der technologische Fortschritt "hat Handlungen von so neuer Grössenordnung, mit so neuartigen Objekten und so neuartigen Folgen eingeführt", betont Jonas, "dass der Rahmen früherer Ethik sie nicht mehr fassen kann." (26) Deshalb brauche es eine Art "Notstandsethik", die von einer sogenannten "Heuristik der Furcht" (63), im Sinne eines "Vorrang[s] der schlechten vor der guten Prognose" (70ff), geleitet würde. Die Heuristik ist ein Verfahren oder Vorgehen, bei dem versucht wird, auf einer noch unvollständigen Informationsbasis in kurzer Zeit dennoch zu wahrscheinlichen Aussagen oder praktikablen Lösungen zu kommen.

 

Für Jonas ist es zudem nicht mehr das Überzeitliche oder Mächtige (Gott, Herrscher, Gesetz) das uns moralisch verpflichtet, sondern vielmehr das Zerbrechliche, das Schwache und auch das noch nicht artikulierungsfähige menschliche Leben, kurz: die natürlichen Lebensgrundlagen, die Nicht-Privilegierten, die nächsten Generationen – die Zukunft.

 

Das Beziehung zwischen Mensch und Natur ist bei Jonas daher konsequenterweise auch kein Herrschaftsverhältnis mehr, sondern eben ein Verantwortungsverhältnis. Und da die Natur, auch wenn sie dem Menschen immer wieder ihre Macht beweist, aufgrund der technologischen Machtentfaltung des Menschen, mittels derer er sich die Natur und deren Ressourcen aneignet, das Verletzliche sei, trage der Mensch auch die Verantwortung über den Zustand der Natur.

 

Man kann das auch etwas schlichter formulieren: Die Eingriffe des Menschen in die Natur sind intentional, also von einem subjektiven Willen motiviert, während es hingegen schwer ist, bei Eingriffen der Natur in die Mechanik des menschlichen oder gesellschaftlichen Lebens, z. B. einem Sturm, einer Dürre oder eines Erdbebens, von bewussten Absichten zu sprechen. Wo aber ein Wille ist, ist auch eine Verantwortung.

 

Da es nun gerade hinsichtlich der genannten Naturphänomene ja auch um die Frage geht, welchen Anteil unser Handeln auf diese hat, sind wir in die Pflicht genommen. Und daran erinnern uns die demonstrierenden Jugendlichen.

 

Und deshalb haben sie recht.

 

Auch wenn alles möglicherweise gar nicht so schlimm kommen würde, wie es möglicherweise kommen wird.

 

Hans Jonas greift für die Begründung einer Verantwortungsethik auf "das Urbild aller Verantwortung" (234) zurück, nämlich das der natürlichen elterlichen Verantwortung für das neugeborene Kind, "dessen blosses Atmen unwidersprechlich ein Soll an die Umwelt richtet, nämlich: sich seiner anzunehmen. Sieh hin und du weisst." (235)

 

Und Jonas warnt: "[D]ie Anklage der Kinder und Enkel wegen versäumter Verantwortung – die umfassendste und praktisch vergeblichste aller Anklagen - kann jeden jetzt Lebenden treffen." Doch er fügt noch hinzu: "Ebenso der Dank." (241f.)

 

Daher: Jede/r muss sowohl im privaten Bereich das Kleine ihm Mögliche tun als auch wahrnehmbar darauf zu drängen, dass es Veränderungen im Grossen gibt (öffentliches Agieren).

 

Zurzeit beliebte Facebook-Diskussionen wie 'Dieselmotor versus Elektroauto' sind sinnlos undankbar und werden nur von Ewiggestrigen geführt.

 

Quellen:

- Hans Jonas (1979). Das Prinzip Verantwortung. Frankfurt am Main: Insel Verlag. Hier zit. aus der Suhrkamp-Taschenbuchausgabe 1. Aufl. 1984.

- "Heuristik": Wikipedia-Artikel


17.03.2019 - Patricia Jungo

Freiburger Woche gegen Rassismus

Die Freiburger Woche gegen Rassismus wird nächste Woche eröffnet. An 30 Veranstaltungen im ganzen Kanton wird es um das Thema „Grenzen“ gehen: Gruppenbildungen in unserer Gesellschaft, die zu rassistischer Diskriminierung führen. Im Alltag trägt die Diskriminierung vielfältige Gesichter: Kinder, die wegen ihrer Herkunft ausgelacht werden, Familien, die umsonst eine Wohnung suchen, Menschen, die aus finanziellen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeklammert sind u.v.m. Auf diese Weise kommt es in unserer Gesellschaft zu Gruppen, die sich voneinander abgrenzen. Die kantonale Fachstelle für die Integration für Migrantinnen und Migranten und für Rassismusprävention (IMR) will diese Problematik zusammen mit 20 Partnerorganisationen zum Thema machen. So ist die Freiburger Woche gegen Rassismus vom 21. Bis 31. März dem Thema „Grenzen“ gewidmet. Sie will auf die diversen individuellen und strukturellen Diskriminierungen hinweisen und auch Betroffene informieren, welche Anlaufstellen es für sie gibt. Oft fehlt gerade dieses Wissen und eine grössere Sensibilisierung ist notwendig. Dies wollen der Kanton und die 20 beteiligten Organisationen mit den 30 geplanten Veranstaltungen erreichen. Die Aktionswoche beginnt mit dem Eröffnungsevent am Donnerstag, 21. März 2019 auf dem Python-Platz in der Stadt Freiburg. Die Fachstelle und verschiedene Partnerorganisationen stellen sich vor. In diversen Gemeinden folgen dann Workshops, Diskussionsrunden und Vorführungen. Auch das Internationale Filmfestival Freiburg, das schon diese Woche startet, ist Teil des Programms. Mehrmals wird der Film „Eine schwarze Frau zu sein, ist nicht mein Beruf“ gezeigt. 16 Schauspielerinnen „of colour“ haben ein Manifest veröffentlicht, in dem sie ihre Diskriminierung im Film anklagen.


17.03.2019 - David Aebischer

Das beliebte Freiburger Skigebiet in Charmey ist am Ende

Weil die Betreiber der Bergbahnen Charmey kein Geld mehr haben, war der Komnkurs nicht mehr abzuwenden. Grundsätzlich liegt es nun am Kanton eine neue Gesellschaft zu finden. Dies wird allerdings kein einfaches Unterfangen. Seit letztem Wochenende stehen die Bergbahnen in Charmey still und die Wintersaison im Freiburger Skigebiet ist, vielleicht für immer, zu Ende. Auch der lange und engagierte Überlebenskampf der Bergbahnbetreiber hat im Konkurs ein jähes Ende gefunden. Das verkündete der Verwaltungsrat der Télécabine Charmey-Les Dents-Vertes an einer Medienorientierung. Die überschuldete Seilbahngesellschaft von Charmey hat am letzten Freitag ihre Bilanz deponiert.

 

Grosse wirtschaftliche Sorgen

Das Ende der Bergbahnen in Charmey macht natürlich auch grossen Teilen der lokalen Bevölkerung zu schaffen, nicht zuletzt, weil das Skigebiet ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste wirtschaftliche Rückgrat der Region war. Auch die Gastronomie in der Region zeigt sich schockiert und enttäuscht. Denn dank dem Skigebiet kamen Touristinnen und Touristen in die Freiburger Voralpen.

 

Noch im letzten November bestand Hoffnung für die Bergbahnen, da über eine Steuererhöhung abgestimmt wurde, um den Betrieb der Bahnen aufrecht zu erhalten. Die Gemeindeversammlung allerdings hatte eine Steuererhöhung abgelehnt und somit gleichzeitig das Ende des Skigebietes besiegelt.


17.03.2019 - DMZ Sport

Spielabbruch wegen GC Fans

Der Rekordmeister Grasshopper Club Zürich ist dem Abstieg geweiht. Im gestrigen, vermeintlichen Schicksalsspiel der 25. Runde der Super League sorgen die Zürcher Fans in Sitten beim Stand von 0:2 für einen Spielabbruch. Die Fans liessen sich nicht einmal mehr vom GC Trainer und der Mannschaft zur Vernunft bringen, die sich in die Fankurve begeben hatten, um zu beruhigen und so einen Spielabbruch zu verhindern.

 

In der 32. Minute warfen die ins Wallis mitgereisten Fans der Grasshoppers erstmals mehrere Petarden auf den Rasen im Tourbillon und zwangen Schiedsrichter Lionel Tschudi, die Partie kurzzeitig zu unterbrechen. Bereits kurz nach der Pause flog erneut pyrotechnisches Material aus den Reihen der GC-Fans auf das Spielfeld, woraufhin Tschudi die Mannschaften in der 55. Minute in die Kabine zurückführte und die Partie später abbrach. Jetzt droht dem Schlusslicht der Liga eine 0:3-Forfaitniederlage sowie ein hohe Busse.


16.03.2019 - Silvia Kölbener-Fasel

Sehr aktive Ziegenzucht in der Schweiz

«Ziege ist nicht gleich Ziege»

Mit ihren zahlreichen Bergkantonen ist die Schweiz prädestiniert für eine rege Ziegenzucht. Seit jeher hat dieses Tier für uns Schweizer eine wichtige ökologische, kulturelle und auch touristische Bedeutung. So gehört die Ziege heute je länger je mehr zu den wirtschaftlich interessanten Nutztieren. Gemäss der allgemeinen Information des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes seien Ziegen ausgezeichnete Raufutterverwerter und trügen so aktiv zur grünlandbasierten Milch- und Fleischproduktion bei. Sie fühlen sich in Berggebieten ebenso zuhause wie im Flachland.

 

Im Jahr 2018 waren beim Ziegenzüchterverband offiziell 2’510 Ziegenzüchter mit einem gemeinsamen Gesamt-Herdebestand von 28'870 Tieren registriert. Elf Ziegenrassen sind von diesem Verband anerkannt und bei acht davon handelt es sich um ursprüngliche Schweizer Rassen. Äusserst beliebt sind die Toggenburger Ziege, die gämsfarbige Gebirgsziege und die Saanenziege. Es wird darauf geachtet, gesunde und robuste Tiere zu züchten, die für den Tierhalter eine angemessene Fruchtbarkeit, während mehreren Jahren konstante Milchleistung und eine hochwertige Fleischqualität gewährleistet. Lebhaftigkeit und eine natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten sprechen für eine robuste Gesundheit.

 

Ziegen bringen ihre Jungen von Natur aus im Frühling zur Welt. Die Tragzeit beträgt durchschnittlich 150 Tage. Ziegenmilch und die vielseitigen Milch- und Käseerzeugnisse liegen heute voll im Trend. Auch die Nachfrage nach Ziegenfleisch ist hierzulande vor allem zur Oster- und Pfingstzeit sehr gross. Besonders beliebt sind auch Produkte von Herbst- oder Weideziegen, die den Sommer auf saftigen Alpwiesen verbringen.

 

Gitzifleisch enthält viel wertvolles Eiweiss und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wenig Fett und Cholesterin. Zudem ist das Fleisch – vorausgesetzt es wird schonend zubereitet - äusserst kalorienarm und geschmackvoll. Wohl ein weiteres Argument dafür, dass gerade in der heute sehr umstrittenen Fleischproduktion die Konsumentennachfrage steigt.

 

Hier eines meiner Lieblingsrezepte mit Ziegenkäse für eine einfache und unkomplizierte Mahlzeit: Bereiten Sie pro Person eine Portion marktfrischen Blattsalat (Bsp. Mischsalat, Nüssler, Rauke, etwas Kresse) und raffeln Sie 100 Gramm Knollensellerie an einer groben Gemüseraffel. Richten Sie die beiden Salate auf einen Teller an und schmecken Sie sie mit Salz, wenig Pfeffer, weissem Kräuteressig und einem geschmacksneutralen Öl ab. Zum Garnieren eignen sich 2 bis 3 Baumnüsse und einige Birnenschnitze sehr gut. Grillieren Sie pro Person ca. 60 Gramm milden, nicht zu reifen Ziegenkäse je nach Konsistenz ungefähr 4 bis 6 Minuten und geniessen Sie ihn mit den Salaten und zu gutem, dunklem Bauernbrot. Sellerie lässt sich selbstverständlich auch durch viele andere Rohkostsalate wie Karotten, Kabis, Randen usw. ersetzen.


16.03.2019 - Tony Lax

Christchurch: Gedanken und Gedenken

Es ist unfassbar schrecklich ...

Einmal mehr.

Es ist die Tat eines xenophoben weissen Mannes (einmal mehr), der die Menschen der eigenen Hautfarbe als überlegene Rasse sieht und der die Immigration von Menschen anderer Ethnien (v. a. von Muslimen) als "Invasion" bezeichnet, die zu einem "Austausch" der Rassen, zu einer Verdrängung der Weissen führen würde. Es ist die Tat eines Mannes, der Gedanken formuliert und Begriffe benutzt, die man auch auf Facebook oder auf Twitter zuhauf lesen kann.

Er hat das, was er sagt und denkt nun in die grausame Tat umgesetzt.

 

Das ist das eine, woran ich denke, wenn ich zurzeit an Neuseeland denke.

Das andere und eigentlich erste, woran ich denke, sind die Opfer und der namenlose Schmerz der Hinterbliebenen.

Auf Facebook kursiert inzwischen ein Mem zum 71-jährigen aus Afghanistan stammenden Daoud Nabi, der den Killer bei Eintreten in die Moschee begrüsste – und als erster erschossen wurde.

Ich teile auf Facebook selten Meme, doch dieses habe ich geteilt, weil es wichtiger ist, an einen Menschen zu denken, der seine Arme geöffnet hat, um einen Fremden willkommen zu heissen, als an einen herzlosen brutalen Mörder, der in seiner rassistischen Verblendung zur Waffe greift und skrupellos und feige menschliches Leben auslöscht.

 

Indem ich an Daoud Nabi denke, gedenke ich aller Opfer.

Mit dem hässlichen Menschen, der sie auf dem Gewissen hat, sollen sich die Gerichte beschäftigen.


16.03.2019 - DMZ

Vladimir Petkovic holt Lichtsteiner

Das Aufatmen war bei vielen gross, als Lichtsteiner ausgemustert wurde. Umso grösser nun diese Schock-Nachricht. Stephan Lichtsteiner kehrt nach über einem halben Jahr ins Nationalteam zurück. Der Verteidiger steht, wohl für die meisten überraschend, erneut im Kader von Coach Vladimir Petkovic für die EM-Qualifikationsspiele gegen Georgien und Dänemark.

 

Einige kleine Anpassungen am Kader, aber kaum Überraschungen. So könnte man das Aufgebot von Nationalcoach Vladimir Petkovic für den Start in die EM-Qualifikation umschreiben. Allerdings eine Nachricht rüttelte einige wach. Die Rückkehr von Captain Stephan Lichtsteiner erwarteten wohl nur die wenigsten National-Elf Fans. Im Herbst hatte Petkovic den 34-Jährigen von Arsenal nur in einem von sechs Länderspielen eingesetzt und anschliessend fehlte der umstrittene Spieler gar gänzlich im Aufgebot. Lichtsteiner der in den letzten Einsätzen eher neben dem, statt auf dem Platz für Schlagzeilen sorgte, holte damit sehr viele Kritiker auf den Plan.

 

Nun liegt es an Lichtsteiner seine Kritiker Lügen zu strafen.


16.03.2019 – David Aebischer

Beschäftigung von Personen ohne Arbeitsbewilligung in Wallenried

Am Dienstag, 12. März 2019, fuhren mehrere Beamte der Kantonspolizei sowie mehrere Schwarzarbeit-Inspektoren des Amts für den Arbeitsmarkt zwecks Kontrolle bei einem Landwirt in Wallenried auf. Es sollte der Prüfung einer allfälligen Schwarzarbeit sowie des Aufenthaltsstatus' dienen. Bei dieser Grosskontrolle wurden sechs Personen überprüft, mit einigen negativen Feststellungen. Der anfängliche Verdacht wurde bei der Überprüfung im Laufe der befragungen erhärtet. Es handelt sich dabei um den 58-jährigen Landwirten und um ausländische Staatsangehörige im Alter zwischen 27 und 50 Jahren, die bei dem Landwirten „angestellt“ sind. Teilweise sind die Personen im Kantonsgebiet wohnhaft und teilweise sogar ohne bekannten Wohnsitz. Die ausländischen Staatsangehörigen wurden von der Polizei vorläufig festgenommen.

 

Es wurde festgestellt, dass sich alle ausländischen Staatsangehörigen illegal in der Schweiz aufhalten und sich insofern wegen Schwarzarbeit verantworten müssen. Zwei von ihnen wurden am Mittwoch wieder auf freien Fuss gesetzt und eine Person verblieb hinsichtlich seiner Ausschaffung in Haft. Zwei weitere Personen blieben wegen früherer begangener Delikte in Haft.

 

Der Landwirt wird sich u.a. wegen Beschäftigung von Personen ohne Arbeitsbewilligung vor der Justiz verantworten müssen.


15.03.2019 - Daniel Birkhofer

Die Kehrseite der Medaille

... wie immer hat jede Medaille eine Kehrseite oder sogar zwei... Ich denke aber schon, dass Narrenfreiheit (die haben wir erst gerade dazu genutzt, um Psychohygiene und andere Handlungen unter dem Deckmantel der Narrenfreiheit zu ritualisieren) nicht mit Demokratieverständnis zu verwechseln ist, dass jegliche dumme Handlung (Strassenkauf von Drogen mit anschliessendem "Verpfeifen" und anprangern: was macht denn der Reto Nause in seinem Bern eigentlich in dieser Hinsicht...?) entschuldbar ist oder eben nicht...

Stamm ist ein entscheidendes Wesen - immer. Er "weiss", dass er sich für oder wider eine Aktion entscheiden kann, muss oder will. Dass hier jetzt vor allem Systemeinflüsse ins Zentrum der Betrachtungen gerückt werden, finde ich von daher etwas gar "einfach"; Stamm "weiss" auch, wie seine Parteikollegen der sogenannten Volks-Partei ticken... Er ist ja auch einer von ihnen und von daher bestens "kultiviert" (Tonalitäts- und Stilfragen, reisserische Aufmerksamkeitsauftritte, Diffamierungs- und Stigmatisierungsansatz, notorische Angstmacherei etc.). Stamm ist schlussendlich ein Teil eine Systems, das er selber munter mit aufgebaut hat und möglicherweise in die eigene Abfallgrube fällt... Vieles ist vorhersehbar,; aber längst nicht alles...


15.03.2019 – David Aebischer

Populismus – der neue Boulevard

Das Internet und somit die Sozialen Medien, haben die Medien stark verändert, zum Schlechteren. Statt sich auf das Wesentliche, das Relevante zu konzentrieren und gut recherchiert zu berichten, richten sich Redaktionen immer stärker auf Inhalte aus, die möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen. Dies findet auch schon bei kleinsten Blättern statt. Unabhängige Zeitungen gibt es kaum noch, die sich auf Qualität konzentrieren. Diese Aufmerksamkeit wird bereits mit jedem einzelnen Beitrag versucht zu erreichen. Denn im Internet zählt nicht wie früher bei der Zeitung das Gesamtprodukt, sondern nur noch der einzelne Bericht. Das ist fatal, da in diesem Fall die Qualität und der Wahrheitsgehalt kaum mehr eine Rolle spielen. Diese generelle Boulevardisierung der Medien führt letztlich zu einer Boulevardisierung der Politik – mit anderen Worten: zu Populismus. Brandgefährliche Entwicklung.

 

Von Anstand und Respekt In der Medienwelt scheinen beide Begriffe nur noch im Bezug auf eigene Belange von Bedeutung. Seit Jahrzehnten werden Personen, Familien und Gruppierungen von, wohl auch narzisstisch veranlagten, Schreibern beleidigt, verleumdet und teilweise sogar zerstört. Meist basierend auf schlechter Recherche, mangelndem zeitlichen Einsatz und vorgefertigten Ansichten des jeweiligen Schreibtischtäters. Eindrücklich ist auch die Zahl an Gegendarstellungen in den diversen Blättern. Empathie sollte in der Ausbildung dieser Schreibkräfte bereits eine übergeordnete Rolle spielen, damit diese „Verbrechen“ an Lebewesen nicht erst gemacht werden. Eigentlich würde es schon reichen, wenn der Schreiber beim Schreiben schon überlegt, wie er sich fühlen würde, über sich solche Aussagen lesen zu müssen. Aber im Austeilen sind auch diese Leute häufig besser als im Einstecken. Diverse Blätter dehnen das Presserecht bis kurz vor die Bruchstelle, um Fotos von Straftätern zu drucken, Politik zu betreiben, Meinung zu machen und Halbwahrheiten zu verbreiten. Menschen werden an den Pranger gestellt und diese Boulevardblätter sind immer mal grosskotzig, apodiktisch, infantil, populistisch und platt. Diese Entwicklung ist sehr besorgniserregend und hat auch schon Menschen in den Tod getrieben. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bedarf es einer geschlossenen Reaktion von intelligenten Menschen, die konsequent solche Medien meiden und boykottieren. Letztlich sollte immer die Wahrheit das Mass aller Dinge in der Berichterstattung sein.


15.03.2019 - Patricia Jungo

Deutschfreiburger Jugendarbeit

Der Verein zur Kinder- und Jugendförderung Deutschfreiburg feiert Jubiläum. Seit 15 Jahren gehören diesem Verein die 13 Gemeinden aus dem See- und Sensebezirk an. An der gestrigen Mitgliederversammlung in Gurmels wurde der Startschuss für dieses Jubiläumsjahr gegeben. Gegründet wurde der Verein im Jahre 2004 in Düdingen und seither liegt sein Bestreben im Aufbau, der Stärkung und der Qualität der offenen Jugendarbeit in Deutschfreiburg. Momentan bieten in Deutschfreiburg 10 offene Treffs ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche. Dem VKJ gehören 4 Fachstellen sowie 13 Gemeinden aus dem See- und Sensebezirk an. Von den 13 Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern sind 4 im Vorstand vertreten. Eine gute Zusammenarbeit gewährleistet die optimale Vernetzung und die Sicherung der Qualität. Auch die Gemeinden sollen im Aufbau einer Jugendarbeit unterstützt werden. Zum Jubiläum im September werden Tage der offenen Tür an den Standorten Tafers, Wünnewil, Gurmels, Kerzers, Bösingen, Murten, Schmitten, Düdingen und Flamatt und Plaffeien durchgeführt. Jugendliche und Erwachsene sollen mit dem Anlass „Jugendarbeit on Tour 2019“ die Gelegenheit zu einem Einblick oder zur Teilnahme an Veranstaltungen bekommen. Von Billard, Darts, Tischfussball, Pictionary im grossen Stil bis hin zu einer mobilen Cocktail-Bar (alkoholfrei..) werden spannende Veranstaltungen auf dem Programm stehen.


15.03.2019 - David Aebischer

Terrorismus in Neuseeland?

Zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch wurden angegriffen wobei mindestens 49 Menschen getötet worden sind. Die Regierung spricht von Terrorismus.

Premierministerin Jacinda Ardern stuft die Tat als Terrorakt ein. Der «Terroranschlag» sei «gut vorbereitet» gewesen, sagt die Regierungschefin.

Mehr als 20 Menschen seien schwer verletzt worden und an Autos wurden zwei Sprengsätze gefunden. Diese konnten entschärft werden. Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets.

Ein Mann ist des Mordes angeklagt worden, zwei weitere Männer und eine Frau wurden verhaftet.

An dem Angriff sei ein Australier beteiligt gewesen, sagte der australischen Regierungschefs Scott Morrison und sei von einem «extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen» verübt worden.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Angst vor weiteren Attacken wurden Schulen und andere öffentliche Gebäude abgeriegelt.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50''000 Muslime. Die meisten davon sind Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Grösste Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum.Die Stadt Christchurch hat 350'000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.


15.03.2019 - Patricia Jungo

Brennende Ausstellung

„Ästhetische Erwärmung“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, mit der der Freiburger Künstler, Jean-Pierre Humbert, im Museum Murten aufwartet. Fantasievolle und feurige Radierungen, Lithografien und kraftvolle Zeichnungen sind Teil seines breiten Spektrums. Die Bilder erzählen viele Geschichten und die Ausstellung ist ein Streifzug durch sein Schaffen der letzten 50 Jahre. Der Künstler stellte gestern seine Ausstellung vor, die Vernissage findet am Samstag um 18 Uhr im Museum Murten statt. Vorgesehen sind ebenfalls Führungen mit Jean-Pierre Humbert (4.4. und 16.5. jeweils um 19 Uhr). Teil der Ausstellung sind neben aktuellen Werken auch ältere, neu aufbereitete Arbeiten. Der Künstler bedient sich verschiedener grafischer Drucktechniken und auch Zeichnungen fehlen nicht. Er vermischt auch oft die Techniken oder gibt einem älteren Werk mit einer anderen Methode ein neues Gesicht. Seine Werke sind kraftvoll und tragen auch Vergängliches in sich. Hauptbestandteile sind Zerstörung und Verfall. Jean-Pierre Humbert präzisiert dabei, dass für ihn das Ende den Beginn von etwas Neuem darstellt und „nachher vorher“ ist. Für ihn bedeutet dies eine Art Wiederaufleben und das Feuer eine ästhetische Erwärmung. So trägt die Ausstellung auch diesen Namen. Die Techniken, die er jeweils für ein Werk anwendet, bleiben meist ein Geheimnis für den Betrachter, der sich Zeit für ein Bild nehmen und sich davon leiten lassen soll. Landschaften, Städte, Natur, Menschenmassen gehören zu seinen Lieblingsthemen. Meer und Bäume verschmelzen oft mit Menschenporträts. Der in Freiburg lebende Künstler widmet sich schon seit mehr als 50 Jahren dem Kunstschaffen und hat 1985 die Atelier-Galerie Contraste gegründet (auch heute noch Verlagshaus für Bücher und Grafiken), in der Ausstellungen, Wettbewerbe und auch Konzerte stattfinden. Im Verlag ist auch die Monografie „Anachroniques“ erschienen. Sie ist ein Panorama des Lebens von Jean-Pierre Humbert und dient der Ausstellung im Museum Murten als roter Faden.


14.03.2019 - David Aebischer

Der Kantonsarztamt meldet starken Anstieg der Masernfälle im Kanton Bern

Kaum einer kennt sie nicht, die gemeinen Masern. Es juckt und man fühlt sich mehr als nur schlapp. Die Masern sind eine durch das Masernvirus hervorgerufene Infektionskrankheit. Zudem hoch ansteckend und potenziell lebensbedrohlich, wie uns die Geschichte lehrt. Vor allem sind Kinder betroffen. Neben den typischen roten Hautflecken, die ungemein jucken, ruft die Erkrankung hohes Fieber und einen massiv geschwächten Allgemeinzustand hervor. In manchen Fällen treten sogar lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auf. In den meisten Ländern ist die Erkrankung meldepflichtig. Seit Anfang 2019 wurden nun im Kanton Bern 37 Masernfälle gemeldet, was zehnmal mehr ist als in den vergangenen drei Jahren zusammengenommen. Weltweit und auch in der Schweiz sind in den letzten Jahren vermehrt Ansteckungen mit Masern zu verzeichnen.

 

Bei den, in Bern, an Masern erkrankten Personen handelt es sich nicht nur um Kinder, sondern auch um eine Anzahl Erwachsene. Einige davon mussten bereits mit mittleren bis schweren Komplikationen hospitalisiert werden. In Absprache mit dem BAG hat das Kantonsarztamt alle nicht gegen Masern geimpften Schülerinnen und Schüler mehrerer Schulen im Kanton aus Sicherheitsgründen vom Schulbesuch ausgeschlossen. Auch aus Sicht der öffentlichen Gesundheit ist dieser Schritt notwendig.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt mit Impfstoffen die weltweite Ausrottung der Masern an. Dadurch konnte die Zahl der Erkrankungen in der Vergangenheit schnell reduziert werden. Von 1980 bis 2013 um über 95 %. In Regionen mit hoher Impfrate wie z.B. Nord- und Südamerika sind Masern bereits ausgerottet. Ausser den Impfgegnern, behaupten im Übrigen die meisten Ärzte europaweit, dass die Masernimpfung wirksam vor einer Erkrankung und möglichen Komplikationen schützt .


14.03.2019 - Tony Lax

Glencore versuchte die Kohle weisszuwaschen und Umweltverbände anzuschwärzen

Glencor gibt zu, Millionen für eine verdeckte Kampagne zur moralischen Reinwaschung der Kohle und Diskreditierung von Umweltschutzorganisationen ausgegeben zu haben.

 

Das Vorgehen kommt einem irgendwie bekannt vor:

Entgegen den Ergebnissen aus eigener Forschung, wonach gemäss einem internen Memorandum von 1979 achtzig Prozent der fossilen Reserven im Boden bleiben müssten, betrieben Exxon Mobile und andere Grosskonzerne seit den 80ern eine konzertierte Kampagne zur Leugnung des Klimawandels und seiner Ursachen. Als Mitglieder der "Global Climate Coalition" steckten sie zwischen 1989 und 2002 Millionen US-Dollar in Kampagnen gegen die Klimawissenschaft und deren Erkenntnisse und stellten die zuvor noch als problematisch erkannte Zunahme des CO2-Ausstosses gar als positives Mittel im Kampf gegen den Welthunger.


14.03.2019 - DMZ

Murten-Clavaleyres: Die bernische und die freiburgische Regierung haben das Konkordat unterzeichnet, das die Änderung der Kantonsgebiete regelt

Die bernische und die freiburgische Regierung haben das interkantonale Konkordat über die Änderung ihrer Kantonsgebiete im Hinblick auf die Fusion der Berner Gemeinde Clavaleyres mit der Freiburger Gemeinde Murten unterzeichnet. Dieses Konkordat muss von beiden Parlamenten ratifiziert werden, bevor es den Stimmberechtigten beider Kantone und anschliessend der Bundesversammlung unterbreitet wird.

Das Projekt einer interkantonalen Gemeindefusion zwischen Clavaleyres und Murten hat diese Woche mit der Unterzeichnung des Konkordats zur Änderung beider Kantonsgebiete durch den bernischen Regierungsrat und den Freiburger Staatsrat eine weitere Hürde genommen. An ihren jeweiligen ordentlichen Sitzungen vom 12. März haben die beiden Regierungen den Entwurf des interkantonalen Gebietsänderungskonkordats über den Wechsel der bernischen Einwohnergemeinde Clavaleyres zum Kanton Freiburg genehmigt. 
Dieser Entscheid ist ein weiterer Schritt in Richtung der ersten Gebietsänderung des Kantons Freiburg seit über 200 Jahren. Er ist das vorläufige Resultat einer Absichtserklärung, welche die beiden Regierungen 2016 unterzeichnet hatten, und der Verabschiedung von zwei Gesetzen über die Fusion von Clavaleyres (bernisches Gesetz vom 7. Juni 2017 betreffend den Kantonswechsel der Einwohnergemeinde Clavaleyres im Rahmen eines Zusammenschlusses mit der freiburgischen Gemeinde Murten und freiburgisches Gesetz vom 23. März 2018 über die Aufnahme der bernischen Einwohnergemeinde Clavaleyres durch den Kanton Freiburg und ihren Zusammenschluss mit der Gemeinde Murten). Die Stimmberechtigten der beiden betroffenen Gemeinden hatten den Entwurf der Fusionsvereinbarung zwischen ihren Gemeinden am 23. September angenommen.
Das Konkordat, das diese Woche von beiden Regierungen unterzeichnet wurde, behandelt die Grundzüge der Gebietsänderung. Im Übrigen überträgt es den beiden Exekutiven die Zuständigkeit, Vereinbarungen auszuarbeiten, um noch hängige Fragen zu klären. Aufgrund der Einzigartigkeit des Projekts kann davon ausgegangen werden, dass sich im Verlaufe der Umsetzung des Gemeindezusammenschlusses zwischen Murten und Clavaleyres neue Fragen ergeben werden. 
Das Konkordat legt jedoch einige Grundprinzipien fest, namentlich in den Bereichen Gebiet und Bevölkerung, Recht und Finanzen. So bleiben beispielsweise die bernischen Behörden zuständig für die Bearbeitung von zum Zeitpunkt der Gebietsänderung hängigen Verfahren bis zu deren rechtskräftigem Abschluss. Sämtliche von den bernischen Behörden gewährten langfristigen Bewilligungen (Patente usw.) bleiben nach dem Wechsel zum Kanton Freiburg bis zu ihrem Ablauf gültig. Die Steuern werden bis zur Gebietsänderung von den bernischen Behörden erhoben, anschliessend von den freiburgischen. Der Kanton Freiburg wird auch die Frage der Akontozahlungen regeln. Was die Berner Kantonsstrasse betrifft, die durch die Gemeinde Clavaleyres führt, so wird diese im aktuellen Zustand und ohne finanzielle Entschädigung zu einer Strasse der neuen Gemeinde Murten.
Das Konkordat wird den beiden Kantonsparlamenten vor dem Sommer zur Ratifizierung vorgelegt. Im Falle einer Annahme wird er anschliessend, wahrscheinlich Anfang 2020, den Stimmberechtigten der beiden Kantone gleichzeitig zur Abstimmung unterbreitet, bevor er der Bundesversammlung vorgelegt wird.
Der Konkordatsentwurf wurde von einer interkantonalen Arbeitsgruppe ausgearbeitet, der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen betroffenen Einheiten der bernischen und freiburgischen Verwaltung angehören. Es wurden mehrere interne Vernehmlassungen und im November 2018 eine öffentliche Vernehmlassung durchgeführt.


14.03.2019 - DMZ

In der Schweiz gab es im 2018 Unwetterschäden in der Höhe von mehr als 200 Millionen Franken

Seit zehn Jahren ist dies der höchste Stand. Das letzte, noch viel teurere Jahr war das 2007. Damals registrierte das WSL Schäden von 700 Millionen Franken. Seither bewegten sich die jährlichen Schadensummern zwischen 20 und 200 Millionen Franken. Die höchsten Schäden in den letzten 47 Jahren verzeichnete das WSL im Jahr 2005 nach dem Jahrhunderthochwasser mit rund 3 Milliarden Franken.


13.03.2019 - Patricia Jungo

Das Aus für den Krankenkassen-„Telefonterror“?

Werbeanrufe gehören zu den nervigen Angelegenheiten. Wie oft klingelt unser Telefon und eine unbekannte Person strengt sich unglaublich an, uns eine neue Krankenversicherung anzudrehen. Ausser der Tatsache, dass solche Anrufe nerven, schaden sie auch dem Ruf der Branche. Das Parlament will nun aufdringliche Vermittler stoppen. Der Nationalrat berät einen Vorstoss, der diesem Krankenkassen-„Telefonterror“ den Garaus machen soll. Die entsprechende Motion wurde vom Ständerat im Dezember angenommen. Ob dieser Vorstoss jedoch auch Erfolg haben wird, hängt noch von einer etwas heiklen Detailfrage ab. Die zentralen Massnahmen umfassen dabei ein allgemeines Verbot des telefonischen Kundenfangs nach dem Zufallsprinzip und eine obligatorische Ausbildung für Makler. Bei diesen Punkten sind sich alle einig. Anders jedoch bei der Frage der Vermittlerprovisionen. Ausschliesslich für die Grundversicherung (OKP) plant der Ständerat eine allgemeinverbindliche Branchenlösung mit einer Obergrenze. Der Nationalrat hingegen will, dass es diese Obergrenze auch im Bereich der Zusatzversicherungen gibt. Gerade bei der Vermittlung dieser Zusatzversicherungen machen unabhängige Makler ihr Geld. Krankenkassen dürfen nur in diesem Bereich Gewinn machen und entsprechend ist auch ihr Einsatz zum Erwerben von Neukunden. Wenn es keine Obergrenze dabei gibt, besteht die Gefahr, sich bei den Provisionen gegenseitig zu überbieten, um von den Maklern möglichst viele Abnehmer für die Versicherungspolicen zu bekommen. Wer da nicht mitmacht, riskiert einen Wettbewerbsnachteil, was die schwarzen Schafe wiederum dazu verleitet, alles auf die verpönten Werbeanrufe zu setzen und dies meist vom Ausland aus. Genau dieser Mechanismus führte im letzten Herbst dazu, dass der Concordia-CEO, Nikolai Dittli, der Gesundheitskommission des Ständerates eine E-Mail zukommen liess. Er betonte darin; und dies im Namen der sieben grössten Krankenkassen, dass eine Begrenzung der Provisionen auch bei den Zusatzversicherungen absolut notwendig sei, da sonst weder die Kaltakquise noch die Gesamthöhe der Provisionen vermindert würden. Die Politik soll nun einen Kompromiss als verpflichtend deklarieren, der vorsieht, dass die Provision bei einem Neuabschluss in der Grundversicherung maximal Fr. 70.00 betragen darf. Es geht also darum, das Geschäft von dubiosen Maklern stark einzuschränken. Solche Vermittlerfirmen sollen sich nicht mit Prämien- und Steuergeldern finanzieren dürfen. Falls es auch eine Obergrenze bei der Zusatzversicherung gibt, sind die Folgen für die Vermittler noch gravierender. Sie sollen maximal eine Jahresprämie als Vergütung bekommen. Stephan Wirz, Mitglied der Geschäftsleitung des Maklerzentrums Schweiz, sieht darin eine Gefahr für die ganze Branche. Er ist sich des schlechten Rufes bewusst, betont aber auch, dass der Informationsbedarf im Bereich der Krankenkassen sehr gross sei und diese auch wenig Aussendienstmitarbeiter hätten, welche diese Informationen vermitteln könnten. Diese Lücke würde durch die Vermittlerbranche gefüllt. Auch der Onlinedienst Comparis mahnt vor einer Beschneidung der Provisionen. Noch ist offen, ob das Nationalratsplenum alle Wünsche der Krankenkassenlobby berücksichtigen kann. Wo sich einige Mitglieder der FDP und SVP für die weniger einschränkende Lösung des Ständerats aussprechen, beantragt der SVP-Fraktionschef, Thomas Aeschi, gar, die ganze Motion zu versenken. Wenn die grosse Kammer die Regulierung der Provisionen dennoch auf die Zusatzversicherungen ausdehnt, muss dem auch der Ständerat zustimmen.


13.03.2019 - DMZ

Mit Leichtsinn zum Lawinenopfer und Gefahr für andere

Hunderttausende zieht es jeden Sommer zur Erholung in die Alpen. Vor allem Wandern und "Walking" liegen im Trend. Doch immer wieder fordert der Berg Opfer. Steinschlag, ungenügende Ausrüstung, Herzanfälle, vor allem aber Leichtsinn und Selbstüberschätzung: Alljährlich sterben hunderte Menschen bei Bergunfällen, tausende werden verletzt.

 

Bei einem Lawinenunglück am schottischen Ben Nevis kamen gestern drei Menschen ums Leben, darunter ein Schweizer.

 

In der Schweiz sind so viele Menschen verunglückt wie nie zuvor. Fast ein Fünftel mehr Menschen mussten aus einer Notlage gerettet oder geborgen werden, meistens wegen Leichtsinn, der in Not geratene. Die Bergrettungsorganisationen bargen 2018 in den Alpen und im Jura 3211 Personen, wie der Schweizer Alpen-Club (SAC) am Mittwoch mitteilte. 1021 Personen konnten gesund oder nur leicht verletzt gerettet werden. Im 2019 dürften es weit mehr werden.

Auch deutlich mehr Skitourengänger verunglückten tödlich. Die Ursachen waren vor allem Lawinenunfälle, Erschöpfung und Erfrieren. Diesen Winter sind viele Menschen durch Lawinen getötet worden, auf Variantentouren und neben der Piste. Experten kritisieren Varianten-Abfahrer.


Bild: zhref.ch
Bild: zhref.ch

13.03.2019 - Tony Lax

Nun wird die Konzernverantwortungsinitiative wohl vors Volk kommen: Der Ständerat hat den Gegenvorschlag seiner Kommission abgelehnt.

Es war ein Gegenvorschlag, mit dem eh keiner mehr leben konnte. Die KVI-Initianten deshalb nicht mehr, da die von der Rechtskommission des Ständerats vorgelegte Version derart verwässert worden sei, dass mit dieser die Schweizer Konzerne kaum mehr griffig wegen Menschenrechtsverletzungen oder Verstössen gegen internationale Umweltstandards hätten belangt werden könne. Grund dafür war das von den Wirtschaftsverbänden geforderte und von der Kommission auch in den Gegenvorschlag hineingenommene Subsidiaritätsprinzip. Gemäss diesem können Schweizer Konzerne nur noch dann in der Schweiz zur Verantwortung gezogen werden können, wenn dies am ausländischen Sitz ihrer Tochtergesellschaft, also in jenem Land, in dem das mutmassliche Verstoss stattgefunden hat, nachweislich nicht möglich ist.

 

Die Schweizer Konzernlobby, die auf die Installation dieses Prinzip anstelle der bis dahin formulierten Haftungsklausel gepocht hatte, konnte sowieso nie mit irgendeiner Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit leben und so ging ihr konsequent auch der letzte Gegenvorschlag, trotz eingebautem Subsidiaritätsprinzip, noch viel zu weit. Die Wirtschaftsverbände sehen noch stets eine unabwendbare Flut von erpresserischen ausländischen Klagen auf Schweizer Unternehmen losbrechen und eine fatale "Amerikanisierung unserer Rechtssysteme". Daher will man lieber weiterhin auf den "konstruktiven Dialog" bauen, wie dies ja auch "UNO und OEDC empfehlen", schreibt ein gegnerisches Komitee auf seiner Webseite ("Erpresserische-Klagen-Nein"). Allerdings verlangen UNO und OECD gemäss ihren Leitsätzen und Leitprinzipien ein strengeres Vorgehen bei der Sorgfaltsprüfung als der Gegenvorschlag, der lediglich davon spricht, dass diese Sorgfaltsprüfung "angemessen" sein müsse.

 

Die Initianten, die ihre Initiative bei einer parlamentarischen Annahme des vorgängigen Gegenvorschlags noch zurückgezogen hätten, haben angekündigt, dies nicht mehr zu tun, falls die neue Version durchkommen würde und wappneten sich bereits vor dem Ausgang der aktuellen ständerätlichen Beratungen für den Abstimmungskampf.

 

Tatsächlich waren sie schon mehrmals Kompromisse eingegangen bzw. haben den Gegnern Konzessionen gemacht, da diese Abstriche, so Public Eye, stets noch wettgemacht würden "durch die Tatsache, dass mit dem Gegenvorschlag gesetzliche Massnahmen schneller in Kraft treten als mit der Volksabstimmung". Denn der vom Nationalrat verabschiedete Gegenvorschlag formuliere ebenfalls verbindliche Regeln mit einem Haftungsmechanismus bei allfälligen Verstössen, auch wenn dabei die Haftung nur noch eingeschränkt und auch nicht mehr, wie die KVI es verlangte, die internationalen Standards gelten sollen, sondern nur noch diejenigen, die vor der Schweiz ratifiziert wurden. Zudem sind auch nur noch grosse Unternehmen betroffen, die über zwei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre je eine Bilanzsumme von 40 Millionen Franken, einen Umsatz von 80 Millionen Franken oder 500 Vollzeitstellen aufweisen. Das in den Gegenvorschlag eingebrachte Subsidiaritätsprinzip aber hat nun aber jegliche Kompromissbereitschaft überdehnt

 

Nun geht das Geschäft also erneut zurück an die grosse Kammer, die an einem Gegenvorschlag, der nicht mehr dazu führen wird, dass die Initianten ihr Begehren zurückziehen, freilich kaum mehr Interesse haben wird. Und damit wird die Initiative nun wohl endgültig vors Volk kommen – pur, ohne Gegenvorschlag.

 

Angesicht der ständerätlichen Argumentation, dass man die Angelegenheit über einen Abstimmungskampf entscheiden will, lässt sich erahnen, dass das Schlachtgetümmel mal wieder besonders laut werden wird.


13.03.2019 - DMZ

Mein Mittelland

Wer sich gerne einmal in der Zeitung zeigen möchte und sein ganz persönliches Mittelland, oder "seinen" Teil davon vorstellen möchte, kann dies, indem er dieses Formular ausfüllt und abschickt.

 

Viel Spass! Wir freuen uns auf eure Einsendungen.


13.03.2019 - David Aebischer

Futurebuilt eröffnet Niederlassung in Wien

Alexander Ramseier, ursprünglich aus dem Kanton Freiburg,  hat mit seinem Beratungsunternehmen Futurebuilt eine Wiener Niederlassung eröffnet.

Futurebuilt startete 2014 in Zürich und unterstützt Unternehmen sehr erfolgreich bei der digitalen Transformation und der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Alexander Ramseiers erklärtes Ziel ist, die kreativste und innovativste Beratungsagentur in Europa zu werden.

 

Futurebuilt Energize will darüber hinaus möglichst vielen Menschen, die in Gebieten wohnen, wo dies nicht selbstverständlich ist, Wasser, Strom und Licht zur Verfügung zu stellen. Es werden damit vor allem Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Afrika, Asien und Südamerika, aber auch Smart Cities angesprochen. Beim Pioneers Festival 2014 zählte Futurebuilt mit dem Smart City Cloud Project zu den Top150 Startups.


13.03.2019 - David Aebischer

Vermisst

Wie man teilweise noch heute Posts findet, wurde in Biel letztes Wochenende ein Bub vermisst. Dieser Post wurde abgesetzt und wird auch heute noch, nach Auffinden des Jungen, munter weitergeteilt. Eine Unart im Netz, einfach einmal teilen, wird dann schon gut sein, statt sich zuerst davon zu überzeugen, ob die Meldung echt ist und allenfalls auch aktuell. Auch die Behörden haben eine Vermisstenmeldung über die sozialen Medien verbreitet. Das ist soweit sinnvoll. Schliesslich hat die Polizei den Jungen gefunden. Verschwindet jemand, werden aber auch oft private Fahndungsaufrufe im Internet, etwa auf Facebook, tausendfach verbreitet, wie gesagt, teilweise noch Jahre danach. Natürlich kann man die grosse Besorgnis in einer solch extremen Situation verstehen und dass auch viele Menschen einfach helfen möchten. Aber stattdessen schaden sie meistens mehr, als dass sie mit Teilen einer solchen Meldung auch effektiv helfen. Zudem ist so ein Aufruf im Netz heikel und kann für die betroffene Person schwerwiegende Nachteile haben. Es kann durchaus sein, dass die gesuchte Person in einer grossen Krise ist und sich deshalb zurückgezogen hat, bewusst. Wenn sie von der Suche erfährt, kann das die Krise verschlimmern. Möglicherweise kommt die Person dann wegen schlechtem gewissen oder aus Scham nicht zurück und meldet sich nicht. Durch das tausendfache Teilen bleiben diese Informationen für sehr lange Zeit im Netz gespeichert. Auch für Angehörige sind solche Posts kaum hilfreich, da sie dadurch eine riesige Flut an Hinweisen erhalten. Viele Hinweise sind nicht brauchbar, falsch oder gar irreführend. Es ist sehr belastend, wenn man all diese Hinweise bekommt und das Gefühl hat, man müsse diesen nachgehen, aber man schafft es nicht. Damit diese Situation nicht zusätzlich für alle Betroffenen verschlimmert wird, sollte man sich vorher überlegen, welche Schritte man persönlich unternehmen will, muss.


12.03.2019 - David Aebischer

Der Nationalrat will mehr Geld ausgeben, aber nicht für alle

Lassen Eltern ihre Kinder extern betreuen, sollen sie künftig bei der direkten Bundessteuer bis zu 25'000 Franken abziehen können. Und nur, bei einer Fremdbetreuung. Hier sucht man vergebens eine Logik oder Fairness im System. Trotzdem stimmte der Nationalrat am Dienstag dem höheren Abzug für die Kinderbetreuung deutlich zu. Die grosse Kammer folgte damit ihrer vorberatenden Wirtschaftskommission und dem Bundesrat, die beide vergangenen Mai vorgeschlagen haben, das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer so zu ändern, dass Kinderdrittbetreuungskosten steuerlich vermehrt zum Abzug gebracht werden können. Die Summe entspricht den ungefähren Kosten für einen nichtsubventionierten Krippenplatz für fünf Tage pro Woche. Und was ist mit den Familien, die ihre Kinder selber betreuen? Ist es nicht paradox, Anreize zu schaffen, Kinder in fremde Obhut zu geben, damit Eltern arbeiten gehen können, um letztlich die Krippenplätze bezahlen zu können? Die steuerliche Berücksichtigung von Fremdbetreuungskosten könne ein Argument sein für Frauen, die ins Erwerbsleben einsteigen möchten, sagte Kathrin Bertschy (GLP/BE) im Namen der Kommission. Die Betreuungskosten seien für viele junge Familien zu hoch. Bei dieser Argumentation fragt man sich, wieso man eine Familie gründet? Und wieso wird immer (noch) nur im Bezug auf Frauen argumentiert? Was ist mit den vielen Männern, die in der Schweiz ihre Kinder betreuen?

 

Die Massnahmen sind generell unbrauchbar.

Nur Familien mit sehr hohen Einkommen profitierten wirklich, es entstünden keine wirklichen Anreize für Frauen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, erklärte Prisca Birrer-Heimo (SP/LU). «Wir sind vielmehr der Meinung, dass statt der Schaffung von Steuersubventionen die Kosten für externe Kinderbetreuung gesenkt werden müssen.» Dies ist ein Ansatz, wobei sich die Frage stellt, wieso man nicht Familien entlastet, die ihre Kinder selber und auf eigene Kosten betreuen? Jede Familie, unabhängig von Lebensform und Einkommen, sollte für jedes Kind eine Gutschrift erhalten, nur dann wäre es fair und vernünftig.


Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)
Hal Blaine nach seinem Händeabdruck auf dem RockWalk in Hollywood 2008 (dpa/ AP / Kevork Djansezian)

12.03.2019 - DMZ

Der legendäre und doch für viele unbekannte Schlagzeuger Hal Blaine ist tot

Er hat auf Platten gespielt, die sich hunderte Millionen Mal verkauften und trotzdem haben ihn nur wenige gekannt, oder je seinen Namen gehört. Auch wer ihn nicht gekannt hat, schätzte seine Arbeit, denn seine Beats waren wegweisend. Diese Seltsamkeit begleitete Hal Blaine trotz enormem Arbeitseifer ein Leben lang. Blaine war ein Mann im Schatten. Auf über 6.000 Aufnahmen hat er gespielt, darunter befanden sich 150 Top-Ten- und 40 Nummer-eins-Hits. Viele zählen gar zum Weltkulturerbe. Rechnet man Werbejingles, Fernseh-Signations und Soundtracks mit ein, soll sein Erbe an die 35.000 Aufnahmen umfassen. Nun ist Hal Blaine gestorben. Er hielt den Rhythmus für Elvis Presley und John Lennon und hat mit dem Eröffnungsbeat zu Be My Baby von den Ronettes eine Vorlage entworfen, die bis in die Gegenwart kopiert wird.


12.03.2019 - David Aebischer

Kampf dem „Gender Unfug“

Am 6. März hat eine Gruppe des „Vereins Deutsche Sprache“ (Dortmund) eine Petition gegen die Gendersprache gestartet.. Die Schriftstellerin Monika Maron, der Journalist und Autor Wolf Schneider, der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Walter Krämer, sowie der frühere Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus sind die Initiatoren der Petition, die wissen wovon sie sprechen. Zumindest, wenn man ihre Petition liest. Sie wenden sich nach eigenen Angaben „aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache“ an die Öffentlichkeit. Konkret fordern sie damit, dass insbesondere die Stadt Hannover die kürzlich eingeführte Gendersprache in der Verwaltung wieder abschaffen soll. Bislang haben rund 3.500 Personen die Petition unterschrieben, darunter grosse Prominenz; der ehemalige „Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, Peter Hahne, Bastian Sick, Dieter Nuhr, Dieter Hallervorden, Christoph Morgner, Prof. Harald Seubert sowie die Schriftstellerinnen Judith Herrmann und Sibylle Lewitscharoff. Auch in der Schweiz greift die Gendersprache um sich. Die Versicherung Swiss Re verbietet das männliche Pronomen «er», was mehr als verwirrt, die Uni Bern empfiehlt in einem Sprachleitfaden für wissenschaftliche Texte die Verwendung des Gender-Gap, und Genderforscher setzen sich gar für geschlechterneutrale Endungen mit Sternchen ein. Bei diesen Anpassungen handelt es sich durchaus nicht um vorgezogene Aprilscherze, sondern sind Realität. Für die Befürworter dieser Anpassungen ist klar, dass die Sprache unser Denken und Handeln bestimmt und solange sie nicht alle Personen einschliesst würden Ausgrenzungen zementiert.

 

Die Verfasser der Petition nennen dagegen vier, doch etwas nachvollziehbarere Gründe, die gegen die Gendersprache sprechen. Erstens gebe es keinen festen Zusammenhang zwischen dem natürlichen und grammatischen Geschlecht. Ein einleuchtendes Argument mit Gewicht. Zweitens entstünden „lächerliche Sprachgebilde“ wie z.B. „die Radfahrenden“ und „die Fahrzeugführenden“. „Der Grosse Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch.“ Dazu käme in jüngster Zeit „als weitere Verrenkung noch der seltsame GenderStern“. Drittens sei die neue Sprachform nicht durchzuhalten, sonst müsste es etwa „Bürgerinnen- und Bürgermeister“, „Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt“ oder „Christinnentum“ heissen. Viertens trügen „solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen“. Aus diesen Passagen aus dem Petitionstext kann man die Entrüstung der Verfasser deutlich rauslesen.


12.03.2019 - Patricia Jungo

Bundesrat entscheidet weiterhin alleine über Waffenexporte

Im Ständerat wurde darüber beraten, von wem die Kriterien für Waffenexporte festgelegt werden sollen. Heute regelt der Bundesrat die Kriterien für Waffenexporte in einer Verordnung, bei der kein Veto vom Parlament möglich ist. In einer Motion der BDP-Fraktion wurde gefordert, dass die Bewilligungskriterien im Kriegsmaterialgesetz schriftlich festgehalten werden. Diese Motion war die Reaktion auf den Entscheid des Bundesrats vom Juni 2018, die Bewilligungskriterien für Waffenexporte zu lockern. Daran wurde breite Kritik geübt. Der Vorstoss der BDP zielte darauf hin, die Kriterien im Gesetz festzuschreiben, damit das Parlament und im Falle eines Referendums das Volk über Lockerungen oder Verschärfungen entscheiden würde. In der Herbstsession im September wurde die Motion der BDP, welche einen grundsätzlichen Kompetenzverlust des Bundesrats zur Folge haben würde, vom Nationalrat angenommen. Schliesslich kam der Bundesrat im Oktober auf seinen Entscheid zurück, sah von der geplanten Revision der Kriegsmaterialverordnung ab und begründete dies damit, dass die politische Unterstützung vor allem in den sicherheitspolitischen Kommissionen nicht mehr gegeben sei. Zu befürchten wären auch kontraproduktive Folgen für die bestehende Bewilligungspraxis; sprich deren Verschärfung. Der Ständerat hat in seiner gestrigen Sitzung nun beschlossen, dass der Bundesrat auch weiterhin selbständig entscheiden kann, nach welchen Kriterien Waffenexporte bewilligt werden. Dies wurde mit einer knappen Mehrheit von 20 zu 17 Stimmen bei 6 Enthaltungen beschlossen.


www.uni-frankfurt.de - Bildquelle
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12.03.2019 - Patricia Jungo

Ein Hoch auf die Lesefähigkeit

Kinder, Jugendliche und auch Eltern sind in Sachen Medienkompetenz in unserer Zeit gefordert. Diese muss ständig angepasst und weiterentwickelt werden. Der Begriff ist nicht mehr gerade der jüngste. Das erste Mal sind wir ihm kurz nach den ersten Gehversuchen des Internets begegnet. Eltern hatten viele Ängste und Sorgen damit und auch in den Schulen wurde das Schulfach Medienkompetenz verlangt. Seither hat sich ja auch einiges getan, wobei die technologische Entwicklung weit schneller unterwegs war, als wir es uns hätten vorstellen können. Die sozialen Netzwerke haben dem Web ein ganz anderes Gesicht verpasst und heute geben Kinder und Jugendliche ihr Smartphone kaum mehr aus der Hand und die Erwachsenen haben kaum mehr Kontrolle darüber. Eltern und Erzieher fühlen sich oftmals überfordert, wenn es um Medienerziehung geht. Zudem verstehen nicht alle dasselbe unter Medienkompetenz, was die Sache auch nicht gerade einfacher macht. Es drängt sich immer mehr ein neuer (und doch alter) Begriff in den Vordergrund; und den verstehen wir alle: die Lesefähigkeit. Auch dieser Begriff erweitert sich im Medienzeitalter. So müssen zum Beispiel Computerspiele ganz anders gelesen werden als Bücher, da sie ja auch anders funktionieren. Ein differenziertes Hintergrundwissen gehört zur Lesefähigkeit. Kinder und Jugendliche kennen sich zwar in der digitalen Welt sehr gut aus, doch oft überwiegt „das Bedienen“ und das „Einordnen können“ fehlt. Beispielsweise werden vielfach bei den sozialen Medien weder die Absichten der Betreiber noch die Folgen von eigenen Handlungen richtig eingeschätzt. Die Fähigkeit zur Einordnung ist eine sehr wichtige Erziehungsaufgabe von uns Erwachsenen, um unsere Kinder im Medienzeitalter zu begleiten, fördern und auch zu schützen. Wo ist denn aber diese Lesefähigkeit heute ausser in Büchern, Texten, Schule und Computerspielen gefragt? Als erstes denken wir bestimmt ans Internet als Informationsquelle. Diese müssen misstrauisch gelesen und geprüft werden. Onlinenachrichten sind oft gar keine Nachrichtenseiten, sondern Shops, wo man uns etwas andrehen will. Fake-News machen in unglaublicher Geschwindigkeit die Runde. Sie wollen erkannt, getestet werden und dies setzt entsprechende Lesefähigkeit voraus. Sogenannte „Free to play“ Spiele geben vor, gratis zu sein und locken mit anfänglichen unentgeltlichen Ködern, die dann rasch mit Nachschub gegen Bezahlung ersetzt werden. In Hasstexten lassen viele Internetbenützer Dampf ab und wähnen sich im Irrglauben, dass ihre Drohungen und Beleidigungen keine Konsequenzen haben. Auch Kinder und Jugendliche werden Opfer und sich dagegen zur Wehr zu setzen und seine Rechte zu kennen, verlangt Lesefähigkeit. Die Liste könnte lange fortgesetzt werden. Da schon wir Erwachsenen mit alldem oft überfordert sind, versteht es sich von selbst, dass die Kinder und Jugendlichen Begleitung brauchen. Sie sollen ja lernen, die Geschehnisse richtig einzuordnen. Genau dies setzt entsprechende Lesefähigkeit voraus. Diesen Herausforderungen müssen wir Erwachsenen uns in Elternhaus, in der Schule und in unserer Gesellschaft schlechthin stellen.


11.03.2019 - DMZ

Fanatismus bei Fans

Die Bezeichnung "Fan" ist abgeleitet vom Wort "fanatisch". Das kennen die meisten Menschen. Der Fan im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch Intoleranz gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet. Dies macht es schwer über „sein“ Hauptthema überhaupt eine vernünftige Diskussion führen zu können.

 

Der Fanatiker will auch meistens andere von seinen Ansichten überzeugen. Dieses missionarische Eifern lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt der Fan sein Objekt der Begierde, seinen Club, gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen Argumentation nicht mal mehr zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken vollends abhanden gekommen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche weder erkannt, noch anerkannt. Es liegt auch in der Natur der Sache, dass nicht jeder, der sich besonders für eine Sache interessiert, sich auch als Fanatiker im üblichen Sinn sieht oder fühlt. Die Bezeichnung alleine ist also etwas irreführend. Nicht zuletzt deswegen ist der Fan ein beliebtes Objekt in der wissenschaftlichen Forschung.

 

Ein Fan hat eine soziale Beziehung zu seinem Fanobjekt. Bezeichnenderweise ist das meistens eine Person oder Personengruppe, der er selbst nicht angehört. Ein einfaches Beispiel ist, wie oben bereits gezeichnet, der Fussballfan. Er geht gerne in Stadien, studiert Tabellen und interessiert sich für die Startaufstellung beim nächsten Heimspiel und ist meist auch sehr viel schlauer, als der jeweilige Trainer seiner Mannschaft. Mitspielen kann der Fan aber nicht, das heisst, die Personengruppe ist ihm in einer direkten Beziehung kaum zugänglich, er ist also weitestgehend ausgeschlossen.

 

Vielfach kann beobachtet werden, dass der Fan Abstriche im Job und im Privatleben macht. Bei Extremfans kann die Liebe zum Fussball schnell zur Sucht werden. Extreme Fans sind wie gesagt die Ausnahme, aber es gibt sie dennoch.

 

Was zunächst wie die lächerliche Übersteigerung eines Hobbys klingt, ist in den Augen des bekannten Pädagogen Fedor Weiser ein ernstzunehmendes Problem, der die Fussballsucht als eine von vielen nicht stofflichen Süchten bezeichnet.

 

Für die meisten Fans ist ihre Leidenschaft oder ihr Idol nicht Lebensinhalt, sagt wiederum Dr. Mike Schäfer, aber es gäbe auch Fälle, in denen die Liebe zum Fanobjekt so stark ausgeprägt ist, dass viele negative Konsequenzen drohen. Extreme Fans konzentrieren sich vielfach nur noch auf das Fanobjekt. Dabei werden Freunde und Familie vernachlässigt bis sogar Beziehungen zu Bruch gehen können. Dies meistens aus dem Grund, weil das Gegenüber das Fanobjekt kritisiert oder die Leidenschaft nicht teilt. Diese Menschen werden dann ausgeschlossen, der Anfang vom Ende. Im vielen Fällen haben diese Menschen nur noch Fans als Freunde. Wer in seinem Bekanntenkreis also Fans hat, die Schreine bauen für deren Club, keine Zeit mehr haben für andere Beschäftigungen, immer wieder nur von diesem Thema sprechen oder andere Eigenheiten zeigen, sollte versuchen ein ernstes Gespräch zu führen, bevor es zu spät ist und die Beziehung zerbricht.


11.03.2019 - DMZ

Biel: Vermisster Knabe gefunden

Gemäss Informationen der Kantonspolizei Bern wurde der Junge, der seit Samstag in Biel vermisst war, ist in der Nacht auf Montag wieder gefunden. Der 8-Jährige sei wohlauf.

 

Der seit Samstag, 9. März 2019, in Biel vermisste 8-jährige Junge konnte in der Nacht auf Montag, 11. März 2019, gefunden werden. Gestützt auf den Zeugenaufruf gingen bei der Kantonspolizei Bern zahlreiche Meldungen ein. Im Rahmen der umfangreichen Suchmassnahmen konnte der vermisste Junge schliesslich angetroffen werden. Er ist gemäss aktuellen Erkenntnissen wohlbehalten und wurde in betreute Obhut gegeben.

 

Abklärungen zu den Umständen des Verschwindens des Jungen wurden aufgenommen. Aus Rücksicht auf die Betroffenen und insbesondere mit Blick darauf, dass ein Kind involviert ist, werden an dieser Stelle keine weiteren Angaben gemacht.


11.03.2019 - David Aebischer

Klimaschutz, aber bitte ihr andern!

Wie man in den letzten Wochen feststellen durfte, befürworten Jugendliche v.a. in der Deutschschweiz grundsätzlich radikale Massnahmen gegen den Klimawandel. Es scheint allerdings, dass dies nur gilt, wenn es nicht die Jugend direkt betrifft. Konkrete Schritte gegen Handys oder für Diesel- und Benzinmotorenverbote werden abgelehnt. Auch einen Verzicht auf Flugreisen oder Fleisch lehnt eine Mehrheit einer Umfrage zufolge ab.

 

Viele Schülerinnen und Schüler, die jetzt Transparente hochhalten, auf denen Dinge stehen wie «Ihr klaut uns unsere Zukunft» sind also nicht wirklich sehr glaubwürdig, noch originell in der Schuldfrage. Klimaschutz geht uns alle an, da kann man nicht die „Anderen“ dazu aufrufen, nun endlich etwas zu tun. Natürlich sind sich auch einige Streikende des Widerspruchs durchaus bewusst und wollen auch am eigenen Lebensstil etwas ändern. Aber schnell wird etwas ergänzt, wie z.B.: Es gehe ja nicht nur ums Fliegen, sondern ums Konsumverhalten im Allgemeinen. Doch auch genau hier, möchte man bei der Jugend möglichst minimale Abstriche machen.

 

Einerseits sind 69 Prozent der Meinung, die Menschen müssten sofort handeln, um endlich etwas zu ändern. Fast eben so viele Jugendliche fordern, dass die Politik radikale Massnahmen gegen Umweltsünder ergreift. Nur wer entscheidet, wer Umweltsünder ist und wer nicht?


11.03.2019 - Tony Lax

Wenn Fasnacht nicht mehr lustig ist

Eigentlich könnte alles so schön bunt, fröhlich ausgelassen, da ein bisschen schräg und dort ein bisschen laut sein.

 

Doch Schlagzeilen machen leider weniger die kreativ-närrischen Gewänder, die schrillen Guggen und die stichelnden Schnitzelbänke, sondern vor allem ein Ereignis im Herzen der Schweiz und eines am deutschen Nordrand: In Schwyz geht eine Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kutten mit brennenden Fackeln auf den Marsch und in Hamburg geht in einer Kita das Indianerkostüm nicht mehr als Fasnachtsoutfit durch.

 

Die durch diese beiden Ereignisse ausgelösten Empörungswellen schlagen erwartungsgemäss hoch und bringen das gesellschaftliche Narrenschiff in moralische Seenot.

 

Während sich die einen über den Fackelzug der Schwyzer Kapuzenmänner (und -Frauen?) empören, empören sich die andern darüber, dass jetzt auch schon Winnetou auf dem Index steht und einer, so findet man, weltfremden Political Correctness zum Opfer fallen soll. Und natürlich empört sich jede Seite auch über die Empörung der anderen.

 

Wenn auch beide Empörungsanlässe demselben Kontext entspringen, so geht es dennoch nicht beide Male ums Gleiche. Und trotzdem sind beide Ereignisse auch eng miteinander verknüpft.

 

In beiden Fällen handelt es sich zwar um Kostümierungen, die auf reale Menschengruppen referieren, doch von den zwei Outfits ist nur das Indianerkostüm eine echte Verkleidung, die dazu dient, um in der kurzen fünften Jahreszeit mal jemand ganz anderes zu sein, als man in den restlichen vier Jahreszeiten üblicherweise ist.

 

Die KKK-Kostümierung der Schwyzer hingegen dient vielmehr der Zurschaustellung und Verherrlichung einer Ideologie, die von den Kostümierten offenbar auch vertreten wird. Die Kapuzenleute nehmen die Fasnacht somit nicht zum Anlass, um in eine fremde Rolle zu schlüpfen, sondern vielmehr dazu, um endlich mal ihr eigentliches Gesicht zu zeigen. Als fasnächtlich – im Sinne der traditionellen Verkehrung aller Verhältnisse – könnte man einen solchen Mummenschaz höchstens gerade dann noch hinnehmen, wenn unter den Roben, statt wie mittlerweile bestätigt, rassistisch kontaminierte Weisse, vielmehr aufklärerisch motivierte Schwarze stecken würden, die mittels der Maskierung das Menschenverachtende der Herrenmenschenideologie des KKK demaskieren Das wäre allenfalls anregend irritierend. Aber auch höchst unwahrscheinlich.

 

Nicht weniger irritierend scheint mir allerdings auch, dass im bisherigen Social-Media-Geplänkel über diese beiden Ereignisse die Verbindungslinien zwischen ihnen noch kaum eingehender thematisiert wurden, also der Bezug zwischen den reellen Menschengruppen, die mit diesen Kostümen jeweils repräsentiert werden.

 

Es ist nämlich eine schreckliche und traurige Geschichte, die diese beiden Gruppen miteinander verknüpft.

 

Und es ist nicht nur die Geschichte einer Nation, die mit einem Ethnozid beginnt; die Geschichte jenes Staates, der gerne als die "älteste Demokratie" der Welt bezeichnet wird und dessen Verfassung die darin gepriesenen Menschenrechte dem nichtweissen Teil der Bevölkerung sehr lange vorenthielt; es ist eine Geschichte von Unterdrückung, Vertreibung und Massenmord.

 

Es ist die Geschichte von chauvinistischen weisshäutigen Männern, von Imperialismus, Kolonialismus und von weiteren Irgendwas-Mussen.

 

Und somit ist es auch unsere Geschichte.

 

Wer die Entrüstung gegen die Schwyzer KKK-Kostüme oder die Weisung der Hamburger Kita, keine Indianerkostüme zu tragen, lediglich unter der mentalen Zorn-Rubrik "Jetzt darf man gar nichts mehr" verbucht, ist geistig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

 

Ist es wirklich noch harmlos, im einen Fall offensiv eines rassistischen und mörderischen Bundes zu huldigen, dessen Mitglieder im 19. Jahrhundert über 20'000 nichtweisse Menschen lynchten, und im anderen Fall arglos den "Indianer" zu spielen, wo man doch um das traurige Schicksal der Ureinwohner Amerikas weiss?

 

Was den Schwyzer Fackelzug angeht, wurde der von der SVP erwartungsgemäss sehr schnell gleich mal als "Jux" bezeichnet und als belanglos abgetan, was bezeichnend genug ist und eigentlich keines weiteren Kommentars bedarf. Denn SVP-Mitglieder hocken ja zuweilen im selben Restaurant, in dem sich jene rechtsextreme Szene trifft, die es laut des kantonalen Parteipräsidenten gar nicht geben soll. In diesem Restaurant wurde 2013 übrigens die Parole zur Masseneinwanderungsinitative gefasst.

 

Seitens der SP wird jetzt hingegen erwartungsgemäss erwartet, dass rechtsextreme Symbole gesetzlich verboten werden. Doch sind Verbote das Richtige? Vielleicht, denn es wäre so zumindest juristisch klar, wie - oder immerhin, dass - im gegebenen Fall reagiert werden soll. Doch die Betreffenden werden dies mit Sicherheit in gewohnter Manier zum willkommenen Anlass nehmen, sich selbst als Opfer eines un(ge)rechten und linkslastigen Rechtstaats zu stilisieren.

 

Möglicherweise könnte es daher die grössere Wirkung haben, wenn die KapuzenträgerInnen nicht hinter verschlossenen Türen gerichtlich verurteilt würden, sondern wenn sie sich einfach mal öffentlich und mit sichtbarem Gesicht erklären müssten.

 

Hinstehen, sich zeigen und dazu stehen, dass man Rassist ist, dass man Menschen aus anderen Kulturen als minderwertig betrachtet, dass man nicht rassenreine Eidgenossen in diesem Land nicht will, dass und warum man sich selbst den Menschen anderer Herkunft gegenüber für überlegen und höherwertig hält.

 

Nicht zuletzt würde so auch die teilweise schwankende Öffentlichkeit direkter damit konfrontiert und eindringlicher dazu angehalten, generell und eingehender über die stillgeschwiegenen Voraussetzungen und unverstandenen Selbstverständlichkeiten der eigenen Kultur und die Mythen und mentalen Infrastrukturen, mit denen wir unreflektiert unser Weltbild kreieren, nachzudenken und zu diskutieren.

 

Rechts(und Links)extreme sind auch an Fasnacht und egal, unter welcher Narrenkappe sie sich verstecken, keine lustigen Narren, sondern gefährliche Idioten.

 

PS:

Auf Youtube findet sich übrigens ein Video, dessen Macher felsenfest davon überzeugt ist, dass der KKK ursprünglich aus der Schweiz stammt. Seine "Beweise" dafür rangieren auf der Stichhaltigkeitsskala zwar irgendwo zwischen absurdem Quatsch und lächerlichem Blödsinn. Darin, dass er bei einem Teil der helvetischen Bevölkerung ein gewisses Mass an Xenophobie diagnostiziert, was er dann mit einer Reihe der bekannt-berüchtigten SVP-Plakaten belegt, liegt er hingegen schon nicht ganz falsch.


Foto: Freiburg Tourismus
Foto: Freiburg Tourismus

10.03.2019 - Patricia Jungo

Paten für die Buchdoktorin

Im Franziskanerkloster Freiburg werden jahrhundertalte Bücher restauriert. Das Kloster setzt nun auf Crowdfunding, um die Finanzierung der Restaurierungen auch weiterhin sicherzustellen. Dieser neue Weg funktioniert ganz gut und die Restauratorin, Beate Degen, kann mit ihrer Arbeit beginnen. Für sie wäre der ideale Weg für alte Bücher, sie im dunklen und klimatisierten Kulturgüterschutzraum geschlossen aufzubewahren. Die Besitzer hingegen sind natürlich stolz ihre kostbaren Bücher ausstellen zu dürfen. Das Franziskanerkloster zeigt momentan 10 seiner 35‘000 Bücher. Diese haben dringend eine Restauration nötig. Sie sind mehrere Hundert Jahre alt und suchen nun seit letzten Oktober Patinnen und Paten, die mithelfen, die zur Restaurierung der 10 Bücher benötigten 60‘000 Franken zu sammeln. Bis jetzt sind rund 30‘000 Franken zusammengekommen. Die Konstanzerin kannte das System aus Deutschland und die Buchpatenschaften waren ihr Vorschlag. Um ein Buch zu restaurieren, rechnet Beate Degen mit ungefähr 50 Stunden Arbeit und Kosten von rund 5‘000 Franken. Manche Bücher sind mehrere Kilogramm schwer und ein Buchdeckel kann schon einmal einen halben Meter lang sein. Zur Restaurierung trägt Beate Degen einen weissen Stoffhandschuh, der sich bräunlich verfärbt, wenn sie mit dem Finger über den Buchdeckel streicht. Das Leder, das mit Pflanzenstoffen gegerbt wurde, bröckelt oft ab und zur Erhaltung muss restauratorisch eingegriffen werden. Viele Bücher lagen oft Jahre lang offen in den Kirchen und haben so auch innen viel Staub und Dreck. Je nach Hartnäckigkeit des Staubes arbeitet Beate Degen entweder mit einer Bürste oder mit einem Skalpell. Der Staub wird aufbewahrt, wenn das Buch wissenschaftlich noch nicht erforscht wurde. Nach der Trockenreinigung werden nun die Seiten repariert. Dabei wird Ähnliches mit Ähnlichem geflickt. Oft kommt auch der Alleskönner, nämlich das Japanpapier, zum Einsatz. Es besteht aus den Fasern des Maulbeerbaumes und ist besonders altersbeständig. Was den Büchern gut tut, weiss die Buchdoktorin genau.Die Restaurierungswerkstatt des Franziskanerklosters wurde vor genau 40 Jahren von Pater Otho Rayman gegründet. Im Oktober 2015 übernahm Beate Degen die Leitung.


10.03.2019 - Tony Lax

Political Correctness: Jetzt muss sogar Winnetou dran glauben!

Jetzt wird in einer Hamburger Kita doch tatsächlich das Indianerkostüm als Fasnachtsoutfit verboten!

 

Ja sowas!

 

Freilich, es wird nicht eigentlich strikt und streng verboten, sondern es wird eher eindringlich empfohlen, keine Kostüme zu tragen, die irgendwelche rassistischen und diskriminierenden Klischees bedienen. Das lange beliebte Scheich-Kostüm gehört also auch dazu.

Gut, wer will heute angesichts der massenhaften Enthauptungen in Saudi-Arabien und des islamistischen Terrors noch den lustigen Fasnachts-Scheich spielen?

 

Aber "Indianer"!

Herrgott nochmal!

 

Winnetou ist doch einer der Helden unserer Herzen! Wir verehren ihn, das hat doch nichts mit Diskriminierung oder gar allfälligem subtilem Rassismus zu tun.

 

Oder?

 

Und wenn es sich ja sonst im Leben schon nicht geziemt, sich mit fremden Federn zu schmücken, dan doch bitte wenigstens an Fasnacht. Der Federschmuck der Indianer ist doch wirklich was Schönes - und hinsichtlich der Political Correctness gewiss etwas völlig Unverdächtiges.

 

Oder?

 

Also bitte!

 

Lasst die Kinder doch Kinder sein, denen geht's um Spass und Kreativität - und bestimmt nicht um ein rassistisches Statement!

 

Ok, wie viel das Tragen eines Indianerkostüms tatsächlich mit Kreativität zu tun hat, wäre noch genauer klären. Aber dass Kinder sich beim Tragen eines solchen Kostüms nichts Böses denken, ist wohl ziemlich klar. Es ist eher das Gegenteil: Ein solches Kostüm stellt vielmehr eine Ehrerbietung dar und verleiht dem Träger oder der Trägerin zumindest einen leichten Abglanz jenes imaginären Glanzes, in dem Winnetou als Inbegriff des Indianers auf der Leinwand des Kopfkinos erstrahlt.

 

Nun gut - Winnetou hat's nicht gegeben, er ist die erdachte Figur eines deutschen Romandichters, der zum einen nie einen lebenden "Indianer" gesehen hat und zum andern zuweilen nicht mehr zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden vermochte und sich sogar selbst für Old Shatterhand hielt.

 

Aber das ist eigentlich gar nicht wichtig.

 

Wichtiger ist, wie eine entrüstete Hamburger Mutter findet, dass sich bestimmt nirgendwo ein "Indianer" finde, der das fasnächtliche Indianerkostüm beleidigend oder gar verletzend findet.

 

Oder?

 

Doch! Man findet ihn und er findet es tatsächlich nicht lustig.

 

Und wer sich die Zeit nimmt, den auf 'vice.com' veröffentlichten Text des in Köln lebenden Tyron White, einem O'ohe Nuŋpa Lakota vom Stamm der Cheyenne River Sioux, zu lesen (Link siehe unten), der versteht auch, warum es zumindest Gründe gäbe, sich über die vermeintliche Harmlosigkeit des Indianerkostüms wenigstens mal ein paar Gedanken zu machen.

 

Man erfährt in diesem Artikel übrigens auch, welche Bedeutung eine Feder für einen "Indianer" hat.

 

Und: Dass es DIE "Indianer" ja gar nie gegeben hat.

 

Ob das Indianerkostüm jetzt tatsächlich verschwinden soll? Ich weiss es nicht.

 

Und ob es in erzieherischer Hinsicht sinnvoller ist, wenn sich das Kind statt als Indianerfigur nun als Senftube verkleidet, vermag ich auch nicht so richtig einzuschätzen.

 

Bedeutsamer erscheint mir vielmehr, dass wir Erwachsenen das Fasnachtskostüm-Reglement der Hamburger Kita - ob wir es nun für sinnvoll oder für absurd halten - und generell die Forderungen der Political Correctness, so übertrieben wir sie vielleicht auch finden mögen, als Impuls für unser Nachdenken und unsere Gespräche über unsere Gesellschaft aufnehmen.

 

Denn nicht wenige unserer Selbstverständlichkeiten sind vielmehr unverstandene Gewohnheiten, auf die wir unreflektiert beharren, und nicht selten wurzeln sie sogar in irgendeiner Form von Ungerechtigkeit.

 

Gewiss: Wenn Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen, dann ist auch das ungerecht.

 

Einschränkungen in ihrem Recht auf Kindsein erfahren die Kinder allerdings auch jenseits irgendwelcher Restriktionen hinsichtlich der fasnächtlichen Kostümauswahl.

 


Quelle: AP
Quelle: AP

10.03.2019 - David Aebischer

Rund 30 Verletzte bei Flugzeug-Turbulenzen beim Landeanflug

Bei schweren Turbulenzen beim Anflug auf New York sind heute an Bord eines Passagierjets der Fluggesellschaft Turkish Airlines rund 30 Menschen verletzt worden. Die aus Istanbul kommende Boeing 777 hatte 326 Passagieren und 21 Besatzungsmitgliedern an Bord. Gemäss Meldungen sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Ein Sprecher der Flughafenverwaltung am Airport John F. Kennedy teilte am späten Samstagabend mit, dass die Verletzten alle in ein Spital gebracht worden seien.

 

Die Turbulenzen an Bord der Boeing 777 traten rund laut Meldungen 45 Minuten vor der Landung in New York auf. Die Crew habe noch in der Luft einen Notruf abgesetzt. Den Angaben zufolge blieben andere Abläufe am Flughafen von dem Vorfall unberührt. Der nationale Wetterdienst hatte Piloten am Samstag vor Turbulenzen gewarnt.


09.03.2019 - DMZ

Wikipedia geht offline

Gegen die geplante EU-Reform des Urheberrechts laufen Kritiker bereits seit langem Sturm. Auch Wikipedia, die nicht ganz unbestrittene Informationsquelle, sehen sich bedroht. Deshalb schliessen sich die Macher der deutschen Wikipedia-Internetseite den Protesten an und gehen dazu einen drastischen Schritt und schalten das Online-Lexikon für einen Tag komplett ab.

 

Der Beschluss der Autoren steht fest und wird am 21. März in die Tat umgesetzt. Die Internet-Enzyklopädie wird nicht erreichbar sein. Statt Artikel werden die Suchenden an diesem Tag einen Hinweis zu sehen bekommen, der die Probleme des neuen Urheberrechts benennt, über das Ende März das Europaparlament abstimmen soll.

Vor allem an Artikel 13 des Reformwerks lässt einige Köpfe rauchen. Einfach zusammengefasst fordere dieser Artikel fast alle Anbieter von Websites, auf denen man urheberrechtlich geschützte Werke hochladen könne, mit quasi allen Lizenzanbietern von Inhalten Verträge abzuschliessen. Zudem sei unklar, inwieweit die extensive Quellensammlung der Wikipedia-Artikel mit dem Presseverleger-Leistungsschutzrecht vereinbar sei. Gleichzeitig lobt die Wikimedia Foundation einige Punkte der Reform – so den Schutz der gemeinfreien Werke und den neu geregelten Zugang zu vergriffenen Werken.

Die inhaltliche Qualität indess, wird sich bei Wikipedia auch dadurch kaum bessern dürfen.


09.03.2019 - Patricia Jungo

Arbeitslosigkeit rückläufig im Kanton Freiburg

Erstmals nach mehreren Monaten ist die Arbeitslosigkeit im Kanton Freiburg im Februar zurückgegangen. Über den Winter war diese im Kanton saisonbedingt leicht gestiegen. Laut Amt für den Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeit von 3,1 Prozent im Januar auf 2,9 Prozent im Februar gesunken. Im Februar 2018 betrug die Zahl der Arbeitslosen 266 Personen mehr. Im Vergleich der Bezirke (Arbeitslosigkeit ist in allen Bezirken rückläufig) weist wiederum der Sensebezirk mit 1,6% die tiefste Arbeitslosenquote auf. Ebenso ist die Stellensuchendenquote rückläufig. Diese steht neu bei 5 Prozent. Ende Februar waren 8273 Personen auf Stellensuche, 141 weniger als im Januar und 407 weniger als im Februar 2018. Bei seiner monatlichen Statistik hat das Amt für den Arbeitsmarkt neu auch die Arbeitslosenzahlen nach Gemeinden veröffentlicht. Zu Beginn dieses Jahres wurde allein die kleine 150-Einwohner-Gemeinde Pierrafortscha im Saanebezirk als Gemeinde ohne Arbeitslose registriert. Die beiden bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons, Freiburg und Bulle, verzeichnen naturgemäss wiederum am meisten arbeitslose Personen (1700 für Freiburg und etwas über 500 für Bulle).


09.03.2019 - Patricia Jungo

Bescheidenheit ist mehr als eine Zier…

Wohin wir unsere Kraft lenken, entscheiden wir zum grossen Glück immer noch selbst. Genauso verhält es sich auch mit der Kaufkraft. Was, wenn nicht mehr der Kauf die Kraft innehätte, sondern der Verzicht und das Reduzieren? Ein konsumreduziertes Leben zu führen, ist weit mehr als ein Wandel zu Bescheidenheit; es ist vielmehr eine Art von Widerstand. Wir alle sind frei, diese Möglichkeit auf unsere eigene Weise zu leben. So sind wir frei innezuhalten und uns vor dem nächsten Kauf bewusst zu fragen: Brauche ich das wirklich? Es ist dieses bewusste Entscheiden, das uns der Freiheit ein Stück näher bringt. Und es beginnt bei kleinen Entscheidungen. Das Geld, das uns bleibt, wenn wir auf unnötige Kaufrauschaktionen verzichten, können wir in voller Freiheit einsetzen. Wir können Projekte unterstützen, anderen Menschen helfen, die es dringend brauchen und auch selber sinnvolle Aktionen ins Leben rufen. Mit dem Hinterfragen und Ändern unseres Konsumverhaltens dürfen wir aktiv zum positiven Wandel beisteuern und auf unsere Art auch „Widerstand“ leisten. Die Bewegung vom materiellen Konsum hin zu mehr Menschlichkeit und gerechterer Verteilung ist nur möglich, wenn wir nach innen schauen und den wahren Sinn unseres Leben entdecken, dem auf die Spur kommen, was uns wirklich wichtig ist. Ein konsumreduziertes Leben belohnt nicht nur die Menschen um uns, sondern vor allem auch uns selbst; mit einem wohltuenden Gefühl von Erfüllung und Sinnhaftigkeit.


Foto: Büchner Verlag
Foto: Büchner Verlag

09.03.2019 - DMZ

"Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest"

Was für ein aufwühlendes Statement. Das neue Buch der Feministin Verena Brunschweiger sorgt für gewaltigen Zündstoff. Darin beschreibt sie, warum der Verzicht auf Nachwuchs der grösstmögliche Beitrag sei, den jeder Einzelne zum Klimaschutz leisten könne. Eine abwegige Idee und trotzdem logisch. Ohne Menschen gäbe es kaum Umweltbelastungen im heutigen Ausmass. Genau auch deshalb sind die Theorien von Frau Brunschweiger mehr als fragwürdig. Sie versteht zudem nicht, wieso Eltern ihrer Meinung nach ökologische Schuld auf sich laden, wenn sie ein Baby in die Welt setzen.

Ihre persönliche Einstellung sei nicht der Hauptgrund, warum sie, die Gymnasiallehrerin keinen Nachwuchs wolle. In ihrem Buch schreibt sie: "Es gibt Eltern, die mit Scheuklappen durch die Welt gehen: Die Natur ist egal, alle anderen Menschen sind egal. Sie schauen nur noch auf sich und ihr Kind." Sie findet weiter, dass 70.000 Euro zum 50. Geburtstag für "kinderfreie" Frauen – "eine wunderbare Idee!" sei.

 

Das Frauenbild entspricht dem einer "Reproduktionsträgerin" lässt Verena Brunschweiger verlauten und ruft Frauen dazu auf, sich bewusst gegen vorherrschende Klischees zu entscheiden – von der Brustvergrösserung mittels Silikon bis zur Geburt. Weiter solle sich jede Frau bewusst machen, über die Gefahr wie auch die Einbusse von Geld, Zeit und Kraft. Männliche Dominanz und mediale Gehirnwäsche führten dazu, dass Frauen glaubten, die Frauen wollten eine grössere Brust und wollten ein Kind. Ein Grund für ihre Aussagen mag dieser sein: "Manche Frauen lassen sich einreden, ohne Kind keine vollwertige Frau zu sein.

Das Phänomen bleibt: Wieso äussern sich immer Menschen zu Themen, die diese nicht aus eigener Erfahrung oder nur einseitig kennen?


08.03.2019 - DMZ

Der kasachische Skilangläufer Alexei Poltoranin hat sein Geständnis, Blutdoping betrieben zu haben, laut skandinavischen Medienberichten zurückgezogen.

Der 31-Jährige behauptete demnach in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem russischsprachigen Portal bnews.kz zudem, er habe gegenüber der Polizei unter psychologischem Druck ausgesagt.

 

„Alle abgegebenen Tests ergaben, dass ich keine illegalen Substanzen genommen habe. Ich dachte zwar daran, die verbotene Methode anzuwenden, habe es aber schließlich nicht getan“, zitierte bnews.kz den zweimaligen WM-Dritten von 2013. Sportrechtlich strafbar ist auch schon die versuchte Anwendung einer verbotenen Methode.


08.03.2019 - DMZ

Aus musical.ly wurde Tik Tok – und die Eltern sorgen sich (weiter)

Wer seine musical.ly App updaten möchte, wird sich wundern, denn dort steht nun ein anderer Name: Tik Tok. Dahinter steckt eine Zusammenführung der beiden Apps Musical.ly und Tik Tok, die beide dem chinesischen Unternehmen Bytedance gehören.

Am eigentlichen Konzept der Applikation ändert sich nicht viel. Die Profile, Nutzernamen und Videos bleiben erhalten. Allerdings steht jetzt eine weitaus grössere Musikauswahl zur Verfügung und zudem bekommt man neu auch verschiedene Comedy-Funktionen, um witzige Videos zu erstellen. Die App sieht auf den ersten Blick auch nicht sehr anders aus, lediglich das Logo und der Upload Button haben nun ein neues Aussehen.

Herausstechendes Merkmal ist dabei die erstaunlich gut funktionierende Lip-Sync-Funktion, mit der das Tempo des Videos an die Musik angepasst werden kann. Doch wie immer gibt es den Spass nicht ohne Wermutstropfen. Datenschützer üben Kritik an der App. Kritisch sind einige Standardeinstellungen, die man allerdings ändern kann. So sind die Konten grundsätzlich öffentlich, jeder kann die hochgeladenen Videos sehen und kommentieren. Das ist durchaus im Sinne der Nutzer und Nutzerinnen, die ja viele Herzchen als Likes bekommen wollen. Die App spielt die Videos jedoch auch automatisch auf anderen Netzwerken aus, so dass die Öffentlichkeit möglicherweise grösser wird als gewünscht. Ausserdem missfällt den Datenschützern, dass standardmässig der Aufenthaltsort ausgelesen und anderen mitgeteilt wird. Auch die im Smartphone gespeicherten Telefonkontakte können ausgelesen werden.

 

Ungeklärt ist bisher, ob durch die Verwendung von Originalsongs Urheberrechte verletzt werden. Dies könnte teure Abmahnungen zur Folge haben. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt.


Timothy Brown, unter dem Namen der „Berliner Patient“ wurde er als erster geheilter HIV-Patient bekannt. Nun hat er einen Nachfolger. (j/Foto: picture alliance / AP Photo)
Timothy Brown, unter dem Namen der „Berliner Patient“ wurde er als erster geheilter HIV-Patient bekannt. Nun hat er einen Nachfolger. (j/Foto: picture alliance / AP Photo)

08.03.2019 - David Aebischer

Zweiter HIV Patient nach Stammzelltransplantation virenfrei

Zum zweiten Mal sind bei einem HIV-Patienten nach einer Stammzellen-Transplantation Monate später keine Viren mehr nachweisbar gewesen. Eine Sensation, dennoch warnen Forscher vor überzogenen Erwartungen an diese Therapie.

Der Patient war gleichzeitig auch an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, dem sogenannten Hodgkin-Lymphom. Um diese Erkrankung zu behandeln, wurden ihm Stammzellen transplantiert. Diese waren genetisch verändert, dass sie den Träger resistent gegen eine Infektion mit dem HI-Virus machten. Nachdem die Ärzte die Behandlung aussetzten, um zu sehen, ob die HI-Viren zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Patient auch in den folgenden 18 Monaten virenfrei blieb.

Als Standardtherapie bei einer HIV-Infektion wird das Verfahren wegen der starken Nebenwirkungen ausgeschlossen. Der Patient ist der zweite Mensch weltweit, bei dem eine Stammzelltransplantation zu einer dauerhaften HIV-Remission geführt hat. Im Jahr 2007 hatte bereits ein US-Amerikaner in Berlin eine vergleichbare Behandlung erhalten.


08.03.2019 - David Aebischer

Simu Fankhauser, der Vielseitige

Simu Fankhauser, der Solothurner Ex-bagatello Sänger ist schweizweit als Kindermusiker unterwegs. Der erfolgreiche Sänger & Kinderlieder- und Geschichtenschreiber ist zudem Gründer diverser Projekte, eines davon heisst arbeitsrentner.ch und wird von ihm seit über 7 Jahren geführt. Eine wundervolle Sache. Wie auch seine Musik wundervoll ist. Seine Kinderlieder und Geschichten lassen die kleinen Zuhörer und Erwachsenen gleichermassen in die Welt des lieben Waldkobolden „Pumpelpitz“ eintauchen. Simu Fankhauser ist vielseitig talentiert und aktiv. So schrieb er den Text und war Projektleiter und Sänger des «Soledurner Wiehnachtslied», ist Mitglied im Vorstand des Vereins «pro Vorstadt» in Solothurn und schreibt seit 2015 Geschichten und Lieder für Pumpelpitz. Er ist schweizweit mit Kinderkonzerten unterwegs und erfreut Kinder- und Erwachsenenherzen, wo auch immer er mit seinem wunderschönen Programm auftritt. Ein talentierter Künstler also, der eindrücklich beweist, dass Vielseitigkeit mit Nichten ein Nachteil oder gar besorgniserregend ist, sondern Talent, Können, Vermögen und Spass gekonnt vereint. So erstaunt es denn auch nicht, dass man die Liste seiner Aktivitäten und Erfolge weiterführen kann. Im 2015 gründete er den Kinderchor „Simu und die Berner Kidz“ und ist seit 2012 Sänger & Lied- und Geschichtenschreiber für den Kinderverlag «Chinderwält». Begleitet wird Simu Fankhauser live von Tom Gisler, der als Multiinstrumentalist im Halbhintergrund mitwirkt und eine wichtige Rolle inne hat.

 

Simu Fankhauser mit seinem Kinderprogramm „Pumpelpitz“; das ist kurzweilige Unterhaltung mit einer hohen Augenzwinkertaktrate. Ein Besuch ist ein Muss, will man sich nicht eine Perle Schweizerischen Kulturschaffens entgehen lassen.

 

Weiterführende Informationen auf der Künstlerwebsite: simu-musig.ch


 Foto: lucamusic.ch
Foto: lucamusic.ch

07.03.2019 - DMZ

Was man lange tuschelte ist nun klar - Luca Hänni vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest in Israel.

SRF, RTS, RSI und RTR haben gemeinsam entschieden, dass Luca Hänni nach Israel fahren darf. Sparmassnahmen beim Schweizer Fernsehen zwangen die Organisatoren der Schweizer Delegation dieses Jahr ohne TV-Entscheidungsshow einen Künstler auszuwählen. Zwischen dem 1. September und 1. Oktober 2018 konnten die Schweizerinnen und Schweizer bei der SRG ihre Songs einreichen. Über 420 Songs waren es schlussendlich aus welchen im Anschluss von einer 100-köpfigen Zuschauerjury und zwanzig Fachjuroren ein Sieger erkoren wurde.

 

Der Eurovision Song Contest findet vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv statt. Vorjahresgewinnerin Netta brachte mit ihrem Sieg in Lissabon den grössten Musikwettbewerb der Welt in die Stadt am roten Meer. Luca Hänni veröffentlichte heute ein Video seines neuen Songs «She Got Me» auf Youtube, mit welchem er in Israel antreten wird.

 

Luca Hänni wird also für die Schweiz am Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten. Nach vielen dürren Jahren soll es nun ein bereits erfolgreicher Musiker richten.


07.03.2019 - David Aebischer

Ein weiterer Schlag der Obrigkeit gegen „ihr“ Volk - Weniger Geld für Kinder von IV-Rentnern

Alain Berset sprach sich noch dafür aus, beim Punkt der IV-Gelder beim geltenden Recht zu bleiben. Fast die Hälfte der IV-Bezüger habe schon heute Anspruch auf Ergänzungsleistungen, gab er zu bedenken.Der Nationalrat gab sich unbeeindruckt und hat einer Kürzung von IV-Geldern zugestimmt. Betroffen sind fast 100'000 Kinder.

 

IV-Rentnerinnen und -Rentner sollen also demnach ab sofort für ihre Kinder weniger Geld erhalten. Der Bund rechnet dadurch mit Zusatzkosten von 47 Millionen Franken bei den Ergänzungsleistungen. Ausserdem ist momentan der Bund dabei, das System der Kinderrenten zu analysieren, deshalb ist eine solche Massnahme gar nicht angezeigt, man hätte ganz einfach das Resultat abwarten können. Trotzdem folgte der Nationalrat seiner Kommission und hiess die Sparmassnahme mit 106 zu 66 Stimmen bei 10 Enthaltungen gut. Unglaublich, da hilft auch kein Augenreiben. Momentan steht es an allen Fronten zum Schlechten für das « Volk ». Echte Beweggründe dahinter sind nicht erkennbar.

 

Das Geld für Kinder von IV-Rentnern, das heute «Kinderrente» genannt wird und künftig «Zulage für Eltern» heissen soll, wird auf einen Schlag von 40 auf 30 Prozent der Rente gesenkt. Diese Kürzung ist unverantwortlich und beschämend zugleich. Sie bringt Familien unnötig zusätzlich in Not. Als Folge daraus müssen die Betroffenen Ergänzungsleistungen beantragen, womit die Kosten lediglich verlagert werden. Einmal mehr. Silvia Schenker (SP/BS) bezeichnete die geplante Rentenkürzung als «unnötige Machtdemonstration gegenüber den Schwächsten». Bereits heute sorge eine Regelung dafür, dass es nicht zu einer Überversicherung komme. Mit wachsender Sorge muss das weitere Geschehen in Sozialen Fragen beobachtet werden.


07.03.2019 - Patricia Jungo

Vorbild und nicht Freund

Wenn Eltern ihre Jugendlichen zu ihrem ersten Discobesuch begleiten wollen, wird sich ihre Begeisterung wohl in Grenzen halten. In der Pubertät wollen sie sich von ihren Eltern abgrenzen, eigene Wege gehen. Sie brauchen ihre Eltern weiterhin als Vorbilder, orientieren sich an ihnen, wollen und müssen aber ihre ganz eigenen Erfahrungen machen und sich auch als von den Eltern abgetrennte Persönlichkeiten wahrnehmen. Oft sind Eltern natürlich überaus stolz, die besten Freunde ihrer Kinder zu sein. Von Shoppen bis zu Discobesuch möchten sie am liebsten alles mit ihnen unternehmen. Teenager brauchen jedoch etwas viel Wichtigeres, um neue Wege zu beschreiten und ihre eigene Identität zu bilden: Vorbilder, moralische Instanzen und Respektspersonen. Jugendliche geben dies ungern zu, aber der Rat und die Unterstützung ihrer Eltern sind ihnen sehr wichtig. Die Orientierung an den Eltern findet nicht immer in Gesprächen statt, sondern oft auch unbewusst durch Nachahmung. Entziehen wir unseren Jugendlichen diese Orientierungsmöglichkeiten und werden wir zu „Kumpeln“, die keine Grenzen setzen, können sie auf ihrer Suche schnell einmal den Halt verlieren und auch grenzenlos werden. Doch gerade diese Grenzen sind so wichtig für sie, denn Jugendliche machen fast alles, um sie zu erreichen. Auch Eltern, die probieren, wieder zu Teenagern zu werden, um sich mit ihren Kindern gleichzustellen, sind für die Kinder mehr als peinlich und der Respekt kann auf der Strecke bleiben. Eltern haben aber die klare Aufgabe, als Reibungsfläche zu dienen. Dies beginnt in der frühen Kindheit und dauert oft bis ins Erwachsenenalter. Tatsache ist, dass man oft erst herausfindet, was man will, wenn man sich mit jemandem austauscht, der total anders denkt. Auch moralische Regeln bekommen Kinder schon sehr früh von den Eltern mit. Eine Verbindung von Warmherzigkeit und Verständnis mit Konsequenz und festen Regeln in der Erziehung scheint ein wertvoller Weg für Eltern und Kinder zu sein. Kinder erfahren Respekt und ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt. In einem festen Rahmen bewegen sie sich sicher und die emotionale Wärme gibt auch den Jugendlichen die Möglichkeit, mit den Eltern auf Konfrontation zu gehen; dies ohne Angst, abgewiesen zu werden. Eltern vermitteln ihren Jugendlichen so seit früher Kindheit, dass sie Anteil an ihm nehmen, ohne sich auf seine Ebene zu begeben.


07.03.2019 - David Aebischer

Neue Vorwürfe gegen den WWF

Der WWF (World Wide Fund For Nature, bis 1986 World Wildlife Fund) wurde 1961 gegründet und ist eine der grössten internationalen Natur- und Umweltschutzorganisationen. Seit über 50 Jahren setzt er sich für die Natur ein. Nun hagelt es Vorwürfe gegen die Organisation. Bereits 2015 prangerte die Nichtregierungsorganisation Survival International damals an, der WWF sei im Kongobecken in Menschenrechtsverletzungen durch Wildhüter involviert. «Es hat damals eine Untersuchung dieser Vorwürfe gegeben», so WWF-Chef Vellacott.

«Die beliebte wohltätige Organisation mit dem knuddeligen Panda-Logo finanziert in Nationalparks in Asien und Afrika paramilitärische Kräfte, rüstet sie aus und arbeitet direkt mit ihnen zusammen, und zwar Kräfte, denen vorgeworfen wird, zahlreiche Menschen geschlagen, gefoltert, sexuell angegriffen und ermordet zu haben», kann man bei Buzzfeed lesen. Falls diese Enthüllungen, die heute weltweit in den Medien kursieren, sich als wahr erweisen, hat der WWF ein schweres Reputationsproblem. In Zentralafrika soll der WWF gar an quasimilitärischen Operationen sowohl der Regierungstruppen wie von Rebellen beteiligt gewesen sein. In Kamerun hat er laut Buzzfeed News die Nationalparkpolizei organisiert und finanziert; Prügeln und Foltern gehörten dort zu deren Methoden.

«Bei den tätlichen Übergriffen wurden die Einheiten in der Regel vom WWF angeheuert, bezahlt, ausgestattet, trainiert und ausgerüstet», sagt Marcus Engert von Buzzfeed. «Man kann leider nicht davon ausgehen, dass WWF-Vertreter davon nichts wussten oder darin nicht involviert waren.» Mehr als happige Vorwürfe also gegen eine Vorzeigeorganisation. Inzwischen habe man eine unabhängige Untersuchung angeordnet und man wolle genau wissen, «was damals festgestellt wurde, wo gehandelt wurde – und wo allenfalls nicht gehandelt wurde». Fest steht auch für den WWF, dass es jetzt absolute Transparenz und eine gründliche Untersuchung braucht. Natürlich zeigt sich auch WWF-Chef Thomas Vellacott ob den Anschuldigungen erschüttert. Die Hoffnung ist, dass es sich um haltlose Gerüchte handelt und nicht um Tatsachen, allerdings lassen die Recherchen dieses Journalistennetzwerkes in Zusammenarbeit mit dem Online-Magazin Buzzfeed Anderes befürchten.


Foto: blw.admin.ch
Foto: blw.admin.ch

07.03.2019 - Patricia Jungo

Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken

In der Schweiz landen in jedem Haushalt pro Jahr durchschnittlich Lebensmittel im Wert von 500 bis 1000 Franken in den Abfall. Es braucht Wege, um dieser Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Der Bundesrat muss einen entsprechenden Plan ausarbeiten. Ein diesbezügliches Postulat von Isabelle Chevalley (GLP/VD) wurde vom Nationalrat angenommen. Chevalley rückte in den Vordergrund, dass die Schweiz sich mit der Agenda 2030 verpflichtet habe, die Verschwendung von Lebensmitteln bis 2030 massiv zu verringern (um 50%). Um dieses Ziel erreichen zu können, würden aber die Bemühungen fehlen. Mit einem Aktionsplan wäre die Möglichkeit zur Koordination der diversen Initiativen gegeben und auch neue Initiativen könnten gemeinsam mit dem privaten Sektor aufgegleist werden. Chevalleys Idee wurde im Nationalrat mit 108 gegen 76 Stimmen angenommen. Einen solchen Aktionsplan fand auch Bundesrätin Simonetta Somaruga unterstützenswert. Auf diese Weise könnten die Handlungsmöglichkeiten geprüft werden, ohne dabei direkt neue Gesetze zu schaffen.


06.03.2019 - Patricia Jungo

Tag der Logopädie

Der heutige Tag ist europaweit der Logopädie gewidmet. Die Logopädie befasst sich mit Störungen der Kommunikation, der Sprache, des Redeflusses, der Stimme, des Schluckens, der Schriftsprache (lesen und schreiben) und auch des mathematischen Verständnisses. Sie beinhaltet Diagnostik, Beratung, Therapie und auch Prävention. Sie kann eine pädagogische-therapeutische oder eine medizinisch-therapeutische Massnahme sein. Die Logopädie-Verbände der Schweiz haben den diesjährigen Tag der Logopädie unter das Zeichen des „Spieles in der logopädischen Therapie“ gesetzt. Mit dem Thema wird aufgezeigt, wie über das Spiel die sprachliche Kommunikationsfähigkeit und damit das Teilhaben an der Gesellschaft gestärkt werden kann. Es soll auf die Bedeutung des Spiels für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die sprachlich Mühe haben, hingewiesen werden. In der Therapie setzen Logopädinnen und Logopäden das Spiel gezielt ein, um die sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten von Betroffenen zu verbessern. Solche spielerischen Übungen machen Kindern und Erwachsenen Spass, sind sehr motivierend und helfen auch erheblich mit, sich beim Lesen, Schreiben und Sprechen sicherer zu fühlen.


Bild: Sam Buchli
Bild: Sam Buchli

06.03.2019 - David Aebischer

Polizei fährt in Menschengruppe?

Laut der Reitschule soll ein Polizeifahrzeug in eine Menschengruppe gefahren sein. Die Kantonspolizei widerspricht. Beim Polizeieinsatz bei der Reitschule in der Nacht vom 1. auf den 2. März 2019 soll ein Fahrzeug der Polizei absichtlich in die Menge gesteuert worden sein. Der Polizeidirektor nimmt Stellung zum Video auf Online-Kanälen. Bereits kurz nach dem Einsatz  kursierte auf bestimmten Online-Kanälen ein Video, das durch seine Aufmachung die mediale Berichterstattung bewusst zu beeinflussen und die Legitimität des polizeilichen Handelns zu diskreditieren versuchte, so die Erklärung des Polizeidirektors. In dem Video, welches die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) auf Facebook verbreitete, ist eine Gruppe schwarz Vermummter zu sehen, die eine Mauer besprayen. In einer späteren Einstellung wird ein schwarzer Personenwagen sichtbar, der auf eine Menschengruppe in der Nähe der Sprayer fährt. Die Personen rennen vor dem Auto weg und Vermummte sind zu sehen, die Objekte auf das Fahrzeug werfen.

Die Polizei- und Militärdirektion nimmt den Vorfall und dieses Video zum Anlass, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Regierungsrat Philippe Müller zeigt sich über den Umstand besorgt, wie das publizierte Video von den tatsächlichen Vorkommnissen und Schwierigkeiten rund um die Situation bei der Reitschule ablenken würde. Es sei augenscheinlich, dass mit dem Video versucht werde, die Legitimität des polizeilichen Handelns in Frage zu stellen.

Die Anschuldigungen gegen Mitglieder des Berner Polizeikorps konnten bisher nicht belegt werden bzw. werden grösstenteils durch das Video selbst entkräftet. Eine Gefährdung ist durch das Polizeifahrzeug auf dem Video nicht wirklich auszumachen, hingegen sind auf dem Video strafbare Handlungen vermummter Personen sowie gewalttätiges Vorgehen gegen die im Einsatz stehenden Polizisten und ihr Fahrzeug (Flaschenwürfe, Feuerwerkabschuss aus nächster Nähe) deutlich zu sehen. Die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten ist Aufgabe der Polizei, deshalb scheint es auch durchaus vernünftig gewesen an diesem Abend auszurücken.

Das Video wurde in der Zwischenzeit überarbeitet und es wurde damit versucht, Gewalttätigkeiten zahlreicher vermummter Personen unkenntlich zu machen. Einmal mehr zeigt sich an diesem Beispiel, dass Bildmaterial, das ohne Faktencheck verwendet wird und ungesichert, gemachte Aussagen über Vorkommnisse immer (noch) Menschen findet, die dies dann als Tatsache sehen.


06.03.2019 - DMZ

Antrag für Prämienverbilligung in Bern nun auch online möglich

Seit Mitte Januar können Bernerinnen und Berner, denen die Steuer vom Lohn abgezogen wird, ihren Antrag für Verbilligung der Krankenkassenprämien neu auch online stellen. Damit wird die  Strategie von Regierungsrätin Evi Allemann, der Bevölkerung einen einfachen Zugang zu den Behörden zu ermöglichen, weiter um.

 

Die überwiegende Anzahl der Bernerinnen und Berner werden vom Kanton automatisch informiert, ob sie Anrecht auf eine Verbilligung ihrer Krankenkassenprämien haben. Auch dies ein sehr "Kundenfreundliches" Angebot, was längst nicht in allen Kantonen so gehandhabt wird. Grundlage dazu sind jeweils die definitiven Steuerdaten der Vorjahre.  Seit Mitte Januar können die Anträge auch direkt in einem Online-Formular eingereicht werden. Die Kundinnen und Kunden werden je nach Personenkategorie durch das Formular geführt. Mit einer Freigabequittung bestätigen sie ihre Angaben. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen System zeigen, dass der neue Online-Antrag rege benutzt wird. Seit Mitte Januar haben mehr als tausend Personen das System benutzt.


06.03.2019 - Patricia Jungo

Lachen ist gesund!

Wie so oft machen es uns die Kinder vor! Sie lachen viel und herzhaft und berühren uns tief. Lachen ist eine sehr wirksame Methode, die Stimmung zu heben und etwas Tolles für die Gesundheit zu tun. Schade, dass die Fröhlichkeit und auch das Lachen nachlassen, wenn wir älter werden. Mit oder ohne Kinder lachen, mehr lachen; das ist so richtig gesund für uns. Natürlich ist das immer leichter gesagt, als getan. In der Gesellschaft wird aus der ursprünglichen freudigen Geste oftmals auch ein körpersprachliches Mittel, das auch Misstrauen und Skepsis hervorruft. Doch bleiben wir beim Kinderlachen. Dem Menschen wird die Lust am Lachen in die Wiege gelegt und Lächeln ist einer der ersten mimischen Ausdrücke der Babys in der Interaktion mit den Eltern oder auch anderen Kindern. Ein Kind lacht aus vollem Halse und man kann förmlich sehen, wie es dieses Gefühl im ganzen Körper spürt. Dieses Lachen ist noch ein sinnliches Erlebnis und der Humor gesellt sich erst etwa ab eineinhalb Jahren dazu. Kinder überlegen nicht, wie ihr Lachen ankommt oder ob es gerade angebracht ist. Sie lernen dies erst von den Eltern durch Nachahmung und entsprechende Reglementierung. Die Lachforschung hat festgestellt, dass Lachen ein wirksames Herztraining ist, das Immunsystem stärkt und sogar Schmerzen lindern kann. Mit einem herzhaften Lachen sind positive Gedanken verbunden. Wer also lacht, strahlt Positives aus und darf auch entsprechende Reaktionen erwarten. Lachen kann auch Frühlingsmüdigkeit mindern und sogar die Kreativität fördern, denn Lachen setzt Kontrollmechanismen im Gehirn ausser Gefecht. Leider geht das Lachen bei uns Erwachsenen zu oft etwas verloren. Kinder können ein ideales Vorbild für uns sein. Wie wäre es, kindliche Spässe, Faxen und Sprüche nicht nur zu belächeln, sondern aus vollem Herzen darüber zu lachen? Es versteht sich von selbst, dass die zarte Grenze eingehalten werden muss, die sicherstellt, dass ein Kind sich nie ausgelacht fühlt. Humor und Lachen kann man wunderbar in der Erziehung einsetzen. Beim Säugling ist es das beliebte „Guguck-Spiel“ und auch im Laufe der weiteren Erziehung können Humor und Lachen das Zusammenleben bereichern und entspannter machen. Wie gut es tut, sich nicht immer nur mit dem Ernst des Lebens zu befassen und einfach ins Lachen unserer Kinder mit einzustimmen. Ihre Botschaft lacht uns alle an: Fröhlich geht es einfach leichter!


06.03.2019 - David Aebischer

Kranke sollen sich stärker an den Behandlungskosten beteiligen müssen

Nach dem Nationalrat hat nun auch der Ständerat beschlossen, die Franchisen zunächst um 50 Franken zu erhöhen. Die ordentliche Franchise beträgt damit 350 Franken. Das passt nicht allen. Die SP will das Referendum ergreifen, nicht zukletzt wegen der Tatsache, dass im Vergleich der OECD-Länder 

die Versicherten in der Schweiz schon heute den grössten Teil der Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche zahlen würden.

Dank der Zustimmung des Ständerates kann der Bundesrat die ordentliche Franchise und die Wahlfranchisen nun regelmässig an die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen anpassen. Lediglich die Franchisen für Kinder sind davon nicht betroffen. Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen, denn bisher hat sich eine Anpassung noch nie positiv auf die Krankenkosten ausgewirkt. Vom Tisch ist das Thema damit so oder so noch nicht. Denn im Nationalrat ist eine Motion der Gesundheitskommission hängig, die eine ordentliche Franchise von 500 Franken verlangt.


05.03.2019 - Patricia Jungo

Freiburger Staatsrat befürwortet zweiwöchigen Urlaub für Väter

Der indirekte Gegenvorschlag für einen Vaterschaftsurlaub wird vom Freiburger Staatsrat unterstützt. Seine Antwort auf eine Vernehmlassung des Bundes beinhaltet seine klare Befürwortung für das Prinzip des Vaterschaftsurlaubes und auch für die im Gegenvorschlag erwähnte Dauer von zwei Wochen. Der Staatsrat sieht darin einen ausgeglichenen Kompromiss zur ursprünglich in der Volksinitiative verlangten Dauer von vier Wochen. Weiter schreibt er, mit zwei Wochen sei es möglich, den verschiedenen Interessen (private und öffentliche Arbeitgeber, Wirtschaftskreise) Rechnung zu tragen. Den Vätern wäre es möglich, mit diesem Vaterschaftsurlaub eine wichtigere Rolle rund um die Geburt eines Kindes übernehmen und auch das Potential der Mütter würde durch eine bessere Teilnahme am Arbeitsmarkt vermehrt ausgeschöpft werden, was auch einen Fachkräftemangel positiv beeinflussen könnte. Nicht zuletzt betont der Freiburger Staatsrat in seiner Antwort, die Schweizer Unternehmen würden mit dem Vaterschaftsurlaub im internationalen Umfeld zweifelsohne an Attraktivität gewinnen.


Foto: Bern.ch
Foto: Bern.ch

05.03.2019 - David Aebischer

Die Museumsnacht Bern 2019

Wenn die Bundesstadt erneut in ein magisches, farbenfrohes Licht getaucht wird, ist Museumsnacht. Die Museen und Kulturhäuser Berns öffnen am 22. März (18.00 - 02.00 Uhr) ihre Türen und bieten spannende und interessante Einblicke vor und hinter die Kulissen der jeweiligen Institution.

Mit ihren einmaligen Angeboten und Erlebnissen hat sich die Museumsnacht als fester Bestandteil des kulturellen Angebots der Bundesstadt etabliert. Ein Erfolg, der in anderen Städten mit ähnlichen Angeboten teilweise vergeblich gesucht wurde. Tausende von Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmern sind jedes Jahr in Bern unterwegs. Ein wundervolles Bild. Auch der Ausstausch auf der Strasse mit anderen Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmern ist meist sehr interessant und spannend zugleich.  Kulturelle sowie kulinarische Darbietungen in ungewohnter Umgebung und zu aussergewöhnlichen Zeiten scheinen in Bern ein Erfolgsgarant. Zudem kann aus dem reichhaltigen Angebot das Programm selber und individuell zusammengestellt werden.

https://www.museumsnacht-bern.ch


nau.ch
nau.ch

05.03.2019 - DMZ

Die neue 1000-Franken-Note

Nationalbank gibt endlich die neue 1000-Franken-Note heraus. Die fünfte Note der jüngsten Serie soll die kommunikative Seite der Schweiz zeigen. Am 13. März 2019 soll mit der Ausgabe der neuen 1000-Franken-Note begonnen werden. Sie ist nach der 50-, der 20-, der 10- und der 200-Franken-Note die fünfte der sechs Stückelungen der neuen Banknotenserie. Die heutigen Banknoten der 8. Serie behalten ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel bis auf Weiteres. Das Thema der neuen Banknotenserie lautet «Die vielseitige Schweiz». Jede Note stellt eine für die Schweiz typische Seite vor, die jeweils durch verschiedene grafische Elemente illustriert wird. So zeigt die 1000-Franken-Note die kommunikative Seite der Schweiz, das Hauptelement ist die Sprache. Prägende Motive der neuen Banknoten sind die Hand und der Globus, die auf jeder Note der neuen Serie zu finden sind. Die Notenwerte der 9. Banknotenserie sind dieselben wie bei der heutigen Serie, ebenso ist deren Farbgebung unverändert. Entsprechend bleibt die Hauptfarbe der neuen 1000-FrankenNote violett. Das Format ändert sich jedoch; die neuen Geldscheine sind kleiner und dadurch handlicher. Sie zeichnen sich durch eine innovative Kombination von komplexen Sicherheitsmerkmalen sowie anspruchsvoller Gestaltung aus und gewährleisten dadurch eine hohe Fälschungssicherheit. Als nächstes wird die neue Banknotenserie durch die Emission der letzten Stückelung, der 100-Franken-Note abgeschlossen: Sie wird am 3. September 2019 präsentiert und am 12. September 2019 in Umlauf gebracht werden. Die neue 1000-Franken-Note wird ab dem 13. März 2019 an den SNB-Schaltern in Bern und Zürich sowie bei den Agenturen der Nationalbank, die an den Hauptsitzen von 14 Kantonalbanken geführt werden, ausgegeben. Bei den Banken und der Post findet die Ausgabe der neuen Banknoten in den darauf folgenden Tagen statt.


05.03.2019 - DMZ

15. Bühnenprogramm von Peach Weber: „iPeach“

Peach Weber im Saalbau Froburg in Wiedlisbach

 

Peach Weber erfindet sich immer wieder neu! Hat er in den bisherigen 14 Programmen doch vorwiegend Gäx, Gedichte und Lieder zum Besten gegeben, verblüfft er im neuen Programm „iPeach“ mit Gedichten, Liedern und Gäx! Am Mittwoch, 15. Mai 2019 wird Peach Weber im Saalbau Froburg in Wiedlisbach auftreten.

 

Seine Entwicklung ist nicht aufzuhalten, als Höhepunkt des Wandels wird er auf dieser TOUR ganz andere Socken tragen und als Zwischenverpflegung nicht mehr auf schnöde Schinken-Sandwiches, sondern als Zeichen des Neuanfangs nur noch Salami-Sandwiches essen.

Seit bald 40 Jahren ist er ununterbrochen in der Comedy-Branche aktuell und haut nun sein 15. Programm raus:

 

„iPeach“. Es ist das neueste Produkt aus Silly Valley. Das Programm wird auf allen Kanälen die Welt erobern, von CD bis Spott-ify....... Da gibt es keine Diskussion mehr, das ist der Hammer. Das Publikum wird vor Lachen explodieren.

Menschen werden plötzlich wieder einen Sinn im Leben sehen, nicht mehr rauchen, saufen, keine Drogen mehr nehmen. Sie werden sich auf der ganzen Welt für Frieden einsetzen und die Klimakatastrophe mit aller Kraft verhindern. Sie werden Diktatoren stürzen, Demokratie verwirklichen, die Erde wird wieder zu einem Paradies werden und das nur durch einen Mann: Peach Weber, den Knallfrosch aus dem Aargau! Er wird fortan jedes Jahr den Friedensnobelpreis erhalten. Er wird die Weltreligionen versöhnen und auf einen gemeinsamen Nenner bringen. James Bond wird ihn um Rat fragen. Es wird ihm ein Denkmal errichtet werden, das sämtliche Wolkenkratzer der Welt überragen wird. Der Burj Khalifa wird daneben wie ein Zäpfchen aussehen. Es werden alle Neugeborenen aller Kontinente auf den Namen „Peach" getauft werden.

 

Er aber wird sich von dem nicht beeindrucken lassen, bleibt bescheiden und wird nach seiner Vorstellung am 15. Mai 2019 den Saalbau Froburg in Wiedlisbach selber aufräumen und besenrein übergeben. Ja, so ist er, der Meister, die Atombombe unter den Damenfürzchen, die Titanic unter den Pedalos, die Mortadella unter den Cipollatas.

 

PEACH WEBER – Programm „iPeach“

Mittwoch, 15. Mai 2019, 20.00 Uhr

WIEDLISBACH, Saalbau Froburg

Kassa- und Türöffnung: 19.00 Uhr, Ende: ca. 22.20 Uhr

Tickets: CHF 55.00 / 47.00 / 39.00

Vorverkauf: www.eventhouse.ch und www.starticket.ch

 

Weitere Vorstellungen:

Dienstag, 14. Mai 2019, Spiez, Lötschbergzentrum

Mittwoch, 29. Mai 2019, Sursee, Stadttheater


Foto: zurich.ch
Foto: zurich.ch

05.03.2019 - Patricia Jungo

Teddybär-Spital erneut am HFR Freiburg zu Gast

Auch in diesem Jahr organisieren Medizinstudierende der Universität Freiburg am HFR Freiburg – Kantonsspital - das zur Tradition gewordene Teddybär-Spital. Sie werden dabei vom Freiburger Spital (HFR) unterstützt. Der zweisprachige Anlass findet vom 27. bis 30. März 2019 statt und lädt Kinder von vier bis sieben Jahren ein, sich mit dem Spitalumfeld vertraut zu machen und dabei zu lernen, mit den damit verbundenen Ängsten besser umzugehen. Den Kleinen wird auf spielerische und pädagogische Weise gezeigt, wie ein Spitalbesuch abläuft. Sie bringen ihr krankes Plüschtier mit, sehen, wie es von Dr. Teds gepflegt wird und dürfen auch aktiv mithelfen. Bei einem Postenlauf sollen die Kleinen ihre Angst vor einem Spitalbesuch etwas verlieren. Familien, die am Mittwochnachmittag oder am Samstag das Teddybär-Spital besuchen möchten, werden gebeten, sich anzumelden unter www.hdnfribourg.ch.


05.03.2019 - David Aebischer

Momo Challenge - doch nur Fake News

Die Momo Challenge tauchte 2018 erstmals auf. Es ging um einen WhatsApp-Account namens "Momo", der per Kettenbrief Kinder in Angst und Schrecken versetzte. Momo, so nennt sich das Phänomen, welches sich einer Puppe des 46-jährigen Künstlers Keisuke Aiso aus Japan bedient. Er hatte die Figur namens «Mother Bird» im Jahr 2016 für eine Ausstellung erschaffen.

Kinderschutzorganisationen melden nun, dass eine vermeintliche Challenge, mit der Kinder in den Suizid getrieben werden würden, eher eine von Erwachsenen verbreitete moralische Panik ist.

In jüngster Zeit häuften sich wieder Berichte über die so genannte «Momo Challenge».  Doch auch laut diversen Kinderschutzorganisationen gibt es keinerlei Anzeichen, dass die «Momo Challenge» in signifikanten Ausmass existiert oder dass sich irgendein Kind in dessen Folge Schaden zugefügt hätte.       

Nicht durch die vermeintliche Challenge würden Kinder gefährdet, sondern erst durch die Hysterie darum.


05.03.2019 - Medienmitteilung in eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser

Nach dem riesigen Erfolg der Alpha-Phase der Online Zeitung «GZ Grenchner Zeitung» und der

überraschend grossen Resonanz sehen wir uns in der glücklichen Lage, in der Beta-Phase der

Zeitung, einerseits das Rayon massiv auszuweiten und somit den Kundenbedürfnissen anzupassen

und letztlich mit neuem, passenderem Titel fortzufahren.

 

Aus der GZ wird «Die Mittelländische».

Das Ziel der Zeitung ist die Bevölkerung im Mittelland zu informieren, Ereignisse zu kommentieren und zu analysieren, die tägliche Informationsverbreitung und Unterhaltung.

 

Wir freuen uns auf weiterhin interessierte und aktive Leserinnen und Leser und viele gute und unterhaltende Beiträge.

https://www.mittellaendische.ch

 

Ihr findet uns neu auf https://www.facebook.com/mittellaendische.


05.03.2019 - David Aebischer

Hohe Empathie der Schülerinnen und Schüler Grenchens

Uns interessiert auch vor allem die Jugend der Stadt Grenchen. Deshalb haben wir Hubert Bläsi, dem Gesamtschulleiter, auch einige Fragen zum Schulbetrieb gestellt. Er hat uns bereitwillig Auskunft gegeben. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Schule Grenchen stark bemüht ist, allen Schülerinnen und Schülern ein optimales Programm zu bieten. Fast überall kann man lesen, dass das schulische Niveau laufend sinkt. Doch wie sieht das in Grenchen konkret aus? „Im Allgemeinen stellen wir fest, dass unsere Klassen im kantonalen Vergleich mehrheitlich dem Durchschnitt entsprechen. Selbstverständlich ist an einer grossen Schule - wie sie Grenchen darstellt - eine grosse Begabungsbreite festzustellen. Die Lehrpersonen sind daher aufgefordert, sich mit individualisiertem Unterricht den daraus resultierenden Herausforderungen zu stellen“, führt Hubert Bläsi aus. Angesprochen auf mögliche Probleme an der Schule ist aus Sicht des Gesamtschulleiters grundsätzlich ein Schulbetrieb mit mannigfaltigen Problemen konfrontiert. Schwergewichtig können die teilweise mangelhaften Sprachkompetenzen oder der relativ hohe Bedarf im Bereich der Sonderförderung ins Feld geführt werden. Auf die Frage, wie Hubert Bläsi die Stärken der Schülerinnen und Schüler im Zwischenmenschlichen einschätzt, erhalten wir eine höchst erfreuliche Antwort: „Im positiven Bereich bin ich immer wieder erstaunt, mit welch hoher Empathie die Kinder agieren. Seitens Schule wird aber auch viel investiert, um die Werte des einvernehmlichen Zusammenlebens zu stärken.“ Hubert Bläsi ergänzt allerdings auch, dass es auch unerwünschte ‘Stärken’ gäbe. Hier sei es wichtig, nicht wegzuschauen und mögliche Konsequenzen oder Lösungswege umzusetzen.

 

An der Schule gibt es auch kein eigentliches Rassismusproblem. Natürlich könne es auch Ereignisse geben, welche im erweiterten Sinn diesem Bereich zugeordnet werden müssen. „In solchen Fällen wird nicht weggeschaut. Mit gezielten Massnahmen schreitet man korrigierend ein. Die ziemlich grosse Durchmischung in unseren Klassen mildert die Gefahr von solch unerwünschtem Verhalten“, hält der Gesamtschulleiter fest.

 

Auf den Plan angesprochen, das Hallenbad nun jeweils auch in den Ferien zu öffnen, teilt Hubert Bläsi mit, dass nach der Einreichung eines Postulats die Schule dem Gemeinderat die Möglichkeiten zu erweiterten Öffnungszeiten aufgezeigt habe. „Diese wurden in positivem Sinne aufgenommen und wir sind daran, ein zusätzliches Angebot zu kreieren. Dazu sind wir u.a. auf Personal angewiesen, welches nun rekrutiert werden soll.“ Er ergänzt zudem, dass die Kooperation mit der Stadt gut, engagiert, wohlwollend, wie auch stetig sei. „Die Schule stellt einen grossen Budgetposten dar. So besteht immer wieder Erklärungsbedarf, um das Angebot im geforderten Mass aufrecht erhalten zu können.“ Was uns natürlich auch brennend interessiert hat in Erfahrung zu bringen, ist, was sich die Schule von der Bevölkerung wünscht und welche Anliegen sie allenfalls hat: „Es ist immer wieder feststellbar, wie die Bevölkerung an der Schule interessiert ist. Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist jeweils bemerkenswert. So gesehen habe ich keine besonderen Wünsche. Betreffend Anliegen schätzen wir es, wenn versucht wird, diese - wie auch, Schwierigkeiten oder Reklamationen - ‘vor Ort’ zu klären. So besteht die Möglichkeit aufzuklären, Fehler einzusehen oder eine Vereinbarung zu treffen.“

 

Unsere Schlussfrage: Was ist das lustigste Erlebnis, dass Sie in Grenchen bisher in Ausübung Ihrer Tätigkeit hatten?

„Bieten kann ich vielleicht nicht das Lustigste, aber dafür ein spezielles Erlebnis. Anlässlich des gemeinsamen Anlasses mit allen unseren Mitarbeitenden im Flughafen Grenchen gab es einen Wettbewerb, bei welchem vier Personen für einen kurzen Rundflug ausgelost wurden. Für die Ziehung ernannten wir eine Glücksfee. Wahlargument war, dass sie an diesem Tag ihren Geburtstag feierte. Aus zirka 150 ‘Losen’ zog sie ihr eigenes und war überglücklich, sich einen langgehegten Wunsch erfüllen zu können.“

Herzlichen Dank an Hubert Bläsi für die Informationen und das Beantworten unserer Fragen.


Kapo ZH
Kapo ZH

04.03.2019 - David Aebischer

Sturmtief Bennet

Das Sturmtief Bennet verlagerte sich heute über die britischen Inseln zur Nordsee, und seine Ausläufer kriegte auch die Schweiz zu spüren. Vor allem im Mittelland tobte sich der Sturm regelrecht aus. Zwar brachte der Südwestwind auch milde Temperaturen mit sich, doch hohe Windgeschwindigkeiten (bis zu 140 km/h) sind die Kehrseite.

 

Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Strassen. Gegenstände wurden herumgewirbelt, zum Beispiel Baustellen-Signalisationen. Auch fielen Ziegel von den Dächern. Diese Windspitzen sorgten auch vielerorts für Schäden an Baugerüsten. Zudem gab es Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume: In den Kantonen Bern, Aargau und Zürich mussten Strassen gesperrt werden.


04.03.2019 - DMZ

Luke Perry gestorben

Der US-Schauspieler Luke Perry ist im Alter von 52 Jahren verstorben. Wie am Montag aus dem Umfeld des Schauspielers mitgeteilt wurde, erlag Perry den Folgen des massiven Schlaganfalls, den er in der vergangenen Woche erlitten hatte.

 

In den 90er Jahren wurde Luke Perry (†52) als „Dylan McKay“ in der Kultserie „Beverly Hills, 90210“ zum Schwarm zahlloser weiblicher Teenager, die in lautes Geschrei ausbrachen, wenn der TV-Star auch nur einen Fuss auf den roten Teppich setzte. Laut des Online Portals „TMZ“ ist Perry am Montagmorgen (4. März) im St. Josephs Krankenhaus in Los Angeles an den Folgen eines massiven Schlaganfalls gestorben.


Keystone
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04.03.2019 - DMZ - David Aebischer

Berner Fahrgäste sind mit dem öffentlichen Verkehr zufrieden

Die Fahrgäste stellen den bernischen Transportunternehmen ein überaus gutes Zeugnis aus. In einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit erreichte der öffentliche Verkehr gemäss Medienmitteilung im Kanton Bern einen Wert von 77 auf einer Skala von 100 möglichen Punkten. Ein sehr gutes Resultat, welches im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2014 noch um einen Skalenpunkt gesteigert werden konnte.

 

Die Fahrgäste sind mit der Fahrweise des Personals von Bahn und Bus sehr zufrieden wie die Umfrage weiter zeigt. Positiv beurteilt werden auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals an den Schaltern und in den Fahrzeugen. Sehr gut bewertet werden auch die Informationsmöglichkeiten zum Fahrplan auf den mobilen Geräten. Mit guten Noten werden das Angebot und die Netzqualität sowie die Zuverlässigkeit bewertet. Hier machen sich die kontinuierlichen Verbesserungen des Fahrplans bemerkbar.

 

Im Herbst 2018 hat das kantonale Amt für Verkehr und Verkehrskoordination eine Umfrage zur Zufriedenheit der Fahrgäste durchgeführt. Dazu wurden auf den Bahn-, Bus- und Tramlinien im ganzen Kanton Fragebogen verteilt. Gefragt wurde beispielsweise nach der Zufriedenheit mit dem Fahrplan, dem Fahrkomfort, den Preisen, der Zuverlässigkeit, dem Fahrpersonal und der Information bei Verspätungen. Ziel der Umfrage war es, die Leistungen der Transportunternehmen aus Kundensicht zu beurteilen und allfällige Schwachstellen zu erkennen. Insgesamt rund 5‘500 Fahrgäste haben an der Umfrage teilgenommen.